Interview mit Hartmut Stoof (Drums)

Hartmut Stoof Foto Marcus Kösters

Anfang des Monats gab es hier das erste Interview, mit dem ich eine Reihe begonnen habe, in der ich Interviews mit Schlagzeugern führen werde, die auf die eine oder andere Weise mein Interesse geweckt haben.
Heute ist Hartmut Stoof an der Reihe – Drummer bei GLORYFUL, die im letzten Jahr ihr viertes Studioalbum „Cult of Sedna“ herausgebracht haben. Doch heute geht es nur ums Drumming: Vorbilder, Üben, Stil und darum, was Drumming mit Tischtennis zu tun hat. Ja, da gibt es eine Verbindung – zumindest bei Hartmut. Aber lest selbst:

Wann hast du mit dem Schlagzeugspielen angefangen? Und wie bist du überhaupt darauf gekommen, Schlagzeug zu spielen?

Mit zwölf Jahren bin ich zufällig zum Schlagzeugspielen gekommen. Ich war mit einem Freund zum Tischtennistraining verabredet. Er war damals Gitarrist seiner Abi-Band und hatte von der Probe am Vortag noch das Equipment stehen. Zu dem Zeitpunkt wollte ich eigentlich Bass lernen, aber er fragte mich, ob ich mich nicht mal ans Schlagzeug setzen wolle. Ich fand sofort Gefallen daran, auch wenn es klang, als ob jemand die Treppe herunterfällt und so wurde das Tischtennis-Systemtraining häufiger durch Musiksessions ersetzt. Meine alleinerziehende Mutter war von meinem Vorhaben Schlagzeug zu lernen wenig begeistert – zu teuer und zu laut für ein Mehrfamilienhaus.

Hartmut Stoof Studiosession

Hast du direkt Unterricht genommen?

Zu der Zeit gab es YouTube ja noch nicht. Mein Freund Hilmar zeigte mir erste Kniffe, wie beispielsweise Double Strokes. Der spätere Drummer seiner Abi-Band wies mich auf Paradiddles hin – das sind unterschiedliche Rechts-Links-Kombinationen.    
Unterricht an einer Musikschule hatte ich nie, daher ist meine Stockhaltung evtl. nicht nach Lehrbuch.

Das scheint deinem Spiel aber nicht zu schaden. Wo hast du denn eigentlich geübt, wenn das zuhause eigentlich zu laut war?

Geübt habe ich zu Beginn nur bei den Treffen mit Hilmar, wenn wir die Musik höher priorisierten als das Tischtennistraining. Wochen später, als sich herauskristallisierte, dass ich daran immer mehr Gefallen fand, kaufte ich mir Stöcke und ein Hartgummidämpfungspad, das man sonst auf die Snare legt, um leise zu spielen. Das legte ich auf die Sitzfläche meines Schreibtischstuhls und begann so zuhause meinen Bruder, meine Mutter und unsere Nachbarn zu tyrannisieren.

Dann ergab sich eine andere Möglichkeit: ich konnte mein Schlagzeug in meiner Schule abstellen und dort nach Herzenslust die Felle verdreschen. Später hatte ich Proberäume in örtlich nahgelegenen Jugendzentren, die es heute leider fast gar nicht mehr gibt.  

Vorbilder und der eigene Stil

Gab es damals ein Vorbild/einen Drummer, der dich beeindruckt hat? Was hat dich beeindruckt?

Als ich anfing, zählten für mich musikalisch nur komplette Bands und keine Musiker oder Individualkünstler. Erst später taten sich für mich Szenegrößen hervor, wie beispielsweise Dave Lombardo (damals SLAYER) oder Mike Portnoy (damals DREAM THEATER).  

1995 kaufte sich mein Bruder „The Gallery“ von DARK TRANQUILLITY. Das Album liebe ich heute noch wegen seiner Kompositionen und dramatischen Stimmung. Mir gefielen die Akzentuierungen und Fill-Ins ihres Schlagzeugers Anders Jivarp, die ich auch (syn-)kopierte.
Ein weiterer Schlagzeuger, der mir damals aufgefallen war, ist Marc Zonder, damals Schlagzeuger von FATES WARNING. Dieser Drummer hat Groove, Feeling und für damalige Verhältnisse unkonventionelle Ideen – faszinierend.      

Wann hast du das erste Mal mit anderen zusammen gespielt/in einer Band gespielt? Wie ist es dann weitergegangen?

