NEBALA – Interview mit Jonas Lorentzen

( You can find the original in English below).

Am 29. April 2022 wurde ein erstes Video zu einem Song aus NEBALAs kommendem Album veröffentlicht. „Laþu“ ist dunkel, mystisch und voller Magie.

NEBALA ist das Projekt von Jonas Lorentzen, der bis 2019 den männlichen Gesangspart in HEILUNG übernommen und zuletzt an der Musik für den Film „The Northman“ gearbeitet hat, in dem er ebenfalls eine Rolle spielt.

Vor einiger Zeit habe ich mit Jonas Lorentzen über sein Projekt NEBALA, die Musik, die Ideen dahinter, Kehlkopfgesang, die Zusammenarbeit mit Sebastian Gainsborough und Kjell Braaten und vieles mehr gesprochen.

Viele Fragen und interessante Antworten

Letztes Jahr habt ihr mit NEBALA die EP „Lustuz“ veröffentlicht. Danach wurde ein Album angekündigt, dessen Veröffentlichung aufgrund von Corona verschoben werden musste. Gibt es jetzt ein festes Datum?

Das Album wird am 29. Juli 2022 erscheinen. Es trägt den Titel „Lustuz Laþu Wōþuz Alu“.

Zunächst habe ich ein paar Fragen dazu, was NEBALA ist. Welche Art von Musik kann der Hörer vom kommenden Album erwarten?

Es ist für jede Band oder jeden Künstler schwierig, sich selbst ein Etikett zu verpassen. In gewisser Weise ist es Weltmusik. Weil es verschiedene Einflüsse alter oder traditioneller Stile enthält.
Ich habe mit einem traditionellen Musikstil gearbeitet und mich dafür interessiert. Aber mehr mit der indischen Musik. Ich habe mich sehr für tibetische und indische spirituelle Praktiken interessiert. Die Musik spielt dabei eine wichtige Rolle. Und das ist etwas, das wir im Westen nicht kennen.

Klänge und der Kehlgesang spielen in der indischen und tibetischen spirituellen Praxis eine besondere Rolle. War das Interesse daran die Motivation, Kehlgesang zu erwerben?

Ich war fasziniert vom Kehlkopfgesang der tibetischen Mönche. Ich dachte, das sei eine ganz andere Art, sich in die Musik hineinzubegeben.
In der Kirche, in der westlichen Kultur, ist Musik in gewisser Weise eine Art Hochkultur. In den Praktiken des Ostens ist es ein integrierter Teil eines spirituellen Prozesses. Mit den Klängen, die man erzeugt, wird immer ein bestimmtes Ziel verfolgt. Beispielsweise das „Om“, das Sie in die Meditation führt.
Die Mönche mit ihrem Kehlgesang, ihren Mantras, all das hat einen ganz bestimmten Zweck für alle, die zuhören, und auch für den, der es durchführt.

Musik als integraler Bestandteil eines spirituellen Prozesses – hast du da eine Verbindung zu dem gesehen, worum es bei HEILUNG gehen sollte?

Als ich hörte, was Christopher [Juul] und Maria [Franz], mit denen ich gut befreundet bin, mit HEILUNG machen, fand ich das sehr, sehr interessant. Und dass es etwas ist, das ich auch ausprobieren wollte. Eine Art Rückkehr zu schamanistischen, traditionell spirituellen Ausdrucksformen in einem modernen kreativen Musikprojekt. Wenn das Sinn macht.

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Musik, die mich ruft

Ja, das macht Sinn, denn HEILUNG ist für mich genau das, was du gesagt hast: eine Art traditionelle, spirituelle Musik in einer modernen Ausdrucksform. Aber du hast nach deiner eigenen Form gesucht, um dies auszudrücken?

Als Christoph und Maria mich gefragt haben, ob ich mitmachen möchte, habe ich das sehr gerne gemacht. Aber irgendwann hatte ich einfach das Gefühl, dass die Zeit reif ist für mich, die Musik zu machen, die mich in gewisser Weise ‚gerufen‘ hat. Ich liebe HEILUNG und was sie gemacht haben. Aber ich hatte das Gefühl, dass jetzt meine eigene Musik nach mir rief.

Dann hast du Sebastian Gainsborough getroffen, der einer der Komponisten von „The Northman“ ist. Habt ihr euch von Anfang an gut verstanden?

Ja, wir haben viele Gemeinsamkeiten gefunden. Sebastian teilte viele meiner Gedanken über Musik. Wir haben uns gut verstanden, weil es da gute Schwingungen gab. Und so haben wir angefangen, Musik zu machen und haben „Lustuz“ veröffentlicht. Wir haben die ersten drei Tracks gemacht, ich habe sie dann BY NORSE MUSIC vorgestellt und sie waren sehr interessiert daran, dass ich so schnell wie möglich ein Album mache.

Aber es gab noch einige Hindernisse, bis dieser Punkt erreicht war, nicht wahr?

Ja, die ganze Sache mit Covid hat den Prozess ziemlich stark verzögert. Das Album hätte Ende 2020 erscheinen sollen. Aber dann musste es auf Ende 2021 verschoben werden. Es gab auch noch viele andere Veränderungen. Ich hatte eine Firma in London, die ich aufgrund von Covid nicht weiterführen konnte. Also verließ ich London und zog nach Norwegen. Dort habe ich schließlich Kjell Braaten kennengelernt.

Ich brauchte jemanden, mit dem ich gut zusammenarbeiten konnte

Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Ich hatte das Gefühl, dass ich jemanden brauchte, mit dem ich Ideen austauschen und zusammenarbeiten konnte. Es war sehr einsam, allein daran zu arbeiten. So kann ich nicht gut arbeiten. Und ich arbeite gerne mit Leuten zusammen, die leidenschaftlich und gut sind und die selbst Künstler sind. Kjell zu finden war also perfekt. In der zweiten Hälfte des Jahres 2021 begannen wir schließlich konkret zusammenzuarbeiten, machten dort weiter, wo ich aufgehörte hatte, und stellten das Album fertig

Worauf führst du es zurück, dass die Zusammenarbeit so gut funktioniert hat?

Weil Kjell die gleiche Vorstellung von Musik hat. Er hat ein sehr weites Verständnis von Musik. Und ein tiefes Verständnis von alten Instrumenten und verschiedenen musikalischen Praktiken. Und er ist auch viel gereist.
Wir haben festgestellt, dass es zwischen uns sehr gut funktioniert hat. Sowohl persönlich als auch beruflich.

