Wir stellen neue Bands vor! Heute: CONVICTIVE aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet

Convictive

Neues Jahr, neue Rubrik: wir von www.metal-heads.de möchten Euch in loser Reihenfolge vielversprechende Newcomer vorstellen. Den Start machen wir mit der Modern Post Black Metal-Band CONVICTIVE.

Frisch gegründet zur Weihnachtszeit 2012 musiziert und tourt das Sixtett – bestehend aus 5 Kerlen und einer Frau – inzwischen bereits zaghaft aber beständig durch ganz Deutschland.

Wir hatten Gelegenheit, dem Drummer von CONVICTIVE namens Daniel ein paar Fragen stellen zu können! Und los geht´s:

CONVICTIVE – NICHT NUR BEI DER WAHL DES BANDNAMENS ÜBERZEUGEND

1.

Hallo, Daniel! Gehen wir einfach mal davon aus, dass Euch kaum einer kennt. Daher stelle uns Deine Band bitte mal vor. Wie heißt ihr alle, wer macht was bei CONVICTIVE, wie kam es zu dem Bandnamen und was hat er für eine Bedeutung?

Daniel:

Grüß’ dich, Ralf! Wir sind Lina (Vocals), Phillip (Gitarre), Sascha (Gitarre), Marc
(Gitarre), Ben (Bass) und meine Wenigkeit am Schlagzeug. Der Bandname ist
zunächst einmal eine etwas ungebräuchlichere englische Form des Wortes
„überzeugend“. In der Zeit in der wir uns Gedanken über den Namen machten,
waren wir noch nicht in der aktuellen Besetzung und hatten noch keine
wirkliche Vorstellung, wo die Reise hingeht. Viele Varianten aus mehreren
Worten schieden per se aus, da wir etwas wirklich originelles haben wollten.
Letzten Endes hat uns die Schnörkellosigkeit des Namens gefallen. Als sich
dann ein Fahrplan der Band entwickelt hat, von dem wir plötzlich alle
„überzeugt“ waren, sind wir dabei geblieben.

Convictive

 

 

 

 

 

 

 

 

2.

Wow, also 3 Gitarristen sind bei CONVICTIVE am Start. Dann ist euer fetter Sound ja fast verständlich. Wir hören und schauen für unsere Leserinnen und Leser von metal-heads.de jetzt an dieser Stelle einfach mal Euren offiziellen Trailer-Video zum Song „Blutnacht“ an:

3.

Welche Ambitionen hat CONVICTIVE? Seit ihr alle immer einer Meinung, welche Richtung ihr einschlagen wollt. Sprich: besteht Konsens bei der Intensität der Proben, bei der Anzahl der Gigs, bei der einheitlichen Außenwirkung?Dafür, dass es Euch in der aktuellen Besetzung ja erst seit Sommer 2014 gibt, habt ihr relativ viel Bühnenerfahrung sammeln können. Ihr habt in Barleben bei Magedburg ebenso gespielt wie im Münsterländischen Gronau, der Zeche in Bochum oder in Ottobeuren beim Schlichtenfest im beschaulichen Allgäu. Also quasi deutschlandweit. Inwieweit haben Euch diese Tourerfahrungen weitergebracht?

Daniel:

Keineswegs sind wir immer einer Meinung. Das Endprodukt ist jedes Mal das
Ergebnis eines harten Findungsprozesses. Aber genau das ist es, was uns
ausmacht. Genau deshalb kommt am Ende etwas dabei heraus, das DEN Hörer
erwartet, nicht was DER Hörer erwartet. Jeder in der Band hat seine Rolle
gefunden und versucht, seine Ambitionen durchzusetzen. Das magische
Dreieck Konzerte/Schaffensphasen/Zeitmangel muss jedes Mal aufs Neue im
Zaum gehalten und ausbalanciert werden. Live-Erfahrungen sind natürlich
wichtig, sie geben einem genau das, was das Wort sagt: Erfahrungen im live
spielen. Aber die Qualität der Musik an sich darf niemals darunter leiden.
Die einheitliche Außenwirkung ist uns dabei sehr wichtig. Sie ist Stilmittel und
Inhalt zugleich.

4.

Die erste, selbstproduzierte EP „Blutnacht“ mit 4 Songs und einer Auflage von 100 Exemplaren dürfte längst vergriffen sein. Wann kann mit einem Nachfolgewerk gerechnet werden, wie weit seid ihr mit dem neuen Werk und was darf man darauf erwarten?

