FORENSICK – Das große Interview

Wir von metal-heads.de haben es uns zur Aufgabe gemacht, nicht nur über die Großen der Szene zu berichten, sondern auch dem Nachwuchs eine Chance zu geben. Zu den Bands, die wir diesbezüglich schon einige Jährchen begleiten, gehört die Schwarzwälder Formation Forensick. Anlässlich ihres bevorstehenden 3. Longplayers hatten wir das Vergnügen, ein ausführliches Interview mit der Band zu führen.

Forensick – Kurze BandgeschichteForensick Gruppe

Forensick, das ist eine fünfköpfige Band aus Horb am Neckar, die sich stilistisch dem traditionellen Heavy Metal im Stile von Bands wie Iron Maiden verschworen haben. Seit ihrer Gründung im Jahr 2010 hat die Band mit ihrem selbstbetitelten Debüt (2012) und dem Nachfolger „The Prophecy“ (2014) bereits 2 Longplay-Alben veröffentlicht. 2012 gewann die Band ein Fan-Voting, dass ihnen erlaubte, dass traditionsreiche Bang Your Head Festival in Balingen zu eröffnen. Damit zunächst genug der Vorrede, lassen wir die Bandmitglieder lieber selbst zu Worte kommen.

Das Interview

Metal-heads.de (MH): Hallo Leute, schön, dass ihr euch die Zeit nehmt, uns einige Fragen zu beantworten. Es wäre nett, wenn ihr euch einmal kurz einzeln vorstellen könntet und uns erzählt, welche Aufgabe ihr in der Band habt und was ihr sonst noch so beruflich und privat treibt.

Tobi Hübner

Hi, ich bin der Tobi Hübner, der Sänger von Forensick, und ich wohne in Horb. Ich bin 28 Jahre alt und mache Musik seit ich acht Jahre alt bin. Meine musikalische Karriere hat mit dem Klavierspielen begonnen und meine Hobbys sind natürlich alles was mit Musik zu tun hat (schreiben, machen, hören), Kochen und Rennrad fahren. Ich spiele immer noch sehr gerne Klavier und spiele regelmäßig akustische Konzerte mit Klavier und Gesang, singe in der Rock-Coverband „The Woodpeckers“ und außerdem bei kirchlichen Trauungen. Meine größten musikalischen Einflüsse als Metal-Sänger kommen von Bruce Dickinson, Damian Wilson, Ronny James Dio oder Glenn Hughes. Beruflich bin ich im Außendienst in der Finanzdienstleistungsbranche unterwegs.

Andi Armbruster

Servus, mein Name ist Andi Armbruster und ich bin der Bassist von Forensick. Wohnen tu ich ebenfalls in Horb und ich bin 26 Jahre alt. Meine musikalische Karriere hat tatsächlich erst mit 15 Jahren mit Gitarre spielen begonnen. Mit 18 Jahren habe ich dann am Bass spielend meine Leidenschaft entdeckt. Die Faszination an der Musik gab es aber natürlich schon seit ich denken kann. Daher ist mein größtes Hobby natürlich ebenfalls die Musik und damit auch alles was mit Musik zu tun hat. Außerdem gehe ich gerne Motorrad fahren, Wandern, Klettern oder Fahrrad fahren. Meine größten musikalischen Einflüsse kommen, denk ich, von Steve Harris, Markus Großkopf, David Ellefson und Geezer Butler wobei ich voraussichtlich morgen früh noch aufzählen könnte weil es zu viele sind. Beruflich bin ich Kfz-Meister.

Julian Rocco Lepore

Hallo, ich bin der Julian Rocco Lepore und ich bin der Schlagzeuger von Forensick. Ich bin ebenfalls 26 Jahre alt aber der einzige der Band, der nicht in Horb wohnt. Studium bedingt wohne ich in Würzburg. Dort studiere ich unter anderem Englisch auf Lehramt. Ich kann euch gar nicht sagen, wann meine musikalische Karriere begonnen hat. Seit ich mich erinnern kann, mache ich Musik. Auch wenns nur die Töpfe von der Mutter waren und ich Kochlöffel als Drumsticks hatte, bis ich mein erstes Schlagzeug bekommen habe. Außerdem spiele ich Gitarre und Bass. Damit hätten wir auch meine Hobbys geklärt. Musik, Musik, Musik!!!