Habt ihr dann eure Ideen miteinander verbunden?

Um auf deine eingangs gestellte Frage, was man von diesem Album erwarten kann, zurückzukommen: es ist durchaus in dem Genre einzuordnen, in dem auch HEILUNG, WARDRUNA und so weiter angesiedelt sind. Schon deshalb, weil ich in einer alten Sprache singe. Und weil die Musik von nordischer Mythologie, nordischer Ikonographie, nordischen Namen, Runeninschriften und all diesen Dingen inspiriert ist.

Manche Leute nennen es „Viking-Music“, Wikingermusik. Was hältst du von dieser Bezeichnung?

Nein, das ist natürlich falsch. Denn das ist ein dummes Wort. „Wikingermusik“ – was soll das sein? Musik, die Leute spielten, wenn sie Piraten waren? Das macht überhaupt keinen Sinn. Sie ist eine Art nordisch-spiritueller Folk, könnte man sagen. Aber sie ist natürlich auch stark von indischer Musik beeinflusst.

Aber deine Inspiration kommt nicht nur aus der nordischen und indoeuropäischen Musik?

Ich interessiere mich sehr für den bulgarischen, georgischen und sardischen Gesang. Alles traditionelle Gesangsstile, die wir in Europa noch haben. Aber auch die mittelöstliche Musik hat mich inspiriert. Man kann die Musik von NEBALA also als „Weltmusik“ bezeichnen, weil sie sozusagen aus der ganzen Welt kommt. Und daher unterscheidet sie sich sehr von HEILUNG und WARDRUNA.

Avantgardistischer nordisch-spiritueller Folk

Und ich denke, sie ist in gewissem Sinne avantgardistischer. Es ist – wie du gesagt hast – die Musik, die dich ‚gerufen‘ hat. Wie bist du zur Musik gekommen? Hattest du eine sogenannte klassische Ausbildung? Oder wodurch hast du Zugang zur Musik gefunden?

Ich meine, das lag mir schon im Blut, als ich geboren wurde. Meine ganze Familie hatte schon immer auf die eine oder andere Weise mit Musik zu tun. Ich bin also mit allen Arten von Musik aufgewachsen und spiele und singe im Grunde, seit ich denken kann. Es war immer da. Und so habe ich schon in jungen Jahren angefangen, Instrumente zu spielen. Ich habe mich dabei aber nie wirklich auf ein Instrument konzentriert, außer auf meine Stimme.

Du hast dich also mehr auf deine Stimme konzentriert? Bei NEBALA benutzt du verschiedene Kehlgesangstechniken. Und die hast du, wenn ich es richtig verstanden habe, zuerst bei HEILUNG verwendet?

Ja, ich habe Kehlgesang ernsthaft gelernt, als ich bei HEILUNG eingestiegen bin. Ich kannte ein bisschen was davon und habe hier und da damit herumgespielt, es aber nie ernsthaft betrieben. Als ich dann zu HEILUNG kam, hatte ich bis zur ersten Probe vier Monate Zeit, Kehlgesang zu lernen ….

War es schwer für dich, es zu lernen? Für mich ist Kehlgesang eine Art, das herauszulassen, was in einem steckt. Im Grunde genommen geht es darum, Kontakt zu sich herzustellen. Ich benutze eine Art Kehlgesang als Teil der Kommunikation mit nonverbalen, schwer geistig behinderten Menschen. Ist es auch für dich ein Weg, aus dir selbst herauszukommen und alles loszulassen? Oder worum geht es dir beim Kehlgesang?

Das ist eine wirklich gute Frage! Ich kann absolut verstehen, warum du es in der Therapie einsetzst, weil es unglaublich therapeutisch ist. Es war nicht schwer für mich, es zu lernen. Man muss einen eigenen idealen Punkt für den Stimmansatz finden und dann von dort aus weitermachen. Oft, wenn ich meditiere oder ähnliches, setze ich auch Kehlgesang ein. Weil die Schwingungen so stark sind. Am besten kann ich es mit dem Gefühl beschreiben, das entsteht, wenn eine Katze auf dir liegt und schnurrt. Kehlgesang kann in gewisser Weise das Gleiche bewirken. Seine Schwingungen können deinen ganzen Körper in Schwingung versetzen und dich extrem ruhig machen. Dann hat es tatsächlich auch eine heilende Wirkung.

Kehlgesang ist mehr als Musik

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Dann hat der Kehlgesang nicht nur in der Musik für dich eine wichtige Bedeutung?

Für mich ist es ein unglaublich wichtiger Teil meines Lebens und meiner musikalischen Arbeit geworden. Ich liebe es, es zu tun, und ich liebe es, es zu hören. Ich höre mir tibetische Mönchsgesänge an. Davon kann ich eigentlich nie genug bekommen. Es ist, wie du gesagt hast, nicht nur Musik.

Ist Kehlgesang grundlegender oder spiritueller als ‚westliche‘ Musik oder reiner Gesang?

Das ist ein bisschen schwierig, finde ich. Ich frage mich, ob die Bedeutung, die man mit dem Wort „spirituell“ verbindet, den Unterschied macht. Wenn man sich zum Beispiel einen Dirigenten in der westlichen klassischen Musik anschaut. Wenn er ganz bei der Sache ist. Er steht da und ist völlig fokussiert. Er darf keine Sekunde lang die Konzentration verlieren. Denn wenn er das tut, bricht das ganze Orchester zusammen. Ich habe das Gefühl, dass jeder Mensch, der wirklich mit Musik arbeitet, mit Absicht und Konzentration, in gewissem Sinne etwas Spirituelles tut. Denn diese Geistesgegenwart, die beim Musizieren erforderlich ist, gilt für den Sänger, der Kehlgesang verwendet, genauso wie für den klassischen Musiker – für jeden.
Wenn man zum Beispiel in einem religiösen Rahmen singt, ist die Absicht sehr klar. Man weiß, wohin man gehen will und welchen Weg man einschlägt. Ich denke, dass der Weg ein anderer sein kann. Aber gleichzeitig, dass das Prinzip bei jeder Musik von transzendentem Wert dasselbe. ist Ob es nun westliche klassische Musik oder tibetische Tantra-Mantras sind.
Musik sollte prinzipiell die gleiche Wirkung auf dich haben: Sie bringt dich ins Jetzt und du bist sehr präsent.

Es ist also wichtig, präsent zu sein. Ich verstehe, was du meinst. Du verwendest auch traditionelle Instrumente. Und das hast du auch in der Zusammenarbeit mit Sebastian Gainsborough getan. Ich kenne ihn als Avantgarde-Musiker und fand es daher sehr interessant, wie das zusammenpasste.

