THE PINPRICKS – Bait – VÖ 06.03.2020

Packender Kick-Your-Ass-Rock!

Na da geht mir ja mal richtig einer ab… Holy shit! Entschuldigt meine etwas umgangssprachliche Entgleisung, aber ich habe mir gerade die EP „Bait“ von THE PINPRICKS reingezogen und ich bin schlichtweg von den Socken. Wieso habe ich von denen noch nichts gehört? Na gut, die wohnen in Kiel und das ist jetzt nicht direkte Nachbarschaft, aber schließlich hat die Platte doch den Weg ins Ruhrgebiet gefunden und ich bin heilfroh, dass ich auf diese Gruppe gestoßen bin. Das Cover finde ich übrigens sehr gut gelungen (Arbeit von Dark Design in Portugal), auch wenn ich das Motiv zunächst nicht mir der Art von Musik in Verbindung gebracht hätte. Doch das Coverartwork ist cool und in schönen passenden Farben dargestellt. Es könnte glatt ein Ölgemälde sein, was ich mir sofort an die Wand hängen würde. Vielleicht soll es suggerieren, dass nicht alles so ist wie es scheint. Denn oft verbirgt sich ein Teil der Wahrheit unter der Oberfläche. Und was verbirgt sich nun hinter THE PINPRICKS mit ihrem Album „Bait“?

Blutkörperchen in Gitarrenform

Die Songs rocken my little heart, welches beim Genuß der Songs anstatt runde nur noch gitarrenförmige Blutkörperchen produziert 😉 Jetzt mal ohne Witz… Was die drei Leute alias Ronja (Gesang & Gitarre), Nils (Bass) und Rico (Schlagzeug) auf dem Album zum Besten geben, ist der schiere Wahnsinn. Das ist schnörkelloser erdiger dreckiger Rock, der die Fetzen fliegen lässt. Die Sängerin Ronja mit ihrer geilen Rockröhre gibt hier den Ton an und befeuert gleichzeitig die Gitarrensaiten, dass es nur so kracht. Die Stimme ist wie für den Rocksound gemacht. „Bait“ bringt es auf acht Songs und es gibt keinen Durchhänger.

Facettenreich mit viel Potential

THE PINPRICKS zeigen viel Ideenreichtum und interpretieren den Rocksound auf verschiedene Art. So legen sie mit „Cast Off Your Shadow“ als Opener schon mal ´ne flotte Sohle hin. Das erinnert mich an den Sound von Danko Jones.

Mit „Get Out“ schlägt die Band in die gleiche Kerbe und rockt ebenfalls ordentlich drauf los. Anschließend ändert sich das Soundgewand.

Der Song „Voices“ nimmt das Tempo etwas raus, enthält ruhige Strophen, steigert sich über eine tolle Bridge zu einem wütenden energetischen Refrain. Zum Ende geht der Song noch mal richtig nach vorne, was leider nach viel zu kurzer Zeit abgebrochen wird. Diese Sequenz hätte man meiner Meinung nach ruhig noch ein wenig in die Länge ziehen können.

„Million Pieces“ glänzt mit schönen Melodien und lädt gerade im Refrain ein wenig zum Träumen ein, wobei ihm allerdings auch eine traurige Note anhaftet. Die Traurigkeit verfliegt aber bei den nächsten Songs sofort.

Tiger im Tank auf der Route 66

Bei dem wilden flippigen „Paintless“ und dem treibenden „Two-Wheeler-Blues“ wurde wieder der Tiger in den Tank gepackt und man fährt die scharfen Krallen aus.

Bei dem reinrassigen Rock´n Roller „Two-Wheeler-Blues“ würde man sich am liebsten sofort auf seine Harley schmeissen, ab auf die Route 66 und die Freiheit genießen. Das macht Laune und man fühlt sich einfach frei und unbeschwert, getreu nach dem Motto “Nichts kann mich aufhalten!“

Jimi Hendrix und die „Foxy Lady“

„Foxy Lady“ ist eine Nummer mit hohem Coolnessfaktor, die dabei noch verdammt sexy rüberkommt. Das hat Groove, das hat Schmiss! Und tatsächlich gefällt mir diese Coverversion besser als die Originalversion von dem Meister und Legende Jimi Hendrix. Ronja bringt den Song mit viel frecher Coolness perfekt rüber.

