PRIMALFROST – „Lost Elegies“

(English review down below)

Epic Melodic Death Metal

PRIMALFROST (Facebook) ist eine Ein-Mann-Armee aus Kanada. Dahinter verbirgt sich ein junges Ausnahmetalent, seines Zeichens Multiinstrumentalist Dean Paul Arnold. In erster Linie ist er allerdings Gitarrist. Und was für einer! Dean Paul Arnold ist eine Maschine, ein echtes Talent. Man kann es kaum glauben, aber mit 17!!! Jahren hat er bereits sein zweites Album

„Prosperous Visions“

veröffentlicht. Ich habe mit auch das Album selbstverständlich angehört. Wenn man es nicht wüsste, würde man niemals auf die Idee kommen, dass ein 17-jähriger Künstler dieses Album erschaffen hat. Da kann sich so manch gestandene Band ein paar Scheiben von abschneiden. Was bekommt man von PRIMALFROST zu hören? Also ganz grob gesehen schmettert PRIMALFROST extremen Metal. Am ehesten könnte man es dem Subgenre Melodic Death Metal zuordnen. Dabei sind jedoch Einflüsse von Black-, Viking- und Folkmetal nicht von der Hand zu weisen. Alles in allem eine sehr gelungene Mischung, die verdammt gut zu unterhalten weiß.

„Lost Elegies“

erschien noch am Ende letzten Jahres. Sieben Jahre hat es gedauert, aber ist ja auch verständlich, wenn man als erstklassiger Gitarrist neben dem eigenen Projekt noch andere musikalische Verpflichtungen hat. Dean hatte sich mit diesem Album hohe Ziele gesetzt, um dem Vorgängeralbum gerecht zu werden und sogar noch zu übertreffen. Er selbst kommentiert das so:

Ich bin mir sicher, dass es sehr gut ankommen wird, es ist definitiv eine solide Fortsetzung des Bandsounds, aber auf eine ausgereifte/verfeinerte Art und Weise. Ich hatte viel Zeit, um jeden Aspekt des Sounds zu verfeinern und sicherzustellen, dass die Produktionsqualität und die Performance auf meiner Seite diesen Anforderungen gerecht werden. Wenn man PRIMALFROST schon mal gehört hat, ist der Einfluss von Bands wie Wintersun, Ensiferum, Kalmah usw. ziemlich offensichtlich. Mein Ziel ist es, diese Einflüsse aufzugreifen, aber auch Elemente von Härte, Intensität, Geschwindigkeit und Schwere hinzuzufügen, wie sie im extremeren Genre zu finden sind.

Dean Arnold im Pressetext über Asher Media Relations

Mission erfüllt

Das obige Zitat hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Die neuen Songs gehen definitiv noch eine Stufe weiter oder besser ausgedrückt: PRIMALFROST kopiert sich nicht selbst, sondern geht einen etwas anderen Weg ohne sich zu verraten. Das Tempo ist größtenteils sehr hoch und es geht im Vollgalopp hart und unerbittlich nach vorne. PRIMALFROST entfesselt einen wahren Soundtornado. Auffällig ist natürlich die hervorragende Gitarrenarbeit, die neben hammerharten Riffs mit wunderbaren Leads und fantastischen Solos ein Lächeln auf Euer Gesicht zaubert. Die Vocals werden wie gewohnt mit aggressiven Growls rausgeschleudert. Wer keine cleanen Vocals mag, der wird sich hier sehr wohl fühlen. Auf dem Vorgängeralbum wurde damit noch stellenweise gearbeitet.

Die wilden Angriffe werden ab und zu mal etwas zurückgefahren, die Rhythmik verändert und in ruhigeren Phasen gibt es Gelegenheit zu verschnaufen. Dies sorgt natürlich für angenehme Abwechslung. Die symphonischen Elemente sind eher niedrig dosiert und dienen mehr der atmosphärischen Untermalung. Die Instrumente und Gesang stehen hier klar im Vordergrund.

Ein extrem episches Meisterwerk

Der Sound transportiert den heroischen Sound in Vollendung. Das sind Songs, die man in Schlachten hören würde, um seine Truppen auf den Kampf einzuschwören. Die Songs sind pure Kraft und Energie. Es sind Kompositionen von monumentalem Ausmaß, die für offen Münder sorgen. Auch Dean in erste Linie eine Gitarrenvirtuose ist, so werden die anderen Instrumentierungen nicht weniger hochwertig präsentiert. Die trifft genauso auf das furiose Drumming und auch auf den sehr präsenten Bass zu, so dass ein sehr druckvoller voluminöser und ausgewogener Sound entsteht.

Es fällt sehr sehr schwer, unter den Songs Höhepunkte herauszustellen, denn jeder Song ist für sich ein Höhepunkt. Doch wenn man mich fragen würde, welcher Song mich beim ersten Hören auf Anhieb am meisten umgehauen hat, dann müsste ich den

unfassbar phänomenalen Song „Tenebrous Skies“

nennen. Der Song wird mit dem instrumentalen Zwischenspiel „As Embers Wan“ wundervoll mit akustischer Gitarre wundervoll eingeleitet. Dann beginnt eine Reise, die mich nicht mehr losgelassen hat und ich habe diesen Song wohl auf Anhieb viermal durchgehört. Es war mir klar, dass dies einer der eindrucksvollsten Songs ist, die ich in letzter Zeit in dem Genre genießen durfte. Dieser Song ist eine epische Offenbarung, die mich sprachlos gemacht hat. Die Gitarrenarbeit in diesem Song definiert Epik im Metal völlig neu. Traumhafte hochmelodische Leads in Verbindung mit überirdisch genialen Solos sind die Essenz dieses 11-minütigen Meisterwerks. Die Gesamtkonzeption ist göttlich und bringt mich fast dazu vor Ehrfurcht und mit Freudentränen auf die Knie zu fallen.

