Metallica – Live Review, Köln Lanxess Arena – 14.09.2017

Metallica Cover

Rainy Day, Dream Away

So und nicht anders besang schon Jimi Hendrix, seines Zeichens wohl eines der größten Vorbilder des Metallica-Gitarristen Kirk Hammett, einen verregneten Tag.
Damit lag good old Jimi an diesem grauen Donnerstag nicht falsch, wenn auch das besagte Hinwegträumen etwas schwerfiel.

Es schüttete wie aus Eimern und die treue Fangemeinde, die sich schon früh an der Halle einfand, wurde im wahrsten Sinne begossen. Die Parkplatzsituation tat dann ihr Übriges dazu, den Tag erstmal schwer erträglich starten zu lassen.

Doch Metallica-Fans sind bekanntlich die „besten“ der Welt und so sammelte sich eine große Schar Kuttenträger bereits frühzeitig im naheliegenden Music Store, wo man sich bei Kaffee und Gitarren-Testing  schon mal verbal auf die Helden einstimmte.

Let the Spektakel Beginn

Punkt 19h ging es durch den Ultimate Experience Eingang in die Halle. Im unteren Block bezogen wir metal-heads.de Recken dann einen hervorragenden Sitzplatz.

Die Band Kvelertak aus Norwegen heitzte dem Publikum ca. 40 Minuten lang mit einer Mischung aus Death-Rock ein. Nicht übel die Knaben, wenn auch der Stand als Vorband bei Metallica ein sehr schwerer ist!

New Shit!

Um 20.45h war es dann soweit. Ein sichtlich gut gelaunter James Hetfield enterte die Bühne dynamisch und hoch motiviert. Im Gefolge seine treuen Kumpanen Kirk Hammett, Robert Trujillo und Lars Ulrich. Gleich donnerte man los mit „Hardwired“ und „Atlas Rise!“.

Perfekter Sound und das Gefühl, dass die neuen Nummern schon perfekte Puzzleteile in der Metallica Setliste sind, machten sich breit.

…and beste Sicht for all

Metallica folgte treu dem Motto „in der Mitte ist es immer besser“ und so stand die Bühne natürlich mitten in der wuchtigen Lanxess Arena. Wie schon in Kopenhagen (siehe hierzu die Live Review: https://metal-heads.de/behind-the-scenes/metallica-03-02-17-kopenhagen-royal-arena/) feilte man wieder am Konzept der Bühne.

Dieses Mal gab es keine Bildschirme im Bühnenboden und in der Decke, sondern man hängte ca. 50 kleine Würfel an die Decke, auf welchen dann jegliche musikalische Aktion bildlich untermalt wurde.

Frayed Ends of Geschwafel

Sparen wir uns an dieser Stelle einfach mal jeden Song einzeln durchzugehen und konzentrieren wir uns auf die wichtigen Momente und Eindrücke.

Zunächst einmal sei festzuhalten, dass der Sound wirklich grandios war. Jegliche klanglichen Feinheiten waren perfekt in der Halle verortet und so manches Mal standen einem bedingt durch den Sound die Haare an Arm und Bein zu Berge. Die 4 Horseman sind ein wahnsinnig eingespieltes Team, so warnte James z.B. während „Creeping Death“, Rob Trujillo dezent, dass dieser zu nahe am Pyro stehe – der gute James hat da ja bekanntlich schon seine Erfahrungen gemacht.

Spielfreude pur

Alle Bandmitglieder haben dieses Funkeln in den Augen, wenn sie auf die Bühne kommen. Besonders Kirk Hammett sei hier hervorzuheben. Lachend und sichtlich zufrieden macht er seine Meilen auf der Bühne, unentwegt im Blickkontakt mit den geliebten Fans. Der Mann ist der perfekte „Phoenix aus der Asche“.

Was gab es für schlimme, unwürdige Diskussionen darüber, wie miserabel er nach dem Black Album gespielt hat – und jetzt?! Nicht wieder zu erkennen der gute Kirk. Seine Solos erstrahlen in neuem, wiedergefundenen Esprit, perfekt, messerscharf und virtuos – dabei findet er stets noch Zeit, seinem Drummer Lars Ulrich kurze und knackige Anweisungen zu telegrafieren. Der Einsatz seiner originalen 1959er „Greenie“ Les Paul, welche einst den legendären Peter Green und Gary Moore gehörte, setzt seinem Auftritt ein Sahnehäubchen auf!

James Hetfield schmettert alle Gesangspassagen perfekt und man fühlt sich teilweise in die jeweilige Ära des Songs zurückversetzt.
Die Band hinterlässt einen unprätentiösen Eindruck. Glaubhaft, ehrlich und bodenständig. Alle Elemente der Show und der Persönlichkeiten fließen perfekt ineinander.

Jetzt wird Einiges klar

Als James zum Song „Moth Into Flame“ darüber sinniert, wie krank es ist, dass die heutige Gesellschaft süchtig danach ist, den einen Moment „FAME“ zu bekommen, besonders in den sozialen Netzwerken und wie schnell manch junger Mensch im grellen Licht der Berühmtheit verbrennt (Beispiele gibt es zu genüge!), fällt es einem wie Schuppen von den Augen – Metallica ist näher am Puls der Zeit als man je annahm – Krieg, Tod, Selbstzerstörung, Gesellschaft, Politik…alle Themen fügen sich zu einem gesamtkritischen, hochmusikalischen Mix an diesem Abend –  das Publikum merkt das und nimmt jedes gesungene Wort dankbar auf.

Huldigung par Excellence

Es sei kurz erwähnt, dass Rob Trujillo, als er Cliff Burtons(Anesthesia) Pulling Teeth“ spielt, den legendären und viel zu früh verstorbenen Bassmann zum Leben erweckt. Begleitet von tollen Bildern Cliffs, wird so manches Tränchen bei den umliegenden Die Hard Fans weggedrückt!

Nicht genug?

Wem die Ausführungen in dieser Review nicht ausreichen, der werfe einen Blick auf die fantastische Setliste. Wie lang haben die Fans nach einem Juwel wie „Stone Cold Crazy“ geschmachtet….es war ein perfektes Konzert in jeder Hinsicht!

Setlist Metallica

Hardwired

Atlas, Rise!

Seek & Destroy

Through the Never

The Day That Never Comes

Now That We’re Dead

Dream No More

For Whom the Bell Tolls

Halo on Fire

Stone Cold Crazy

Creeping Death

Moth Into Flame

Sad but True

One

Master of Puppets

Blackened

Nothing Else Matters

Enter Sandman

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Bildquellen

  • metallicacover: www.amazon.de/metallica
Blues Mike

Blues Mike

Als ich 12 war, gab mir ein Freund die Nummer des Teufels. Unter dieser Nummer meldete sich sein Assistent, der Meister der Puppen. Er sagte mir, dass es Rost im Frieden gibt und ich fortan mit meiner Gitarre um Gerechtigkeit für Alle kämpfen sollte!

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