Er ist definitiv ein Avantgarde-Musiker und war früher auch ein Avantgarde-Elektronik-Musiker. Sein neuestes Stück „Passion“ ist ein unglaubliches Stück, sehr ausgefallen und avantgardistisch. Aber er ist auch sehr an traditioneller Musik interessiert und lässt sich von ihr inspirieren. Er nähert sich diesem Material einfach aus einem ganz anderen Blickwinkel. Daher war es eine sehr gute Ergänzung und hat sehr gut funktioniert.

Zurückschauen, um Inspiration zu finden

Was glaubst du, warum sich heutzutage so viele Menschen für diese Art von Musik interessieren?

Ich denke, die Leute interessieren sich für die Idee, irgendwie zurückzublicken. In eine andere Zeit, um in dieser Zeit Inspiration zu finden. Um das Problem der Modernität zu lösen. Eine Lösung für das Problem des Leidens am modernen Leben zu finden. Ein Leben, das immer schwieriger zu verstehen und in gewissem Sinne immer weniger menschlich ist. Und ich denke, dass es darum geht.

Also zurück in eine andere, vermeintlich bessere Zeit blicken?

Ja, zurück auf eine Zeit, in der die Dinge Sinn machten. Nehmen wir einmal das Mittelalter. Es war dunkel und nichts hatte mehr einen Sinn. Da schauten die Menschen zurück zu den Griechen und den Römern. Dort gab es Leute, die scheinbar irgendwie alles verstanden hatten.

Ist das ein Grund, weshalb viele Leute heute an der sogenannten Wikingerzeit interessiert sind?

Ich denke, die Menschen schauen über die historischen Epochen hinaus. Es geht nicht darum zu sagen: Oh, diese Wikinger, die hatten alles im Griff. Es sind eher die spirituellen Praktiken, die die Menschen mit dieser Zeit verbinden. Eine Art animistische Weltanschauung. In gewisser Weise ist das falsch, denn in der Wikingerzeit begannen die Menschen, sich dem Christentum zuzuwenden. Aber wir haben aus dieser Zeit Schriften und so weiter, die uns an eine ältere Zeit erinnern. Und in einem gewissen Sinne ist die Wikingerzeit eher ein Spiegel für eine noch ältere Zeit.

Und du schaust auf diese noch älteren Zeiten?

Ja, das ist es, worauf ich hinauswill. Denn ich glaube, dass die Leute über diese strukturellen Dinge hinwegsehen und sie auf etwas extrem Ursprüngliches, extrem Menschliches herunterbrechen wollen.

Die Suche nach den Wurzeln als Suche nach einem Anker

Im letzten Jahr habe ich viele Alben gehört und mit Bands gesprochen, die diese Art von Rückblick betrieben haben. Sie haben sich auf der Suche nach ihren Wurzeln gemacht: musikalisch, bezüglich Traditionen.

Was meinst du, warum suchen so viele Leute in diesen Zeiten nach ihren Wurzeln?

Ich denke, es ist so, wie ich schon über die Zeit des Mittelalters gesagt habe: die Welt machte für die Menschen zu dieser Zeit keinen Sinn, alles war irgendwie auseinandergebrochen und zerstört.
Die Menschen suchten nach einer Art Anker, um einen Weg zu finden, den Dingen einen Sinn zu geben. Und das ist etwas, was die Menschen häufig tun. Denken wir nur an das Interesse für griechische Götter und die Götter der Wikinger. Es war eine Gegenreaktion auf die Zeit, in der sie lebten. Die Gegenreaktion heute ist der Blick zurück zu den Wurzeln und so weiter.
Ich habe viele Leute sagen hören, dass es daran liegt, dass die Menschen sich geschichtslos fühlen, dass sie nicht wissen, woher sie kommen. Ich bin mir nicht sicher, ob das so zutrifft. Der Hunger nach genau dem, worüber wir hier sprechen, ist groß.
Ich denke, der Grund dafür ist, dass wir in einer Welt leben, die sich so schnell verändert, dass man sich, selbst wenn man dreißig Jahre alt ist, nicht mehr auf dem Laufenden fühlt bei dem, was vor sich geht.

Welche Rolle spielt dabei die zunehmende Technisierung?

Viele Menschen haben große Probleme mit der Technologie. Ich habe eigentlich kein Problem mit der Technik. Aber ich habe ein Problem mit der Entmenschlichung. Denn ich denke, wir müssen eine Entscheidung treffen. Wenn es uns egal ist, was es bedeutet, ein Mensch zu sein: Schön, dann werden wir eben alle zu Robotern. Wen kümmert das schon?

Du glaubst, dass die Menschen etwas anderes wollen?

Ich glaube, dass es darum geht: sie wollen sich menschlich fühlen. Was ist das für ein Körper, den ich habe? Was ist das für ein Leben, das ich führe?

Ich glaube, die Menschen wollen wirklich etwas Wesentliches erreichen. Sie wollen fühlen. Ich glaube wirklich, dass es so einfach ist.

Arbeit mit intensiven Gefühlen

Ist es das, womit historisch inspirierte Musik arbeitet: mit intensiven Gefühlen?

Diese Musik ist so intensiv auf dieses ursprüngliche Gefühl ausgerichtet. Sie konzentriert sich auf diese essentiellen menschlichen, archetypischen, mythologischen Figuren, und das ist alles.

Ich glaube, sie spricht etwas sehr Tiefes im Menschen an. Ich glaube, das ist der Grund, warum sich die Menschen heutzutage für diese Dinge interessieren.

Das ist ein Grund, warum ich viele Menschen auf diese Art von Musik aufmerksam machen möchte. In meiner Arbeit geht es im Wesentlichen darum, die Menschen wieder mit ihren Emotionen und ursprünglichen Bewertungen in Kontakt zu bringen, damit sie sich ‚vollständiger‘ erleben.

Und so verstehe ich auch deine Musik: du nimmst traditionelle Dinge und moderne Klänge. Du nutzt technische Aspekte. Eine Verbindung, die das Gefühl vollständig macht.

Das ist es, was die Gesangstechniken und die alten Instrumente ausmacht: Sie haben Obertöne als natürliche Töne. Also, sie haben von sich aus diesen exakten, natürlichen, sehr erdigen, menschlichen Klang. Und deshalb haben sie so eine erstaunliche Wirkung auf Menschen. Und auch auf mich, wenn ich ein Instrument höre, das Obertöne erzeugt.