Daniel:

Die handnummerierte Erstauflage ist sehr schnell vergriffen gewesen. Danach
gab es noch eine Zweitauflage, die sich optisch unterscheidet und nicht
nummeriert ist. Wir konzentrieren uns jedoch derzeit auf unser Erstlingswerk
und arbeiten mit Hochdruck daran. Wir haben uns als Ziel den Sommer diesen
Jahres (2016) gesetzt. Die Aufnahmen sind zu Beginn des Jahres angelaufen.

5.

Wo kann man Euch im Jahr 2016 denn noch live erleben? Die ersten Buchungsbestätigungen gibt es bereits, richtig?

Daniel:

Genau. Auch dieses Jahr wird es viele Gelegenheiten regional und überregional
geben, uns live zu sehen. Noch im Januar sind wir in Castrop-Rauxel (16.01.)
und Darmstadt (23.01.). Im Februar (06.02.) sind wir in Duisburg zu sehen.
Viele weitere folgen, z.B. der 31.03. im Helvete in Oberhausen. Nicht zu
vergessen sind die Festivals „Aaargh“ (16.06. – 19.06.) und
„Schlichtenfest“ (29.-31.07.) im Sommer im Allgäu, auf die wir uns schon
riesig freuen.

ZUFRIEDEN IN DER 2. REIHE – DANIEL WÜRDE SEIN SCHLAGZEUG NIEMALS NUR WEGEN EINES STEHPLATZES AUFGEBEN

6.

Während Du Dich da hinter Deinen Drums ja schön ausruhen und verstecken kannst, schwitzen und rackern sich Deine Bandkollegen an vorderster Front ab (kleiner Scherz, Du bist natürlich auch voll im Element). Aber Hand aufs Herz: bist Du zufrieden mit Deinem Job in der 2. Reihe oder juckt es Dich nicht auch mal, ganz vorne mitzumischen?

Daniel:

Auf keinen Fall. Ich habe viele Jahre Gitarre gespielt und bin letzten Endes zum
Schlagzeug zurück gekehrt. Der Rhythmus ist der Herzschlag und das
Fundament der Musik und ich habe ihn stets im Kopf. Auch wenn ich mal
nebenbei ein anderes Instrument spiele. Daher macht es mich wahnsinnig,
wenn ich es nicht bin, der diesen produziert. Ich würde mich da viel zu oft
einmischen wollen. Allerdings tue ich das auch jetzt anders herum. Zu Hause
für mich alleine spiele ich die verschiedensten Instrumente. Das ist manchmal
ein echter Fluch. Ich würde das Schlagzeug aber niemals nur wegen eines
Stehplatzes vorne aufgeben.

7.

Für unsere Drummer-Fraktion müssen auch ein paar technische Fragen sein. Also, was hast Du für ein Equipment am Start? Neben der Double-Bass-Drum?

Daniel:

Ich spiele ein Set bestehend aus 5 Toms und einer Bassdrum mit Doppelpedal.
Derzeit nutze ich zwei Crash-Becken, Hihats, Ride, China, zwei Splash-Becken
und diverse Eigenanfertigungen von Effektbecken unseres Gitarristen Phillip,
der da ein echtes Händchen für hat.

8.

Eure Sängerin Lina schreit und kreischt, als wenn es keinen Morgen geben würde. Wie hört sich Ihre Stimme am Tag nach der Show an? Oder besser gefragt: hört man Sie überhaupt noch? Nimmt Sie spezielles Gesangstraining oder ist Lina ein Naturtalent?

Daniel:

Sie ist ein Naturtalent. Was aber nicht heißt, dass sie nicht trotzdem hart dafür
arbeitet. Sie hat sich diese Gesangstechnik immerhin selbst beigebracht. Wenn
man es richtig macht, so wie sie, dann greift es die Stimme nicht an. Sie kann
danach normal sprechen und auch mehrere Gigs hintereinander spielen. So
muss es sein.

9.

Kommen wir zu Euren Songtexten. Auf Eurer Facebook-Seite stellt ihr Euch als Band vor, die sich „irgendwo zwischen Schiller, Goethe und Darkthrone bewegt“ und „lyrisch inspiriert ist von der antiken Historie, übers Spätmittelalter bis hin zur Bedeutung des Individuums in der modernen Gesellschaft.CONVICTIVE bewegt sich gemäß der Eigendarstellung „auf einer Gratwanderung zwischen klassischer und moderner Lyrik, Storytelling und Randgebieten des extremen Metal.“ Geht´s etwas konkreter? Wer ist für das Songwriting zuständig?

