Interview mit FALLBRAWL vor dem RaR

Interview mit FALLBRAWL vor dem RaR

Wir von metal-heads.de sind ein in Duisburg angesiedeltes Magazin, welches sich getreu unserem Motto DISTORTION IS OUR PASSION mit der härteren Musikschiene (Rock, Metal und Co.) befasst. Verzerrte Gitarren sind die minimale Anforderung an die Bands, die bei uns gefeatured werden. Das Kriterium erfüllt ihr ja mit Leichtigkeit. Wir von metal-heads.de sind ja der offizielle Medienpartner des RAGE AGAINST RACISM. Nun sind es ja nur noch etwa 3 Monate bis zum diesjährigen Event und wir stellen traditionell als Supporter des Festivals im Vorfeld alle Bands vor, die an der Mühle in Friemersheim auftreten. Deshalb möchte ich heute ein paar Fragen an Bassist Walle richten, damit wir FALLBRAWL näher kennenlernen können.

MH: ich habe immer Bock darauf, neue Bands zu entdecken und da ist ein Festival immer eine gute Gelegenheit! Wenn wir jetzt an Musikfans denken, die euch noch nicht kennen. Wie würdest du eure Musik in wenigen Worten erklären und warum sollte man euch eine Chance geben und sich eure Alben unbedingt anhören? Und am besten auch gleich zum Auftritt beim RAGE kommen…also wodurch überzeugt ihr die Zuschauer live on stage?

Wer will SLAYER-Riffs? FALLBRAWL hat sie

WALLE: Warum man uns eine Chance geben sollte klingt so als würden wir nach Aufmerksamkeit betteln 🙂 Das ist bei uns ganz und gar nicht so. Wenn Ihr auf SLAYER-Riffs gepaart mit BOLT THROWER-Dampfwalze und harten Breakdowns steht, kommt vorbei. Und ich glaube wir sind einer der wenigen Bands, die live auch das rüberbringen können, was man sich auf unseren Alben auch anhören kann. Das ist heutzutage ja auch nicht mehr so selbstverständlich. Aber in Kürze: wenn ihr harte Musik liebt kommt vorbei. Wenn nicht, ist auch nicht schlimm 🙂

MH: kommen wir zu eurer Bandgeschichte. Euch gibt es nach meiner Information seit respektablen 14 Jahren. Erzähl‘ uns doch mal, wie es mit FALLBRAWL begann und wie ihr die Entwicklung bis heute selber beschreiben würdet.

WALLE: Ja die Band wurde 2015 gegründet, sprich wir haben dieses Jahr 15 Jahre Jubiläum. Es gab wie in jeder Band eine Menge Leute die gekommen und gegangen sind. Unser Gitarrist Stefan ist jedoch seit Tag 1 dabei. Ich bin jetzt seit 2011/2012 mit an Bord. Unser Sänger AK glaube ich seit 2009 und unser Drummer Simon hat seine erste Tour für uns 2015 gespielt. Über die Jahre haben wir unzählige Konzerte weltweit gespielt. Wahrscheinlich jeden Club in Europa mal von innen gesehen. In Japan, der Ukraine und den USA getourt und haben immer noch Bock, Vollgas zu geben. Unsere Wurzeln haben wir in der HC-Szene, was man auch deutlich auf unseren ersten Platten hört. Aber wir waren auch schon immer vom Metal angehaucht. Das haben wir über die Jahre immer weiter ausgebaut.

Weltweit unterwegs mit Hardcore-Wurzeln

MH: dann sag‘ doch mal was zu eurem aktuellen Album „Darkness“, das im November 2019 erschienen ist. Also interessant wäre halt, wie die Songs entstanden sind und wer hat da in eurer Band welchen Job (Lyrics, Musik etc.) übernimmt? Seid ihr denn mit der Resonanz auf die Scheibe soweit zufrieden?

