VARG – Zeichen – Review deutsch

VÖ: 18.09.2020

Auf zu neuen Ufern

Die Wikingergilde VARG unter dem Wolfsbanner aus Coburg sind keine Neulinge im Musikbusiness. Seit ihrer Gründung im Jahre 2005 haben sie mit ihrem aggressiven deutschen Metal eine beträchtliche Fangemeinde aufgebaut und sind auch international erfolgreich unterwegs. Zusammen mit anderen deutschen Bandgrößen wie FINSTERFORST, DEBAUCHERY’S BALGEROTH und WOLFCHANT bestreiten sie die sehr beliebte WOLFSFEST-Tour, zu dem die „Wolfsrudel“ in Scharen auflaufen. Wollen wir hoffen, dass die geplante Tour auch stattfindet, welche am 02.Oktober in Erfurt beginnen und nach etlichen Auftritten am 28.11. in Magdeburg enden soll.

Und man sollte die Gelegenheit nutzen, denn die neuen Hymnen von VARG sind es wert gehört zu werden. Die vorab bereitgestellten Videos von den triumphalen Songs „Zeichen“ und „Auf die Götter“ zeigten bereits, wohin die Richtung bei VARG gehen wird. Der Titelsong „Zeichen“ ist wider Erwarten allerdings nicht der Opener des Albums, sondern läutet das Ende des Albums ein. Das macht aber Sinn, wie ihr später erfahren werdet.

VARG schaltet auf Angriff

Die Krieger von VARG machen keine Gefangenen. Die Farbe Rot war schon immer eine Lieblingsfarbe der Band und besticht auch diesmal durch eine optisch starke Präsenz. Diese stammt aber nicht vom fröhlichen Weintraubenstampfen und wohl auch nicht von einer leckeren frisch erlegten Wildmahlzeit. Nein, denn auf dem Album „Zeichen“ geht es um Schlachten, Heldentod, schändlichen Verrat und die Verehrung der nordischen Götter.

Die Wikinger waren nicht nur wegen ihrer Kampfeskunst- und lust bekannt und gefürchtet. Mit ihrem Streben nach neuen Ufern waren sie in der Kunst des Schiffbaus sehr geschickt. Sie waren reiselustig und legten mit ihren Schiffen weite Reisen zurück, um zu fremden Küsten zu gelangen. Bei ihren Erkundungs- und Plünderungsfahrten gingen sie zumeist gnadenlos brutal vor. So überfielen sie

im Jahre 793 n.Chr.

Burg Lindisfarne

das Kloster „Lindisfarne“ an der nordöstlichen Küste Englands. Dieser Beutezug war sozusagen der Startschuss für die Feldzüge der Wikinger in Westeuropa. So macht es Sinn, dass VARG das Album mit dem Song „793“ einleitet.

Die Angriffe der Wikinger erfolgten plötzlich und unerwartet, wurden schnell und brutal ausgeführt. Nach einer kurzen idyllischen Ruhe-Vor-Dem-Sturm-Einleitung erklingt der Song dann dementsprechend so barbarisch wie eine mächtige Streitaxt durch feindliche Schilder und Glieder fährt. Melodisch scharfe Riffs werden von knüppelnden Drums vorangetrieben. Der aggressive Gesang von Freki tut sein übriges dazu den Angriff imposant in Szene zu setzen.

Den Schildwall

als beliebte und effektive als Teil der berüchtigten Kampfstrategie der Wikinger interpretierten letztes Jahr bereits AMON AMARTH musikalisch in eindrucksvoller Art und Weise. Nun stellen sich VARG dem Thema und setzen dies als deutsche Version ebenfalls imposant und hart um. Der Breakdownpart mit den tiefen derben Riffs zum Ende des Songs haut richtig fett rein und führt den Song zu einem gelungenen Finale.

„Wildes Heer“ arbeitet mit verschiedenen Rhythmen und musikalischen Ausdrucksformen und steht damit ebenfalls für ein Beispiel des abwechslungsreichen stahlharten Metalfestes, das hier geboten wird. Alarmierende unheilverkündende Gitarrenriffs bauen Spannung auf, wenn die Feinde vor dem Tore stehen. Der Song stampft anschließend kraftvoll drauflos und Freki lässt unter einem mächtigen Trommelgewitter dunkle bedrohliche Death-Metal-Growls aus seiner Kehle fahren, wenn die Jagd beginnt.

Die Meeresgöttin Rán

Symbolbild

Mit „Fara Til Ranar“ erhebt sich mitten in der Schlacht aus den Tiefen des Meeres ein sentimental angehauchter Song mit epischen Zügen. Eingeleitet wird dies durch das spirituelle Intro „Rán“. Weiblicher Sirenengesang (Fylgja Varg) erhebt sich über rasende Drums und Gitarrnleads. Es wird eine sehnsuchtsvolle Stimmung erzeugt, die einen voll einfängt. Ich war dem Song jedenfalls vollends erlegen und ich habe ihn ein ums andere Mal in Dauerschleife ertönen lassen. Für mich ein echtes Highlight im Ozean der brutalen Hymnen. Der Kontrast zwischen den aggressiven Vocals von Freki und den lieblichen weiblichen Vocals vor dem harten instrumentalen Hintergrund geht mir voll unter die Haut. Fantastisch!

Bandfoto mit Fylgja VARG (Photo Credit: Oliver König)

Fazit

Auf das Album trinke wir erst mal nen Humpen!

VARG befinden sich auf einer neuen Ebene ihres Schaffens und festigen ihren Anspruch auf einen Thron in der Ruhmeshalle des (deutschsprachigen) Metals. Sie klingen authentischer und ausgereifter denn je. Aggressive Vocals treffen auf massives Riffing und schwertscharfe Gitarrenleads, vorangetrieben durch rüde Double-Bass-Angriffe. Sänger Freki schreit seine Vocals mit aller Wucht hinaus, wobei er passend und angemessen seine Vocals variiert, mal kreischend im Black-Metal-Style, in tiefen Regionen mit gutturalem Klang oder auch mal in ruhiger erzählerischer Manier. Dies sorgt für eine wohltuende Abwechslung und unterstreicht die Stimmung und Wirkung der jeweiligen Song. Das akustische Vorspiel „Rán“ mit dem nachfolgenden Song „Fara Til Ranar“ setzt auf der Album voller Hymnen ein besonderes episch melancholisches Highlight. Das Zusammenspiel mit dem weiblichen Gesang erschafft eine tolle Atmosphäre. Gerne dürfte man das in Zukunft bei ein oder zwei anderen Songs mit einbauen ohne das grundlegende musikalische Konzept von VARG zu entfremden.

Aufmerksamkeit sollte man auf jeden Fall auch der Sonderedition (Mediabook) mit zwei Tonträgern widmen. Dort wird jeder Song des Albums von verschiedenen Gastsängern auf eigene Weise interpretiert. Mit von der Partie sind unter anderem die Sänger von NACHTBLUT, ELUVEITIE und EQUILIBRIUM. Hört sich mehr als interessant an.

Schlachten müsst

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Bildquellen

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  • Cover + Infos VARG -Zeichen: Cover VARG "Zeichen" Napalm Records + Background Comfreak auf Pixabay
  • VARG 1_main_Stefan Schuman-skaliert: VARG Bandfoto über Napalm Records Photo Credit: Stefan Schuman

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