Larkin Poe – giftig, aber kein Gift für die Seele: Venom & Faith

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Empfehlungen sind eine gute Sache. Denn nur deswegen habe ich mir das am 16. November 2018 via Tricky Woo Records / H’Art erschienene neue Album „Venom & Faith“ von Larkin Poe zu Gemüte geführt. Moderner Blues Rock soll auf dem Album sein. Na ja, habe ich mir gedacht, warum mal nicht back to the roots und dem Ursprung aller böser Musik, dem Blues. Ich war also gespannt, wie die Lovell-Schwestern das interpretieren würden. Immerhin haben sie schon bei Rock am Ring gespielt und waren Special Guest von Queen & Adam Lambert. Auch mit Stars wie Elvis Costello und Steven Tyler haben sie schon zusammengearbeitet. Jede Menge Vorschusslorbeeren also. Jetzt aber zum ersten Video „Sometimes“:

 

Larkin Poe – dark side of the blues

Die Platte mit einem Cover zu eröffnen, zeugt entweder von Einfallslosigkeit oder ist – so wie hier – eine Hommage an die Wurzeln. „Sometimes“ im Original von Bessie Jones wird von Larkin Poe in ein modernes Gewand gepackt. Rhythmisches Händeklatschen, Bläser verbinden Tradition mit Moderne und sorgen für einen dynamischen Auftakt. Überzeugt euch selbst im Video oben. „Bleach Blonde Bottle Blues“ weckt im ersten Moment New Orleans Gefühle bei mir. Getragen vom Gesang und minimalistisch instrumentiert wird die dunkle, böse und giftige Seite vom Blues zelebriert. Und unten gibt es das passende Video dazu. Alles andere als süß ist „Honey Honey“. Der dominierende Bass sorgt für eine düstere Grundstimmung und die Stimmlagen der Schwestern ergänzen sich wunderbar. Ein toller Song  mit überraschenden Elementen. Auf  „Mississippi“ gibt Tyler Bryant ein Gastspiel und gibt diesem sumpfigen Blues-Song die gewisse Extra Note. Sehnsuchtsvolle Töne gibt es bei „California King“ und dazu viele verschiedene musikalische Klänge. Ich meine zusätzlich ein Banjo, Synthesizer, Orgel und Vocal Effekte gehört zu haben. Gelungen, wenn auch nicht mein Favorit.

 

Larkin Poe bleiben vielfältig und düster

„Blue Ridge Mountains“ ist das vielleicht konventionellste Stück der Scheibe und dürfte alle Blues Rock-Puristen milde stimmen. Die werden mit elektronischen Beats bei „Fly Like An Eagle“ gleich wieder verschreckt. Aber mir gefällt es, auch wenn Rebecca und Megan hier weniger nach Sumpf und mehr nach Wüste klingen über der ein Adler seine Runden dreht. Nach einem treibenden Song folgt jetzt ein getragener und zurückgenommener. „Ain’t Gonna Cry“ ist musikalisch modern, atmet für mich aber die ursprüngliche Essenz des Blues und zeigt das Gesangstalent der Beiden in voller Güte. „Hard Time Killing Floor Blues“ ein Cover von Skip James zeigt wo die Lovells herkommen. Wer da nicht mitwippt, ist schon tot. Leider ist „Good And Gone“ schon der letzte Titel. Passenderweise mit viel Gospel Einfluss und irgendwie ein Song für Beerdigungen und somit auch genau richtig als Abschluss für „Venom & Faith“. Ebenso exemplarisch zeigen Larkin Poe hier, dass ein guter Song nicht von vielen Tonspuren leben muss. Manchmal ist weniger einfach mehr.

 

Larkin Poe sind einfach gut

Nach mehrmaligen Hören hat sich ein Eindruck verfestigt. Schade, dass die Platte so schnell vorbei ist. Zehn Songs, die nach etwa 32 Minuten Spielzeit schon vorüber sind… Schade, ich hätte gerne mehr gehört. Blues Puristen und Black Metal Fanatiker sind bei Larkin Poe zwar verkehrt, aber alle anderen sind hier bestens bedient. Rebecca und Megan Lovell transportieren den guten, alten, bösen Blues in die Moderne. Sie integrieren moderne Elemente in den Sound ohne dabei die Wurzeln zu verraten. Wie schon erwähnt beherrschen Larkin Poe bestens die Kunst genau das Nötigste in einen Song zu packen. Manchmal ist weniger wirklich mehr. Dabei ist „Venom & Faith“ kein Album, das man mal eben nebenbei konsumieren sollte. Dafür ist es zu gut und tiefschichtig. Wenn es mal kein Metal sein soll, sind Larkin Poe auf jeden Fall mit meine erste Wahl und es ist verdammt schade, dass sie nur für drei Konzerte nach Deutschland kommen. Kein Wunder, dass die in Köln  und Berlin bereits länger ausverkauft sind. Wer mehr von Larkin Poe erfahren will, wird auf der Homepage oder bei Facebook fündig. Wer keine News, Reviews oder Interviews verpassen will, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter oder folgt uns bei Facebook. Schaut auch mal in unseren YouTube Channel rein. Dort findet ihr Unboxing Videos, Interviews und Dokumentationen. Und jetzt schnell „Venom & Faith“ über den Link unten ordern.

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Bildquellen

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soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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