Tolle Rock-Oper mit Herz und Anspruch: PHANTASMA – The Deviant Hearts (VÖ 20.11.2015)

Phantasma

Superlativen zu finden, ist immer schwierig. Vor allem, wenn das Genre der Rock-Opern bislang immer anderen Bandprojekten wie dem von AVANTASIA vorbehalten war.

Ein Dreiländer-Rock-Musical-Projekt

Was aber nunmehr der Initiator – der in den Fächern Geschichte und Archäologie studierte Österreicher Georg Neuhauser – gemeinsam mit der bezaubernden Niederländerin Charlotte Wessels sowie dem Krefelder Produzenten Oliver Phillips auf die Beine gestellt hat, ist aller Ehren wert: PHANTASMA – ein irres Dreiländer-Projekt. Ein Zusammentreffen dreier total unterschiedlicher Metal-Stile. Mit dem Ergebnis, dass aus den Einflüssen dreier bekannter Bands – SERENITY aus Österreich, DELAIN aus den Niederlanden sowie EVERON aus Deutschland – etwas vollkommen Neuartiges entstand: nämlich eine Symphonic Rock Oper der Extraklasse mit echten Musical-Qualitäten.

PhantasmaWie die Drei zusammen gefunden haben, konntet Ihr bereits im großen Interview mit der gut aufgelegten Charlotte Wessels in der Rubrik „behind the scenes“ hier bei uns auf metal-heads.de  nachlesen.

Heute möchten wir Euch das Konzept-Album und Debüt des Projekts PHANTASMA näher bringen.

Wobei sich das Näher-Bringen im wörtlichen Sinne schwieriger gestaltete als erwartet. Die metal-heads-Redaktion wollte nämlich nicht nur stur die 12 Songs des bereits am 20.11.2015 erschienenen PHANTASMA-Albums mit dem Titel „The Deviant Hearts“ besprechen sondern Euch auch das Ganze und Große dahinter präsentieren.

Denn hinter den Songs steckt eine richtige Novelle, ausgedacht und verfasst von Charlotte Wessels. Und diese Geschichte wollte die Redaktion höchstselbst auch lesen bzw. sich von Charlotte Wessels in der Hörbuch-Edition vorlesen lassen, um diese hier dann auch vorstellen zu können.

Fluchs wurde daher bei der Plattenfirma Napalm Records die 3-er-CD-Earbook-Variante bestellt. Immerhin ein limitiertes Schätzchen in einer 500´er-Auflage zum fairen Preis von 39,90 €, welches neben der Musik-CD (mit einem 13. Bonus-Song, der „Symphony of Light“ ), die Novelle selbst als auch zwei Hörbücher mit über 100 Minuten Sprechzeit beinhaltet.

Die Heidi aus Österreich

Kaum war die Bestellung online erfolgt, gingen auch schon die Bestell-Bestätigung aus Österreich sowie die Versandnachricht per Mail beim metal-heads-Redakteur ein. Die Abbuchung des Geldbetrags per Kreditkarte funktionierte ebenfalls prompt. Nur der Paketversand – der funktionierte leider nicht. 9 Tage nach der Bestellung kamen gleich drei aufgeregte E-Mails von Heidi aus Österreich. Die super-freundliche Mitarbeiterin aus der Versandabteilung des Österreichischen Labels entschuldigte sich gleich mehrfach, denn der Paketdienst hatte die 3-er-CD Earbook-Variante nicht zustellen können, weil der Adressat unbekannt wäre. Ein schneller Check der eigenen Anschrift ergab: da wohnt der besagte Redakteur! Kein Zahlendreher in der Postleitzahl,  sowohl der eigene Name als auch die Straße bis hin zur Hausnummer stimmten. Sogar das Bestimmungsland „Deutschland“ war brav angegeben worden. Was nun? Nach 3 aufmunternden Bestätigungen der korrekten Adressierung seitens des Redakteurs erfolgte der – dieses Mal sogar extra versicherte – erneute Versand: leider aber erst am 21.12.2015 mit den besten Wünschen von Heidi zum Fest verbunden mit der dicken Entschuldigung, dass es wohl bis Weihnachten nichts mehr und hoffentlich noch vor Silvester was mit der Zustellung werden würde. Aber weit gefehlt: bereits 2 Tage später und somit am Heilig-Vor-Abend konnte bereits die Bescherrung in eigener Sache erfolgen und der fröhlich-frische Ruf „Hurra, hurra, die Post ist da“ ertönte. Ein Dank an Heidi wurde noch per Mail abgesetzt und dann wurde ausgepackt: die Musik-CD in der Hifi-Anlage eingelegt und los ging´s.

