Sodom wie aus dem Jungbrunnen mit Genesis XIX

Sodom 2020 720x340 by Mumpi Kuenster

Im November, ganz genau am 27. November 2020, erschien bei Steamhammer / SPV mit „Genesis XIX“ das neue Album von Sodom und markiert somit den ersten Longplayer des neuen Vierer Line-ups. Das Album wurde von Siggi Bemm aufgenommen und von Patrick Engel gemastert. Das Cover wurde wieder von Joe Petagno illustriert. Mit dabei ist auch wieder Frank Blackfire als einer von zwei Gitarristen und überhaupt sind Sodom wieder 100% Ruhrpott. Aber ist das auch ein Garant für Qualität? Das Video zu „Sodom & Gomorrah“ ist auf jeden Fall schon mal vielversprechend.

Sodom wieder herrlich old-school

Das Intro „Blind Superstition“ rumpelt selige Erinnerungen weckend aus den Boxen und ebnet den Weg zu einem Titel, der schon längst überfällig war: „Sodom & Gomorrah“! Der Song dröhnt so herrlich old-school aus den Boxen und war der Grund, mich überhaupt der Platte zu widmen. Toni Merkel trommelt sich ohne sich und uns eine Atempause zu gönnen durch „Euthanasia“. Klasse Sodom Thrash. Der Titeltrack beginnt langsam und weiß sich in über sieben Minuten immer mehr zu steigern. Hier zeigen Sodom, dass sie 2020 wesentlich mehr können als damals zu „Agent Orange“-Zeiten. Toller Song! Deutsche Songs gab es schon immer im Repertoire. Aber auf „Nicht Mehr Mein Land“ hätte ich gerne verzichten können. Musikalisch ist das ein ordentlicher Midtempo-Stampfer. Der Reim Gott – Schafott im Refrain ist mir allerdings zu platt und die Abschlusszeilen „Wenn Recht mit Unrecht kopuliert, wird Widerstand zur Pflicht“ sind grundsätzlich richtig. Aber in Verbindung mit dem Refrain klingt das wie die Parolen die Querdenker gerne von sich geben. Mit Sicherheit nicht beabsichtigt, aber es wäre verdammt traurig wenn diese Leute sich Sodom vereinnahmen könnten.

Sodom auch mit einer Prise Punk

„Glock ‚N‘ Roll“ ist ein Titel der meinem jugendlichen Selbst ebenso gefallen hätte wie „The Saw Is The Law“. Mit „The Harpooneer“ folgt die nächste sieben Minuten Hymne und die gefällt mir ebenso gut wie „Genesis XIX“. Nicht nur stumpf geradeaus, sondern immer wieder mit gelungenen Breaks. Eine Aneinanderreihung von Schlagwörtern gibt es auf „Dehumanized“ und hier möchte ich gerne das Gitarrenduo Blackfire und Segatz hervorheben. Das klingt richtig gut! Ein schleppender Beginn und dann walzt „Occult Perpetrator“ aus den Boxen und ich fühle mich wieder jung. „Waldo & Pigpen“ sind die Codenamen zweier Hubschrauberpiloten im Vietnamkrieg und der Song veranschaulicht gekonnt, dass Krieg eben auch Todesangst bedeutet und nicht Ruhm und Ehre. Ein guter Schuss Punk wurde „Indoctrination“ beigemischt. Zusammen mit dem gemeinsamen Gegröhle im Refrain wird der Song mit Sicherheit im Live-Set landen. Als Rausschmeißer gibt es dann noch „Friendly Fire“ eine freundliche Umschreibung für eigentlich Unvorstellbares, verpackt in besten Sodom-Thrash.

Genesis XIX ist eine subjektive, positive Überraschung

Sodom haben mich mit „Genesis XIX“ ganz subjektiv positiv überrascht. Beim ersten Hören versetzte mich das Album in meiner Teenager Zeit zurück, als wir lauthals Hits wie „Bombenhagel“ oder „Ausgebombt“ auf unseren Partys grölten. Zwar ist „Genesis XIX“ ein gelungener Rückgriff auf die (für mich) goldene „Agent Orange“-Zeit, aber 2020 haben Sodom dann doch mehr zu bieten. Zum einem ist das musikalisch auf einem viel besseren Niveau. Und gerade Hymnen wie der Titeltrack, „The Harpooneer“ oder „Waldo & Pigpen“ zeigen deutlich, dass Sodom heute auch viel bessere Songs schreiben können. Ganz subjektiv für mich eines der besten (mit Ausnahme von „Nicht mehr mein Land“) Sodom Album, das herrlich old-school ist. Für die Ü40-Thrashfraktion ein Pflichtkauf.

Line-Up und Kontakt

Tom Angelripper – Bass und Gesang
Frank Blackfire – Gitarre
Yorck Segatz – Gitarre
Toni Merkel – Schlagzeug

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Sodom - Genesis XIX

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Bildquellen

  • cover SODOM – Genesis XIX: Oktober Promotion
  • Sodom 2020 720×340 by Mumpi Kuenster: Mumpi Kuenster / Oktober Promotion

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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