Tankard – Feuchtfröhlich am 05.05.17 im Kölner Underground

Tankard 05.05.17 Köln Underground

Tankard,

dachte ich, die schau ich mir mal an. Das Ganze sollte im Underground in Köln stattfinden. Kleiner Club, da sollte mich so einiges erwarten. Draußen stehen schon die ersten Fans. Einer hat sogar einen Rollator mitgebracht. Bin mir nicht sicher, ob er den braucht oder ob er das Gefährt in Anspielung auf die neue CD von Tankard, „One foot in the Grave„, mitgebracht hat. Auf einigen Fotos ist die Band nämlich mit eben einem solchen Teil abgebildet. Siehe da, auch wer viel Bier trinkt, kann alt werden.

Support

Drinnen im Underground füllt sich langsam aber sicher der Saal. Ich wundere mich schon gar nicht mehr über einen fehlenden Fotograben. Im Underground gibt’s sowas glaube ich nie. Zu meiner Überraschung hat Tankard Abandoned mit auf Tour gebracht, die ebenfalls aus Hessen kommen. Das lässt sich anhand ihres Dialektes auch kaum verbergen. Da es im Ruhrpott das Nationalgetränk der Hessen nicht gerade an jeder Ecke gibt, haben die Jungs erstmal ein paar Schoppen Äppelwoi von zuhause mitgebracht um sich in Schwung zu bringen. Das ist für die Stimmung aber nicht nötig, denn die Abandoned 05.05.17 Köln UndergroundBand ist äußerst gut aufgelegt und treibt so ihre Späße mit dem Publikum. Abandoned bieten Thrashmetal von Old School bis Moderne. Gitarrist und Sänger Kalli hat eine kraftvolle, raue Stimme, die wie die Faust aufs Auge auf den hessischen Bay Area Thrash passt.

Wenn man die Augen schließt, könnte auch Peavey Wagner von Rage auf der Bühne stehen. Sollte dieser mal ausfallen, kann Kalli für ihn einspringen.

Instrumentenwechsel

Zwischen den einzelnen Songs macht Kalli immer wieder witzige Ansagen, die den Auftritt toll auflockern. Thrashmetal muss nicht immer „bierernst“ genommen werden. Der Sound von Abandoned animiert unweigerlich zum Headbangen. Insbesondere der Song „Sands of Time“ ist bei mir hängengeblieben. Nach einiger Zeit wechseln Holger und Torsten die Instrumente. Das liegt daran, dass beide Gitarristen sind, keiner aber so richtig Bock hat, dauerhaft auf den Bass zu wechseln.

Dem Zuschauer kann es egal sein. Beide machen an jedem Instrument einen mehr als ordentlichen Job. Es wird auf der Bühne gebangt was das Zeug hält. Das gibt fett Nackenmuskelkater. Die Jungs sind sichtlich froh, dass sie hier so gut aufgenommen werden, haben sie doch seit 10 Jahren nichts mehr veröffentlicht. Das hat sich letztlich mit der EP „Still Misanthrope“ jedoch geändert. Gut, dass es nach langer Pause und einigen Wechseln in der Besetzung wieder weiter geht. Nach guten vierzig Minuten ist der Auftritt der sympathischen Hessen von Abandoned dann vorbei. Schade. Hätte ich gerne noch nen Nachschlag gehabt. Aber die Menge ist für Tankard gekommen.

Alkimetal

Die Bühne wird kurz umgebaut und ein paar große Tankard Aufsteller werden neben dem Schlagzeug platziert. Das macht es oben deutlich enger für die Band. Mal sehen, wie das gleich so geht. Ich hab mich zwecks Fotos ganz links in die erste Reihe gestellt, da man von hinten nichts sehen kann. Bei Abandoned waren die Leute noch scheu und ich konnte unbehelligt vor der Bühne herumlaufen. Kaum ertönt das Intro in Form von „El Condor Pasa“, wird’s vorne schlagartig voll. Auch von draußen kommen alle von der Raucherpause wieder ins Underground. Ruck Zuck ist die Hütte bis zum Bersten gefüllt. Das hatte ich nicht erwartet.

