Punk Paradoxon – Eine Autobiografie von Greg Graffin (Bad Religion)

Autobiografie von Greg Graffin

Noch rechtzeitig unter den Tannenbaum unseres Chefredakteurs schaffte es die im Original mit „Punk Pardox – A Memoir“ betitelte und frisch im November 2022 auch als Deutsche Erstausgabe erschienene Übersetzung der Autobiografie von Greg Graffin. Euch vermutlich besser bekannt als der Frontmann der L.A. Punk-Legenden von Bad Religion. Wir von metal-heads.de stellen euch den handlichen Schmöker „Punk Paradoxon“ aus dem Hannibal-Verlag hier gerne vor.

Bad Religion-Frontmann plaudert aus dem Nähkästchen

Irre spannend ist es, gemeinsam mit dem jungen Greg dessen Tagebuch des Punkrock zu erleben. Wie und wo er gemeinsam mit Brett Gurewitz das Indepentent-Label Epitaph Records gründete. Dass der erste Proberaum der Band die Garage seiner Mutter war. Wie sich Bad Religion jahrzehntelang vollkommen unprofessionell verhielten und trotzdem Weltruhm erlangten. Zwischendurch erfahren wir Gründe für den Ausstieg (und im Falle von Brett auch des Wiedereinstiegs) so manchen Bandmitglieds. Bewegend ist auch der Epilog. Denn hier trifft Greg im Dezember 2020 auf dem Weg zum Live-Event Decades (wir berichteten) an einer Kreuzung in L.A. zufällig auf Bassist Jay Bentley. Und die beiden unterhalten sich während der Convoy-Fahrt zum altehrwürdigen Club Roxy per Telefon über den 40 Jahre langen Weg bis hierhin. Along The Way sozusagen. Als treuer Fan von Bad Religion dürfte einem spätestens an dieser Stelle das altehrwürdige Punker-Herz aufgehen.

Greg Graffin redet offen über seine Eheprobleme

Schonungslos ehrlich spricht der Bad Religion-Frontmann, seines Zeichens selbst Scheidungskind, in diesem Buch auch die Kehrseite des ewig währenden Punk-Ruhms an. Denn für ständiges Touren durch Europa, ewiges Pendeln zwischen West- und Ostküste zu den Bandkollegen sowie andauernde Kontaktpflege mit Labels und Management zahlte Greg Graffin einen hohen Preis. Und hier meinen wir nicht nur seine zwischenzeitliche Auszeit vom Akademiker-Leben, welches Greg in 2002 mit dem Erlangen des Doktortitels erfolgreich fortsetzte. Nein, wir sprechen hier vom schleichenden Zerfall seines Privatlebens. Seine Ehe zerbrach endgültig. Und so musste Dr. Graffin miterleben, wie seine zwei kleinen Kinder fortan genauso zerrissen zwischen zwei Elternteilen lebten wie er einst selbst. Dieser Teil der Biografie zieht sich über mehrere Kapitel und macht den Sänger noch nahbarer und verletzlicher. Auch wenn ihn natürlich an der Misere und dem letztendlichen Schlussstrich einen Großteil der Schuld trifft. Doch wir erfahren später im Buch auch noch, wie Greg über seine kluge Schulfreundin Jodi seine neue Liebe Allison kennenlernte. Quasi das späte Happyend im Privatleben des promovierten Punkrocksängers.

Hard facts zum Buch

Fast ebenfalls eine Doktorarbeit ist die 416-seitige Biografie geworden. Denn das Buch ist fein säuberlich in 29 Kapitel untergliedert, die wiederum selbst teilweise bis zu 7 Unterkapitel aufweisen. Und so macht der Verkaufspreis auch Sinn. Denn man bekommt pro Euro ein Kapitel serviert. Sprich: Zeitgenössischen Lesestoff mit wirklich vorher noch nie gesehenen Schwarz-Weiß-Fotos zum Preis von 29 Euro. Was wir von metal-heads.de überaus fair finden. Wer von euch nun Gefallen an der Biografie von Greg Graffin gefunden hat, kann sich „Punk Paradoxon“ direkt beim Hannibal-Verlag in den Warenkorb legen (klick).

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Bildquellen

  • Punk Paradoxon: www.hannibal-verlag.de

Ralfi Ralf

Als ich mir mit 14 zum ersten Mal das Nasenbein beim Moshen mit dem Tennisschläger im heimischen Kinderzimmer brach, war es um mich geschehen! METAL...

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