THE HAWKINS: Silence Is A Bomb

the hawkins silence is a bomb cover

THE HAWKINS mit neuem Album: „Silence Is A Bomb“

Am 4. September 2020 kommt das neue Album „Silence Is A Bomb“ von THE HAWKINS via The Sign Records auf den Markt. Die ersten Auskoppelungen „The Roomer“,„Hilow“ und „Stones“ haben THE HAWKINS mit sehenswerten Videos präsentiert.

THE HAWKINS stehen für eine direkte und erfrischend moderne Rockmusik. Von der Grundstruktur her orientieren sie sich am Rock ′N Roll der 60er und 70erJahre. Ihre Musik ist temporeich, druckvoll und immer wieder unbeschwert und verspielt mit überraschenden Details und Bezügen zu anderen Musikrichtungen. Im Gegensatz zur meist lockeren Musik und  eingängigen Refrains stehen die Texte, die sich mit emotional und psychisch extremen Zuständen befassen oder auch kritisch auf gesellschaftliche Situationen schauen.

„Silence is a bomb“

Schon der Titel hat meine Neugier geweckt und ich war sehr gespannt, was THE HAWKINS daraus gemacht haben.

the hawkins silence is a bomb cover

Der Opener „Silence Is A Bomb” ist ein großartiges Stück. Es klingt zunächst unbearbeitet wie eine Idee, eine musikalische Notiz. Mit der Zeile „Caged in 4‘33“ bezieht es sich auf „4‘33“ von John Cage, einEM Stück, das mit vermeintlicher Stille spielt. Dennoch geht es nicht um Stille als Lautlosigkeit, sondern um die Stille innerhalb von Umgebungsgeräuschen. Johann Carlsson, der Lyrics und Musik des Albums geschrieben hat, geht es aber darüber hinaus um die Stille, in der Gedanken in einer Abwärtsspirale immer weitere Kreise ziehen.

Da ich mehr über diese und weitere Anspielungen in den Lyrics wissen wollte, habe ich Johann ein paar Fragen dazu gestellt. Diese Fragen und seine Antworten könnt ihr morgen lesen.

Und ja: die Bombe „Stille“ explodiert und auf dem Album geht die Post ab!

„Roomer“ swingt rockig voller Energie. „Hilow“ ist dominiert von eingängigen und fast schon poppigen Melodien, die von starken Hooks und rockigem Rhythmus getragen werden.

Und mit „Stones“ ziehen sie das Tempo noch einmal an.

„Mynah“ hat ein großartiges Arrangement in den Vocals und schöne Melodien in den Gitarren.  Auch hier wieder eine enorme Spielfreude, die allein beim Zuhören gute Laune macht.

„Gimme a minute now“

Das nehmen sie wörtlich. Denn „Minuette“ ist mit besagter Minute der kürzeste Song des Albums. Aber sie bringen alles unter, was einen guten Rocksong ausmacht. Auch wenn es klingt, als würden sie sich gleich selbst überholen, bringen sie den Song mit der Textzeile „At least I feel something“ auf den Punkt.

Und nun kommt mein absoluter Lieblingssong dieses Albums: „Cut Moon Bleed“. Beginnend mit einer optimistischen Melodie, begleitet von pointierten Schlägen auf die Snare startet dieser Song. Die Stimme setzt selbstsicher und voll mit „This ist he best thing that I’ve ever done“ ein, um im Weiteren verletztlich aber auch fordernd zu klingen. Eben so, wie es die Lyrics gerade brauchen. Lyrics, die je nach Blickwinkel entweder kryptisch scheinen oder voller Anspielungen sind. So ist er auch als eine Hommage an PROPAGANDHI, der kanadischen „Progressive Thrash“ – Band, zu verstehen. An ihre kreative Freiheit ebenso wie an ihr politisches Anliegen.

The Hawkins Köln Blue Shell

„Cut Moon Bleed“ lebt von Kontrasten auf verschiedenen Ebenen. Sei es z.B. die eingängige Melodie im Kontrast zum Text oder das Spiel der Gitarren, die zunächst wie aus dem Off Akkorde hineinwerfen, die dann wunderbar ausgeschmückt werden.

Eigentlich ist der Song nicht komplex aufgebaut, aber dafür mit vielen pointiert gesetzten Elementen. Zum Beispiel wenn man meint, man könne sich in der Melodie oder im Rhythmus einrichten, kommt etwas Neues und Unerwartetes: eine Akkordfolge hier, ein Rhythmuswechsel dort, eine Veränderung in der Stimmlage. Dadurch entstehen Spannung und eine mitreißende Dynamik.

Bei dem rockig – treibenden „Libertine“ gefallen mit die Akkordfolgen und Hooklines genauso wie das gut vom Bass unterstützte Drumming.

Mit Vollgas in die Vielfalt

Grandios auch „Stranger In The Next Room”. Zunächst klingt er wie mit angezogener Bremse, um dann akzentuiert und fulminant loszurocken. Toll gemacht!

„Black Gold“ verbindet wieder unbeschwert klingende Musik, mit dunklen Texten. Da singt man von diesem Spaß mitgerissen „I’m wishing for cancer to come!” mit, um dann zu realisieren, worum es hier eigentlich geht.

In „Fisherman Blues“ sind die Vocals erneut himmlisch arrangiert und umgeben von hörenswerten Ideen und metallischen Riffs.

Mit „All My Birds Are Dead” werden wir aus dem Album entlassen. Mit Melancholie als Grundstimmung, Tempo und einer Portion energischem Trotz. Der fast kitschig klingende  Chor signalisiert: alles wird gut. Und auch die Stille ist wieder hergestellt.

Vielschichtig, mitreißend, raffiniert mit Energie und Spielfreude

The Hawkins Köln Blue Shell

„Silence Is A Bomb“ ist ein vielschichtiges Album. Dieser immer wieder anders aufgebaute Kontrast zwischen fröhlicher Musik und teilweise richtig dunklen Texten machen für mich den besonderen Reiz dieses Albums aus. Und dann die vielen Details, die einfach spannend oder eben auch subtile Anspielungen sind. Die raffiniert eingängigen Melodien in den Vocals und den Gitarren sind mit groovigen Rhythmen verbunden und Passagen, die wie unbearbeitet klingen (wie z.B. beim Opener) bilden einen eindrücklichen Kontrast zu den variationsreich arrangierten Teilen.

Das ist Rock’N Roll – aber auch nicht. Punk’N Roll – auch das allein trifft es nicht. Vor allen Dingen sind es Songs, die auch live richtig gut klingen werden.

THE HAWKINS sind

Johannes Carlsson (Vocals, Gitarre)
Mikael Thunborg (Gitarre)
Martin Larsson (Bass)
Albin Grill (Drums)

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Bildquellen

  • the hawkins silence is a bomb cover: The Hawkins
  • The Hawkins Köln Blue Shell 27: Bildrechte beim Autor
  • The Hawkins Köln Blue Shell 26: Bildrechte beim Autor
  • the hawkins silence is a bomb cover: The Sign Records
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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