Parkway Drive – IRE Album Review

Endlich! Nachdem die Australier den Silberling bereits in einem Live-Twitch-Stream vorstellten, ist das neue Parkway Drive Album seit heute offiziell erhältlich. Toby the Ogre hat sich IRE schon mehrfach angehört und muss jetzt seinen Senf dazu abgeben:

Jetzt sitze ich also hier und höre es immer und immer wieder und schüttele dabei meinen Kopf. Und damit meine ich jetzt kein Headbangen, sondern eher ungläubig, fast ehrfürchtig wackelt mein frisch rasiertes Haupt von links nach rechts. Ja, ich habe mich extra fein gemacht für das Album. Man kann einem so mit Sehnsucht erwarteten Werk ja nicht mit ungewaschenen Füßen und Frunseln auf dem Kopf entgegentreten.

Ungläubig, denn was die Herren McCall, Ling, Kilpatrick, O’Connor und Gordon da abliefern ist in der heutigen Zeit groß, richtig groß. Der Druck nach dem Knaller-Album Atlas war immens, da selbstverständlich jeder fragte: „wo wollen die Jungs nach dem Brecher noch hin“.

Und genau deswegen auch ehrfürchtig, denn Parkway Drive hat sich einen großen Haufen brauner Masse um den Druck geschert und haben ihr Ding gemacht. Und das klingt so ganz anders als Atlas, aber so viel nach Parkway Drive und doch auch wieder nicht.

Aber Eins nach dem Anderen:

Destroyer

Dieser Song zeigt direkt zu Beginn, dass eine neue Richtung angeschlagen wird. 80er Gitarrenriffs mit fetter Tom-Einleitung und Chor-Shoutings lässt zuerst verwundert aufhorchen, bis der Song dann mit Winston’s Gesang direkt zeigt, dass noch ordentlich Parkway Drive in der Band steckt. Die Gitarren sind bei fortschreitendem Song noch weitaus melodischer als auf dem Vorgänger. Aber auch Midtempo-DoubleBass darf nicht fehlen. Ein gelungener Einstand in den neuen Silberling.

Dying To Believe

Und hier ist es! Das erste Shutup-in-your-face-Piece. Klassischer MetalCore mit fetten Gitarren, Midtempo-DoubleBass Groove und erstklassigen Growls und feinen Breakdowns.

Vice Grip

Kein Song hatte im Vorfeld mehr für Furore gesorgt als dieses Stück. Sehr klassisches 80er Riff mit Chorus-Parts. Für mich der Festival-Live-Mitgröhl-Song schlechthin. Mit diesem Track haben Parkway Drive sehr früh im Release-Stadium klar gemacht, dass sie ihre Experimentierfreudigkeit kein Stück abgelegt haben und auch keine Gefangenen beim Ausprobieren machen!

Crushed

Für mich einer der absoluten Überraschungs-Tracks auf dem Album. Man erkennt neben Text und inzwischen auf vorgestelltem Video auch musikalisch die Nähe zu den frühen Rage Against The Machine. Dass die Jungs Fans von RATM sind, weiß inzwischen ja jeder, aber dass sie so einen Track auf das Album packen ist großartig, zumal man bei der Power, die der Song rüber bringt, direkt in einen Moshpit springen und alles kaputt machen will, was einem in den Weg kommt. Für die Eisenschwinger unter euch: übrigens auch ein sehr geiler Track für das Workout (Deadlifttauglich hoch 10)!

Fractures

Bei Fractures merkt man den Australiern an, wie viel Spaß sie mit dem Publikum in der Interaktion haben. Der Song bietet viel Potential als Publikum-Mitsing-Chor und wer die Jungs in den vergangen Jahren öfter live gesehen hat, weiß wie Winston grinsen kann, wenn das Publikum mit ihm abgeht. Solider Song mit sehr zugänglicher Melodie und tollem Solo am Ende des Tracks.

Writings On The Wall

Wow, einfach nur Wow! Wir sind ja von Atlas und der Deep Blue schon einiges an MetalCore untypischen Instrumenten gewohnt, aber das setzt dem Ganzen die Krone auf. Wir hören Streicher, Klavier und einen flüstern-growlend-fast rappenden Winston, wie ich Parkway Drive noch nicht erlebt habe. Ein viel Kraft tragender Song mit minimalem Soundteppich, bei dem textuell wiederum die Nähe zu RATM zu finden ist. Musikalisch natürlich weit weg von MetalCore aber dennoch ein großes Piece für Parkway Drive.

