WALG- „III“ Review

(English review below)

Melodic Black Metal

Zwei Männer aus den Niederlanden stehen für WALG (Facebook/Bandcamp). Ihr letztes Album „II“ ist vor einem Jahr im Februar erschienen. Als ich es schließlich glücklicherweise im Sommerurlaub beim Stöbern entdeckt habe, war ich hin und weg von dem Sound. Und tatsächlich habe ich ihnen den Preis für das beste Black Metal Album 2022 verliehen. Die Messlatte hängt dementsprechend hoch und ich bin sehr gespannt, was die Beiden nach nur einem Jahr geschaffen haben. Da die gesamte Produktion in Eigenarbeit passiert, sind sie tatsächlich in der Lage schnell und unkompliziert Musik zu erschaffen. An Tatendrang fehlt es den Männern jedenfalls nicht. Das neue Abum „III“ erscheint am 12.01.’23.

Der epische Ansatz

des letzten Albums wird weitergeführt. So viel wird nach den ersten Augenblicken klar. WALG gehen mit der gewohnten Vehemenz vor. Immer noch ist dieser Wahnsinn und diese Wut in den Vocals, was den Sound so auszeichnet. Aber das ist nicht alles.

Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten möchte ich hier mit dem Bonus-Track „Mourning Palace“ beginnen. Im Original von DIMMU BORGIR komponiert, haben WALG nun ihre Version daraus gemacht. Und man muss sagen, dass das ruppige WALG-Gewand dem Song unheimlich gut steht. Eine monumentale Interpretation und Würdigung des Originals. Die typischen Melodien des Originals sind deutlich erkennbar und der epische Ansatz wird eindrucksvoll umgesetzt, wobei der Song eine Extraportion Härte und Wahnsinn verpasst bekommt.

Vom Ende zum Anfang! Ich komme zum Opener „Daar Waar We Komen Om Te Sterven“. Sofort erkennt man die musikalische Handschrift von WALG, welche den Sound mal wieder einmal zu einem exorbitanten Erlebnis macht. Man nutzt dezente symphonische Elemente, um den Sound noch mehr Tiefe zu verleihen. Außerdem spielt man hin und wieder mit cleanen Vocals, die alles etwas auflockern. Dieses Element, welches auch mal gerne in sakralen Chören endet, fördert die Vielseitigkeit und die Ausstrahlung der Songs.

Ein Sturm

WALG fahren wieder mächtig auf und an den Songs gibt es nix zu mäkeln. Alles klingt sehr ausgereift und stimming. Mir erscheinen die Leadgitarren nun noch etwas präsenter und ich meine mehr Details im Sound zu vernehmen. Die Männer haben wohl weiter an der Produktion herumgefeilt und diese weiter optimiert, obwohl das letzte Album schon super geklungen hat.

Die Songs sind nach wie vor eine Wucht, ein gnadenloser Sturm, in dem sich melodische Winde entfesseln und die mystische Komponente immer irgendwo mitweht. Dies wird vor allem beim Song „Geselberg“ deutlich, der zu Beginn mit den Klängen eines Didgeridoo eingeleitet wird. Im Verlauf erklingen im Hintergrund rituale Gesänge. Für mich ist der Song ein Pondon zum Song „Verlossing“ vom letzten Album.

Fazit

Für das nächste Album würde ich mir konsequentere Schritte wünschen, die im Sound deutlichere Akzente setzen. Manche Elemente könnten noch meiner Meinung nach noch stringenter herausgearbeitet werden, um den einzelnen Songs mehr Extravaganz angedeihen zu lassen. Hier würden mir z.B. die folkloristischen Klänge einfallen. Ich erinnere an den Song „Verlossing“, der mit seinen ganz speziellen folkloristischen Klängen einer ‚Launeddas“ (traditionellen Instrument aus Sardinien) echt coole Akzente gesetzt hat. Dies hätte man meiner Meinung nach auf diesem Album noch stärker intensivieren können. Der Stil des Cover-Songs ist auch etwas, was man im Hinterkopf behalten könnte.

