Night Ranger – 35 Years and a night in Chicago

Night Ranger live

Auf meinem Tisch liegt heute die DVD von Night Ranger – 35 Years and a Night in Chicago. Bin gespannt, was die Herrschaften noch so drauf haben. Aber erstmal ein paar allgemeine Infos zur Band.

Night Ranger sind eine AOR/Hardrock-Formation aus San Francisco, gegründet 1981. Ihre größten Erfolge feierten sie während der achtziger Jahre. In den neunziger Jahren wurde es still um sie und seit 2011 sind sie wieder unterwegs. Kern der Band sind Jack Blades am Bass und Gesang, Brad Gillis an der Gitarre und Kelli Keagy an den Drums. Seit dem Weggang von Joel Hoekstra zu Whitesnake hat Kerri Kelly den Platz des zweiten Gitarristen eingenommen. Zur Vervollständigung des Line-Ups ist noch Eric Levy an den Keyboards zu erwähnen.

Greatest Hits von NIGHT RANGER

Ihre größten Hits befinden sich auf den ersten drei erschienenen Scheiben „Dawn Patrol“, „Midnight Madness“ und „Seven Whishes“, aus denen auch hauptsächlich die Livesetlist besteht. Trotz des mittlerweile fortgeschrittenen Alters der Bandmitglieder rocken Night Ranger immer noch ordentlich ab. Musikalisch wie auch bewegungstechnisch. Der Lead- und Backgroundgesang hat sich über die Jahre kaum zum Negativen verändert, wie es bei anderen Bands nach dieser Zeit schon mal vorkommen kann.

Es macht Spaß, den Protagonisten bei ihrer Arbeit auf der Bühne zuzusehen, denn die Band hat sichtlich Freude am Auftritt. Lediglich die Ansagen sind nicht immer das Gelbe vom Ei. Faszinierend für mich ist auch immer wieder ein singender Drummer. Kelli Keagy macht seinen Job, neben dem Hauptjob, auch sehr gut. Der Überhit „Sister Christian“ wird auch von ihm gesungen. In den schlagzeuglosen Passagen direkt vorne auf der Bühne, ansonsten hinter den Drums, welche auch nicht wie sonst üblich hinter der Band stehen, sondern an der Seite, etwas quer zum Publikum ausgerichtet. So kann man Kelli auch besser bei der Arbeit beobachten und er ist viel mehr in die Band und die Show integriert.

Teufel, Tod und Ozzy

Brad Gillis soliert, als ob der Teufel hinter ihm her wäre. Da habe ich aber auch nichts anderes erwartet, denn es ist allseits bekannt, dass er ein Virtuose an der Gitarre ist. Nicht umsonst hat er nach Randy Rhoads tragischem Tod kurzzeitig bei Ozzy ausgeholfen, der bekanntlich ja nur mit den Besten der besten Gitarristen zusammenspielt. Das Konzert hat eine tolle Athmosphäre und das Publikum geht gut mit.

Was mich immer wieder wundert ist, wie viel Platz auf den Konzerten in den USA zwischen den Zuschauern ist. Die haben fast immer Platz genug, um zu tanzen oder sich anderweitig zur Musik zu bewegen. In Deutschland sieht man das ganz selten. Da fühlt man sich in den ersten Reihen immer wie eine Sardine in der Dose.

Neben der eben bereits erwähnten Hammerballade „Sister Christian“, wird natürlich auch der wie die Band betitelte Song „Night Ranger“ und „Don’t tell me you love me“ gespielt. Mit „High Road“ gibt’s auch einen Song aus dem gleichnamigen letzten Album aus 2014. „Night and Day“ ist ein bis dato noch unveröffentlichter Song, der sich gut ins Gesamtbild einfügt. Da kann man gespannt auf die nächste Scheibe sein, auf welcher der Song dann wohl auch in der Studioversion zu hören sein wird. Zum Schluss gibt es wie immer „(You Can Still) Rock In America“. Seit Jahren der letzte Song bei jedem Auftritt. Band froh, Publikum froh. Und ich hatte auch vor dem TV ’ne Menge Spaß.

Optik und Sound

Zur Rezension lag mir die DVD-Ausgabe der Livescheibe vor. Der Sound ist nur in 2.1 und nicht in 5.1 enthalten. Für mich aber keine Schwäche. Der Sound kommt gut und sauber produziert aus den Boxen und lässt bei mir keine Wünsche offen. Kann man gerne lauter aufdrehen. Das Bild geht für eine DVD auch voll in Ordnung. Ich hätte gerne zum Vergleich mal die Blu-Ray Version gesehen. Die DVD ist höchstwahrscheinlich nicht mit 16 Kameras aufgenommen worden und hat bestimmt auch kein Millionenbudget gehabt. Man muss sich mit wenigen Einstellungen zufrieden geben. Was am Anfang noch ein wenig wie Homevideo rüberkommt, entpuppt sich für mich bei längerem Schauen aber als Aufnahme, die mich sehr gut in das Geschehen versetzt und mich als Teil des Abend fühlen lässt. Muss also nicht immer alles komplett auf Hochglanz poliert sein.

Alles in Allem eine geile DVD für Leute, die auf sehr gut gespielten, melodischen Hardrock im Stil der achtziger Jahre stehen. Wer schon andere Livesachen von Night Ranger besitzt, muss sich überlegen, ob er „35 Years and a Night in Chicago“ braucht, denn die Setlisten aller Outputs gleichen sich doch sehr. In meinem Player wird der Silberling wohl noch ein paar Runden drehen. Veröffentlicht wurde die DVD bereits am 02.12.2016 via Frontiers Records (Soulfood).

Trackliste der DVD

1. Intro
2. Touch Of Madness
3. Sing Me Away
4. Four In The Morning
5. Growin‘ Up In California
6. Rumors In The Air
7. The Secret Of My Success
8. Sentimental Street
9. High Road
10. Eddie s Comin Out Tonight
11. Goodbye
12. Night & Day
13. Night Ranger
14. When You Close Your Eyes
15. Don’t Tell Me You Love Me
16. Penny
17. Sister Christian
18. Rock In America

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Bildquellen

  • Night Ranger live: amazon.de
Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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