Erste Banderfahrungen hatte ich 1996. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht mehr, wie der Kontakt initial entstand, jedoch schloss ich mich einer bereits bestehenden Band namens HELL’S PARADISE an. Wir hatten in den ca. vier Jahren gemeinsamer Bandgeschichte und Freundschaft zahlreiche regionale Auftritte, aber auch nie darüber hinaus. Mit Hilmar – du erinnerst dich – dem Initiator meiner Drum-Story und Bassist Manuel hatte ich von 1996 bis 1997 die Band CABBAGE PATSCH SNACK TIME DOLLS. Wir nahmen eine Demo-Kassette mit 10 (!) Tracks auf.Die Band löste sich jedoch nach dem ersten Konzert auf.
2001 wurde ich einer Band vermittelt, die später zumindest überregional bekannter war – SYMBIONTIC. 2002 gab es ein Demo und zwei Jahre später das Album „Vaya“. In den zehn Jahren Bandgeschichte gab es außerdem zahlreiche Auftritte.

Zwischendurch gab es immer mal kleinere Projekte, bei denen ich mitgewirkt habe. 2006 half ich bei der Metalcore-Band DEADSOIL aus und beschlagnahmte danach den Drumthrone bis zur Auflösung 2009. Dort lernte ich übrigens Jens Basten von NIGHT IN GALES kennen.

2011/12 sprang ich dann als Stammersatz bei ihnen ein. Ja, und dann kam die Anfrage, bei GLORYFUL zu spielen, bei denen ich seit 2012 die Felle bearbeite.

Detailverliebt mit eingebranntem Dauergrinsen

Hartmut Stoof TKmetalshots MetalDays 2016

Wie hast du deinen eigenen Stil entwickelt?

Daraus ergibt sich für mich primär die Frage, ob ich überhaupt einen eigenen Stil habe?
In vielen Dingen bin ich sehr detailverliebt, was sich auch musikalisch widerspiegelt. Selbstredend habe ich meine Bausteine, wie auch jeder andere Künstler nach bestimmten Mustern arbeitet und dennoch versuche ich bestimmte musikalische Punkte hervorzuheben und Energiefluss, Spannung und Dramaturgie zu fördern á la „der Rhythmus, bei dem man mit muss“ (lacht).

In der Beschreibung von massacre-records steht: „Drummer Hartmut Stoof trommelt mit seinem Doublebass-Gewitter alles in Grund und Boden.“
Was sagst du dazu? Wie weit bzw. in welcher Hinsicht trifft das zu?

Man darf sowas nicht überbewerten. Es handelt sich hierbei ja um eine Verkaufspromotion, ähnlich eines Werbeslogans. Sowas steht und fällt auch immer mit der jeweiligen Relation. In puncto Geschwindigkeit, Ausdauer und Härte gibt’s bei weitem sehr viele andere erwähnenswerte Drummer.                               

Wie würdest du denn dein Drumming beschreiben? Woran kann man erkennen, dass du am Schlagzeug sitzt?

Ich denke nicht, dass ich – also musikalisch gesehen – so etwas wie ein Wiedererkennungsmerkmal habe. Aber das sollen andere beurteilen. Optisch allerdings glaube ich das schon, da wahrscheinlich kein anderer das eingebrannte Dauergrinsen beim Spielen hat. (lacht)

Auch ein Drummer mag Hooklines und schöne Melodien

Wenn du Musik hörst/in Konzerte gehst – achtest du da besonders auf das Drumming? Wie muss das sein, damit es dir gefällt?

Wenn ich mir bewusst eine Band ansehe, achte ich auf die markanten Stellen. Das können Hooklines der Gitarren, ein grooviger Takt und auch eine schöne Gitarren- oder Gesangsmelodie sein. Ansonsten bin ich wie jeder andere auch: der Entertainmentfaktor überwiegt. Beim Hören verhält es sich ähnlich. Ich mag jedoch knackige Slappings vom Bass oder auch schöne Bassharmonien und natürlich auch treibende Parts und schöne Gesangsmelodien, die man mitträllern kann.

Du spielst mit hohem körperlichem Einsatz. Über welche körperlichen oder motorischen Kompetenzen/Fähigkeiten muss ein Drummer verfügen? Hältst du dich in einer besonderen Weise fit? 

Drumming erfordert zu Beginn viel Übung. Gerade die Koordination und vor allem der Anschlag und die Tightness, also bewusste Anschlagsdynamiken und konstant das jeweilige Tempo spielen zu können, sind große Herausforderungen. Meiner bescheiden Meinung nach, benötigt man aber keine überdurchschnittlich hohe körperliche Fitness. Vieles ist Fleiß und Disziplin. Falls der Spaßfaktor entsprechend hoch ist, sind das dann echte Selbstläufer.
Regelmäßig proben sollte man dennoch, zumindest um einen gewissen Status Quo zu halten. Jedes neu erlernte Wissen erfordert dann zusätzliche Zeit und Übung.
In meinem Fall trainiere ich mindestens zweimal die Woche Tischtennis, fahre mit dem Rad zur Arbeit und bin saisonaler Jogger, was meinen Grad an Bewegung und meine Physis aufrecht hält.   


