Dog Eat Dog – Oberhausen – 29.09.2019

Pumpgun
Dog Eat Dog - Oberhausen - Kulttempel - 29.09.2019

25 Jahre „All Boro Kings“ im Oberhausener Kulttempel.


Slimboy, Waltari und Dog Eat Dog


Am 29. September gab es im Oberhausener Kulttempel einen richtigen Grund zum Feiern! Vor einem Vierteljahrhundert kam das Dog Eat Dog-Album „All Boro Kings“ auf den Markt! Wie die Geschichte ja nun zeigt, berechtigterweise ein Meilenstein in Sachen Crossover-Hardcore! Gespickt mit unzähligen Hits war das Album Wegbereiter für ein ganz eigenes Musik-Genre, welches bis heute nur einige wenige standhafte Bands hervorbrachte. Eine davon sind eben jene All Boro Kings aus New Jersey. Und die hielten im Zuge ihrer 25th Anniversary Europe-Tour – zusammen mit Waltari und Slimboy – auch im Ruhrpott an! Genauer gesagt im Oberhausener Kulttempel.


Slimboy machen den Anfang


Merchandise

Merchandise in Oberhausen

Und da wir von den Metal-Heads auch gerne mal feiern, sind wir selbstverständlich auch an diesem regnerischen Sonntagabend in Oberhausen zur Stelle. Pünktlich und wie immer bei bester Laune! Was anderes gibt es nämlich nicht bei einem Dog Eat Dog Konzert. Die übersichtliche Wartezeit auf die erste Band des Abends verbringen wir geschmeidig am Merchandising-Stand, den sich alle Gruppen teilen. Die neuen Artikel werden den Bands quasi gierig aus den Händen gerissen und wechseln ihre Besitzer. Alles richtig gemacht, kann man da wohl nur sagen.


Slimboy aus der Schweiz


Als Anheizer darf das Schweizer Trio Slimboy fungieren. Und die betreten pünktlich um 19:30h die Bühne. Die Band um Joel (voc.,b.), Silvio (dr.) und Mike (git.) ist seit 2016 wieder aktiv und wird den Wenigsten hier im Ruhrpott ein Begriff sein. Dementsprechend hält sich das anwesende Publikum zu den ersten Songs erst mal im hinteren Hallenbereich auf und muss erst zu seinem Glück überredet werden. Nach zwei wirklich zündenden Songs gelingt es der Band jedoch, die Zuschauer bis an die Stage zu locken.


48 Stunden Schlaf


Der locker gezockte Mix aus Alternative-Metal und Punk-Rock der Marke Green Day meets NoFX lässt das Eis schließlich schmelzen. Der eingängige Sound und die lustigen Ansagen von Sänger/Basser Joel machen Spaß und lockern die Stimmung. Die Schweizer-Delegation, die nach eigener Aussage die letzten 48 Stunden geschlafen hat (Anmerk.: die Band durfte wegen einigen Versäumnissen nicht nach England einreisen), nutzt hervorragend ihre halbstündige Spielzeit und wird zurecht mit einem fetten Applaus vom Publikum verabschiedet.


Tracklist: Slimboy:

Whatever

Let It Go

Hopeless

´92

14.10.15 (I am a dreamer)

Hey Brother

Downfall

Hearts All Gone

Never Let It Die

I Felt Hope



Waltari aus Finnland


Es folgt der Co-Headliner: Waltari aus Finnland. Die Band um Gründungsmitglied und Frontmann Kärtsy Hatakka steht vielleicht noch mehr für Crossover als die Hauptband Dog Eat Dog. Seit Mitte der ´80er Jahre bedient sich die Kapelle an nahezu allen Stilen der Rockmusik. Dabei ist es egal, ob das Independent, Heavy Metal, Death Metal, Techno oder Klassik ist. Man könnte also sagen eine bunte Mischung aus Allem. Und so sieht Oberhausen einem abwechslungsreichen Auftritt entgegen.


Eine Mischung aus Keith Flint, Robert Smith und Pennywise


Hauptattraktion bei Waltari ist seit jeher Frontmann/Bassist Kärtsy. Der mit seinen Kajal-geschminkten Augenringen und seiner wilden Sturmfrisur wie eine Mischung aus Keith Flint (The Prodigy,+), Robert Smith (The Cure) und Pennywise (dem ES-Clown) daher kommt. Schon fast skurril und düster, dennoch positiv aufgeladen und energetisch. Die anfangs zwei Gitarristen repräsentieren die rockige und (harte) metallische Seite der Band. Wohingegen der Keyboarder optisch offensichtlich eher aus der Hair-Metal Zeit kommt. Eine Kreuzung aus allem halt. Und genau so liest sich die Waltari-Setlist. Und wer sich im Publikum gerade die Frage stellt, warum ausgerechnet die Finnen im Vorprogramm von Dog Eat Dog gelandet sind, bekommt die Antwort schon während den ersten Songs.