Matthias Ehmig

Hallöchen, ich bin der Matthias Ehmig und bin einer von zwei Gitarristen der Band. Mit 29 Jahren bin ich der älteste in der Band und wohne ebenfalls in Horb. Ich habe mit 10 Jahren angefangen Musik zu machen und habe Saxophon gespielt. Mit 14 kam dann die Gitarre dazu und das ist bis heute auch meine große Leidenschaft. Ich spiele nicht nur E-Gitarre, sondern es darf auch gerne mal ruhiger mit der Akustikgitarre sein. Weitere Hobbys sind Lesen, Filme, Zocken und Kochen. Meine größten musikalischen Einflüsse sind wohl Adrian Smith, David Gilmour und Stevie Ray Vaughan. Beruflich bin ich Lehrer an einem Gymnasium für die Fächer Deutsch und Geschichte.

Stephan Vogt

So hallo, dann darf ich mich noch ganz kurz vorstellen. Ich bin der Stephan Vogt und ebenfalls Gitarrist bei Forensick, bin auch 26 Jahre alt und wohnhaft in Horb. Ich habe wie der Matthias mit 14 Jahren begonnen, Gitarre zu spielen und mache das nach wie vor mit großer Leidenschaft. Meine größten musikalischen Einflüsse sind Zakk Wylde, Joe Bonamassa, Steve Vai und Gary Moore. Ihr seht also ich bin recht breitgefächert unterwegs und spiele auch gerne mal Blues. Neben der Musik sind Gitarren mein großes Hobby, vor allem Les Pauls, und ich habe ein großes Interesse an Autos. Beruflich bin ich Stuckateur-Meister.

Das 3. Album

MH: Wenn ich richtig informiert bin, laufen bei euch gerade die Arbeiten am neuen Album. Wann können wir mit einer Veröffentlichung rechnen und was dürfen wir von eurem Drittwerk erwarten?

Forensick: Ja also die Arbeiten an dem neuen Album laufen. Wir sind gerade intensiv in der Songwriting-Phase und verpassen den Liedern noch den Feinschliff. Wir haben an uns selbst einen sehr hohen Anspruch für das dritte Album und deswegen ist das ein sehr zeitintensiver Prozess. Ihr könnt auf jeden Fall sehr gespannt sein!!! Wir versuchen einen würdigen Nachfolger von „The Prophecy“ zu erschaffen und wir sind da guter Dinge. Wenn die Lieder stehen, geht’s ans Aufnehmen, Cover entwerfen lassen, Rücksprache mit unserem Label und an die Promotion. Also ihr merkt, da steckt noch ein Haufen Arbeit dahinter, aber wir hoffen, noch 2017 mit einem Release rechnen zu können.

MH: Bisher seid ihr überwiegend in der Neckar-Region live zu sehen gewesen und habt insbesondere dadurch lokal einen recht hohen Bekanntheitsgrad erlangt? Gibt es Pläne euren Wirkungskreis auszudehnen? Aus finanziellen und logistischen Gründen ist dies sicher nicht ganz einfach, oder?

Forensick: Regional haben wir schon einen guten Bekanntheitsgrad erlangt, das stimmt. Und es macht immer großen Spaß und gibt einem ein unglaublich gutes Gefühl, wenn man auf Konzerten bekannte Gesichter trifft. Bekannte Gesichter von Fans, die stellenweise schon eine längere Anreise auf sich nehmen, um uns zu sehen. In so einem Fall wird gerne mal ein bisschen geplaudert und mit einem Bier angestoßen. Unser Plan ist es aber natürlich schon, unseren Wirkungskreis auszudehnen um einen insgesamt höheren Bekanntheitsgrad zu erreichen. Wir hoffen mit dem kommenden Album auch überregionale Konzerte oder eine kleinere Tour zu spielen, aber wie ihr sagt, ist das nicht ganz einfach. Das Musikgeschäft ist heutzutage ein hartes Pflaster, aber dennoch sind wir alle motiviert und zuversichtlich, dass wir das hinbekommen.

Auftrittsmöglichkeiten

MH: Am Niederrhein ist es mit Auftrittsmöglichkeiten für Heavy Metal Bands nicht gerade zum Besten bestellt. Wie sieht es in eurer Region aus? Gibt es ausreichend Gelegenheiten für junge Bands live zu performen?