Felle und Bälle – zum Auspowern und als Balsam für die Seele

Du bist ja nicht nur ein aktiver sondern auch ein erfolgreicher Sportler. Ist das für das Schlagzeugspielen von Vorteil? Gibt es Gemeinsamkeiten im Hinblick auf Koordination und Konzentration?

Sport oder gezielte Bewegung schadet letztlich niemandem, wenn‘s nicht gerade Extremsport ist. Antworte ich einem Orthopäden auf seine Frage, ob ich Sport mache, mit: „Tischtennis“, werde ich spöttisch belächelt und er erwidert: „Nee nee, ich meinte Sport.“

Tischtennis erfordert für den Zeitraum eines Ballwechsels enorme Konzentration und Körperspannung, zusätzlich fördert und steigert die Geschwindigkeit des Sports das Reaktionsvermögen. Das hilft generell in stressigen Situationen einen kühlen und lösungsorientierten Kopf zu bewahren und hilft zeitgerecht zu improvisieren falls nötig.

Dein Verein hat im letzten Jahr über dich geschrieben, dass das Schlagzeugspielen für dich eine Leidenschaft ist, wie auch das Tischtennisspiel. Und in gewisser Weise ist das Tischtennisspiel ja auch – wie du eingangs erzählt hast – dafür verantwortlich, dass du überhaupt mit dem Schlagzeug angefangen hast.

Das eine hat bei mir das andere irgendwo bedingt. Hätte ich damals nicht mit Hilmar trainiert, wäre die Konstellation des Übens am Schlagzeug wahrscheinlich nie entstanden. Sowohl Drumming als auch Tischtennis sind seither nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Beides trägt essenziell dazu bei, dass ich im Alltag ausgeglichen bin. Salopp formuliert: entweder verdresche ich Felle oder Bälle; das bietet einige Kompensationsmöglichkeiten (lacht).

Aber ist das Schlagzeugspielen eine Leidenschaft für dich? Wie wäre es, wenn du nicht mehr spielen könntest? Was ist für dich das Wichtigste am und beim Schlagzeugspielen?

Auf eine der beiden Aktivitäten zu verzichten bräche mir mein Herz und brächte mich um den Verstand.

Beides bietet die Möglichkeit soziale Kontakte aufrecht zu halten/ zu pflegen, den Kopf auszuschalten und sich auszupowern ist sowieso Balsam für die Seele. 

Hartmut Stoof Foto: Marcus Kösters RAR2017

Musikalische Ideen und physische Grenzen

Um noch einmal auf das Schlagzeugspielen an sich zurückzukommen: Nicko McBrain hat mal gesagt, dass er tendenziell schneller spielt, wenn er müde ist. Ist es bei dir auch (tages)formabhängig, wie schnell du spielst?

Bei mir bemerke ich da eher das Gegenteil. Wenn ich müde bin, spiele ich in der Regel unkonzentriert und habe, je nach Rhythmus, ein ungewolltes „laid-back feeling“.
Tagesformabhängigkeiten sind menschlich. Wir können nicht jedes Mal auf Knopfdruck dieselbe Leistung abrufen. Und klar wirkt es sich aus, wenn ich mental nicht bei der Sache bin, vorher wenig gegessen oder getrunken habe oder mich nicht ordentlich aufgewärmt habe. 

Wie oft übst du eigentlich? Und wie sieht das dann aus? Hast du einen bestimmten Ablauf?

Ich übe mittlerweile weniger als einmal wöchentlich, was auch mir zu wenig ist. Je nach Auslastung, Laune und Zeit. Die Übungen sind nicht stringent einem Muster folgend.
Das sind zum Teil Unabhängigkeitsübungen, Timing und Kondition. Oft spiele ich Songs unterschiedlicher Interpreten und Musikstile mit und improvisiere darüber. Das fördert meine Kreativität. 

Über dein hohes Tempo beim Spielen haben wir ja schon gesprochen.
Bist du durch das Üben schneller geworden? Ergibt sich das Tempo durch die Struktur der Songs?

