Gotthard Silver Tour – Support: Pretty Maids

Gotthard Silver 18.02.17 Turbinenhalle 2 Oberhausen

Der Berg kommt

Am 18.02.17 ist es soweit. Gotthard kommt nach Oberhausen. Nein, nicht der Berg, sondern die Schweizer Hardrockformation. Hatte ich doch das letzte Mal zur „G“-Tour in den neunziger Jahren das Vergnügen, freue ich mich, die Jungs nach all der Zeit wieder zu sehen. Die Gotthard Silver Tour soll das 25-jährige Bandjubiläum feiern und die neue, gleichnamige Scheibe promoten. Damals war ich begeistert. Schauen wir mal, wie es wird. Mit den Pretty Maids hat man auch danish-dynamite mitgebracht. Die Band rockt auch, solange ich denken kann, erfolgreich die Bühnen dieser Welt. Solider Heavy Metal, mit dem ich aufgewachsen bin. Das sollte dann doch wohl auch ein gutes Fest werden.

Pretty Maids

Die Halle ist bis zum Anschlag gefüllt. Wer hätte das gedacht. Da habe ich echt weniger erwartet. Ich muss mich bis ganz vorne durchkämpfen, da ich die Bands auch fotografieren darf. Das stellt sich als gar nicht so leicht heraus. Entgegen der weitläufigen Meinung, dass die heutige Jugend keine Manieren mehr hat, muss ich bei den weitestgehend im fortgeschrittenen AlterPretty Maids 18.02.17 Turbinenhalle 2 Oberhausen befindlichen Zuschauern leider genau das feststellen. Wenn man einmal steht, dann steht man. Vorbeilassen ist nicht gefragt. Ärgerlich. Leute, das läuft bei jüngeren Semestern echt problemloser und relaxter.

Pünktlich kommen die Dänen auf die Bühne. Die Bühne ist in rotes und blaues Licht getaucht. Sieht gut aus, macht es mir aber unheimlich schwer, ein paar gute Fotos für euch einzufangen. Im Anschluss könnt ihr euch selbst ein Bild machen. Es geht los mit „Mother of all Lies“. Der Song rockt gut und hat einen Ohrwurm-Refrain. Starker Opener, den die Fans gut annehmen. Ronnie Atkins springt über die Bühne wie ein junges Fohlen. Respekt. Everything for Rock’n’Roll. Auch die bekannten Posen, wie Mikroständer in die ersten Reihen halten, dürfen nicht fehlen. Auch der Keyboarder Morten Sandager hat noch einen Zweitjob, zeitweilig kann er seinen Platz verlassen und mit seiner weißen Ibanez-Gitarre zusammen mit Ken Hammer die Bühne rocken. Bis auf Ken sind alle sehr agil, der wiederrum reißt aber alles mit seinem erstklassigen Spiel wieder raus. Über „Rodeo“ vom 87er Future World Album oder dem Mitsing-Rocker „Bull’s Eye“ von der letzten Kingmaker geht es auf in den letzten Teil des Sets. Jetzt kommen die Klassiker.

Hits

Den Reigen eröffnet „Back to Back“. Jetzt ist es an der Zeit für die Menge, auszurasten. Danach direkt weiter mit „Red, Hot and Heavy“ vom gleichnamigen Album. Mit diesem Song beenden die Pretty Maids standesgemäß jedes Konzert. Da wird nochmal alles gegeben, von Band- und Publikumseite aus. Ich denke ich bin nicht der einzige, der sich bei den Songs in seine Jugendzeit zurückversetzt fühlt und in Erinnerungen schwelgt. Als Zugabe gibt´s dann noch das keyboardlastige „Lovegames“ und den für mich größten Hit der Band, „Future World„.  Beim Intro gibt es die erste Gänsehaut, bis dann das famose Riff von Ken ertönt. Endspurt. Geil. Danke Pretty Maids.

GotGotthard 18.02.17 Turbinenhalle 2 Oberhausenthard Silver

Die Pretty Maids haben die Halle gut aufgewärmt, was aber gar nicht nötig war, denn bei der Menge an Menschen ist es hier eh bereits ziemlich warm. Trotzdem musste man sich warm anziehen, denn Gotthard sind bereit die Stage zu entern. Die Bühne ist in blaues Licht getaucht (was macht es? Es leuchtet blau), vor dem Drumset steht ein silberner Silver Schriftzug und von den Marshallwänden tropft heisses Silber. Sieht toll aus. Die passende Kulisse für ein 25-jähriges, silbernes Jubiläum. Im Halbdunkel betreten Gotthard die Bühne und das Set kann mit „Silver River“, gefolgt von „Electrified“ vom aktuellen Longplayer, beginnen. So soll eine Hardrockshow losgehen. Leo Leonie spielt mit Freude seine Gibson Black Beauty und rockt los. Weiter geht’s mit dem Coversong „Hush“ und der Saal feiert die Band. Man merkt, dass sich alle wohl fühlen heute hier in der Turbinenhalle. Mit dem nächsten Song von Silver, „Stay with me“, wird ein wenig Geschwindigkeit heraus genommen und zum ersten Mal werden sanftere Töne angeschlagen. Als aber Leo danach an seine Voice-Box am Mikroständer geht, weiß jeder was jetzt kommt. Genau, die „Mountain Mama“. Heute Abend also Zuckerbrot und Peitsche. Jetzt wieder Peitsche. Ja, gebt’s uns.