SONG-TEXTE NICHT DAHER GEROTZT

Daniel:

Noch konkreter?
Das ist von Song zu Song unterschiedlich. Daher der von dir zitierte Spagat.
Im Wesentlichen schreibt Lina die Texte. Sie ist eine Geschichtenerzählerin.
Das, was sie bewegt, schreibt sie auf in Form einer Geschichte. Gefühle,
Eindrücke und Ereignisse, die sie beschäftigen, lenkt sie in geordnete Bahnen
und projiziert sie auf fiktive Personen und Gegebenheiten. In ihren Texten
geschehen Dinge, die auf den ersten Blick manchmal schwer zu begreifen oder
zu verstehen sind. Eine abstrakte Darstellung, ein Abdruck dessen, woran sie
in dem Moment gedacht hat. Es bleibt Interpretationsspielraum,
Doppeldeutigkeiten, Andeutungen und subtile Wortspiele sollen Gelegenheit
geben, im Kopf die Geschichte aus eigener Sicht zu erleben.
Manche Texte stammen jedoch auch von mir. Ich habe da ähnliche Ansprüche.
Die sprachliche Qualität ist uns wichtig. Es darf nicht dahergerotzt sein. Das ist
anspruchsvoll und kostet viel Zeit, da nicht nur der Inhalt, sondern auch die
Darstellung stimmen muss. Im Prinzip ist es ein separater Bereich der Band
mit ganz eigenen Herausforderungen abseits der Musik, in dem auf jeden Fall
eine eigene Entwicklung zu sehen ist.

10.

Ebenso vielseitig wie Eure Lyrics kommt auch Eure Musik daher. Clean-Gitarren wechseln sich mit fetten Riffs ab, wobei die Gitarristen Ihr Handwerk verstehen. Du machst auch einen guten Job da hinter Deinem Schlagwerk. Welche musikalischen Einflüsse bringt wer mit? Welche Musiker oder Bands haben Euch von CONVICTIVE inspiriert?

Convictive

 

 

 

 

 

Daniel:

Die Einflüsse sind so unterschiedlich, wie die Personen. Jeder einzelne hat eine
eigene Vorgeschichte. Die Anzahl der Bands, die Einfluss auf uns nehmen,
steigt somit exponentiell und würde den Rahmen sprengen. Das, was wir
daraus machen, ist unser Ding. Mit klassischem Black Metal an sich haben wir
bruchstückhaft bis wenig gemeinsam. Blastbeats, ja. Kalt klirrende Melodien,
ja. Aber zwanghaft versuchen, die 90er-Jahre am Leben zu halten? Nein. Es
geht weiter. Die Strömungen gehen ins unendliche. Niemand vermag wirklich
zu sagen, was genau wir hier tun. Es werden jedoch hier und da von außen
Vergleiche mit diversen Post-Black-Metal-Bands wie Harakiri for the sky,
Agrypnie u. a. gezogen. Das ehrt uns natürlich sehr, weil das auch die Musik
ist, die die meisten von uns tatsächlich hören. Wenn du es so willst, sind das
also unsere Einflüsse.

VOM MÜNSTERLAND INS ALLGÄU IN EINER NACHT

11.

Erzähl uns mal von der „schrägsten“ Tourerfahrung, die Ihr von CONVICTIVE bisher erlebt habt?

Daniel:

Das war definitiv das Schlichtenfest 2015 im Allgäu. Die Jungs und Mädels im
Süden waren sich anfangs nicht sicher, ob sie uns einladen sollen, weil wir ja
nun relativ unbekannt sind und es kaum Hörproben gab. Sie haben es im
Endeffekt aber getan. Freitags sind wir aber zunächst hoch ins Münsterland
nach Gronau gefahren und haben dort gespielt. Danach sind wir mitten in der
Nacht aufgebrochen und ins Allgäu gefahren. Dann fanden wir uns schneller als
wir gucken konnten mitten im Wald vor einem begeisterten Publikum wieder
und haben unser Ding durchgezogen. Die Rückmeldung war überwältigend, da
hätte niemand von uns mit gerechnet.

12.

Und Euer erfolgreichster Gig bzw. tollstes Erlebnis war wann und wo und was?

Daniel:

Das geht sehr gut einher mit der vorherigen Frage. Außerdem haben wir auch
beim Metal Embrace Festival in Barleben eine Menge Spaß gehabt. Samstags
haben wir den Opener gemacht und die Leute aus den Zelten geholt. Nicht
ganz uneigennützig hatten wir dort ein sehr schönes Wochenende und haben
einige unserer Favoriten bis in die Nacht auch vor der Bühne erlebt.