In meiner Arbeit verwenden wir ein Bild: einen Baum mit Wurzeln. Dabei ist wichtig, was um den Baum herum ist: was die Menschen sehen, fühlen, ihre Erfahrungen. Alles, was man braucht, um aufzuwachsen.

Das ergibt durchaus Sinn. Der Satz mit den Wurzeln wird inzwischen oft verwendet. Einar [Selvik] hat einmal gesagt: Ein wurzelloser Baum wird fallen.  Dem stimme ich zu, denn es ist wichtig für die Menschen zu wissen, was früher war. Warum man dort ist, wo man jetzt ist.

Aber man kann auch sagen: Ein Baum, der Wurzeln hat, die nicht mehr wachsen, wird auch umfallen. Denn die Wurzeln werden brüchig, und der Baum wird fallen. Deshalb ist es für mich extrem wichtig, dass wir uns nicht zu sehr auf die Wurzeln konzentrieren. Vor allem, wenn wir uns all diese nordischen Dinge ansehen. Denn mal ehrlich: Was sind diese Wurzeln? Wo beginnen sie? Wenn man zurückgeht, wo sie beginnen, dann ist da zunächst einmal der Same.

Wenn man sich auf eine bestimmte Zeitspanne festlegt, was viele Leute tun, wenn sie diese Art von Musik verwenden, wird daraus eine Art identitäre Bewegung. Sie konzentriert sich auf etwas wie „mein Wikinger-Erbe“ oder „mein skandinavisches Erbe“ oder was auch immer man nimmt.

Es wird zu einer Identitätssache, und ich sehe darin keinen Sinn. Ich mache diese Art von Musik nicht, um meinen Wurzeln näher zu kommen oder so etwas.

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Ideen in einem nordischen Gewand

Welche Rolle spielen diese Ideen und diese Musik dann für dich?

Ich bin einfach ein Künstler, der eine Reihe von Ideen hat. Und ich präsentiere diese Ideen jetzt in einem nordischen Gewand.

Ich mag den Rahmen und die Bedingungen. Und ich mag die Idee, das Projekt, alte heidnische Ideen wieder aufleben zu lassen, aber ich hoffe, dass diese Art von Bewegung dazu führt, dass die Leute kreativ damit umgehen.

Dass sie es inspirierend finden und es nutzen, um neue Dinge zu schaffen und damit die Wurzeln des Baumes weiter wachsen zu lassen.

Aber ich denke, das ist es, was du mit deiner Musik gemacht hast: Du hast Dinge miteinander verbunden. Für mich ist es eher so, dass du sie wie einen Spiegel benutzt hast: Hier habe ich diese traditionelle Musik und traditionelle Ideen, Geschichten und Sprache – und was bedeutet das jetzt für mich. Was kann ich damit machen, um etwas anderes, etwas Neues daraus zu machen?

Ja, genau so ist es.

Was du getan hast, ist etwas Neues. Es ist nicht nur ein Blick zurück. Du hast zurückgeschaut, um zu sehen: Was bin ich jetzt und wohin werde ich gehen. Du hast Ideen für die Zukunft, und machst deutlich, welche Rolle diese Ideen dabei spielen.

Ja, das hast du fast noch besser gesagt als ich. Das ist genau richtig.

Und eine andere Sache, die bei der Entwicklung der Musik von NEBALA wichtig war, hat damit zu tun, dass die Musik zu mir gekommen ist. Das war nicht etwas, worüber ich im klassischen Sinne nachgedacht habe. Sie kam zu mir und ich fühlte: Das ist es, was ich jetzt tun muss.

Und so sollte es auch sein. Daher steckt auch eine andere Energie dahinter.

Jemand, der etwas zu dem Projekt beitragen könnte

War das der Grund, warum du mit anderen Leuten gesprochen und mit ihnen und ihren Ideen gearbeitet hast?

Das war, als ich Mathias Nordvig kennenlernte. [M.N.ist Assistenzprofessor für nordische Studien an der Universität Boulder]

Ich habe seinen Podcast gehört und dachte: Er klingt wie ein interessanter Typ, der in der Lage ist, etwas zu diesem Projekt beizutragen.

Dann hatten wir ein Zoom-Meeting, und von da an ging es los. Und die Arbeit mit ihm bedeutete, viel Material zusammenzutragen und lange Gespräche zu führen. Wie du weißt, ist NEBALA und das ganze Album eine Art Reise in die heilige Sexualität und ihre Fruchtbarkeitssymbole.

Deshalb spielte auch Naina Gupta, die Philosophin ist und über Sexualphilosophie schreibt, eine wichtige Rolle.

Auf diese Weise hast du also Ideen und eine Menge Material zusammengetragen.

Ich wollte eine Art Rahmen schaffen, in dem ich diese Ideen ausdrücken konnte. Ich gehe so vor, dass ich zunächst recherchiere. Und wenn ich dann alles recherchiert habe, habe ich Themen und eine Inspirationswelt, die in gewisser Weise festgelegt ist.

Wenn ich dann ins Studio gehe, ist alles sehr klar, weil die Welt bereits geschaffen ist. Ich setze mich also nie mit der Absicht hin, einen Song zu schreiben.

Ich gehe ins Studio und habe das Gefühl, dass ich etwas zu der Bedeutung von Müttern oder was auch immer machen möchte. Es ergibt sich einfach, weil ich zum Beispiel schon eine Liste mit Namen von Göttinnen habe, die mit Müttern zu tun haben. Und ich habe Material aus Sagen, das sich auf die heilige Mutter bezieht. Für mich ist das eine extrem gute Art zu arbeiten.

Du hast gesagt, dass du Vorgaben, einen Rahmen hast. Ich denke, es ist hilfreich, einen Rahmen zu haben, in den man Ideen einbringen und entwickeln kann.

Wenn man ein Gerüst hat und etwas recherchiert hat und es wie ein ernsthaftes Kunstprojekt behandelt, dann geht das zumindest für mich viel besser.

Rahmen und Ideen

Du hast mit Kjell gearbeitet. Wie gestaltete sich diese Zusammenarbeit? Hat er seine Ideen und Instrumente in deinen Rahmen eingebracht?

Das ist eigentlich eine lustige Geschichte. Denn wir hatten einige Treffen, bevor wir ins Studio gingen, bei denen ich ihm mehr über den ganzen Hintergrund und die Ideen dahinter erklärte. Aber als wir uns das erste Mal im Studio trafen, dachte er, dass er mehr oder weniger für die Technik zuständig sei und einfach tun sollte, was ich ihm sage.

