DEVILDRIVER – Das Interview mit Mike Spreitzer

DEVILDRIVER - Interview mit Mike Spreitzer

DEVILDRIVER – Mike Spreitzer im Interview

Am 13. Mai 2016 haben DevilDriver nach drei Jahren und einer kleinen Bandpause das neue Album „Trust No One“ veröffentlicht. metal-heads.de hat sich zu dem Anlass mit dem Gitarristen Mike Spreitzer für ein ausführliches Interview kurzgeschlossen. Was Mike zu den diversen neuen Bandmitgliedern zu sagen hat, wo er während der Bandpause gearbeitet hat und wie die Produktion zum neuen Album war, das erfahrt ihr nur hier!

Auf ein Wort mit Mike!

metal-heads.de: Seit dem letzten Album haben drei Bandmitglieder (davon zwei Gründungsmitglieder) DevilDriver verlassen. Was waren die Gründe, weswegen Jeff, John und Chris aus der Band ausgestiegen sind? Gab es Streit innerhalb der Band? Wie war deine Reaktion?

Mike: Als ich herausfand, dass John die Band verlässt, war ich schon etwas schockiert. Auf der anderen Seite, hatte es mich aber nicht wirklich überrascht. John wollte schon länger etwas eigenes und neues starten. Jedoch kollidierte sein Vorhaben mit dem vollen Zeitplan von DevilDriver, worauf er sich für eine Sache dann entschied. Die Entscheidung von Jeff kam einige Monate später. Er wollte einfach nicht mehr touren. Nachdem die Aufnahmen zum neuen Album beendet waren, hat Chris sich dann dazu entschlossen, die Band zu verlassen. Chris hat sein eigenes Business und arbeitet, um über die Runden zu kommen. Er dachte, es wäre wohl das Beste, sich eher darauf zu konzentrieren.

metal-heads.de: Hast du noch Kontakt zu ihnen?

Mike: Ich stehe mit allen im sehr engen Kontakt. Wir kennen uns, seitdem wir 18 sind und sie sind sowas wie eine Art Familie für mich.

DevilDriver bedeutet für uns zwei eine Menge und wir werden die Band noch sehr lange am Leben erhalten.

metal-heads.de: Gab es in der Zeit jemals einen Punkt, wo du oder Dez dachtet: Ok, dass war es mit DevilDriver, wir lösen die Band auf? Oder war dies nie eine Option?

Mike: Nein, die Frage stand nie zur Debatte, die Band aufzulösen. DevilDriver bedeutet für uns zwei eine Menge und wir werden die Band noch sehr lange am Leben erhalten.

metal-heads.de: Lass uns über die neuen Bandmitglieder reden. Woher kennst die Jungs? Wie ist es zu der Zusammenarbeit gekommen? Was haben die Jungs vor DevilDriver gemacht?

Mike: Dez hat Neal Tiemann als erstes für die Neubesetzung an der zweiten Gitarre vorgeschlagen. Beide kennen sich schon seit Jahren, und Neal ist einfach ein unglaublicher Gitarrist, der dafür sterben würde, um in einer Metal Band zu spielen. Er hat in seiner ganzen Karriere für diverse Rock Bands gespielt und will nun mehr Metal zocken. Als ich ihm den Song „Dead to Rights“ beibrachte, konnte er diesen Song perfekt bei der Probe spielen. Austin D’Amond war eine Empfehlung von Mark Lewis, unserem Produzenten. Ich habe ihn nie persönlich getroffen, jedoch kenne ich paar Leute, die mit ihm schon zusammen getourt hatten. Jeder hat ihn nur in den höchsten Tönen gelobt. Zudem schaute ich mir ein Paar seiner Skills auf Youtube an, und war sofort von ihm überzeugt. Wir haben Austin direkt eingestellt, ohne nur einmal mit ihm geprobt zu haben. Unser Bassist Ashes war der Techniker von Coal Chamber auf deren letzten Tour. Er konnte sich schon des öfteren beweisen und seine Persönlichkeit passt ganz gut in die Bandchemie.

metal-heads.de: Was macht die Jungs zu etwas Besonderem, um ein Teil der Band zu sein?

Mike: Ich kann mit Recht behaupten, die Jungs sind die nettesten Musiker mit denen ich je zusammengearbeitet habe. „Trust No One“ zu schreiben, war für uns alle eine großartige Erfahrung. Es war sehr geschmeidig und lustig.

Ein eigenes und neues Studio zu haben, brachte einen besseren Vibe aus mir hervor.

metal-heads.de: Erzähl uns etwas über die Produktion zu „Trust No One“. Wer hat was gemacht? Gab es Sachen, die du im Vergleich zu den Produktionen zuvor anders gemacht hast?