WALLE: Ja wir sind mit dem Produkt und der Resonanz sehr zufrieden. Haben auch eine Menge Zeit, Geld und Herzblut in die Scheibe gesteckt. Zur Entstehung läuft es meistens so ab, dass Stefan das Grundgerüst, manchmal sogar den fertigen Song parat hat. Simon überarbeitet das Ganze dann an den Drums und baut seinen Groove ein. AK schreibt die Lyrics und im Studio arbeiten er und ich dann gemeinsam an den Vocals. Schreiben Sachen nochmal um, probieren was aus etc.! „Darkness“ haben wir bei Dave Beule in Köln produziert, er hat natürlich auch seine Note mit einfließen lassen. Wir haben echt super zusammen gearbeitet. Dave ist auch schon lange ein Freund von uns und hat verstanden wie die Band zu klingen hat. Er hat aber auch keine Angst, mal was Neues zu probieren, ohne die Wurzeln zu verlassen. Falls Euch das Ganze gefällt, checked mal SHRIMPAUDIO aus. Großartige Arbeitsatmosphäre.

MH: wo würdest du musikalisch eure wesentlichen Einflüsse einsortieren? Und welcher Stil hat sich bei der Komposition eurer Songs am ehesten durchgesetzt? Wo seht ihr eigene Trademarks und eine persönliche Note bei FALLBRAWL?

Disharmonien wie im Black Metal

WALLE: Wie schon erwähnt haben wir unsere Wurzeln im Hardcore, dass hört man meiner Meinung nach auch raus. Aber SLAYER und BOLT THROWER wirst du bei uns auch raus hören. Und wir arbeiten viel mit Disharmonien, die man für gewöhnlich im Black Metal findet. Das Ganze in einem Topf ist FALLBRAWL. Unser Trademark ist, dass wir nicht festgefahren sind, sondern offen für Neues. Privat bewegen wir uns musikalisch von Justin Bieber über Deutschrap bis hin zu BEHEMOTH und METALLICA. Wenn man über den Tellerrand guckt, kann man auch mal was Neues kreieren, außerhalb der eigenen Komfortzone.

MH: seid ihr mit eurem bisher erreichten Bekanntheitsgrad in der Szene zufrieden? Ihr seid ja schon recht lange vertreten. Wie sehen eure Ziele bzw. Pläne für die kommenden z.B. 5 Jahre aus? Was wollt ihr da erreichen?

4 Freunde müsst ihr sein…

WALLE: Wenn ich ehrlich bin, ist uns der Bekanntheitsgrad egal. Wir sind 4 Freunde die gerne Musik machen. Und die Musik dann auch gerne live präsentieren. Wir haben alle Familien und Karrieren, sodass wir das nicht machen, um berühmt zu werden und damit unseren Lebensunterhalt zu finanzieren. Mir geht es mehr darum, eine gute Zeit mit meinen Freunden zu haben und das zu machen was uns verbindet: Musik!

MH: welche Erfahrungen habt ihr bisher als Supportact für die großen Acts der Szene sammeln können? Wenn wir ansonsten an das Thema zukünftige Live-Auftritte denken…mit welcher Combo würdet ihr denn gerne mal touren oder einen Gig spielen? Warum fällt eure Wahl gerade auf diese Band?

WALLE: Unser Gitarrist Stefan würde jetzt wahrscheinlich die Band DEATH nennen, ich will lieber mit METALLICA spielen!

MH: ich habe neulich ein Interview mit Björn von KILLUSTRATIONS geführt, in dem u.a. es um die Bedeutung der Gestaltung eines Albumcovers ging. Das ganze Gespräch ist hier nachzulesen. Seitdem hat für mich die Bedeutung der graphischen Gestaltung eines „Bandauftritts“ (Schriftzug des Bandnamens, Albumcover, T-Shirt-Design etc.) verändert. Wie seht ihr das für eure Band?