Ein akustischer und visueller Vorgeschmack gefällig? Gerne. Hier das Video zum Song „Let It Die„:

Viel faszinierender als die durchgängig angenehm anzuhörende Symphonic Rock Oper war jedoch auf den ersten Blick das gebundene 28,5 x 28,5 cm große und 48 Seiten starke Begleitbuch mit der Novelle, sämtlichen Songtexten sowie den sehr anmutenden Fotos der Protagonisten von PHANTASMA.

Derart geflesht von soviel künsterlischem Anspruch ging es erst einmal an die Artwork des Covers. Beim Namen des italienischen Künstlers Marco Mazzoni, der sich verantwortlich hierfür zeichnete, klingelte es erstmal nicht. Aber das auf dem CD-Titel ein Mädchen ihr Herz in der Hand hält, war ja offensichltlich.

Origami zum Träumen

Und damit hatte man auch den ersten Zugang zur – frei erfundenen – Hintergrundgeschichte: die Story handelt von zwei Geschwistern, einem Mädchen und einem Jungen (siehe auch Video zu „Let It Die„), die unter einer seltenen Herzrkrankheit leiden. Ihre Herzen werden nämlich größer oder kleiner, je nach dem Zustand ihrer Emotionen – ziemlich ungewöhnlich und daher verräterisch („The Deviant Hearts“ halt). Derart zerbrechlich werden die Beiden sodann stets behütet aufgezogen, um deren tickende Zeitbomben in ihrer Brust vor sämtlichen Gefahren und Aufregungen zu schützen.

PhantasmaDas dies nicht immer gelingen kann, ist vorhersehbar. Das dies allerdings mit dem 1.000sten Kranich zu tun hat, der da gefaltet wird und so eine Legende zum Leben erweckt, kommt überraschend. Welchen Dingen die beiden Kinder von nun an ausgesetzt sind, davon haben sie zuvor noch nicht einmal zu träumen gewagt…

Der metal-heads-Redakteur war von der Story sehr gefesselt. Was auch daran liegt, dass er die Autorin Charlotte Wessels schon seit ein paar Jahren mit ihrer Hauptband DELAIN begleitet und daher voller Respekt ist vor dieser Powerfrau, die einfach ständig kreativ ist, kaum Schlaf zu benötigen scheint (siehe auch Interview) und auch noch nach einem Live-Konzert des Nachts im Tourbus zu solch phantastischen Phantasie-Geschichten fähig ist.

Das geschriebene Werk findet sich inhaltlich natürlich auch in den 12 Songs wieder. Angefangen von der Intro „Incomplete“ bis hin zum finalen „Let It Die„.  Die Bedeutung der Songtitel wie „Enter Dreamscape“ oder „The Sound Of Fear“ wird nach dem Anhören, Lesen und Verstehen der Story natürlich auch sonnenklar. Es wechseln sich sanfte Klänge mit orchestralen Elementen ab, es gibt traumhafte Duette aber auch trotzig-wütenden Gesang von Charlotte und Georg zu hören.

PhantasmaDass neben der Qualität der im wahrsten Sinne des Wortes herzergreifenden Story sowie der tollen optischen Aufmachung auch die handwerklichen Fähigkeiten bei sämtlichen Liedern stimmen, dafür holten sich Georg, Charlotte und Oliver übrigens viel professionelle Hilfe ins Boot: angefangen von Tom Englund (Evergrey) über Chloe Lowery (Trans-Siberian Orchestra) bis hin zu Dennis Schunke (Van Canto) sagten eine Reihe bekannter Gastmusiker bei diesem Projekt sofort zu und trugen ihr Übrigens zum Gelingen des Gesamtwerks bei.

Ob das Unternehmen „The Deviant Hearts“ zu noch Größerem taugt, bleibt übrigens offen. Nicht gänzlich abwegig ist nämlich die Überlegung bei PHANTASMA, die Story fortzusetzen und sogar eines Tages auf die Bretter, die die Welt bedeuten – sprich: auf die Theater-Bühne – zu bringen. Wer weiß: vielleicht gibt es im Jahr 2050 neben dem Queen-Musical auch in vielen deutschen Städten „The Deviant Hearts, Teile 1 bis 3“ zu bestaunen….

 

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Bildquellen

  • Phantasma: Napalm Records
  • Phantasma: Napalm Records
  • Phantasma: Napalm Records
  • Phantasma CD Cover: Napalm Records
Ralfi Ralf

Ralfi Ralf

Als ich mir mit 14 zum ersten Mal das Nasenbein beim Moshen mit dem Tennisschläger im heimischen Kinderzimmer brach, war es um mich geschehen! METAL...

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