Devil You Know – They Bleed Red – Album Review (VÖ 6.11.2015)

Devil You Know - They Bleed Red - Artwork

Es ist kurz nach 8 und ich denke, meine Nachbarn haben das Recht mit der neuen Devil You Know geweckt zu werden. Die 2. Scheibe der Kalifornier Howard JonesFrancesco Artusato, John Sankey und Ryan Wombacher kommt am 6. November in die Läden und erfreut uns mit 11 Songs und einer Spielzeit von durchschnittlichen 47:26 Min. Nachdem ich von der ersten Platte echt enttäuscht war, bin ich um so mehr gespannt, was mich jetzt erwartet. Produziert wurde die Scheibe von Josh Wilbur, der auch schon Bands wie Avenged Sevenfold oder Lamb of God unter seinen Fittichen hatte.

Ein guter Start in den Tag

Und direkt beim ersten Track kommt Freude auf, denn Consume The Damned drückt ordentlich nach vorne und wartet mit guten Breakdowns auf. Was mir direkt auffällt, ist dass Howard Jones‘ Gesang wesentlich wütender und durchgedrehter klingt. Dies ist Absicht, da man mit dem Silberling einen Trip durch die zerbrochene Psyche der Band nachvollziehen soll.
The Way We Die führt diesen Kampf direkt weiter und ist mit einem fast hymnenartigen Charakter auch mein Lieblingssong des neuen Albums. Hier hören wir auch wieder die cleane 80er Jahre Stimme von Jones, nicht ohne direkt wieder in dreckige Screams zu verfallen. Im Soloteil gewinnt der Song noch an Geschwindigkeit und fällt, während gut akzentuierter Drums, in einen cleanen Break – der ganze Song ist sehr stadiontauglich und animiert zum Mitsingen. Beim Refrain von Your Last Breath musste ich mal ganz kurz an Living On A Prayer von Bon Jovi denken, aber das werdet ihr vielleicht selber hören, wenn der Refrain einsetzt. Ansonsten überzeugt dieser Song mit einer guten Leadgitarre und eingängigen Melodie. So richtig wütend werden die Jungs dann im 4. Song Stay Of Execution, denn hier begrüßen eine ordentliche Blast-Attacke und deathlastige Gitarren mein morgendliches Trommelfell, bevor der Song in das Metalcore typische Stakkato übergeht – hat mir gut gefallen.

Einbruch noch vor der Hälfte

Tja und dann passiert es, wie beim Vorgänger The Beauty Of Destruction: die Platte schmiert ab und wird schwächer. Leider nicht nur in einem Song, sondern in fast allen Folgenden. Bei einem Songs musste ich beim Hören sogar Gähnen (How The End Shall Be) und das hat nichts mit der Uhrzeit zu tun, denn der Song geht geschwindigkeitstechnisch gut nach vorne, aber schnell spielen ist halt nicht Alles. Einzig der balladeske Track Let The Pain Take Hold konnte mich noch überzeugen. Der Song ist stark radiotauglich, zeigt aber eine große stimmliche Vielfalt von Howard Jones und gefällt mir deswegen.

Selbst der an Slipknot erinnernde Master Of None zündet nicht mehr bei mir. Die Songs verlieren an Druck, werden gefühlt nur noch runter gespielt. Das was in den ersten Songs an Druck, Aggressivität und kompositorischem Feinschliff mich zum Feiern des neuen Albums motivierte, fehlt jetzt komplett und macht mich echt sauer. Sauer, weil ich die Band prinzipiell gut finde und auch das neue Album gut finden WILL, aber ich kann es nur partiell.

Fazit

So muss ich es echt schreiben: wer Fan der Band ist, wird Spaß am neuen Album haben. Wer aber die rosa Brille abnimmt, wird wahrscheinlich ähnliche Aussagen treffen – SCHADE! Mich trösten die ersten Songs der Scheibe etwas über den Schmerz hinweg und mit dem Video zu The Way We Die erhält man auf jeden Fall einen guten Einblick in die starke Seite des neuen Albums.

Noch ein ABER…die Jungs kommen mit Five Finger Death Punch und Papa Roach auf Tour und ich werde sie mir zu Gemüte führen und hoffe, dass die Band und Songs mich live überzeugen und ich heute morgen einfach zu wenig Frühstück hatte.

Tourdates

31.10. SE       Sticky Fingers           Gothenburg
02.11. FI        Ice Hall Black Box     Helsinki
04.11. SE       Hovet  Stockholm
05.11. NO      Sentrum        Oslo
06.11. DK      TAP1  Copenhagen
07.11. DE       Rock Cafe St. Pauli    Hamburg
08.11. DE       Swiss Life Hall           Hannover
09.11. DE       Arena Leipzig
11.11. DE       Porsche Arena          Stuttgart
12.11. CH       Eulachhalle   Winterthur
13.11. DE       Jahhunderthalle       Frankfurt
15.11. FR       La Laiterie     Strasbourg
16.11. LU       DEN ATELIER           Luxembourg
17.11. NL       Heineken Music Hall Amsterdam
19.11. DE       Zwnith           Munich
20.11. CZ       Incheba Arena Praha Prague
21.11. AT       Gasometer     Vienna
22.11. IT        Alcatraz          Milano
24.11. FR       L’Olympia      Paris
25.11. DE       MEH   Dusseldorf
26.11. BE       Forest National Club Brussels
28.11. UK      Wembley Arena       London

Tracklist

Consume The Damned       3:38
The Way We Die                  3:32
Your Last Breath                  4:31
Stay Of Execution                3:40
Break The Ties                     4:40
Shattered Silence                 4:15
Let The Pain Take Hold       4:34
Master Of None                    4:54
Searching For The Sun        3:56
How The End Shall Be         4:33
Broken By The Cold             5:20

Lineup

Howard Jones | Gesang
Francesco Artusato | Gitarre
John Sankey | Schlagzeug
Ryan Wombacher | Bass

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Bildquellen

  • Devil You Know – They Bleed Red – Artwork: Label: Nuclear Blast

Toby the Ogre

Früher aktiver Death-Schreihals und Sänger, heute passiver Schreihals. Lieblingsgeräusche: Konzert-Tinnitus und Motorräder. Lieblingsbands: Gojira, Meshuggah, Nile, Rivers of Nihil, Parkway Drive. Wenn der Tinnitus nachlässt höre ich auch gerne in andere Genre rein.

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