One Life, one Soul

Es wechseln sich rockigere Songs mit mehr balladesken Tönen ab, jedoch nach „What you get“  beginnt der ganz ruhige Teil des Abends. Die elektrischen Instrumente weichen den akkustischen. Es gibt einen Set im Set, der aus „One life, one Soul“, „Let it be“, „Angel“ und „Heaven“ besteht. Wow. Ich bin eigentlich eher Fan der Hardrock-Version von Gotthard, aber das hier kann man einfach nur gut finden. Jeder wird bei den Songs natürlich an den 2010 unter tragischen Umständen verstorbenen Sänger Steve Lee zurückdenken. Das geht bei den Songs dann natürlich noch mehr unter die Haut. Lauthals singt das Publikum jeden Text mit. Da werden sogar die härtesten Rocker weich. Schön zu sehen, wie Musik die Seele berühren kann. Der „Neue“ Nic Maeder macht seine Sache wunderbar, kann aber Steve Lee, besonders in den hohen Gesangparts, nicht immer ersetzten.

Mit „Miss me“ wird wieder leicht Fahrt aufgenommen. Der Song hat einen sehr tanzbaren Beat, also holt Nic ein Mädchen auf die Bühne, um mit ihm zu tanzen. Ich finde das ein wenig peinlich, aber vielleicht gefällt´s den anderen ja. Wie soll man nach so viel Gefühl die Menge wieder zum kochen bringen? Ich weiß es nicht. Gotthard versuchen das einfach mit „Firedance“. Der amtliche Rocker kann so einige wieder vom Boden hochholen. Man merkt aber doch, dass die Luft ein wenig raus ist. Die nächsten Songs biegen die Stimmung aber wieder hin.

Dani the Hero

Als letztes, bevor der Zugabeteil beginnt, gibt es noch ein Drumsolo zu sehen. So eine Setlist habe ich auch noch nie gesehen. Drumsolos sind meiner Meinung nach selten spektakulär genug, um Gotthard 18.02.17 Turbinenhalle 2 Oberhausenkein Bier an der Theke zu holen. Diese war für mich nicht anders, mit einer Ausnahme. Hena Habegger, der Drummer von Gotthard, sitzt heute gar nicht hinter der Schiessbude. Der war nämlich kurz vorher krankheitsbedingt ausgefallen. In einer nur sechstägigen Einspielzeit hat es Helloween Drummer Dani Löble geschafft, sich alle Songs der Gotthard Setlist draufzuschaffen, um seinen Kumpels aus der misslichen Lage zu helfen. Klasse. Dani spielte den Gig vom Blatt ab. Respekt. Keiner in der Halle wird einen großen Unterschied zu den original getrommelten Versionen gehört haben. Alles verläuft glatt heute abend. Bitte einen extra Applaus für Daniel Löble!

Als Zugabe gibt’s dann noch „Standing in the Light“ und „Anytime Anywhere“. Eigentlich wäre dann Schluss gewesen, doch Gotthard haben Spaß und lassen sich noch zu einer Zugabe der Zugabe überreden. Der Beatles Klassiker „Come together“ ist dann der letzte Song des Abends, bevor es still wird in der Halle. Es war ein schöner Abend, der einen durch die komplette Gefühlspalette geführt hat. Auch Danke dafür.

Auf die nächsten 25 Jahre. CU

Pretty Maids Setlist:
Mother of All Lies
Kingmaker
Face the World
Rodeo
I.N.V.U.
Bull’s Eye
Little Drops of Heaven
Back to Back
Red, Hot and Heavy
Love Games
Future World

Gotthard Setlist:
Silver River
Electrified
Hush
Stay With Me
Mountain Mama
Remember It’s Me
Feel What I Feel
Sister Moon
What You Get
One Life, One Soul (Acoustic)
Let It Be (Acoustic)
Angel (Acoustic)
Heaven (Acoustic)
Miss Me
Firedance
Everything Inside
Top of the World
Lift U Up
Drum Solo
Standing in the Light
Anytime Anywhere
Come Together

Pretty Maids Fotoslider


Gotthard Fotoslider



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Bildquellen

  • Pretty Maids 18.02.17 Turbinenhalle 2 Oberhausen: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Gotthard 18.02.17 Turbinenhalle 2 Oberhausen: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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