Jennifer Haben – Interview mit der BTB-Sängerin

Jennifrer Haben 2023

Jennifer Haben, die Sängerin von Beyond The Black, gab uns anlässlich der Veröffentlichung ihres neuen Albums ein Interview. Wir erwischten Jennifer gut gelaunt und topfit bei ihren Eltern zu Hause.

Beyond The Black – Interview mit Jennifer Haben

MH: Hallo Jennifer, zunächst einmal vielen Dank dafür, dass du dir Zeit für dieses Interview nimmst und noch alles Gute für das neue Jahr.

Die Tour 2022

Ihr habt eure Tour mit Amaranthe, Ad Infinitum und Butcher Babies vor nicht allzu langer Zeit beendet. Wie ist die Tour gelaufen? Wart ihr zufrieden mit der Publikumsresonanz? Zuletzt hatten ja doch so einige Bands damit zu kämpfen, dass die Fans sich bei den Ticketkäufen noch arg zurückgehalten haben.

Jennifer: Wir haben natürlich die Auswirkungen der Pandemie mit leicht rückläufigfigen Ticketverkäufen auch gespürt, aber wir waren dennoch sehr zufrieden. Die Leute waren alle unglaublich gut drauf und haben viel Merchandise gekauft. Das Package war aber natürlich auch sehr überzeugend (lacht) und wir hatten sehr viel Spaß. Im Vergleich zu anderen Bands, die Konzerte verschieben oder gar canceln mussten, ist es bei uns wirklich gut laufen und wir sind echt happy aus der Tour rausgegangen.

Das neue Album „Beyond The Black“

Beyond The Black Cover

MH: In wenigen Tagen erscheint euer neues „selbstbetiteltes“ Album. Der Titel und das Cover, welches die gesamte Band präsentiert, deuten darauf hin, dass ihr betonen wollt, dass ihr eine „echte“ Band seid und nicht ein Bandprojekt von Jennifer Haben. Liege ich da richtig?

Jennifer: Du bist tatsächlich der Erste, der das so interpretiert. Tatsächlich war der Grund, dass wir während der Pandemie gezwungen waren und auch erstmals die Zeit hatten, uns wirklich die grundlegenden Fragen zu stellen. Was uns als Band ausmacht, worüber wir sprechen und wie wir klingen wollen. Ein aus mir, unserem Gitarristen Chris und unseren Produzenten bestehendes Team hat sich diese Fragen gestellt und wusste, was es wollte, bevor wir mit den eigentlichen Arbeiten am Album begonnen haben. „Horizons“ war deutlich experimenteller und es waren sehr viele verschiedene Leute an den Kompositionen und der Produktion beteiligt. Das neue Album wurde komplett von unserem Team komponiert und produziert. Daher klingt es auch viel selbstbewusster als alle Alben zuvor. Darum musste es unserer Meinung nach auch einfach „Beyond The Black“ heißen, denn es spiegelt das wieder, was Beyond The Black ausmacht. Es ist für uns auch eine Art Neuanfang mit einem neuen Team und einem neuen Label (Anmerkung der Redaktion: Nuclear Blast).

Die Basics der Metal-Musik

MH: Ich konnte das neue Album schon hören und bin wirklich begeistert davon. Ich halte es für härter und geradliniger als den Vorgänger „Horizons“. Siehst du das ähnlich und war es eine bewusste Entscheidung von euch, wieder etwas mehr Gas zu geben?

Jennifer: Es waren alles bewusste Entscheidungen. Wir haben uns ganz bewusst für die Konzentration auf die Basicinstrumente – Bass, Gitarre und Drums – entschieden, die man im Metal hören will. Das hat schon wesentliche Auswirkungen darauf, wie hart oder weich das Album klingt. Gerade im Symphonic Metal passiert so viel in einem Song und es sind so viele Instrumente vertreten, dass es enorm wichtig ist, hier zu prioriseren.

MH: „Is There Anybody Out There“ ist meines Erachtens ein optimaler Opener des Albums. Habt ihr die Entscheidung, das Album mit diesem Song zu starten, selber getroffen oder wirkt die Plattenfirma bei einer solchen Entscheidung mit?

Jennifer: Das war schon immer mein Ding. So etwas ist mir total wichtig. Auch die Setlist ist mein Ding, der Ablauf und die Dramaturgie, dass die Gitarrenwechsel stimmig sind. Mir ist das unfassbar wichtig, dass ein Set einen Flow hat. Gerade bei einem Album ist es von enormer Bedeutung, dass es abwechslungsreich aber dennoch stimmig ist und man es wunderbar durchhören kann. Das kann aber auch bedeuten, dass mal auf einen schnellen harten Song eine Ballade folgt. Solche Brüche liebe ich auch total.

Reincarnation als Selbstfindung

MH: „Reincarnation“ vermittelt ein wenig den Eindruck, als wolltet ihr damit zum Ausdruck bringen, dass ihr nach der „Corona-Zwangspause“ stärker denn je zurück seid. Möchtet ihr mit dem Song eine Botschaft vermitteln?