Lang anhaltende Freundschaft


Nicht nur das beide Bands schon eine lang anhaltende Freundschaft mit dem nötigen gegenseitigen Respekt zueinander pflegen, ist es in der Tat die Musik. Denn wo bei D.E.D. wohl der HipHop der Einfluss zum (Hardcore-) Punk ist, ist es bei Waltari der metallische und künstlerische Einfluss. Und so decken beide Bands zusammen das größtmögliche musikalische Spektrum ab, welches der Zuschauer an einem Sonntagabend in Oberhausen nur erwarten kann. Angefangen mit den Songs: Walkin´ in the Neon (vom ´97 Album „Space Avenue“) und dem ganz neuen Track „Postrock“ über „Below Zero“ . Avantgarde Progressive-Metal is meeting everything. Punk, Rock, Independent und harten Metal.


Triple Guitar Attack


Präzise und punktgenau dargeboten. Teilweise ist diese musikalische Melange aber wirklich so heftig, dass das Publikum wohl nicht genau weiß, wie es sich wann am besten bewegen soll. Aber immerhin: Oberhausen bewegt sich und hat mit zunehmender Spieldauer auch richtig Spaß an den Finnen. Und der Spaß steigert sich dann auch noch mit dem dritten !!! Gitarristen auf der Bühne. Und der ist im Ruhrpott immer gerne gesehen. Die Rede ist von ex-Kreator/Waltari Axeman Sami Yli-Sirniö! Jetzt brennt die Bühne im wahrsten Sinne des Wortes und Fronter Kärtsy schnallt sich auch noch seinen Bass um. Woom! Ab geht die Luzie.


Ganz fein Oberhausen


Bekanntester Song und somit Höhepunkt der (Rock-) Show wird der Track „So Fine!“ , der dieses Jahr auch seinen 25. Jahrestag feiert. Die Finnen reißen wirklich eine bemerkenswerte Rock and Roll-Show von der Wand, dessen einziger Wermutstropfen der fehlende Track „A Forest“ darstellt. Im Großen und Ganzen gibt es aber keine wirklichen Kritikpunkte an der 45 Minütigen Show der Finnen. Man kann nur hoffen, dass die Band bald wieder öfters in Deutschland touren wird.


Setlist: Waltari:

Walkin´ In The Neon

Postrock

Below Zero

Orleans

Skyline

Far Away

So Fine

Atmosfear

One Day



Jubiläum, Jubilare und die Hits


Mittlerweile ist es 21:30 Uhr und endlich ist es soweit. Die Stage ist für den Headliner hergerichtet und die Halle ist mit circa 500 Besuchern gefüllt. Und obwohl die Ruhrpott-Show nicht ausverkauft ist, herrscht begeisternde Stimmung im Kulttempel, als die Crossover-Könige um John Connor die Showbühne betreten. Ein Vierteljahrhundert „All Boro Kings“ ! Eine stolze Zahl und eine dankbare Band erwarten uns. Und da sich heute (fast) alles um „ABK“ handelt, geht es auch direkt mit einem Hit-Block aus jenem Album los! „If These Are Goodtimes“ , „Think!“ und „Pull My Fingers“ . Whoop whoop! Mehr kann der Konzert Besucher nicht verlangen.


In den Vordergrund


Die Band ist aktuell mit gewohnter Besetzung (mit Saxophonist Bozez) und standesgemäßem Bandumfeld unterwegs. Die Stimmung innerhalb der Band scheint offensichtlich gut zu sein und gleicht einem Familienausflug. Jeder bekommt seine Aufmerksamkeit, was schön zu sehen ist. So werden zum Beispiel Bozez und Roger Haemmerli separat dem Publikum vorgestellt. Was es natürlich nicht bedarf, denn die Crowd kennt ja seine Faves schon seit Jahren. Nein, es die Art von Respekt, wie die Ur-Mitglieder (John, Dave und Brandon) mit ihrem Umfeld umgehen. Hier gibt es keinen offensichtlichen Chef. Alle sind gleich- und das ist vielleicht auch das größte Plus an dieser Band. Und nachdem Bozez ins Rampenlicht gerückt wird kommt der erste Show-Höhepunkt: 25 Jahre „Who´s The King“ !