PERSÖNLICHE ZUFRIEDENHEIT ALS ERFOLGS-MESSER

13.

Überhaupt „Erfolg“. Wie misst Du persönlich Erfolg? An den Gesichtern Eurer zufriedenen Fans? An den Verkaufszahlen der EP-Downloads oder an Euren Fortschritten beim Zusammenspiel?

Daniel:

Ich persönlich messe den Erfolg einer Band lediglich an der Zufriedenheit, die
ich damit selbst erreiche. Natürlich erfreut es mich, wenn ich andere Menschen
auch damit begeistern kann und bin auch jedem treuen Anhänger dankbar.
Letzten Endes muss ich mir aber die Frage stellen, ob es mich glücklich macht.
Und das mache ich mit mir selbst aus. Da spreche ich aber nicht für alle. Die
Ansichten von Erfolg sind da doch sehr unterschiedlich.

14.

Auch wenn weder Du noch ich vom Fach sind – über Finanzen müssen wir auch einfach mal sprechen. Schließlich lesen so ein Interview sicherlich auch ganz junge Menschen, die ebenfalls mit Mukke-Machen anfangen und auch Karriere machen möchten. Ganz ehrlich, Hand aufs Herz: bislang ist CONVICTIVE doch ein sattes Verlustgeschäft oder? Proberaum-Miete, Aufnahmekosten, das ganze Equipment, allein die viele professionelle Theater-Schminke….;-) Gibt es bei Euch einen Punkt, wo Ihr in der Zukunft sagt, bis hierhin und mehr geht (finanzielle) Belastung geht nicht mehr oder gibt es derartige Überlegungen bei Eurem Hobby, Musik zu machen, gar nicht?

Daniel:

Ich habe schon immer Musik gemacht und werde es auch immer tun. Da spielt
Geld keine Rolle. In einer Band sieht das noch einmal anders aus. Sie ist keine
Firma, die Profit machen will. Natürlich ist und bleibt es ein Hobby und unterm
Strich ist immer ein dickes Minus. Selbst die eine oder andere Gage deckt nicht
einmal die Fahrtkosten, geschweige denn Unterkunft oder Equipment. Solange
ich keinen Hunger leiden muss, ist das machbar.

15.

Drehen wir für alle Leserinnen und Leser, die bis hierhin durchgehalten und mitgelesen haben, mal als Belohnung das „Rad der Zeit„:

CONVICTIVE ALS KUNSTPROJEKT

16.

Und kommen zur vorletzten Frage: Wo siehst Du Dich ganz persönlich in 5 Jahren mit CONVICTIVE? Immer noch im Proberaum in Oberhausen? Oder ständig im professionellen Studio und auf Europa-Tour?

Daniel:

Wer weiß das schon? Wir machen keine Musik für die breite Masse. Ähnliche
Bands wie wir sind allerdings hin und wieder europaweit unterwegs.
Theoretisch steht dem nichts im Wege. Trotzdem sehe ich es weiterhin als das
Kunstprojekt an, das es ist. Und dazu gehört eine Menge Heimarbeit und Fleiß
im Proberaum.

17.

metal-heads.de bedankt sich ganz herzlich bei Dir, lieber Daniel, für Deine Offenheit bei der Beantwortung unserer Fragen, wünscht Dir und CONVICTIVE den Erfolg, den Ihr Euch wünscht und überlässt das letzte Wort natürlich dem Interviewpartner. Bitteschön, Deine Chance, für CONVICTIVE zu werben…

Daniel:

Ich bedanke mich herzlich für das Interesse und die netten Fragen. Ich würde
mich freuen, wenn der eine oder andere hierdurch auf uns aufmerksam wird
und unsere Musik für sich entdecken kann. Es kommt Nachschub, versprochen!

 

Zu guter Letzt haben wir von metal-heads.de für Euch noch den nagelneuen Trailer zu den neuesten Studioarbeiten von CONVICTIVE (Stand: 13.01.2016) – wir bleiben für Euch an der Band dran, versprochen!

https://youtu.be/_-o8X2GSaZM

 

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Bildquellen

  • Convictive: Convictive Band
  • Convictive Schriftzug: Convictive Band
Ralfi Ralf

Ralfi Ralf

Als ich mir mit 14 zum ersten Mal das Nasenbein beim Moshen mit dem Tennisschläger im heimischen Kinderzimmer brach, war es um mich geschehen! METAL...

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