DISBELIEF – Frontmann Jagger steht Rede und Antwort im Interview

Disbelief 11.02.2017 Session
Disbelief 11.02.2017 Session Hagen - Schlachthof, Germany

Liebe Metal-Gemeinde! Das „Rage Against Racism“ Festival“ steht vor der Tür.  Am 16. und 17. Juni 2017 werden wieder die Pforten zum Traditionsfestival für tausende Fans der harten Klänge geöffnet. Abermals erwartet euch ein breit gefächertes und abwechslungsreiches Programm mit interessanten Bands. Wir haben es uns wieder zum Ziel gesetzt, euch möglichst viele der dort auftretenden Bands vorzustellen und bekannt zu machen. Den Interview-Reigen eröffnet in diesem Jahr die hessener Death Metal-Formation Disbelief. Für das folgende Interview konnten wir den gut aufgelegten, auskunftsfreudigen Frontmann und Bandgründer Karsten „Jagger“ Jäger gewinnen. Lest selbst…

Disbelief sorgen auf dem „Rage“ 2017 für Härte

Hallo Jagger! Ich freue mich sehr, dass wir die Möglichkeit erhalten haben, im Rahmen des bevorstehenden „Rage Against Racism“ Festival am 16. und 17.06.2017 in Duisburg-Friemersheim, ein Interview mit dir führen zu können. Legen wir also los.

MH.de: Disbelief besteht als Band bereits seit 1990 und gehört zur Speerspitze der deutschen Death Metal-Szene. Da euch wahrscheinlich noch nicht alle unsere Leser kennen, bitte ich dich zunächst die Band vorzustellen.

Jagger: Gitarre – Dave Renner, Drums – Fab Regmann, Bass – Joe Trunk, Gitarre – Alex Hagenauer, Vocals – Jagger

Normale Jobs und Selbstständigkeit

MH.de: Wie viele andere Bands auch, könnt ihr euren Lebensunterhalt wahrscheinlich nicht alleine durch die Musik bestreiten. Welche Jobs übt ihr im normalen Alltag aus, wenn ihr nicht als Vollblutmusiker unterwegs seid?

Jagger: Ich bin selbstständig im Veranstaltungsservice tätig. Dort hauptsächlich im Bereich „Comedians“ unterwegs. Ich sorge dafür, dass Veranstaltungen reibungslos stattfinden können. Das erfüllt mich und macht mir Spass. Die anderen Bandmitglieder sind auch in festen Arbeitsbeziehungen.

Neues Album und Besetzungswechsel

MH.de: Kommen wir nun zu eurem neuen Album „The Symbol Of Death“, welches am 21.04.2017 erscheinen wird. Seit der letzten Veröffentlichung „Heal!“ im Jahre 2010 sind satte sieben Jahre vergangen. Was ist während dieser Zeitspanne vorgefallen? Warum mussten die Fans so lange auf ein neues Album warten?

Jagger: Die Arbeiten zu „The Symbol Of Death“ haben schon Anfang 2011 begonnen. Leider unterbrachen immer wieder Besetzungswechsel den Prozess des Songwritings für die neue Platte. Am längsten dauerte es den richtigen Mann am Schlagzeug zu finden. Satte 4 1/2 Jahre gingen ins Land bis wir auf Fab Regmann gestossen sind. Mit ihm und unseren neuen Gitarristen Dave Renner und Alex Hagenauer haben wir dann weiter an neuen Songs gearbeitet. Der Wunsch, dass neue Album mit einer festen Besetzung aufzunehmen war im Endeffekt die Ursache, dass es sich so lange hingezogen hat. Das ist der Grund, weshalb das neue Album erst jetzt erscheint.

Klares „Nein“ zu Auflösungsgedanken und  „Ja“ zur Qualität

MH.de: War die Auflösung der Band während dieser Zeit mal ein Thema oder war es klar, dass es in irgendeiner Form weitergehen würde?

