Nord Open Air 2018 – Tag 2 (Teil 2)

The Haunted-NordOpenAir2018,28.07.18,Tag2-Essen

Nachdem mit DECAPTACON und DEATHRITE auf dem Nord Open Air zwei Death Metal Bands vertreten waren, WARPATH ordentlich Thrash präsentierten und BULLET als Vertreter des Heavy Metal die Bühne rockten, folgt mit THE HAUNTED noch einmal Thrash Metal. Die ebenfalls aus Schweden stammende Rock-Band THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA übernimmt, gibt an TANKARD weiter bis der Tag mit AT THE GATES einen krönenden Abschluss finden wird.

THE HAUNTED – melodischer Thrash Metal in schwedischen Farben

THE HAUNTED bieten eine Bandbreite von harten Momenten über solides Thrash-Riffing bis hin zu eingängigen Melodien. Auch wenn die Band bereits seit über zwanzig Jahren am Start ist, sind THE HAUNTED dennoch nicht weniger dynamisch. Sie spielen einen durchaus modernen Thrash Metal mit progressiven Zügen. Wenn THE HAUNTED schwere Riff-Wände aufbauen und dann die Melodien entgegensetzen, geht das Publikum gut mit und bildet beim Hate Song  den ersten großen Circle-Pit des Tages. Sänger Marco Aro ist vom Essener Publikum so begeistert, dass er immer wieder Kusshände ins Publikum schickt.


THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA – Retro-Rock aus Schweden

Da sich mein Interesse  auf alle Bereiche des Metal richtet und ich im Classic Rock wirklich nicht zuhause bin, habe ich mich nicht gewundert, dass mir THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA bisher noch nicht zu Ohren gekommen waren. Meine Neugier auf eine Band, die aus einer Schnapslaune der SOILWORKer Björn Strid und Sessiongitarrist David Andersson entstand, musste ich noch einige Zeit aushalten, da die Band aufgrund technischer Probleme die Bühne mit einiger Verspätung betrat. In der Zwischenzeit haben sich einige Leute mit Wasserpistolen beschossen und ein paar Fotografen sich gegenseitig fotografiert. Aber das Warten hat sich gelohnt.

Dieser Classic oder wie es teilweise heißt: Adult orientated Rock hat schon was. Nicht ohne Grund ist das vierte Album der Kapelle Sometimes The World Ain’t Enough direkt oben in den Charts eingestiegen. In der Show wird das Flight-Thema und Ambiente konsequent durchgezogen. Die Background-Sängerinnen tragen knallenge Stewardess-Uniformen und unterstreichen den Retro-Rock-Charakter. Das Publikum hat viel Spaß und verabschiedet das Orchester mit anhaltendem Applaus.


TANKARD – mischen das NOA mit ihrem Alcoholic Metal auf

TANKARD haben auch hier in Essen eine große Fangemeinde, was ich aus den überall sichtbaren Shirts ableite. Angetrieben und aufgemischt durch Frontmann Andreas „Gerre“ Geremia tobt das Publikum. So viele Crowd-Surfer wie bei dieser Show hat es bisher nicht gegeben. Die Mannschaft im Graben braucht Verstärkung, um alle, die sich über die Köpfe hinweg bis nach vorne tragen lassen, sicher in Empfang zu nehmen.  Wie dann die Frage von Gerre: „Wollt ihr mit mir durchdrehen?“ beantwortet wird, ist ja wohl klar. TANKARD spielen Stücke von ihrem Album One Foot In The Grave und Stücke aus der Zeit, als „Thrash nicht besonders angesagt war“, wie Gerre anmerkt. Irgendwann fragt er seine Bandkollegen: „Können wir mal was Langsameres spielen?“ um dann Rectifire loszuprügeln. So sind TANKARD halt: unerbittlich thrashend. Dem Publikum gefällt’s und es fordert Zugaben ein.


AT THE GATES – Death Metal der grandiosen Art

Seitdem ich gelesen hatte, dass das Nord Open Air AT THE GATES als Headliner gewinnen konnte, freue ich mich auf den Moment, AT THE GATES nach der Veröffentlichung ihres neuen Albums To Drink From The Night Itself live zu sehen. Das Album hat mich beeindruckt und vom ersten Moment an, als AT THE GATES die Bühne betreten wird klar: das wird eine tolle Show. Mit ihrer Mischung aus aggressiven, melodischen und atmosphärischen Anteilen schaffen sie trotz der teilweise komplexen Songstrukturen immer wieder Momente der Eingängigkeit, denen man sich nicht entziehen kann.

Donnernde Drums treiben die Songs voran, melodische Leads wechseln mit fettem Riffing ab. Und Tomas ‚Tompa‘ Lindberg schreit sich wieder die Seele aus dem Leib. Weniger schrill als sonst, reifer und voller aber immer noch aggressiv, wie man es von ihm gewohnt ist. Eine mitreißende Darbietung, die nicht nur die Fans absolut zufrieden stellt, sondern auch die überzeugt, die keine erklärten Death Metal Anhänger sind.


Das Nord Open Air geht zu Ende und damit zwei abwechslungsreiche Tage mit tollen Bands.




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Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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