BIRTH CONTROL – Here And Now (VÖ 18.03.2016)

Birth Control - Cover

Am 18.03.2016 ist es nun endlich soweit. Birth Control werden an diesem Tag das Vermächtnis des leider viel zu früh verstorbenen Birth Control-Mastermind Bernd „Nossi“ Noske veröffentlichen.

Noske – seines Zeichens wegweisender wie prägnanter Sänger und Schlagzeuger der legendären Kraut Rock-Band – verstarb am 18.02.2014 nach kurzer Krankheit. Das mir vorliegende Album mit dem Titel „Here And Now“ (Look At Me/H’Art) und einer Spielzeit von rund 68:00 min hat er gerade noch fertig stellen können.

Für mich ist es schon etwas besonderes dieses Album zu reviewen, da mir die Musik von Birth Control immer nahe war und mich in meinem Leben immer wieder phasenweise begleitete. Leider habe ich die Band nur ein einziges Mal live erleben können. Das war am 07.01.1995 in der Stadthalle Hilden. Meine damaligen Kumpels von Fortress spielten seinerzeit im Vorprogramm. Nun aber genug der Sentimentalitäten und dem Sinnieren über alte Zeiten. Beschäftigen wir uns mit dem „Hier und Jetzt“.

Here And Now

Mit „Lost In The Sea“, dem längsten Song des Albums, beginnen Birth Control kraftvoll ihren Reigen. Die klassischen Birth Control-Trademarks werden hier vereint und Bernd Noskes Gesang sorgt für Gänsehaut-Feeling.

„12 Steps“ startet mit einem starken Gitarren-Riff, welches ein wenig an Rainbows „Sixtenth Century Greensleeves“ erinnert. Das hören Musiker natürlich nicht gerne, ist aber so. Im weiteren Verlauf geht der Song dann in ruhigere Gefielde über, wobei besagtes Riff immer wieder mal auftaucht. Lead- und Backgroundgesang harmonieren perfekt ebenso wie die kleinen Duelle zwischen Gitarre und Orgel.

Piano-rockig und mehrstimmig geht es mit „Me And My Car“ weiter, welches mit einem Saxophon-Solo endet und das gefühlvolle „Run Away With Me“ einläutet. Ebenso gefühlvoll ist das dort gesetzte Gitarrensolo.

In der Mitte des Albums wurde das  sehr emotionale, bluesige und leicht Country angehauchte Instrumental „The Witch“ plaziert – eine sehr schöne Nummer!

Danach wird es mit „Wasting My Time“ wieder härter. Ein typischer Birth Control-Stampfer mit fetten Orgel- und Gitarrenparts sowie sehr schönen Gesangslinien von Noske und den Backgroundsängerinen. Ein Song, der auch auf dem 1982 erschienen Album „Bang“ hätte stehen können.

Es folgt das funkige und spaceige „Right Place, Wrong Time“. Wieder ein Track mit sehr melodiösem Backgroundgesang und gleichzeitig die Überleitung zum stark groovenden „I Would Not Want To Be With You“.

„Rat In The Flat“ ist vielleicht der experimentelleste Song des Albums, welcher von einem sehr schönen Refrain getragen wird. Ferner beweist die Band Mut zur Lücke indem  sie Rap-Parts in den Track eingebaut hat.

Grandioses Finale und Wachablösung

Auf dem vorletzten Lied des Albums „Truth Is Mine“, eine ruhige und groovende Nummer, wurde die Verantwortung des Leadsängers an Peter Föller abgegeben. Altgediente Fans wissen, dass er das kann. Erinnern wir uns beispielsweise nur an das 1974 erschienene Album „Rebirth“. Nicht umsonst wird er die Lücke schließen, die Noske hinterlassen wird.

Zum Abschluss wird es mit dem Track „Live In The Here And Now“ noch einmal so richtig emotional. Der Song startet sehr balladesk mit Piano, Akkustik-Gitarren, einem seichten Orgelteppich und einer schönen Gesangsleistung von Bernd Noske und endet in einem epischen Gänsehaut-Rock-Finale.