Mike: Im Vergleich zu den älteren Alben, hatte ich sehr viele Freiheiten. Bevor Neal und Austin in die Band kamen, habe ich einige Monate zuvor viele Sachen alleine geschrieben. Es gabt zwei große Faktoren die sich bei „Trust No One“  unterschieden haben. 1.) John Boecklin, einer der Hauptschreiber von DevilDriver, hatte die Band verlassen. 2.) Der Ort. Vor Kurzem bin ich in ein neues Haus umgezogen und habe die Garage in ein Studio umgebaut. Zuvor habe ich über 10 Jahre in einem kleinen Schlafzimmer sämtliche Songs geschrieben. Ein eigenes und neues Studio zu haben, brachte einen besseren Vibe aus mir hervor. Es war zudem für die Zusammenarbeit mit Neal und Austin praktischer.

metal-heads.de: DevilDriver hat im Laufe der Zeit, von Album zu Album seinen Sound verändert. Für mich hört sich das neue Album an, als würdet ihr den Weg fortsetzen, der mit „Winter Kills“ begonnen wurde. Wie würdest du das neue Album für die Old School Fans beschreiben?

Mike: Für mich ist es immer sehr schwer, den Sound eines unserer Alben im Vergleich zu den älteren Alben zu beschreiben. Eigentlich höre ich sie mir nicht mehr so häufig an, wenn ein neues Album veröffentlicht wurde. Es sei noch erwähnt: ich setzte mich nie hin, schreibe Songs und habe eine Vision oder Idee, wie der Track sich anhören soll. Ich nehme einfach meine Gitarre, spiele so lang bis 4 oder 5 Riffs entstehen, von denen ich denke: Ja, die könnten gut zusammenpassen. Anschließend füge ich verschiedene Ebenen hinzu, wenn diese passen. Nach einer Woche ist der Song normalerweise dann fertig, und ich sende den Track zu Dez. Dies ist meine Arbeitsweise während der letzten 10 Jahre.

metal-heads.de: Was bedeutet der Albumtitel „Trust No One“ für dich persönlich? Welchen Dingen oder Personen vertraust du? Welchen nicht?

Mike: Der Albumtitel passt für mich perfekt, da ich schon in jungen Jahren lernte, wem man vertrauen sollte und wem nicht. Ich war schon immer eher ein Einzelgänger und von daher dauert es immer eine Weile, jemandem zu vertrauen. Zudem hatte Dez in den letzten Jahren ähnliche Erfahrungen machen müssen. Wir empfinden da das selbe, woraus der Titel zum neuen Album resultierte.

metal-heads.de: Gibt es ein Lied auf dem Album, wo du einen sehr persönlichen Bezug hast und der dir viel bedeutet?

Mike: Ja ich denke, es ist der Opener „Testimony of Truth“. Dieser bedeutet mir persönlich sehr viel.

Was ich höre und wen ich höre, hat einen erheblichen Einfluss beim Schreiben.

metal-heads.de: Seit der musikalischen Ausrichtung von „Pray For Villains“ sind einige Fans etwas unglücklich damit. Kannst du ihnen sagen, warum es gut ist, nicht ständig seinen Sound zu wiederholen und es auch wichtig ist Neues zu probieren?

Mike: Im Laufe der letzten Jahre habe ich neue und andere Musikgenres gehört, verglichen mit der Zeit, als ich noch viel jünger war. Was ich höre und wen ich höre, hat einen erheblichen Einfluss beim Schreiben. Es ist nicht so, dass ich versuche ein unterschiedliches Album zu komponieren im Vergleich zu dem letzten Album. Es ist nur so, dass ich in einem anderen Metalmodus bin als zuvor.

metal-heads.de: Wie ist deine Sicht auf die Musikindustrie? Wie hat sich diese verändert in den letzten Jahren? Hatten die Veränderungen einen Einfluss auf DevilDriver?

Mike: Ich wurde ein Teil der Musikindustrie, als die Verkaufszahlen von CDs mächtig den Berg abgingen. Jedoch habe ich auch die andere Seite gesehen. Die Renaissance von Vinyl und steigende Beliebtheit von Streaming. Ich wünschte, ich hätte die Zeit miterlebt, wo die Budgets größer waren. Ich bin sehr dankbar ein Teil der Musikindustrie zu sein, wo es gerade jetzt mehr Do-It-Yourself-lastig wird. Zu Hause in meinem Studio Sachen aufzunehmen, liebe ich mehr als alles andere. Vor 20 Jahren hatte man noch nicht die Möglichkeiten, Sachen zu produzieren in der Art und Weise, wie man sie jetzt macht. Ich bin überglücklich Teil einer Band zu sein, die es seit einer Dekade schafft, den Kopf über dem Wasser zu bewahren. Besonders in einer sehr schweren Zeit, wo es darum ging, die Band manövrierfähig zu halten.

metal-heads.de: Wie supportet man in 2016 eine Band am besten?