Nichtsdestotrotz haben WALG mit „III“ wieder ein gewaltiges Black-Metal-Epos erschaffen und super abgeliefert. Das steht außer Frage! Im Prinzip treffen meine Eindrücke vom letzten Album genauso auf dieses Album zu, was auch kein schlechtes Zeichen ist, sondern eher ein Qualitätsmerkmal. Und deswegen vergebe ich für dieses Album noch einmal die Höchstpunktzahl.

Übrigens möchte ich noch anmerken, dass mir der visuelle Style ebenfalls sehr gut gefällt. Die einzelnen Cover, welche für die Singles gefertigt wurden oder auch das Albumcover sind wahre Kunst und vermitteln eine perfekte Atmosphäre zu der Musik.

English review

Melodic Black Metal

Two men from the Netherlands stand for the Black Metal band WALG (Facebook/Bandcamp). Their latest album „II“ was released a year ago in February. When I finally luckily discovered it while browsing some music during my summer vacation, I was blown away by the sound. And in fact, I gave them the award for the best Black Metal Album 2022. The bar is accordingly high and I’m very excited to see what the two have made music after only one year. Since the entire production happens in self-work, they are actually able to create music quickly and easily. In any case, the men are not lacking in drive. The new album „III“ will be released on 12.01.’23.

The epic approach

of the last album is continued. That much becomes clear after the first moments. WALG proceed with the usual vehemence. Still there is this madness and rage in the vocals, which makes the sound so special. But that’s not all.

Contrary to my usual habits, I would like to start here with the bonus track „Mourning Palace“. Originally composed by DIMMU BORGIR, WALG have now made their version of it. And it must be said that the gruff WALG garb suits the song incredibly well. A monumental interpretation and appreciation of the original. The typical melodies of the original are clearly recognizable and the epic approach is impressively implemented, while the song gets an extra portion of WALG hardness.

From the end to the beginning! I come to the opener „Daar Waar We Komen Om Te Sterven“. Immediately you can recognize the musical signature of WALG, which once again makes the sound an exorbitant experience. They use discreet symphonic elements to give the sound even more depth. In addition, one plays now and then with clean vocals, which loosen up everything a little bit. This element, which sometimes ends in sacred choirs, promotes the versatility and the charisma of the songs.

A storm

WALG are again powerful and there is nothing to complain about the songs. Everything sounds very mature and tuned. To me, the lead guitars now seem a bit more present and I think I hear more details in the sound. The two guys have probably continued to tweak and optimize the production, although the last album already sounded great.

The songs are still a blast, a merciless storm in which melodic winds are unleashed and the mystical component always blows along somewhere. This is especially heard in the song „Geselberg“, which is introduced at the beginning with the sounds of a didgeridoo. Further on ritual chants sound in the background. For me, the song is a pondon to the song „Verlossing“ from the last album.

Conclusion

For the next album I would like to see more consistent steps that set clearer accents in the sound. Some elements could still be worked out more stringently in my opinion, to give the individual songs more extravagance. Here, for example, the folkloristic sounds would come to my mind. I remember the song „Verlossing“, which set really cool accents with its very special folkloristic sounds of a ‚Launeddas“ (traditional instrument from Sardinia). In my opinion, this could have been intensified even more in the whole sound. The cover song style is also something to keep in mind.

Nevertheless, WALG have created with „III“ again a huge black metal epic. There is no question about that! My impressions of the last album apply equally to this album, which is also not a bad sign, but rather a mark of quality. And that’s why I also give this album the highest score.

By the way, I would like to note that I also like the visual style very much. The individual covers, which were made for the singles or also the album cover are true art and convey a perfect atmosphere to the music.

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Bildquellen

  • WALG III Cover+Infos: Cover+Photos+Infos-->WALG
  • single-cover-paradijs-1-: WALG
  • single-cover-labyrint-v3-1-: WALG
  • WALG Titelbild: WALG Band

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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