Bottom Feeder

Klares Statement für vornübergebeugtes Leben! Fette Rhythmusgitarre und gut akzentuierte Leadgitarre. Wenn man Vergleiche ziehen möchte, klingt hier Slipknot durch. Letzte Text-Line: Bottom Feeder Faaaaack – jau sagt alles!

The Sound Of Violence

Einfacher guter MetalCore in your face. Gute Gitarren von Luke und Jeff, solide Drums von Ben und schön gerotze Shout-Attacken von Winston.

Vicious

Dieser Track könnte dank des Texts auch bei Game of Thrones laufen! Gutes MetalCore Piece mit sauberem Druck und guter Komposition der Leadgitarre.

Dedicated

Und hier sind die „alten“ Parkway Drive, wie man sie von den alten Alben kennt. UNBREAKABLE! Und Winston holt mal wieder alles aus seiner Stimme raus. Fetter Track und mit Sicherheit für viele DER Parkway Drive Song auf dem Album schlechthin.

A Deathless Song

Wie Blue & The Gray von Atlas ein sehr tief gehender, lyrischer und melodischer Track. Wer bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht überzeugt ist, dass die Jungs ihre Instrumente beherrschen und Komponieren können, wird hier zu guter Letzt einfach eines besseren belehrt. Winston experimentiert mit seinem Gesang noch mal ordentlich, wobei mich die gesprochenen Parts leider nicht so überzeugen. Jedoch ein absolutes Masterpiece mit genialem Soloteil als Abschluss einer geilen Scheibe.

Fazit

Für mich ein absolutes Highlight und ich bin sicher, dass die Scheibe das eine oder andere Album des Monats der etablierten Medien wird.
Ein extrem abwechslungsreiches Album mit vielen Facetten und meiner Meinung nach genau das richtige Album als Nachfolger zu Atlas.
Die Fans die jetzt meckern, das ist nicht Parkway Drive, dem muss ich leider sagen, dass er die Band nicht verstanden hat. Als Hausaufgabe kann ich solchen Leuten mit auf den Weg geben: schaut euch die DVD Home is for the Heartless an. Hier seht ihr eine Band die offen zu allen Seiten des Lebens ist (Surfen, Motorrad fahren, Campen, Menschen und andere Länder sehen, in Slums gehen, etc.).

Genau dieser Einflüsse verschließt sich Parkway Drive nicht und verschafft mir zum Herbstwetter einen genialen Start in den Tag. Dieses Album wird mich noch einige Stunden/Wochen/Monate begleiten und ich freue mich auf die Europa-Tour und besonders auf das Konzert im Januar, bei dem ich für Metal-Heads.de dabei sein werde.

Tourdates

22.01. DE       Posthalle                    Würzburg
23.01. DE       Zenith                        Munich
24.01. DE       Columbiahalle          Berlin
26.01. NO      Rockefeller                Sankt Hanshaugen
27.01. SE       Arenan                       Stockholm
28.01. DK      Vega                          Copenhagen
29.01. DE       Sporthalle                  Hamburg
30.01. DE       Palladium                  Köln
31.01. DE       Haus Auensee           Leipzig
01.02. AT       Gasometer                 Vienna
02.02. HU      Barba Negra              Budapest
03.02. CR       Tvornica                    Zagreb
04.02. IT        Fabrique                    Milan
05.02. CH       Volkshaus                  Zurich
06.02. CH       Les Docks                   Lausanne
07.02. FR       LE TRANSBORDEUR             Villeurbanne
08.02. ES       Razzmatazz 1                        Barcelona
09.02. ES       Palacio Vistalegre (Sala)     Madrid
11.02. FR       Le Bataclan                Paris
12.02. UK      O2 Brixton Academy                 London
13.02. UK      O2 Apollo                   Manchester
14.02. UK      O2 Academy              Glasgow
15.02. UK      O2 Academy              Birmingham
16.02. BE       AB                               Brussels
17.02. NL       0 1 3                          Tilburg

 

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Bildquellen

  • parkway drive ire: amazon.de
Toby the Ogre

Toby the Ogre

Früher aktiver Death-Schreihals und Sänger, heute passiver Schreihals. Lieblingsgeräusche: Konzert-Tinnitus und Motorräder. Lieblingsbands: Gojira, Meshuggah, Nile, Rivers of Nihil, Parkway Drive. Wenn der Tinnitus nachlässt höre ich auch gerne in andere Genre rein.

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