Ich habe ihm dann aber ziemlich schnell klargemacht, dass ich wollte, dass er seine Sachen und Ideen einbringt. 

Und so kam es, dass Kjell eine Menge zur Musik hinzufügte und es eine Zusammenarbeit wurde, anstatt dass ich kam und die Dinge diktierte. Vieles kommt von mir, weil die Recherche von mir kommt. Aber er ist einfach direkt ins Boot gesprungen und ist ein Teil der Schiffscrew geworden.

Und das Lustige an Kjell und mir ist, dass es kein Treffen gab, bei dem nichts entstanden ist. Jedes Mal, wenn wir uns trafen, flossen die Dinge einfach.

Es ist sehr selten, dass man jemanden trifft, mit dem man so arbeiten kann. Wir haben uns nie über die Musik gestritten. Und das war ziemlich bemerkenswert, ziemlich unglaublich.

Als ich „Lustuz“ zum ersten Mal hörte, fragte ich mich, wie es möglich sein würde, es live auf der Bühne zu spielen. Dann war da dieser Auftritt in der Ukraine mit Kjell. Bitte erzähl mir etwas darüber.

Das war nicht NEBALA und es war auch nicht „Kjell Braaten“. Es ist eine lange Geschichte, wie es zu diesem Auftritt kam. Um es kurz zu machen: Wir wurden von Valeriya Hjerteness kontaktiert, einer reizenden ukrainischen Frau, die in Norwegen lebt. Sie wollte eine interkulturelle Zusammenarbeit zwischen Norwegen und der Ukraine ins Leben rufen. Sie hatte ein Folkfestival im Zentrum von Odessa organisiert. Es waren nur noch anderthalb Monate bis zum Auftritt.

Wir hatten noch nicht einmal angefangen, darüber nachzudenken, wie NEBALA live gespielt werden sollte, also ging es eher so hopplahopp. Um ehrlich zu sein: In drei Tagen haben wir es geschafft, ein Set zusammenzustellen. Nur er und ich.

NEBALA kann man so nicht spielen. Aber wir arbeiten daran, wie wir das machen können.

Ist es für dich sehr wichtig, vor Publikum zu spielen?

Oh ja! Auf jeden Fall. Ich meine, Musik muss live gespielt werden. Ich liebe den Prozess des Musikschreibens. Ich liebe den Prozess, im Studio zu sein und so weiter. Aber für mich liegt die wirkliche Magie darin, live zu spielen.

Geschichten aus der Hávamál und die urgermanische Sprache

Ein weiterer interessanter Teil von NEBALA sind die Geschichten und die Sprache, die du verwendest. Du hast Sprüche und Strophen aus der isländischen Hávamál genommen und sie in eine viel ältere Sprache übertragen. Ins Urgermanische, einer Sprache, die heute nicht mehr gesprochen wird. Was sind die Ideen dahinter?

Die entstand beim Sichten von Material, beim Studieren und Diskutieren verschiedener Ideen mit Mathias. Ich interessiere mich für Sprachen und habe schon während meiner Zeit bei HEILUNG gemerkt, dass ich mich sehr für alte Sprachen interessiere. Und auch Mathias mag die urgermanische Sprache.

Also haben wir uns überlegt: Warum sollten wir das Ganze nicht in dieser Sprache machen? Meine Idee war, sie in Anlehnung an hinduistische oder katholische Tradition zu verwenden.

Sie alle verwenden tote Sprachen für ihre Rituale. Die Katholiken verwenden Latein, im Hinduismus ist es Sanskrit. Diese Sprachen sind zwar „tote Sprachen“, aber sie können eine spirituelle Bedeutung haben und tragen.

Du hast also das Urgermanische als spirituelle bzw. rituelle Sprache verwendet?

Was ich intuitiv tun wollte, war, zunächst einmal das Material zu nehmen, das wir finden und das für die spirituellen Ideen, die wir auszudrücken wollen, von Bedeutung ist. Und dann die Uhr zurückzudrehen und es in einer Art spiritueller Sprache zu präsentieren. Wie eine alte nordische spirituelle Sprache. Es war also eine ästhetische Wahl, die in gewisser Weise für das Konzept des Materials Sinn machte.

Heißt das auch, dass die Musik rituell ist?

Nicht die ganze Musik ist rituell. Aber sie hat einen rituellen Gedankengang. Dazu ein Beispiel: Auf der EP gibt es ein Stück namens „Safijan“, das die EP eröffnet. Bei „Safijan“ handelt es sich um Verse aus dem Hávamál (die Sprüche des Erhabenen), die man als ‚Weisheitsworte‘ bezeichnen könnte. Und dort habe ich einige Passagen gefunden, die sich mit weiblicher und männlicher Dunkelheit befassen. Weibliche und männliche Bosheit im Akt der Liebe und im Akt des Umwerbens. Das Zusammenspiel zwischen Mann und Frau im Grunde. Und so habe ich das von Frauen und dann von Männern darstellen lassen. So wie die Männer ihre innere Dunkelheit an das weibliche Gegenüber weitergeben. Und das Gegenüber gibt seine Dunkelheit an das männliche Gegenüber weiter. Es ist also eine Art rituelle Enthüllung der menschlichen Dunkelheit.
Auf dem Album gibt es Lieder, bei denen der Gesang im Mittelpunkt steht. Die Worte sind oft Namen von Göttern und Göttinnen. Sie stammen von Runensteinen und sind also bereits urgermanisch.

Aber letztlich geht es um die Musik…

Da steckt ein komplexes Konstrukt hinter der Musik, hinter dem Album.

Wie viel müssen die Leute darüber wissen, um zu verstehen, was du sagen willst? Ist das notwendig?

Gut, dass du diese Frage stellst. Vielen Dank dafür. Man muss überhaupt nichts darüber wissen, was ich denke. Meine Hoffnung ist, dass Menschen auf der ganzen Welt diese Musik hören und etwas dabei fühlen.

Es geht also mehr um die Musik, um die Gefühle. Und all diese Ideen, Recherchen und Materialien, die Sprache sind der Rahmen, den du erstellt hast?

Mathias, Naina und ich haben darüber nachgedacht, eine Art Dokument zu erstellen, das den Hintergrund von NEBALA bilden würde. So könnten wir allen, die sich für den theoretischen Hintergrund interessieren, die Möglichkeit geben, das nach Herzenslust zu tun.