Tankard legen mit dem uralten Klassiker „Zombie Attack“ los. Direkt volle Kanone Stimmung im Saal. Ein Mädel neben mir bangt um ihr Leben. Mal sehen wie das mit den Fotos so klappt. Gar nicht so leicht, denn auch in der Mitte des Clubs geht’s zur Sache und es kommt immer wieder zu Verschiebungen der Leute.  Gerre hat wieder etwas mehr um die Hüfte. Das hält ihn aber nicht davon ab, während des Tankard 05.05.17 Köln Undergroundgesamten Sets wie ein wildgewordener Handfeger von einer Seite der Bühne zur anderen zu laufen. Er scheint den Äppler heute direkt in die Venen geschossen zu haben. Immer in Bewegung der Mann, während er die Tankard Gassenhauer raushaut.

Vollgas

Dass die Leute hier so gut abgehen, bleibt auch ihm nicht verborgen. Immer wieder lässt er verlauten, was das doch für ein geiler Abend und ein geiles Publikum ist. Die biergeschwängerten Texte kommen erstklassig bei den Zuhörern im Saal an, und werden auch lauthals mitgeschmettert. Eigentlich ist auf der Bühne immer etwas los. Kaum jemand steht an seinem Platz. Frank Thorwart am Bass ist auch ständig unterwegs und singt auch ohne Mikro die Songs mit. „The Beauty and the Bear, Stay Thursty, Die with a Beer in your hand, Rest in Beer„. Allesamt eine sichere Bank auf nem Tankard Gig. Ebensoviel Bewegung, wie auf der Bühne, ist auch auf der Tanzfläche. Bier verleiht Flügel oder wie heißt das? Andy an der Gitarre scheint gerade erst frisch aus dem Urlaub in Beermuda gekommen zu sein bei der Bräune. Oder war der aufm Assitoaster? London, Paris, Köln. Die Riffs sitzen jedenfalls perfekt.

Endspurt (die letzten Pullen noch)

Als letzter Song des normalen Sets kommt endlich „Chemical Invasion„. Darauf hab nicht nur ich den ganzen Abend gewartet. Soll dann denn wirklich schon Schluss sein? Natürlich nicht. Es folgt ein Kracher auf den anderen. Bierseliges Herz, was willst du mehr? Das alte versoffene Alien hat mal wieder das Bier weggesoffen. Wie gut, dass es danach noch ein Mädchen mit dem Namen Cerveza gibt. Der „Empty Tankard 05.05.17 Köln UndergroundTankard“ ist, im Gegensatz zum geilen Song, nichts, was man jetzt gebrauchen könnte. Zu guter Letzt wird das aber nicht passieren, denn „Freibier“ wird uns noch vor den Latz geknallt. Das musste ja auch sein, sonst hätte es auf jedenfall noch Krawalle gegeben. Frank hätte sicher tierisch mitgemischt. Die Maniac Forces können nun aus dem Underground wanken. Da es heute Freitag ist, wird für die meisten hier der Abend noch nicht zu Ende sein. Auf die nächsten 666 Packs. In Köln geht immer was.

Aber vorsicht vor „The Morning after“ 😉

Hier die Fotos des feuchtfröhlichen Beisammenseins:

Abandoned on Stage.


Tankard reißen die Hütte ein.


 

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Bildquellen

  • Abandoned 05.05.17 Köln Underground: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Tankard 05.05.17 Köln Underground: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80’s Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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1 Antwort

  1. Holg sagt:

    Hey Metal Heads!!!
    Vielen dank für den coolen Artikel vom Freitag!
    Wäre super, wenn sich Chispy mal bei uns melden könnte, falls es noch mehr Bilder hat.
    Thanx, Holg

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