Fazit

PRIMALFROST ist die ganz hohe Kunst des Melodic Death Metal. „Lost Elegies“ ist ein durch und durch hammermäßiges Album und befindet sich in Sphären der Besten aus diesem Bereich. Man kann so etwas nicht besser machen, nur anders. Dean Arnold bleibt sich somit treu und liefert einwandfreie Qualität ab. Es gibt nicht einen Song auf dem Album, der Durchschnitt ist. Die Songs ballern alle knallhart und sind eine Lehrstunde und Inspiration für alle, die sich ebenfalls mit dieser Art von Musik beschäftigen. So habe ich die Ehre die ersten 10 Punkte im Jahre 2022 für ein Album aus dem letzten Jahr zu vergeben.

English review

Epic Melodic Death Metal

PRIMALFROST (Facebook) is a one-man army from Canada. The man behind this is a young exceptional talent, multi-instrumentalist Dean Paul Arnold. First and foremost, however, he is a guitarist. A terrific one! Dean Paul Arnold is a machine, a real talent. You can hardly believe it, but with 17!!! years in 2014 he has already released his second album

„Prosperous Visions“.

I also listened to the album too. If you didn’t know, you would never get the idea that a 17-year-old artist created this album. Many of the established bands can take a few slices from it. What do you get to hear from PRIMALFROST? Well, roughly speaking, PRIMALFROST blasts extreme Metal. Most likely it could be assigned to the subgenre Melodic Death Metal. However, influences of Black-, Viking- and Folkmetal can’t be denied. All in all, a very successful mixture that knows how to entertain damn well.

„Lost Elegies“

was released at the end of last year. It took seven years, but that’s understandable when you’re a first-class guitarist and have other musical commitments besides your own project. Dean had set himself high goals with this album to live up to and even surpass the previous album. He himself comments on it like this:

„I’m sure it will be received very well, it’s definitely a solid continuation of the band’s sound, but definitely in a matured/refined way. I’ve had plenty of time to really hone and refine every aspect of the sound, and to make sure it has the production quality/performance on my end to meet those requirements. If you’ve heard Primalfrost before it’s quite obvious there’s the influence of bands like Wintersun, Ensiferum, Kalmah, etc. My goal is to take influence from those sounds but add elements of grit, intensity, speed, & heaviness found in the more extreme genre“

Dean Arnold–>Presstext–> Asher Media Relations

Mission accomplished

The above quote says it. The new songs definitely go one step further. The tempo is mostly very high and it goes full gallop forward. PRIMALFROST unleashes a true sound tornado. Of course, the outstanding guitar work is remarkable, which brings a smile to your face with wonderful leads and fantastic solos, in addition to hammer-hard riffs. The vocals are thrown out with aggressive growls as usual. If you don’t like clean vocals, you will feel very comfortable here. The drive is now and then taken out a little, the rhythm is changed and in quieter phases there is an opportunity to calm down a little bit. This, of course, makes for pleasant variety. The symphonic elements are very dosed and serve the atmospheric background. The instruments are clearly in the foreground here.

An extremely epic masterpiece

The sound shows heroic sound to perfection. These are songs that you would hear in battles, to swear your troops to the fight. The songs are pure power and energy. They are compositions of monumental proportions to entertain you. Even though Dean is first and foremost a guitar virtuoso, the other instrumentations are presented with no less quality. This applies equally to the furious drumming and also to the very present bass, creating a very powerful voluminous and balanced sound.

It’s very difficult to single out highlights among the songs, because every song is a highlight in itself. But if you were to ask me which song blew me away the most the first time I heard it, I’d have to say the one I liked the most is the

incredible phenomenal song „Tenebrous Skies“.

The song is wonderfully introduced with the instrumental interlude „As Embers Wan“ with acoustic guitar. Then begins a journey that has not let me go and I probably listened to this song four times straight through. It was clear to me that this is one of the most impressive songs I have enjoyed in the genre lately. This song is an epic revelation that left me speechless. The guitar work in this song completely redefines epic in Metal. Dreamlike highly melodic leads combined with otherworldly brilliant solos are the essence of this 11-minute masterpiece. The composition is divine and makes me shed tears of joy.

Conclusion

PRIMALFROST is the very high art of Melodic Death Metal. „Lost Elegies“ is a thoroughly awesome album and is in spheres of the best from this kind of Metal. You can’t make something like this better, only different. Dean Arnold thus remains true to himself and delivers impeccable quality. There is not one song on the album that is average. All songs bang hard and are a lesson and inspiration for everyone who is also into this kind of music. So I have the honor of awarding the first 10 points in 2022 for an album from last year.

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Bildquellen

  • PRIMALFROST Cover+Infos: Cover-->Asher Media Relations / Rest-->Pixabay
  • Primalfrost Titelbild: Asher Media Relations

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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