Aber letztlich geht es um Musik. Und Musik ist die niedrigste Form der Kunst, die es gibt. Was ich im positiven Sinne meine. Jeder auf der Welt kann sich mit Musik verbinden.

Die Leute können sie einfach anhören. Und wenn Kjell und ich unsere Arbeit richtig gemacht haben, wird die Musik etwas berühren oder bewegen.

Für mich war es sehr interessant, weil ich zuerst die Musik hörte und nichts darüber wusste. Dann habe ich mir den Text angehört. Ich habe sie verstanden. Und dann kam es für mich zu einer Verbindung. Dann habe ich gelesen, was du auf Instagram über deine Ideen und das Material, das du benutzt hast, geschrieben hast. Für mich ist es immer eine großartige Erfahrung, wenn sich emotionale und intellektuelle Anteile miteinander verbinden.  

Das ist fantastisch. Ich denke, das hat damit zu tun, dass es eine alte Sprache ist, in der gesungen wird.

Die Sprache wird in gewissem Sinne zu einem Klang. Du weißt, dass das Wort an sich keine bestimmte Bedeutung hat. Es kann viele, viele Bedeutungen geben. Es kommt auf die Art und Weise an, wie es gesungen wird. Man hört dann mehr auf denjenigen, der singt, als auf das, was er singt.

Das ist der Grund, warum ich es liebe. Viele Leute fragen mich: Warum singst du in dieser komischen Sprache?

Es geht darum, einfach nur zuzuhören und nicht darüber nachzudenken, was gesagt wird.

Oder man kann es so machen, wie du es getan hast. Man kann eintauchen und zu einem anderen Zeitpunkt darüber nachdenken. Man kann darüber nachdenken, aber man kann auch einfach zuhören.

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…und um Gefühle

Denn es ist der Klang der Worte, der Gefühle, Emotionen transportiert.

Das sind die Emotionen, die Musik bei mir auslöst. Gefühle wie Furcht, Angst, Liebe, Freude oder welche auch immer. Manchmal ist es so einfach. Und viele empfindsame Lebewesen fühlen das in gewisser Weise, oder? Aber gleichzeitig sind Gefühle auch ein großes Geheimnis: Was ist das für ein seltsames Gefühl, das ich empfinde, wenn ich ein Musikstück höre, das mich an jemanden erinnert? Das ist ein großes Rätsel. Und gleichzeitig ist es so einfach und willkürlich. 

Das ist es, was ich sagen wollte. Wir können die Dinge auf ihre einfache Art und Weise betrachten, aber wir können es auf eine intellektuell differenzierte Weise tun. Wenn Musik und Kunst diese beiden Möglichkeiten transportieren können, dann ist es für mich perfekt.

Ja genau. Dem stimme ich voll und ganz zu. Und das ist, glaube ich, auch das Interessante an der Arbeit mit diesem Material. Es liegt eine unglaubliche Kraft darin, mit etwas Einfachem als Grundlage zu arbeiten. Und das ist es, was ich mit NEBALA mache. Es sind extreme Emotionen. Alles von extremer Lust und dem Wunsch, mit jemandem zusammenzukommen, bis hin zu extremem Hass und Verachtung für die Person, die dich geliebt und verlassen hat, zum Beispiel.

Es sind also genau diese extremen Emotionen, mit denen wir arbeiten.

Und das hat sich miteinander verbunden. Ich hoffe, dass viele Leute das spüren können, denn ich denke, dass es hilfreich ist.

Auf jeden Fall. Ich möchte nicht zu viel darüber verraten, worum es geht. Auf dem Cover haben Mathias, Naina und ich nur über das geschrieben, was die Songs inspiriert hat. Nicht, worum es in dem Stück eigentlich geht. Eine direkte Übersetzung der Texte gibt es bei mir nicht. Ich möchte, dass die Leute – wie du schon gesagt hast – ohne zu viele vorgefasste Meinungen zuhören. Einfach zuhören. Und wenn sie danach tiefer eintauchen wollen, was sie inspiriert hat und die genaue Version des Hávamál finden wollen – dann können sie das gerne tun.

Dann hast du mit dem Album beabsichtigt …

Der Versuch war, eine Art Reise von Licht zu Dunkelheit zu farblicher Vielfalt zu ermöglichen. Angefangen mit einer etwas naiven Liebe, die nach dem Licht sucht. Wenn man eine Person sieht. Dieser Moment der ersten naiven Verliebtheit. Das füllt den ganzen Raum mit Licht. Und dann sieht man die harte Realität von Beziehung und Sexualität. Manchmal sind diese Realitäten die schrecklichsten. Sich nach 10 Jahren von jemandem zu trennen, kann wegen der emotionalen Verletzungen fast schwerer sein, als einen geliebten Menschen durch den Tod zu verlieren.

Und am Ende des Albums geht es um die Ekstase, wenn zwei Menschen wirklich in sexueller Lust vereint sind. Wir wissen nicht, wo der andere anfängt oder aufhört, und man überwindet sein eigenes Ego und wird eins mit der anderen Person. Eine ekstatische Befreiung. Und du wirst überrascht sein, dass es in der nordischen Mythologie eine Menge gibt, das sich gerade darauf bezieht.

Das ist es, was ich mit dem Spiegel meinte. Es ist so interessant zu sehen, dass Menschen, die tausend Jahre vor uns lebten, die gleichen Gefühle, die gleichen Ideen, die gleichen Probleme hatten.

Wir sprechen hier über wesentliche Dinge. Über ganz wesentliche menschliche Dinge. Was ist der Grund dafür, dass wir in dieser modernen Welt so viel Kummer und Angst oder was auch immer empfinden? Es liegt daran, dass wir diese wesentlichen Dinge vergessen haben. Wir leben in der technologisch fortschrittlichsten Welt aller Zeiten. Wir können auf den Mond fliegen oder Lichtjahre weit weg, wenn wir genug Zeit haben. Und all diese technologischen Dinge sind gut, aber es gibt Dinge, die wesentlich sind. Diese Dinge sind extrem wichtig. Und die Liebe ist die Antwort. Liebe und Sexualität sind die Antwort auf all das, glaube ich. Sie sind die Grundlage von allem.

Es war interessant, großartig und inspirierend, all dies über deine Ideen zu hören. Gibt es zum Abschluss etwas, das du unseren Lesern mit auf den Weg geben möchten? Ein paar abschließende Worte?