Forensick: Naja, wie schon gesagt, das Musikgeschäft ist insgesamt ein hartes Pflaster und das auch in Bezug auf Gigs. Ausreichend Gelegenheiten wird es aus Sicht eines Musikers wohl nie geben. Hier gibt es schon ein paar Kneipen, Clubs und auch kleinere Festivals dessen Ausrichtung der Metal ist, allerdings ist Booking wirklich eine aufwendige Sache. Dass ein Veranstalter auf eine Band zugeht ist alles andere als die Tagesordnung. Hier ist selber aktiv werden angesagt, die Veranstalter anschreiben und versuchen, ihn von der Band zu überzeugen.

MH: 2012 durfte ihr das Bang Your Head Festival eröffnen. Sicherlich die größte Bühne auf der ihr bisher gestanden habt. Was ist auch von dem Auftritt und dem „Drumherum“ am meisten in Erinnerung geblieben? Gab es beispielsweise die Gelegenheit, euch mit Mitgliedern der anderen (prominenten) Bands zu unterhalten?

Forensick: Also das war bisher die mit Abstand größte Bühne bisher und eine Erfahrung die man nie wieder vergisst und sich natürlich auch immer gerne wieder daran zurückdenkt. Wenn man überlegt wie nervös wir damals alle waren. Das Konzert an sich war ganz gut und obwohl wir das Festival eröffnet haben, stand schon Publikum da, das uns tatkräftig unterstützt hat und bei dem wir sichtlich gut angekommen sind. Dementsprechend lang war dann auch die Schlange bei unserer Signing-Session und die Zeit hat gerade so gereicht allen Fans eine Unterschrift zu geben. Das Festival als auftretender Musiker zu erleben war extrem beeindruckend. Die Backstagebereiche, das Catering, die Organisation und die Betreuung, wirklich faszinierend! Und wir hatten tatsächlich die Möglichkeit und die Ehre mit einigen Musikern wie Bernhard Weiß (Axxis), Falk Maria Schlegel (Powerwolf) und Tobias Exxel (Edguy) zu reden und haben ihnen teilweise auch eine CD geschenkt.

Zukunftsaussichten

MH: Man sagt häufig, dass das dritte Album einer Band über ihre Zukunft entscheidet, Was macht ihr, wenn der ganz große Erfolg ausbleibt? Bleibt ihr eurer Linie treu oder gibt es Überlegungen stilistisch etwas Anderes auszuprobieren?

Forensick: Wir hoffen, dass wir den Spaß an der Musik niemals verlieren und die Motivation ist da, dann trotzdem weiter zu machen. Jetzt warten wir einfach mal, wie unser drittes Album aufgenommen wird, wie es ankommt und was dann passiert. Die Musik und auch der Stil den wir machen ist die Leidenschaft von uns allen und daher denken wir, dass wir unserer Linie treu bleiben.

Allerdings reifen wir ja auch was das Songwriting und die spielerischen Qualitäten angeht. Diesen Reifeprozess hört man auch schon von „Forensick“ zu „The Prophecy“ und wird man mit Sicherheit auch auf unserem neuen Album hören. Von dem her kann man nie zu tausend Prozent sagen, dass wir uns stilistisch nie verändern werden. Aber so weit, dass wir uns zusammensetzten, um zu bereden, was und wie wir uns stilistisch verändern müssten, um kommerziell erfolgreicher zu werden, wird es mit Sicherheit nicht kommen. Wir machen Musik, weil es uns Spaß macht und das steht auch an erster Stelle.

Konzerterlebnisse

MH: Ihr seid nicht nur Musiker sondern auch selber Fans. Gab es in der letzten Zeit ein oder mehrere Konzerte, die euch besonders begeistert haben und nehmt ihr daraus Anregungen für euch selber mit?

Forensick: Iron Maiden bieten immer wieder ein geniales Konzert. Da stimmt einfach alles. Die Musik ist weltklasse, spielerisch sind die Herren der Wahnsinn und man merkt, mit welcher Freude die das machen. Das macht sie sehr sympathisch. Ganz klar ist auch, dass Iron Maiden eine erstklassige Bühnenpräsenz und Bühnenshow haben. Aber es gibt natürlich auch viele kleinere Bands, die komplett überzeugt haben. Avantasia hat ebenfalls auf kompletter Linie überzeugt.