Fazit:

„Here And Now“ ist kein Album welches beim ersten Anhören sofort zündet. Man muss sich schon die Zeit nehmen es drei oder vier Mal zu hören, um das Ganze zu erfassen. Ist dies geschehen, möchte man die Platte am liebsten gar nicht mehr aus dem Player nehmen. So ergeht es mir zumindest. Hinzu kommt natürlich auch die besondere Emotionalität die mit dem Album verbunden ist.

Birth Control haben es verstanden, eine Art Crossover-Album zu erschaffen. Das Typische, was Birth Contol ausmacht, wurde mit Elementen aus Klassik, Funk, Blues, Rap, Jazz und Soul kombiniert. Ihren Stil der 70er und 80er Jahre haben sie geschickt ins neue Jahrtausend plaziert. Ich kann dieses Werk von wirklich guter Rock-Musik jedem nur wärmstens ans Herz legen. Es macht Spass die Platte zu hören, da sie durch ihre Vielfältigkeit nicht langweilig wird.

Bernd Noske und Birth Control haben uns mit „Here And Now“ ein würdiges Vermächtnis hinterlassen und so traurig es auch ist, dass wir Bernd Noske nie wieder erleben werden, so freue ich mich aber auch das Peter Föller den Gesangsposten und Manni von Bohr den Posten hinter dem Schlagzeug übernommen haben.

Line-Up:
Bernd Noske (Vocals, Drums)
Hannes Vesper (Bass, Background Vocals)
Sascha Kühn (Keyboards, Percussion)
Martin Ettrich (Guitars, Background Vocals)

Birth Control - Pressefoto

Gäste:
Peter Föller (Lead Vocals – Truth Is Mine)
Shondell Mims (Background Vocals)
Yvonne Allsopp (Background Vocals)
Albie Donnely (Saxophone – Me And My Car)
Andy Zingsem (Rap Performence – Rat In My Flat)
Tracklist:
01) Lost In The Sea (8:16)
02) 12 Steps (6:33)
03) Me An My Car (4:27)
04) Run Away With Me (5:44)
05) The Witch (5:22)
06) Wasting My Time (5:57)
07) Right Place, Wrong Time (6:10)
08) I Would Not Want To Be You (6.29)
09) Rat In My Flat (6:48)
10) Truth Is Mine (06:04)
11) Live In The Here And Now (6:51)

Weitere Infos zu Birth Control erhaltet ihr auf deren Homepage.

 

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Bildquellen

  • Birth Control – Pressefoto: H’ART Musik-Vertrieb GmbH / Eric Harings
  • Birth Control – Cover: H’ART Musik-Vertrieb GmbH - Jim Warren
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3 Antworten

  1. Avatar sosho sagt:

    jo,kommt schon hin mit dem greensleeves .Wo ihr datt sacht… konnte mich bis vor kurzem an rein gar nichts von denen erinnern. aber es gab mal den Moment ,wo mich meine Mama nach nem Geburtstagsgeschenk gefragt hat.Auf dem Wunschzettel standen „Madness“ und“Rainbow“ , der Mama hat das cover von „Difficult To Cure“ besser gefallen. Die combo hat mich dann noch mindestens bis zum Deep Purple job auf dem Zeppelin Feld Nürnberg begleitet ,seitdem hab ich nix mehr von denen angemacht. nicht mehr inhaliert etc….

  2. Kleine Berichtigung zu den Bildquellen.
    Cover: Jim Warren – http://www.jimwarren.com

    • Hallo Eckhard,

      da verstehst du etwas miss. Wir müssen die Quelle angeben, woher wir das Bild haben. Das sind zumeist Labels oder Promotionfirmen. Dass das Cover letztendlich aus der Feder eines Künstlers stammt, ist natürlich korrekt und somit danken wir dir, für den Hinweis zu Jim Warren.

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