Verruchte Kneipen

Der letzte Song ist eine ruhigere langsame, aber sehr charismatische Alternativversion des zweiten Songs „Get Out“ und beweist hervorragend wie unterschiedlich man einen Song interpretieren und darstellen kann. Diese Version ist sehr puristisch in Szene gesetzt, einfach nur die reine Dosis Ronja mit ihrer Stimme, die sich selber mit der Akustikgitarre begleitet. Dabei stelle ich mir einen Gig in einer verruchten klassischen Kneipe vor, wo sie alleine auf einem Barhocker lässig mit ihrer Gitarre spielend den Song spielt, ich mit meinem Bier an der Theke sitze und einfach nur genießen kann. Manchmal reicht eine Gitarre, eine Stimme und man ist hin und weg.  Aber die Band wird sicherlich auch große Massen begeistern können. Da bin ich mir sicher.

Fazit

Verdammt noch mal… was für ein Trio! Eine Wahnsinnsscheibe haben THE PINPRICKS zusammengezimmert. Das ist ehrlicher schmutziger Rock, der in seiner reinen Form ins Gehör und in die Glieder fährt.  Es steckt viel Potential in dieser Gruppe. Ich könnte mir wirklich auch Lieder vorstellen, die die Seele des Blues verkörpern. Das kann man auch wunderbar verschmelzen lassen. GARY MOORE (Mein persönlicher Guitar-Hero— Gott hab ihn selig!) war in der Hinsicht ein omnipotenter Künstler.

Ich möchte auf jeden Fall mehr von THE PINPRICKS hören. Denn die EP zündet, aber das Feuer brennt zu kurz. Da bleibt nichts außer die Platte in Dauerschleife laufen zu lassen. Aber die Truppe hat noch neue heiße Eisen im Feuer und die sind bereit im Studio geschmiedet zu werden. Dies stellt allerdings aufgrund der aktuellen Lage ein großes Problem dar. Sie teilen das gleiche Schicksal wie alle anderen Bands und können ihre Songs nicht live performen, um dadurch Geld in die Bandkasse zu spülen. Damit wäre ich bei einem sehr leidigen, aber dennoch wichtigen Thema angelangt.

Noch ein Anliegen….

Die Pandemiekrise betrifft uns alle, manche mehr und manche weniger. Gleichwohl trifft es aber vor allem die künstlerische Branche besonders hart und junge Bands wie THE PINPRICKS haben damit arg zu kämpfen, wenn man seine Musik nicht mit Live-Auftritten performen kann. Daher sollten wir alle dazu aufgerufen sein die Bands mit allen unseren Möglichkeiten zu unterstützen. THE PINPRICKS sind nach langen reiflichen Überlegungen den Schritt gegangen und haben seit dem 01.Mai eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen. Die Band erklärt in einem Video, wofür das Geld verwendet werden soll.

Geplante Bandprojekte

Zum einen möchte man damit einen Online-Live-Auftritt finanzieren und zum anderen möchte man liebend gerne für weitere Aufnahmen neuer Songs ins Studio gehen. Ich persönlich finde das völlig in Ordnung und legitim gerade in solchen Zeiten diesen Schritt zu gehen und es macht sich bestimmt keiner die Taschen voll mit so einer Aktion. Es wäre ein Jammer, ja geradezu eine Schande, wenn so tolle motivierte Bands in die Untätigkeit oder sogar zum Aufgeben gezwungen werden. Die Bands geben uns mit ihrer Musik so viel, so dass man ihnen je nach eigenen Möglichkeiten Hilfe angedeihen lassen sollte. Somit können wir uns auch in Zukunft an ihrer Musik erfreuen. Hierzu noch eine Erklärung der Band in einem Video.

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Bildquellen

  • ThePinPricks.Bait.Artwork,HIRES: The Pinpricks

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