COMMUNIC – Hiding From The World – Review deutsch

Power Metal

mit kraftvollen Emotionen und atmosphärischem Tiefgang wird uns am 20.11.2020 von COMMUNIC (Facebook ) erwarten. Die Truppe wurde bereits wegen ihrer vergangenen Werke hochgelobt und man muss dazu anmerken, dass sie seit der Gründung 2003 immer noch mit der gleichen Besetzung ihre Musik zelebrieren. Und nun schicken sie ihren neusten Longplayer „Hiding From The World“ ins Rennen. Interessant ist dabei die Entstehung des Albums.

Fjord in Norwegen

Nachdem das Songwriting grob beendet war, begab sich die Band abseits der „normalen“ hektischen chaotischen Welt in eine Oase der Ruhe und Abgeschiedenheit, quasi „hiding from the world“ (passend zum Albumtitel). An einem nordischen Fjord war man nur auf sich selbst fokussiert und konnte so die Songs in ihrer Bedeutung vollständig erfassen und dementsprechend arrangieren, bevor die Aufnahmen im Studio starteten.

Das erste Leckerchen

vorab wurde mit „My Temple Of Pride“ aufgetischt und dieses hat mir richtig gut gemundet. Sofort ist mir die geile Stimme von Sänger Oddleif Stensland (nebenbei auch ein genialer Gitarrist) aufgefallen, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Diesen Gesang mit seiner hervorragenden Technik kann man sich stundenlang anhören. Wie passend, dass das Album eine auffällig lange Spielzeit von tatsächlich 1 Stunde vorweisen kann.

Technisch ausgereift

und anspruchsvoll überzeugen die Songs mit einem intelligenten Songaufbau und klarer Linie. Stilistische oder klangliche Überraschungen bleiben aus. COMMUNIC setzt aber trotzdem auf Abwechslung im songtechnischen Aufbau, was bei der Länge der Songs auch notwendig ist. COMMUNIC schaffen es die überdurchschnittlich langen Spielzeiten kurzweilig zu gestalten und den Hörer zu fesseln. (Einzig die schöne Powerballade „Born Without A Heart“ hätte meiner Meinung nach mit drei Minuten weniger Spielzeit mehr auf den Punkt gebracht werden können.) Dabei wechseln sie zwischen ruhiger melodiöser Zurückhaltung und brettharten Eruptionen in Form von thrashigen Einlagen. Man schreckt sogar vor Blastbeats nicht zurück.

Der Titeltrack „Hiding From The World“ ist ebenfalls eine Monstersong. Er beginnt zunächst mit cleaner Gitarre und verhaltenen Drums. Ein zartes Gitarrensoli gesellt sich dazu. Die Klimax führt zu massiven Riffs und kraftvollen Chorgesängen mit tollen Hooks. Der Song gleitet zwischendurch in härteres düsteres Fahrwasser, durchfährt einige Stromschnellen mit entspanntem Treiben in seichten Gewässern.

Kommentar von Oddleif zu „Hiding From The World“:

„Hiding from The World“ war der erste Track, den wir für das neue Album arrangiert und fertiggestellt haben, und der Song legte den Grundstein für einen Großteil der Atmosphäre und die Stimmung auf dem Album. Es ist ein langer Song, launisch und doch schwer mit dem dynamischen Aufbau, den Tempoänderungen und den Zusammenbrüchen, die wir gerne machen. Eine Geschichte über einen Mann am Rande der Selbstzerstörung, der um Hilfe bittet, aber für seine Umgebung unsichtbar zu sein scheint, wird irgendjemand bemerken, wenn er für immer verschwindet … Hoffe es gefällt euch, es beginnt langsam, aber geht schwer und tief weiter und nimmt dich mit auf eine Reise

Pressetext AFM Records

Härte trifft auf Emotionen

„Plunder Of Thoughts“ leitet das Album knackig und vehement ein. Für mich direkt ein verdammt mächtiger Aufritt, der schön fett progressiv daherkommt und die ganze Palette des COMMUNIC-Sounds offenbart. Ein perfekter Einstieg in die Reise, auf die uns COMMUNIC mitnehmen. Der kraftvolle Song unterteilt sich in treibende nach vorne preschende Parts, teils sperrigen und wuchtigen Rhythmen bis hin zu glänzenden melodischen Einlagen. Die Songs „Face In The Crowd“ und „Scavengers Await“ schlagen mit ähnlicher Power zu.

Nun vom ersten zum letzten Track „Forgotten“, der eine epische Meisterleistung darstellt, die ihresgleichen sucht. Der Song hat eine wahnsinnige emotionale Tiefe, die mich völlig eingefangen hat. Ein Mantel von dunkelschöner depressiver Melancholie legt sich über den Song und bricht dann mit einer Welle emotionaler Wucht hervor, von der man völlig überwältigt wird. Die ergreifenden Gitarrensoli tun ihr übriges dazu, dass sich dieser Track in meinem Herzen eingenistet hat und mit Sicherheit nicht vergessen werden wird.

Als Hörer sollte man nicht erwarten, dass das Album leicht zugänglich ist. Das betrifft sowohl die Texte als auch die Songs an sich. Um die Songs zu begreifen, sollte man sich Zeit nehmen und die Texte in Verbindung mit den Kompositionen auf sich wirken lassen. Es gibt auf der Reise so viele Dinge zu entdecken und es gibt so viele Emotionen, die es zu einzufangen gilt.

Kommentar von Sänger Oddleif Stensland

Was die Texte und das Gesamtthema betrifft, an das ich beim Schreiben dieser Songs gedacht habe, geht es um das, was wir als Vermächtnis hinterlassen, wenn wir sterben. Ich schrieb diese Songs mit dem Gefühl, dass mein Leben morgen enden könnte, dies könnte das Letzte sein, was ich als mein Vermächtnis zurücklasse. Morgen könnte ich auf dem Weg, meine Kinder in der Schule abzuholen, von einem betrunkenen, am Handy herumspielenden Trucker überfahren werden. Das Leben ist unvorhersehbar und wir wissen nicht, was an der nächste Ecke passieren wird.

Nun, das klingt wirklich depressiv, aber genau aus diesem Gefühl entstanden diese Songs und ich denke, das wurde in den Songs und den Geschichten auf diesem Album sehr gut eingefangen. Travis Smith trifft dazu mit seinem Artwork den Nagel auf den Kopf. Die Hoffnungslosigkeit, von der die Erde übermannt wird, alles fühlt sich unerreichbar oder zu groß an, um es zu verstehen, aber es gibt immer noch eine Spur von Hoffnung. Vielleicht sind es die epischsten Songs, die wir je geschrieben haben!

Pressetext AFM Records

Fazit

COMMUNIC überzeugen mit allerfeinstem Power Metal, der mit harter Linie, aber auch viel Gefühl auftrumpft. Die Arrangements strotzen vor emotionaler Atmosphäre und lyrischer Aussagekraft. Ein bemerkenswertes Album, das von einem fantastischen Trio erschaffen worden ist.

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Bildquellen

  • norway- Jonathan Hall auf Pixabay: Thanx to Jonathan Hall auf Pixabay
  • CI_HFTW_P01_by Morten Fasseland: AFM Records
  • Cover „Hiding From The World“: AFM Records
  • MH-Bewertung 9 v. 10: Feuer-Ronald Plett /Daumen hoch-Clker-Free-Vector-Images--Both at pixabay
  • COMMUNIC Cover + Infos: Cover+Foto+Logo+Info über AFM Records // Background Thanx to EB Pilgrim at Pixabay
  • CI_WEG_Logo_B-skaliert: AFM Records

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