Ausgelassene Stimmung mit Green Dave


Der Pit hüpft, singt und feiert den vielleicht prägnantesten Hit der ABK-Ära gnadenlos ab! Beste Stimmung hier zum Jahrestag! Mit „Strip“ und „Queen“ geht es weiter durch die Geschichte. Und weil die aktuelle Tour ja einen besonderen Hintergrund hat, hat sich die Band auch etwas besonderes ausgedacht. Und zwar einige Cover-Songs aus den Zeiten von „ABK“ . Neben dem bekannten „Jump Around“ von House Of Pain (´92) gibt es heute auch einen Song von Green Day, welcher kurzum – mit einem Augenzwinkern – Green Dave zugeschrieben wird. „Basket Case“ . Und wow, der Song passt! Cool performt von JC und Dave. Lange nicht gehört und trotzdem wieder erkannt!


Applaus für All Boro Kings – Live


Es folgen „Funnel King“ und „What Comes Around“ . Die Stimmung ist ausgelassen und friedlich. Crowdsurfer hier und da und absolut alles im grünen Bereich. Der Pott feiert und es gibt keinen Anlass zur Klage! Da die Temperatur nun stetig steigt, nutzt JC ein wenig die Gunst der Stunde, um sich beim Publikum, Fans and Friends ordentlich für die (langjährige) Unterstützung zu bedanken! Unter lauten Jubel präsentiert er sogleich auch die neueste Produktion aus dem Hause Dog Eat Dog / Metalville Records. Die 25 Jahre Auflage von „All Boro Kings“ und dem „All Boro Kings Live“ -Album, welches am 25. Oktober (News Hier) erscheinen wird.


Stühle rücken


Mit bester Laune geht es aber sofort weiter. Es folgt der Gassenhauer „No Fronts“ ! Wie immer dargeboten von JC und Tourmanager Dan Mallmann! Der Pit liebt den Song und es brechen alle Dämme! Es herrscht wirklich ausgelassene Partystimmung. Mister „Animateur“ Mallmann kitzelt gekonnt die letzten Reserven aus den Zuschauern. Denn es folgt der Kampf des Abends: Dave Neabore´s „Rocky“ ! Den Bassjob darf Slimboy Fronter/Bassmann Joel übernehmen und Dave verwandelt die Stage wie immer in eine Kampfarena. Im Anschluss folgen die Wu-Tang-Clan-Vibes von Schlagwerker Brandon Finley. Und weil dieser ja nun vorne singt, nimmt Slimboy Drummer Silvio für die Dauer des Songs hinter den Kesseln Platz. Schon gut, wenn man mit solch talentierten Musikern unterwegs ist.


Just Another Victim


Da die letzten Songs ja bekannterweise keine große Überraschungen für die Fans bereit halten, folgt jedoch mit dem nächsten Stück ein tatsächlich unerwartetes Lied. Kennt noch jemand den Soundtrack vom Film „Judgement Night“ aus 1993? Wer nicht zu den glücklichen gehört, hat definitiv etwas verpasst. Und zwar zum Beispiel den Track „Just Another Victim“ von Helmet feat. House Of Pain! Und wäre der Song nicht schon für sich groß genug, gesellt sich auch noch Waltari-Aushängeschild Kärtsy zu JC auf die Bühne! Der Abend gleicht einer Reise in die Vergangenheit. Und wir behaupten mal, das wir John Connor vorher noch nie so haben headbangen sehen. Groß! Nicht artig!


Auf die nächsten 25


Was für eine angemessene Show! Gespickt mit alten Hits und gelungenen Cover-Versionen endet dieser besondere Gig mit dem Rausschmeißer „XXV“ nach sehr kurzweiligen 90 Minuten. Mal abwarten, was uns zum 30. Jubiläum so erwartet. Danke, dass wir von Metal-Heads.de bei diesem Fest dabei sein durften! Wir freuen uns schon auf das nächste Jubiläum!!!


Setlist: Dog Eat Dog

If These Are Goodtimes

Think

Pull My Fingers

Jump Around (Cover)

Who´s The King

Strip

Queen

Funnel King

What Comes Around

Basket Case (Cover)

No Fronts

Rocky

Step Right In

Just Another Victim (Cover)

XXV



1: Dog Eat Dog – Facebook

2: Waltari – Facebook

3: Slimboy – Facebook


1: Dog Eat Dog:

2: Waltari:

3: Slimboy:


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Bildquellen

  • Slimboy – Oberhausen – 29.09.2019: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Waltari – Oberhausen – 29.09.2019 – Dan Schuetze – 001-3741: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Dog Eat Dog – Oberhausen – 29.09.2019 – Dan Schuetze – 002-4237: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Titelbild: Dog Eat Dog – Oberhausen – 2019: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
Treasureman

Treasureman

Seit 1987 mit dem Metal- Virus infiziert. Der Einstieg erfolgte mit Twisted Sister, Iron Maiden und den Onkelz. Meine Themenschwerpunkte liegen seit langem im Hardcore- und Crossover/Punkrock Bereich. Ihr findet mich da, wo das Herz auf der Bühne steht!

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