Jagger: Disbelief ist zu spannend, um an den Gedanken heranzutreten, die Band aufzulösen. Von daher, ein klares Nein!

MH.de: Die Fans und meine Wenigkeit sind selbsterklärend noch nicht in den Genuss des neuen Albums gekommen. Wie würdest du „The Symbol Of Death“ aus deiner Sicht beschreiben? Gibt es stilistische Änderungen? Oder handelt es sich um traditionelles Disbelief Album? Was macht das Besondere an „The Symbol Of Death“ aus, welches man zweifelsohne als Comeback-Album bezeichnen kann?

Jagger: „The Symbol Of Death“ spiegelt den derzeitigen musikalischen Wert von Disbelief wieder. Wir sind alle als Musiker gewachsen, haben uns im Laufe der Zeit eine gewisse Stärke und Selbstbewusstsein angeeignet. Dies spiegelt sich voll und ganz auf dem neuen Album wieder. Im Vorfeld hatten wir 18 Songs erstellt und haben das Ganze auf die stärksten zwölf Songs reduziert. Daraus sind 64 Minuten Spielzeit entstanden, was den Fans von Disbelief sicherlich gefallen wird. Wenn schon so lange warten, dann gibt es auch ordentlich was zu hören. Jeder Song steht für sich und besitzt seinen eigenen Charme und Charakter, was die Platte sehr spannend macht und auch noch nach dem zehnten Male hören nicht langweilig erscheinen läßt.

Neue Mitstreiter an Bord!

MH.de: Im Bandgefüge hat es Veränderungen gegeben. Neben dir und deinem alten Weggefährten Joe Trunk am Bass, gehören nunmehr Alex Hagenauer und David Renner (Gitarre) sowie Fabian Regmann (Schlagzeug) zur Besetzung. Wie erfolgte die Auswahl der Musiker und welche Qualitäten zeichnet diese aus?

Disbelief - Band-Foto

Jagger: Mit Fabian Regmann haben wir einen Schlagzeuger gefunden mit dem wir genau das umsetzen können was wir möchten. Unsere Songs treiben oft und rollen einfach dahin, was bedeutet, um dieses zu unterstützen braucht es das Werkzeug Doublebass. Von dem Standpunkt her ist Fab eine Maschine und der beste Galerentreiber den ich mir im Moment an Bord des Schiffes Disbelief vorstellen kann. Mit Alex und Dave haben wir zwei Gitarristen in der Band, die einfach nur eine Bank sind und uns im Prozess der Pre-Production von „The Symbol Of Death“, wie auch direkt im Aufnahmeprozess, speziell Dave, weitergeholfen haben.

Das „Rage“ und Politik

MH.de: Vor dem Hintergrund des „Rage Against Racism“ Festival komme ich natürlich nicht um folgende Frage herum. Wie ist es zu eurem Engagement beim „Rage“ gekommen und was bedeutet euch dieTeilnahme am Festival? Habt ihr euch beworben oder wurdet ihr vom Veranstalter angefragt?

Jagger: Ich erhielt eine Anfrage per E-Mail, woraufhin ich mit dem Veranstalter die Rahmenbedingungen abgeklärt hatte. Daraufhin war die Sache geritzt. Was die Teilnahme am Festival anbetrifft, kann ich dir erst nach unserer Show und nach dem Erlebten berichten, wie es war. Ich bin absolut gegen rechtes Gedankengut, von daher kann ich es nur befürworten ein Teil dieses Festivals zu sein!

MH.de: Wie siehst du die aktuelle politische Situation in Deutschland und in Europa in Bezug auf den Rechtspopulismus, welcher sich mehr und mehr verbreitet? Macht dir das eher Angst oder glaubst du, dass es sich um ein kurzfristiges und wieder abklingendes Phänomen handelt?

