VYRE – „Weltformel“ (VÖ: 20.04.2018)

Vyre Bandfoto

VYRE nehmen uns mit auf die Reise

vyre-weltformelMit „Weltformel“ präsentieren uns VYRE ihr drittes Album. Nach „The Initial Frontier Pt. 1“ und „The Initial Frontier Pt.2“ haben die Bielefelder fast vier Jahre an ihrem neuen Album gearbeitet. Sich mit der „Weltformel“ zu befassen, stellt einen hohen Anspruch dar, für den man sich wohl auch Zeit lassen muss.

Das ganze Universum in eine Formel fassen, die auf ein T-Shirt passt

An diesem Traum sind schon viele Physiker und Mathematiker gescheitert. Aber das hat VYRE nicht davon abgehalten, ihrem Album den Titel „Weltformel“ zu geben. Jetzt schauen wir einmal darauf, welche (Elementar-)Teilchen VYRE für ihre Reise in die Weiten des Weltraumes wichtig waren und wie sie die Kräfte, die zwischen ihnen wirken, darstellen.

Sphärische Klänge und Black Metal

Der Opener „Alles Auf Erde“ beginnt mit düsteren, sphärischen Klängen, die mich an Stücke von Jean Michel Jarre erinnern. Wenn dann das Drumming einsetzt mit den im gleichen Tempo und Rhythmus erfolgenden Schlägen, denke ich an frühe VADER-Stücke.

Das Intro ist ein recht düsteres, unheilvolles Instrumentalstück, das die knapp eine Stunde dauernde Reise in das Unbekannte vorbereitet.

„Shadow Biosphere“ beginnt mit Streichern. Der erste Riff wird im Verlauf weiter differenziert,  so wie auch das gesamte Arrangement. Keifende Vocals setzen Akzente und bilden einen Kontrast zu den melodischen Sounds. Es werden beklemmende Momente geschaffen, die aber mit Soundexplosionen wieder aufgelöst werden. Mit getragenen Klängen schließt der Song fast versöhnlich.

Auch „Life Decoded“ schafft zunächst durch die Streicher einen symphonischen Klang, in den sich überraschende Clear-Vocals einfügen. Synthesizer schaffen einen breiten Klangteppich, auf dem sich interessante Riffs einfinden. Die eingängigen Melodien erden den Song, während das Pizzicato der Geigen wieder etwas ‚Abgehobenes‘ hat.

Insgesamt bietet der Song durch die melodischen Anteile und die Death Metal Elemente einen abwechslungsreichen Aufbau.

Im nächsten Song „Tardigrade Empire“ wabern und pulsieren die Syntheziser. Das aufwändige Drumming lässt fast einen Rocksong erwarten. Aber sobald der Gesang rau und dreckig einsetzt, ist klar, wohin die Reise geht.

vyreMaschinenklänge und Reise an schöne Orte

Mid-Tempo und rasend schnelle Passagen, prägende und strukturierende Bassläufe sowie schwere Synthesizer-Klänge schaffen immer wieder überraschende Klangcollagen. Helles Tremolo-Picking, dunkles Palmmuting, cleane Gitarren und schwermetallische Riffs, verspielte Melodien und raue Vocals lösen eine Reihe unterschiedlichster Emotionen aus. Gemeinsam mit VYRE brechen wir auf ein eine kalte und gefährliche Welt, in der es aber auch warme Orte gibt, die zum Träumen einladen.

Experimentelle Bandbreite

Beim Hören dieses Albums solltet ihr euch einen bequemen Platz suchen und die Augen schließen. Die Musik ist einfach großes Kino, wenn man die Songtitel als Ausgangspunkt für das private Kopfkino nutzt. Die Songs haben eine durchschnittliche Länge von sieben Minuten, werden einem aber dennoch nicht lang. Denn VYRE haben mit den acht Musikern experimentierend eine Bandbreite genutzt, die ein facettenreiches Album hervorgebracht hat, bei dem Finsteres auf Surreales trifft und dann wieder grandiose Momente zukünftiger Möglichkeiten hervorzaubert.

Mit „The Hitch“ gibt es einen weiteren rein instrumentalen Elektro-Metal Song auf den mit „We Are The Endless Black“ ein groovender Track folgt, der mit schönen Melodien und recht abgefahrenen Synthesizerklängen überzeugt. Zum Abschluss gibt es mit „Away Team Alpha“ noch einem was auf die Ohren. Ein sehr präsenter Bass, grandios rockendes Riffing und ein schroffer Gesang prägen diesen Song, der mit zauberhaften Streichern weich ausklingt und uns nach einer manchmal beschwerlichen Reise sanft landen lässt.

Mein Favorit ist „Tardigrade Empire“. Ich mag diesen schwermütigen Song mit seinen Heavy-Riffs, den schleppenden Drums, die einerseits Druck machen und dennoch die Geschwindigkeit drosseln. Dazu eingestreute Klaviermelodien, Streicher und Synths, die einen symphonischen Klang erzeugen, auf den dann rauer Gesang und ein mehrstimmiger Chorus trifft. Das Klangbild zu einer Reise, die man schweren Herzens antritt. Immer wieder trifft man auf Widerstände, bis man irgendwann das Ziel vor Augen sieht.

vyreVYRE haben ihre Weltformel gefunden

Im Gegensatz zu den Wissenschaftlern haben VYRE ihre Weltformel gefunden: Bekanntes als Ausgangsbasis zum Experimentieren nutzen und sich dann auf den Weg machen, um Neues zu entdecken. Wer sich ins Raumschiff VYRE setzt, wird in neue Galaxien vorstoßen, in denen auch Bekanntes ganz neu und wieder interessant ist.

Ich kann nicht sagen, dass sich dieses Album beim ersten Hören bereits erschließt. Aber gerade deshalb ist es so spannend und absolut lohnenswert.

Tracklist:

01 Alles Auf Ende
02 Shadow Biosphere
03 Life Decoded
04 Tardigrade Empire
05 The Hitch (We Are Not Small)
06 We Are The Endless Black
07 Away Team Alpha

VYRE sind

Android   (Drums)
Doc Faruk  (Keys & Samples)
Hedrykk F. Gausenatt (Guitars & Bass)
KG Cypher   (Vocals)
Zyan  (Guitars)
Priebot  (Guitars)
Akku Volta  (Violin)
Nostarion (Cello)

 

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Bildquellen

  • vyre-weltformel: Supreme Chaos Records
  • vyre: Supreme Chaos Records
  • vyre: Supreme Chaos Records
  • Vyre Bandfoto: Supreme Chaos Records
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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