Ein studierter Bassist – dann klappt’s mit dem Marketing

WALLE: Ich habe Marketing studiert und mir ist daher die Wichtigkeit einer Corporate Identity durchaus bewusst. Wir probieren hier auch ein einheitliches Konzept zu fahren. Manches lässt sich – meiner Meinung nach – aber nicht so einfach ändern. Den Schriftzug zum Beispiel, den wir vor 15 Jahren gewählt haben, können wir heute nicht einfach ändern. Klar wird das Ganze überarbeitet und an der ein oder anderen Stelle modernisiert, aber da steckt soviel Geschichte drin, eine komplette Änderung wäre wahnsinnig.

MH: als Musiker tut man ja so Einiges „aus Überzeugung“. Wenn man den Gedanken an die (große) „Kohle“ mal beiseite lässt, dann ist man schnell beim Thema RAGE AGAINST RACISM. Ein besonderes Festival in Duisburg, bei dem wir von metal-heads.de stolz sind, als offizieller Medienpartner dabei zu sein. Wir wirken seit Jahren aktiv mit einer medialen Vollbedienung dabei und gehen da mit großer Manpower an den Start. Ihr seid ja selber 2020 mit einem Auftritt am 13.06.2020 ein Teil des Festivals. Was ist für euch der Antrieb bei diesem Event oder bei ähnlichen Veranstaltungen dabei zu sein und wie ist es da zu dem Kontakt gekommen?

WALLE: Unsere Booking Agentur LUCKY BOB hat uns die Show ran geholt, wobei wir die letzten Jahre schon immer mit dem Festival in Kontakt standen. 2020 passt dann alles zusammen und wir sind mit am Start. Die Motivation ist hoch,
zunächst kommen wir ja alle aus dem Ruhrgebiet und somit ist das dann ein Heimspiel für uns. Darüber hinaus halten wir die Flagge gegen Rassismus auf jeder Show sehr sehr hoch. Somit passt das RAGE AGAINST RACISM perfekt!

Auftritte? Gerne, wenn es die Zeit erlaubt!

MH: nach welchen Kriterien wählt ihr ansonsten generell eure Auftritte aus?

WALLE: Meistens ist das Hauptkriterium Zeit. Wenn wir eine Anfrage bekommen, müssen wir erstmal checken ob alle den Termin wahrnehmen können. Wenn alle Zeit haben, nehmen wir die Show meistens an. Kommt eine exotische Anfrage, auf die wir alle Mega Bock haben, wird auch schon mal die Zeit frei geschaufelt 🙂

MH: apropos Konzerte. Wenn wir einen Blick in die nähere Zukunft werfen…so 2020/2021…gibt es da schon Pläne für weitere Live-Auftritte?

WALLE: Durch die aktuelle Situation des Corona Virus liegt erstmal alles auf Eis. Wir müssen erstmal abwarten, wie sich das ganze entwickelt, bevor wir hier weiter an Touren/Shows arbeiten.

MH: jetzt ist unser heutiges Interview schon fast am Ende angelangt. Die letzten Worte reservieren wir traditionell unserem jeweiligen Interviewpartner. Du hast jetzt die Chance, unseren Lesern und euren Fans da draußen mitzuteilen, was ihr schon immer mal loswerden wolltet. Zu FALLBRAWL, zu Musik, dem Business, oder…

Corona ist überall – bleibt gesund!

WALLE: Vielen Dank für das Interview. Hat Spaß gemacht. Kommt alle auf das RAGE AGAINST RACISM und überzeugt Euch live von FALLBRAWL. Bleibt gesund!

MH: Danke für deine Zeit und diese interessanten Einblicke in eure Musik etc.! Ich bin schon sehr auf den 13.06.2020 in Duisburg und euren Auftritt gespannt. Da werde ich vor der Bühne stehen und mir euren Gig ansehen!! Bis dahin – lasst es auch gut gehen! Und ja – bleibt gesund – das ist ja vielleicht eine der wichtigsten Botschaften in diesen Tagen!

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Bildquellen

  • PLH_Crowd_AD: (c) metal-heads.de - Amir Djawadi
Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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