Jennifer: Mit Sicherheit auch. Der Auslöser und die Inspiraration ist aber mehr die Selbstfindung. Die Energie zu finden, etwas komplett Neues zu erschaffen. Das lässt sich natürlich auch auf unser neues Album übertragen. Was uns und anderen Menschen in der letzten Zeit so passiert ist, was man nicht erwartet hat, dadurch zu gehen, daraus neue Energie zu ziehen und zu sagen: „Jetzt bin ich auf dem richtigen Pfad und jetzt geht es erst richtig los“. Das ist die Message des Songs.

MH: „Danncing“ In The Dark“ ist prädestiniert für Live-Auftritte und gefällt mir ausgesprochen gut, ebenso wie das gefühlvolle „Wide Awake“. Gibt es Songs, die dir noch besonders am Herzen liegen?

Jennifer: Also „Wide Awake“ ist tatsächlich auch ein Herzenssong für mich. Aber auch „Free Me“, einfach weil der auf einmal so schnell da war. Irgendwie habe ich mich daran gesetzt und er hat sofort funktioniert. Er war in kürzester Zeit geschrieben und ich finde so etwas hört man einfach. Ähnlich war es bei „I Rember Dying“. Ich war da sehr inspiriert durch Filmmusik von Hans Zimmer. Zudem habe ich viel Fantasyfilme wie Herr der Ringe geguckt und hatte beim Komponieren diese Bilder im Kopf und spürte diesen Vibe. Ich denke, dies hört man dem Song auch an.

Game Of Thrones

MH: Bei „Winter Is Coming“ denken Fans der Serie natürlich sofort an Game Of Thrones (das Motto der Familie Stark). Einen direkten Bezug dazu gibt es aber nicht, oder?

Jennifer: Doch, wir sind tatsächlich große Game Of Thrones Fans. Es gibt so viele Parallelen zur heutigen Welt. Man muss sich das einmal vor Augen führen, wie viel Taten von Menschen sich immer wiederholen. Es ist zwar eine Fantasywelt im Mittelalter, aber es gibt viele Sachen, die man problemlos auf unsere heutige reale Welt übertragen kann.

Tourpläne

Beyond The Black

MH: Auch wenn die letzte Tour noch nicht lange zurückliegt, muss ich natürlich fragen, ob es schon Planungen für kommende Live-Auftritte gibt?

Jennifer: Wir haben noch noch viel mehr Festivals am Start, die noch nicht gelistet sind. Wir haben einen richtigen Festivalsommer. Es wird auch wieder eine längere Tour geben. Wir haben da schon konkrete Pläne, aber da sind noch Sachen zu klären, wie z.B. der Support. Es wird aber bald Infos dazu geben.

„Soloprojekte“ von Jennifer Haben

MH: Nach deinem Mitwirken bei „Sing meinen Song“ hast du live die Coverversion eines Songs von Michael Patrick Kelly zum Besten gegeben. Können wir derartige Überraschungen auch in Zukunft erwarten?

Jennifer: Generell mach ich alles, worauf ich Bock habe, aber zeitnah kann ich da nichts versprechen. Ich fand das Format einfach klasse und wenn mir so eine Sache am Herzen liegt, dann bin ich auch gerne wieder dabei. Konkret ist da aber im Moment nichts.

MH: Du hast auch schon als Gastsängerin bei einigen Projekten mitgewirkt. Ist in der Hinsicht Neues zu erwarten? Ich könnte mir eine Gastrolle von dir bei Tobias Sammets Avantasia z. B. sehr gut vorstellen.

Jennifer: Why not? Also es gibt auf jeden Fall noch Feature-Ideen auf die ich mich auch besonders freue. Ich weiß nicht, wann das genau rauskommt, aber es wird auf jeden Fall in diesem Jahr diesbezüglich noch etwas kommen.

Botschaft von Jennifer Haben an die Musikfans

MH: Gibt es sonst noch etwas, was du euren Fans gerne mitteilen möchtest?

Jennifer: Ich möchte einfach nur sagen: „Vielen Dank an alle, die ihre Lieblingsbands supporten!“ Egal, ob wir das jetzt sind oder andere Bands. Wir alle brauchen die Unterstützung der Fans und sind sehr dankbar für jeden, der zum Konzert kommt. Dann freue ich mich natürlich auf die Veröffentlichung unseres neuen Albums und hoffe das es den Leuten so gut gefällt, wie es uns gefällt und wir sind sehr gespannt auf die Reaktionen.

Das war in leicht gekürzter Form unser Interview mit der sympathischen Beyond The Black Sängerin Jennifer Haben. Unsere Review zum neuen Album findet ihr HIER und mehr zur Band auf ihrer HOMEPAGE!

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Bildquellen

  • Beyond The Black Cover: Nuclaer Blast Records
  • Beyond The Black: Bildrechte beim Autor
  • Jennifer Haben 2023: Uwe - metal-heads.de

Uwe

Fast 35 Jahre als Metal-Fan hat es gebraucht, bis ich es endlich geschafft habe, ins heilige Metal-Land nach Wacken zu kommen! Auf diese Weise erleuchtet, hoffe ich auf mindestens noch 50 Jahre Musik "Louder Than Hell"!

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