Mike: Geh zu den Shows, klau keine Musik, kauf ein bisschen Bandmerch!

metal-heads.de: Kannst du von dem Einkommen mit DevilDriver leben, auch wenn du nicht auf Tour bist? Hast du neben der Band noch einen normalen Job?

Mike: Bevor es eine Bandpause gab, hatte ich keinen herkömmlichen Hauptberuf, wo ich arbeitete. Während der Auszeit jedoch, habe ich mit meinem Vater zusammengearbeitet. Er besitzt einen Baumarkt (Wood’s Ace Hardware) und möchte mir den Laden eines Tages übergeben. Daher habe ich die Bandpause genutzt, um soviel über den Beruf und das Geschäft zu lernen, wie ich nur konnte. Zwischen den Touren mit der Band arbeite ich für andere Bands oder Musikbibliotheken und bin für deren Produktion, Mix oder Mastering zuständig.

Nun, wo ich drüber nachdenke, gibt es 1-2 Optionen in den nächsten Jahren. Entweder mit DevilDriver zu zocken oder der Besitzer von Wood’s Ace Hardware in Torrance, Kalifornien zu werden.

metal-heads.de: Wie und wo siehst du dich in den nächsten 5 Jahren?

Mike: Soweit im Voraus plane ich nicht. Zu Hause habe ich weder Frau noch Kind, für die ich verantwortlich bin. Vielleicht könnte ich irgendwann mal Heiraten. Aber im Moment genieße ich das Leben und will die Dinge zu Hause so einfach halten, wie es geht. So kann ich die Zeit besser nutzen, um mich auf die Musik zu konzentrieren. Nun, wo ich drüber nachdenke, gibt es 1-2 Optionen in den nächsten Jahren. Entweder mit DevilDriver zu zocken oder der Besitzer von Wood’s Ace Hardware in Torrance, Kalifornien zu werden.

metal-heads.de: Seit mehr als nun 10 Jahren bis du ein Teil der Band, und hast die Welt bereist. Welche Länder oder Städte magst du am meisten und warum? Was macht diese so besonders?

Mike: Mein Lieblingsland war schon immer Australien. Es ist dort sehr schön und erinnert mich etwas an Süd-Kalifornien, mit einem etwas ruhigeren Vibe. In Holland gibt es eine Stadt namens Tilburg, die ich sehr liebe. Ich weiß nicht warum, jedoch kann ich mir vorstellen, dort mal zu leben.

metal-heads.de: Wird DevilDriver nach den Festivals im Sommer zurückkommen und auch Clubshows spielen?

Mike: Klar, wir werden Europa genau so oft besuchen, wie wir es schon in der Vergangenheit getan haben.

metal-heads.de: Kommen wir zu der letzten Frage. Wenn du könntest, würdest du Dinge bzw. Geschehnisse in der Bandgeschichte ändern?

Mike: Ja, es gibt bestimmt einige Dinge oder Sachen, die ich anders machen oder ganz ändern würde. Jedoch fällt mir im Moment nichts ein.

metal-heads.de: Mike! Vielen Dank für deine Zeit, und wir werden uns bei dem Festivalgig in Essen wiedersehen!

Cover&Tracklist von „Trust No One“

devil_driver_trust_no_one_cover

1. Testimony Of Truth
2. Bad Deeds
3. My Night Sky
4. This Deception
5. Above It All
6. Daybreak
7. Trust No One
8. Feeling Ungodly
9. Retribution
10.For What it’s Worth

Limited Edition Version:
11. House Devided (Bonus Track)
12. Evil Of Swift Wings (Bonus Track)

DevilDriver Sommertour 2016

29.07.16 DE – Saarbrücken / Saarmageddon
30.07.16 DE – Essen / Nord Open Air
02.08.16 DE – Jena / F-Haus
04.08.16 DE – München / Backstage
05.08.16 DE – Porta Westfalica / Festivalkult
06.08.16 DE – Wacken / Wacken Open Air
07.08.16 DE – Köln / RheinRiot
09.08.16 DE – Berlin / BiNuu
13.08.16 DE – Frankfurt / Zoom

Für weitere Information über die Band, schaut einfach HIER vorbei.

Hier könnt ihr das neue Musikvideo zu „Daybreak“ mit Mike angucken:

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Bildquellen

  • devil_driver_trust_no_one_cover: amazon.de
  • DEVILDRIVER – Interview mit Mike Spreitzer: Ben Hoffman / Napalm Records

Kjo

Die Basis für den Lärm den ich heute höre, legten in meiner Kindheit Elvis und The Rolling Stones. Beide Künstler sind „always on my mind“.

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