Jagger: Europa wollte politisch ein globales Europa werden. In Deutschland sind wir mittlerweile sehr global geworden. Wenn man sieht, wem man so alles begegnet, wenn man durch die Strassen läuft, in U-Bahnen, Zügen und Bussen fährt. Da kommt einem ab und zu schon der Gedanke, das es mittlerweile mehr Ausländer als Deutsche gibt. Das dadurch mehr Konfliktpotenzial entsteht ist auch klar. Damit umzugehen und das Ganze in vernünftige Bahnen zu lenken, das ist Aufgabe der Politik, die wollten das so, also soll auch die Politik dafür sorgen, dass alles konform und wegweisend ablaufen soll. Von daher hoffe ich, dass sich alles in die richtigen Bahnen lenkt.

Gemischte Tüte!

MH.de: Welche Setlist dürfen wir auf dem „Rage“ erwarten? Wird der Schwerpunkt der Songs auf dem neuen Album liegen oder dürfen wir auch auf ein paar alte Kracher hoffen?

Jagger: Natürlich werden wir mehrere neue Songs spielen, aber wir werden nicht unsere alten Klassiker nicht vergessen. Von daher werden wir Songs von fünf verschieden Alben dazu fügen.

MH.de: In der Vergangenheit habt ihr bereits mehrfach Coverversions wie beispielsweise „Love Like Blood“ von Killing Joke oder das bärenstarke „Coast To Coast“ von den Scorpions eingespielt. Könnt ihr euch vorstellen mal ein komplettes Album mit Cover-Songs, welches eure Handschrift trägt, aufzunehmen?

Jagger: Wir bevorzugen es unsere eigenen Songs zu komponierern. Wir wollen die Songs, die wir aufnehmen auch live präsentieren und da gibt es einen wesentlichen Unterschied, ob du eigene Songs oder gecoverte Songs live spielst. Das eigene Ich kann live nur mit eigenen Songs rausgeholt werden.

Ist der Metal tot?

MH.de: Zu guter Letzt noch eine allgemeine Frage. Einer unserer letzten Interview- Partner versetzte mich mit seiner Aussage, dass der Metal tot sei in Erstaunen. Sicherlich wird das Rad nicht neu erfunden, aber meiner Meinung nach ist der Metal immer noch einer der facettenreichsten Musikstile. Wie ist deine Sichtweise? Ist der Metal wirklich tot?

Jagger: Ich bin durch und durch Metaller, von daher kann der Metal nicht tot sein – jep! Nein! Im Ernst, warum soll der Metal tot sein? Was für ein Quatsch! Ich denke, der Metal hat sich ein bisschen verändert zu früheren Tagen. Vielleicht sind wir – speziell in Deutschland – etwas zu verwöhnt geworden, was das Angebot an Live – Shows betrifft. Ich spiele hier auf den Enthusiasmus ab, der, finde ich, den Fans ein bisschen verloren gegangen ist. Letzten November war ich mit Morgoth in Südamerika auf Tour, da kann ich berichten, dass der Metal längst nicht tot ist. So viel Energie hätte ich nicht erwartet, aber das ist der Beweis, dass man Metal richtig abfeiern kann. So, keep the metal alive!

Jagger, ich bedanke mich ganz herzlich für das Interview und wünsche dir und der Band alles Gute für die Zukunft. Ich hoffe, wir sehen uns auf dem „Rage“ und finden vielleicht die Gelegenheit ein Bierchen miteinander trinken zu können.

Anhand des folgenden Video-Clip zu „Full Of Terrors“ könnt ihr euch schon mal ein Bild vom kommenden Album „The Symbol Of Death“ machen:

NEWSLETTER. FREITAGS. KOSTENLOS.

Bildquellen

  • Disbelief – Band-Foto: Karsten Jäger - Disbelief
  • Disbelief 11.02.2017 Session: Karsten Jäger - Disbelief
STAHL

STAHL

Mit einem Glockenschlag von AC/DCs "Hells Bells" hat 1980 alles angefangen, dann folgte der dreckige Rest in Form von Bands wie Iron Maiden, Venom, Accept und Exciter...long live the loud...

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

fünf × drei =