Schon sehr früh wollte ich schneller spielen können. Die damaligen Möglichkeiten und Limits waren aber deutlich unter den heutigen. In den frühen 90ern galten im Metal-Genre Gene Hoglan (Dark Angel),  Dave Lombardo (Slayer) und der jüngst verstorbene Sean Reinert (Cynic, Death) als Maß der Dinge.
Heute ist die Anzahl schneller und fähiger Metaldrummer überwältigend.

An seine physischen Grenzen stößt man aber oft zunächst durch eine Idee. Man hört einen neuen Song, hat eine initiale Idee, was man dazu spielen kann. Wenn es dann an der Umsetzung hapert, übt man solange, bis die Idee umgesetzt ist.

Gloryful beim Rage Against Racism 2017

Double-Bass-Dauerfeuer versus Spannungsbogen

Bobby Rondinelli (BLACK SABBATH) hat mal gesagt, dass es besser sei, keine Double-Bass zu spielen als sie zu viel einzusetzen. Wie siehst du das? Welche Rolle spielt das Double-Bass-Spiel für dich oder dein Drumming?

Ich sehe es ähnlich. Doublebass ist lediglich ein Stilmittel und sollte auch genauso eingesetzt werden. Wenn Doublebass als dreiminütiges Dauerfeuer abgeschossen wird, gibt es keinerlei Spannungsbögen. Ähnlich verhält es sich beim Einsatz von Blastbeats im Death – und Black Metal. Die Abwechslung macht’s. 

Braucht man eigentlich unbedingt zwei Bass-Drums und/oder viele Toms, um druckvoll zu spielen?

Wenn alle Kessel mikrofoniert werden, ist der Aufwand, die beiden tonal aufeinander abzustimmen ziemlich hoch. Das kann mitunter zeitaufwendig und nervig werden. Viele Schlagzeuger haben zwar ein Doublebass-Set stehen, spielen aber nur eine Bassdrum per Doppelfußmaschine. Mit zweien sieht das eben protziger aus.
Und manchmal muss man sich als Drummer auch den örtlichen Gegebenheiten anpassen. Im Gegensatz zu den Saiteninstrumentalisten, die immer auf ihrem eigenen Equipment spielen, muss sich ein Schlagzeuger oft den individuellen Set-Ups stellen, die ihn erwarten.
Die Größe des Equipments spielt nur bei der Vielfalt der Klänge eine Rolle. Druckvolles Spiel hingegen geht letztlich auch mit sehr wenigen Kesseln und Becken. 

Ein neues Drumset

Im letzten Jahr hast du dir ein neues Drumset zusammengestellt. Wieso wolltest oder brauchtest du ein neues?

Der Grundgedanke ergab sich aus einem Live-Set. Zuvor hatte ich mir im Bedarfsfall über den Drumdealer meines Vertrauens ein Standard-Set (Kesselsatz mit dazugehörigen Stativen) für geringes Geld geliehen. Als dieser die Pforten schloss, musste eine Lösung her. Mein altes Schlagzeug, mit dem ich immer zufrieden war, hatte zu dem Zeitpunkt 19 Jahre auf dem Buckel. Ich habe mir dann überlegt, dieses Set live einzusetzen und mir ein neues Drumset für den Proberaum und Studiosessions zuzulegen. 

Was hast du verändert bzw. nach welchen Kriterien hast du dein neues Set zusammengestellt?

Das neue Setup hat sich etwas gewandelt. Die Anzahl und Auswahl der Becken hat sich im Wesentlichen nicht verändert. Der Kauf beinhaltete jedoch einen neuen Kesselsatz, den ich um eine 18 Zoll-Floortom ausgedehnt habe und ein neues Rack mit neuen Stativen für die Becken.
Im Proberaum habe ich gerne den identischen Aufbau zum Studio, da ich dort die Feinheiten und klanglichen Akzente üben kann, die dann auch auf dem Tonträger zu hören sein sollen.

Ist dein Studio-Drumset anders als das, das du auf Tour benutzt?

Live spiele ich ein abgespecktes Set. Kleinere Akzentbecken kommen in den meisten Clubs durch die sporadische Mikrofonierung sowieso nicht adäquat rüber, daher belasse ich es beim „Standard“: zwei Crashes, zwei Chinas, Ride und Hi-Hat. Einzig von mir vorgegebene Prämisse sind zwei zentrale Hängetoms oberhalb der Bassdrum, um Tomläufe improvisationsfrei umsetzen zu können. 

Hartmut Stoof mit GLORYFUL

GLORYFUL

Du bist seit der Gründung von GLORYFUL mit dabei. Wie kam es zur Gründung der Band?