Als Musiker erlebt man ein Konzert, das man besucht, anders. Man hört nicht nur die Musik und sieht die Bühnenshow, sondern man analysiert völlig automatisch, ob man will oder nicht, das Konzert. Stimmt die Akustik, passt alles spielerisch, mit was für einem Equipment spielt der Musiker, wie ist das Licht, die Show, die Bühnenpräsenz und wie ist das Verhalten der Musiker. Und man lernt auf jedem Konzert was dazu und nimmt was mit nach Hause, positiv wie negativ. Und natürlich macht man sich im Nachhinein Gedanken, ob man das was einem besonders gut gefallen hat, irgendwie in der eigenen Band anwenden oder integrieren kann. Das ist dann genauso ein Reifeprozess wie beim Songwriting. Mit mehr Erfahrung wird man immer seriöser, ausgereifter und unter Umständen auch kreativer.

The Gambler

MH: Ihr habt im November 2015 eine Single veröffentlicht. „The Gambler“ heißt das gute Stück (HIER unsere Review). Was gibt es darüber zu Wissen?

Forensick: Wir haben ein neues Lied von uns, das nach „The Prophecy“ entstanden ist, aufgenommen und daraus eine Singleauskopplung gemacht. Veröffentlicht haben wir das Ganze auf 7“ Red Clear Vinyl, old school, passend zu unserem Musikstil. Auf der A-Seite ist „The Gambler“ und auf der B-Seite, wie es schon in den 80ern üblich war in der Szene, ein Cover. Wir haben uns sehr lange überlegt, was für ein Cover man nimmt und wir haben uns dann für Samson (die Vorgängerband des heutigen Iron Maiden Sängers Bruce Dickinson) „Hard Times“ entschieden.

Die Platte ist limitiert auf 500 Exemplare und erwerben kann man die Scheibe ausschließlich in unserem Shop oder Live auf Konzerten für 5€. Wir wollten damit eine gewisse Exklusivität schaffen und haben uns daher gegen den Vertrieb im großen Rahmen entschieden. Wer keinen Plattenspieler hat, aber die Platte aus Sammlergründen haben möchte und die Songs trotzdem hören möchte, dem schicken wir die Lieder noch digital nach.

Abschließende Worte

MH: Vielen Dank für das Interview. Wir von metal-heads.de wünschen euch für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg für das neue Album. Vielleicht ergibt sich ja bald mal die Gelegenheit für uns, euch live zu erleben. Habt ihr zum Abschluss noch eine Botschaft für eure Fans und die Leser dieses Interviews?

Forensick: Ich denke, abschließend können wir uns nur ganz herzlich bei euch bedanken für das Interview und eure Glückwünsche!!! Die Anfrage hat uns sehr gefreut und es hat riesen Spaß gemacht. Würde uns auch sehr freuen, euch auf einem Konzert begrüßen zu dürfen. Wenn ihr es mal schafft, lasst es uns wissen. Ganz herzlich möchten wir uns natürlich auch bei allen Lesern und unseren Fans bedanken. Danke, dass es euch gibt, dass ihr unsere Musik hört und sie euch gefällt. Und Danke, dass ihr auf unsere Konzerte kommt. Ihr seid die Besten. Jede Band steht und fällt mit ihren Fans. Wir wissen das und wir wissen jeden Support in jeglicher Form zu schätzen. Seid bitte noch ein wenig geduldig was unser drittes Album angeht. Wir arbeiten hart daran und werden euch nicht enttäuschen.

Soweit das Interview mit Forensick. Sobald uns das neue Album der Schwarzwälder vorliegt, werden wir euch selbstverständlich mit einer Review beglücken. Aktuelle News zu Forensick findet ihr auf der Seite www.forensickmetal.com und natürlich bei uns auf metal-heads.de

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Bildquellen

  • gruppe-2-logo: Forensick
  • Forensick Band: Forensick
Uwe

Uwe

Fast 35 Jahre als Metal-Fan hat es gebraucht, bis ich es endlich geschafft habe, ins heilige Metal-Land nach Wacken zu kommen! Auf diese Weise erleuchtet, hoffe ich auf mindestens noch 50 Jahre Musik "Louder Than Hell"!

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