Ich denke, das Album bietet eine ganze Menge für Metal-Hörer.  Man muss nicht unbedingt an den nordischen Themen interessiert sein. Aber es wird unglaublich düster auf der Platte. Es ist auch ein Black-Metal-Sänger auf dem Album, um den Gesangspassagen noch mehr Tiefe zu verleihen. Es ist Josh Rood von NEXION,

Ich hoffe also, dass die Leute es sich anhören und Zeit haben, die Dinge um sich herum vergessen. Ich denke nicht, dass man es im Hintergrund hören kann. Diese Musik braucht Zeit. Wenn man sich NEBALA anhört, sollte man sich hinsetzen, in Ruhe alles anhören. Und sich wirklich Zeit dafür nehmen.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für das Interview genommen und uns einen Einblick ermöglicht hast!

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Original version

On 29 April 2022, the first music video from NEBALA’s upcoming album has been released. „Laþu“ is dark, mystical, and full of magic.

NEBALA is the project of Jonas Lorentzen, who carried the male vocal section in HEILUNG until 2019 and most recently worked on the music for the film „The Northman“, where he is acting in the music and also has a role as well.

Some time ago I talked with Jonas Lorentzen about his project NEBALA, the music, the ideas behind it, throat – singing, the cooperation with Sebastian Gainsborough und Kjell Braaten, and a lot of other things.

A lot of questions and great answers

Last year you released the EP “Lustuz” with NEBALA. After that, an album was announced, whose release had to be postponed due to corona. Is there a fixed date now?

The album will be released on 29 July 2022. It is entitled „Lustuz Laþu Wōþuz Alu“.

First, I want to talk about what NEBALA is. What kind of music can the listener expect from the upcoming album?

It is difficult for any band or artist to do a label on him or herself. In some way, it is world music. Because it draws influences of a lot of old or traditional sort of style.
I was working with and interested in a traditional style of music. But more the Indian ones. I was very interested in Tibetan and Indian spiritual practices. Music plays an important part in the practice. And that is something we don’t know in the west.

Sounds and especially throat singing play a special role in Indian and Tibetan spiritual practice. Was the interest in this the motivation to also use throat singing yourself?

I was fascinated by the throat singing styles of Tibetan monks. I thought it was a completely different way of emerging yourself into music. In church, in western culture, it is a sort of high culture in some sense. In the East’s practices, it is a more integrated part of a spiritual process. There is always a particular aim with the sounds that you create. Whether it is “om” that will take you into the meditation. The monks doing their throat singing, their mantras, it all has a very specific purpose for everyone listening and the one doing it as well.

Music as an integral part of a spiritual process – did you see a connection to what HEILUNG should be about?

When I heard, was Christopher [Juul] and Maria [Franz], with whom I am good friends, were doing with HEILUNG, I thought it was very very interesting. And that it was actually something I would like to explore as well. To explore a kind of return to shamanistic, tribalistic spiritual expression in a modern creative music project. If that makes sense.

Make the music that has been calling to me

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Yes, that makes sense because for me HEILUNG is exactly what you said: a kind of tribalistic spiritual music in a modern expression. But then you were looking for your own way to implement your experiences and ideas?

When Christoph and Maria asked me to join, I was very keen to do so. But at some point, I just felt that the time was right for me to go ahead and make the music that has been calling to me in some sense. I love HEILUNG and what they did. But I felt I had my own music calling to me in my head.
I left HEILUNG at the end of 2019. I was highjacked to be a part of a music project for a film called “The Northman” which is coming out in April 2022.

Then you met Sebastian Gainsborough who is one of the composers for “The Northman”. Did you have good vibrations with each other from the beginning?

Yes, we found a lot of similarities. Sebastian shared a lot of my thinking about music. As you say: hit it off because there was a good vibration there. And so we started making that music and we released “Lustuz”. We made the first three tracks, I presented them BY NORSE MUSIC and they were very keen to have me make an album as soon as possible.

But there were still a few obstacles until that point was reached, weren’t there?

Yes, all the stuff with Covid happened and that delayed the process quite a lot. The album should have been out at the end of 2020 and then we got pushed to the end of 2021. I had gone through a lot of different processes: I had a company in London that could not function because of Covid. So, I left London and moved to Norway. There I finally found Kjell Braaten.

Someone to work with

How did this cooperation come about?

I sort of felt I needed a collaborator I needed someone to bounce ideas off. I need someone to work within some senses. It got very lonely just working on everything myself. I don’t work so well like that. I like to work with people who are passionate and good and who are artists in their own right. So finding Kjell was perfect. We started working together finally in the second half of 2021 and finished the album, continuing from where I left off.

To what do you attribute the fact that the collaboration has worked so well?

Because Kjell has the same idea about music. He has a very wide understanding of music. And a deep understanding of ancient instruments and different musical practices and had travelled a lot as well. We found out that it worked very well between us. Both personally and professionally.

So you connected ideas?

Coming back to what you asked at the beginning. What you can expect from this album.
It is of course going to be put to the genre of HEILUNG and WARDRUNA and so on. It is always possible because I am singing in an ancient language. And it is taking its inspiration from Nordic mythology, Nordic iconography, Nordic names, runic inscriptions, and all that sort of things.

Some people will call it “Viking music”. Do you agree with this?

No, that’s obviously wrong. Because that’s a silly word. “Viking music” – music that people play when they were pirates? That even makes no sense. It is a kind of Nordic spiritual folkish sound you could say. But it is heavily influenced by Indian music as well for sure.

But your inspiration comes not only from Nordic and Indo-European music?

I am very interested in Bulgarian, Georgian, and Sardinian singing. All traditional styles of singing that we still have in Europe. I am very inspired by middle eastern music.
So you can call the music of NEBALA “World music” because it is kind of coming from the world. And therefore it is something quite different from HEILUNG and WARDRUNA.

Something more avant – garde

And I think it is more avant-garde in some sense. It is – as you said – the music that called to you. How did you start with music? Did you have a so-called classical education? Or how did you get your approach to music?

I mean that stuff was in my blood from when I was born. Sort of my whole family has always been in some way or other involved with music. So, I have grown up with all kinds of music, and I have basically been playing and singing music since I can remember. It was always there. And so I started playing instruments at a very young age. I never like really focused on an instrument except for my voice.

Does that mean that you have been focused more on your voice? In NEBALA you are using different throat singing techniques for example. But if I understood correctly, you had your first practical experience with it at HEALING?

Yes, I learned throat singing in earnest because I have to join HEILUNG. I knew a little bit of it and played around with it here and there but never with a concerted effort. So when I had to join HEILUNG I had four months before the first rehearsal to learn how to throat sing….