Das ist so nicht ganz korrekt. Die Gründung der Band basiert auf Jens und Johnny, die zusammen das Demo „Sedna’s Revenge“ schusterten und veröffentlichten. Die beiden lernten sich zufällig kennen. Irgendwann fiel dann der fast schon stereotype Satz, der immer irgendwann kommt, wenn Musiker sich treffen und wissen, was der andere so drauf hat:  „Wir müssen was zusammen machen!“ Das war der Beginn von Gloryful. Die beiden schusterten das Demo „Sedna’s Revenge“ zusammen, das viele positive Rezensionen erhielt. Klar, dass sie die Musik auch auf die Bühne bringen wollten. Dazu suchten sie Mitstreiter.

Welchen Anteil hat dein Tuning auf den Sound von GLORYFUL? Was macht deiner Ansicht nach den Sound von GLORYFUL aus?

Die Frage kann von Außenstehenden eigentlich besser beantwortet werden als von einer involvierten Person.
Meines Erachtens ist Johnnys Stimme unser Aushängeschild mit dem größten Wiedererkennungswert. Offene Münder hingegen hinterlassen eher Adrians Soli, die mir auch jedes Mal ein breites Grinsen ins Gesicht treiben.
Rezensenten heben ansonsten auch immer wieder unsere zweistimmigen Gitarrenmelodien hervor. Das ist nicht unbedingt unser Trademark, da es unzählige andere Bands vor uns – und auch jetzt noch genauso als Stilmittel einsetzen.
Ich sehe mich und mein Drumset oder meinen Sound da eher in einer untergeordneten Rolle.

Gibt es einen GLORYFUL-Song, den du besonders gerne spielst?

Mh, das ist schwierig. Alle Songs haben tolle Passagen, die ich gerne spiele und auch höre. Ich kann eher sagen, dass es Songs gibt, die mir im Studio sehr viel Spaß bereitet haben, die es aber bisher noch nicht auf die Bühne geschafft haben. Also z.B. „McGuerkin On The Bridge“, „El Mare, E Libertad“, „Siren‘s Song”, “Desert Stranger “ oder auch “My Sacrifice”.

 Abwechslung macht das Leben aus

„Desert Stranger“ würde ich – ebenso wie „Siren’s Song“ gerne mal live hören.
Spielst du zurzeit eigentlich noch in anderen Bands?

Nee, ich habe mich „zur Ruhe gesetzt“ (lacht). Bis einschl. 2016 waren NEORIZE, wo auch Gloryful-Bassist Danij Perl spielt, aktiv. Nachdem wir uns bei der Ausrichtung des zweiten Albums nicht einigen konnten, verlief das Ganze im Sand, obwohl wir die Songs unseres Debüts „We The 99“ und  die gemeinsame Zeit immer noch feiern.

Du hast im letzten Jahr bei einer Tour von NIGHT IN GALES ausgeholfen. Wie ist es für dich, einen anderen Stil zu spielen? Magst du die Abwechslung? Ist das eine Inspiration für dich?

Abwechslung macht meiner Meinung nach das Leben aus. Alltag und Routine müssen durchbrochen werden. Daher finde ich solche Stilausflüge beflügelnd. Schon 2011/12 habe ich bei Night In Gales ausgeholfen. Da lag es nahe, dass mich Jens auch für die jüngste Minitour ins Boot holte.

Gibst du eigentlich auch Unterricht?

2019 hatte ich tatsächlich meinen bisher einzigen Schüler. Das war auch für mich eine Herausforderung. Konzepte erstellen, Methodik weitergeben, motivieren und somit konstruktive Kritik üben und geduldig auf Fortschritte warten.

Gibt es etwas, dass du Leuten, die sich überlegen, mit dem Schlagezugspiel zu beginnen oder gerade damit angefangen haben, mit auf den Weg geben willst?

Habt Spaß an dem, was Ihr macht, dann fällt Euch das Üben erheblich leichter.
Anfangs besteht der Eigenanteil der Musik aus Profilierung. Mit der Zeit kommt die Erkenntnis, dass die Musik selbst die Profilierung ist.

So, das war’s für heute. Herzlichen Dank für deine ausführlichen Antworten!

Vielen Dank Birgit für das tolle Interview!

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Bildquellen

  • Hartmut Stoof Studiosession: Hartmut Stoof
  • Hartmut Stoof TKmetalshots MetalDays 2016: Hartmut Stoof / TKmetalshots
  • Hartmut Stoof Foto: Marcus Kösters RAR2017: Hartmut Stoof / Foto: Marcus Kösters
  • Hartmut Stoof mit GLORYFUL: Hartmut Stoof
  • Hartmut Stoof Foto Marcus Kösters: Hartmut Stoof / Foto: Marcus Kösters
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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