Was it hard for you to learn it? For me, throat singing is a kind of close to noises and letting out what is in a person. To get a contact kind of basically. I use some kind of throat-singing as a part of communication with non-verbal mentally handicapped people Is it a way to come out of yourself and let everything go? Or what is it about for you using throat singing?

That’s a really good question! I totally get why you use it in therapy because it is incredibly therapeutic. It was not difficult for me to learn to do it. You have to find your sweet spot and then go on from there. Many times, if I am meditating or something like that, I will use throat singing as well. Because the vibrations are so strong. The best illustration of the feeling I can give is when a cat is purring on top of you. And I think in some sense throat singing does the same thing. Those vibrations can vibrate your whole body and make you extremely calm. It has a very clear healing effect.

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Throat-singing is more than music

Then throat-singing is not only important for your music?

For me, it became an incredibly important part of my life and part of my musical work, basically. I love doing it and I love hearing it. I listen to Tibetan monk-chants. It is something I don’t get tired of. It is as you said, not only music.

Is it more basic or spiritual than ‚western‘ music or clean singing?

That’s a bit difficult, I think. I wonder if the meaning one associates with the word „spiritual“ makes the difference. If you are watching a conductor for instance in western classical music. When he is completely in it. He is standing there, totally focused. He cannot lose concentration for a second. Because when he does the whole orchestra falls.

I feel that any person, who really works with music, with intention and focus is doing something spiritually in some sense. Because of that presence of mind, that is required when doing music – it is the same for the throat singer, the same for the classical musician – for anyone.
When you are throat singing in a religious setting for instance the intention is very clear. And you know where you want to go and the way you are going. I think the journey is different. But I think the principle is the same as any music of any transcendent value. Whether it is western classical music or Tibetan tantra mantras.
Music should have the same effect on you principally: it brings you to the now and you are very much present.

So, it is important to be present. I understand what you mean. You are also using traditional instruments. And as well you did in the cooperation with Sebastian Gainsborough. I know him as an avant-garde musician. I found it very interesting how this fitted together.

He is definitely an avant-garde musician and used to be an avant-garde electronic musician. His latest piece “Passion” is an incredible piece, extremely out there and avant-garde. But he is also very interested in traditional types of music finding inspiration in that as well. He just comes to this material from a completely different ankle. As a result, it was a very good match and worked very well.

Looking backwards to find inspiration

What do you think why are so many people interested in this kind of music nowadays?

The thing that I find is similar to what people are interested in, is the idea of looking backwards somehow. To a different time to find inspiration in that time. To solve the problem of modernity in some sense. For the problem of the suffering in modern life. Which is coming increasingly difficult to understand, increasingly less human in some sense. And I think it is the struggle there.

Looking back to another, supposedly better time?

Yes, people used to look to a time things made sense. For instance, in the medieval period, which has been dark, and when nothing made sense anymore. So, they looked back to the Greeks and the Romans. Some people had it all, had it figured out.

What is it about the so-called Viking Age that interests people so much today?

I think, people looking beyond periods of history. It is not the focus to say: “Oh, those Vikings they had it all figured out”. It is more the spiritual practices that people relate to this time. A sort of animistic worldview. In some sense, it is wrong because in the Viking-age people were much more to watch towards Christianity. But we have from that time scriptures and so on that remind us of an older time. And in some sense, the Viking age is much more of a mirror of a more ancient time.

And these older these ancient times are what you are looking for?

Yes, this is what I am getting at. Because I think people looking past these kinds of structural things and want to break these down into something extremely primal, extremely essentially human, you can say. Looking for roots, looking for an anchor

In the last year, I heard a lot of albums and talked with bands they did this kind of looking back, looking for their roots: musically, traditionally. What do you think, why are so many people in these times were looking back for roots?

I think it is like I said about the times that came out of the medieval ages: the world didn’t make sense to people at that time, everything was fragmented and destroyed. People are looking for kind of an anchor to find a way to make things make sense. And that is a very common thing that people do. Looking back to the Greek gods and the Viking gods. It was a counterreaction to the time they lived in.

The counterreaction today is looking back to roots and so on. A lot of people I have heard say, that it is because people are feeling history less, that they don’t know where they come from. I am not sure whether I buy that.
The hunger for exactly what we are talking about is strong. I think the reason is that we live in a world, that is so rapidly changing that even if you are like thirty you feel out of touch with what is going on.

What role does increase mechanization play in this?

A lot of people have a lot of problems with technology. I really don’t have a problem with technology. But I do have a problem with dehumanization. Because I think we have to make a choice. If we don’t care what it means to be human: Fine, let us just all become robots. Who gives a shit?

And you think people actually want something else?

I think that’s what happens: they care about feeling human. What is this body that I have? What is this life that I am living? I think that people really want to get to something essential in some sense, you know. They want to feel. I think it is that easy.

Working with intense feelings

That is, what ancient-inspired music is working with: intense feeling?

This music is so intensely focused on that. Focused on that primal feeling, these essential human archetypical mythological figures and that is all the things. I think it speaks to something very deep in people. I really think that is it. And I think that is why people are so generally interested in these things these days.

That’s one reason why I want to make a lot of people aware of this kind of music. My work is essentially about bringing people back into contact with their emotions and original evaluations so that they experience themselves as more ‚complete‘. And that is how I understand your music: you have the traditional things, and you have modern sounds. You use technical aspects. A connection that makes feeling complete.

That is, what those singing technics and that ancient instruments do: they have full overtones as natural tones. So, they automatically have that exact, automatically have that natural, very earthy human sound. And they have that exactly on human beings, have that on me whenever I hear an instrument filled with overtones. It has had an amazing effect on me.

In my work, we use a picture: a tree with its roots. And it is important, what is around the whole tree: what people see, feel, their experience. All that you need to grow up.

That makes pretty sense. But that phrase about the roots is thrown around a lot. Einar said it once: A rootless tree will fall.  I agree with that because it is important for people to know, what came before. Why you are where you are. It is good to have those narratives.

But you can also say: a tree that has roots, that doesn’t grow anymore, also will fall. Because the roots become stale, they crack and the tree will also fall. So, for me, it is extremely important that we must not get too focused on roots. Especially when we look at all this Nordic stuff. Because really: what are these roots? Where do they start? If you go back to where they start, first of all, they start as a seed, you know.

When you put some kind of arbitrate date on it, what a lot of people do, when they use this kind of music, it becomes a kind of identarian movement. Focused on something like “my Viking heritage” or “my Scandinavian heritage” or whatever you take. It becomes an identity thing, and I don’t see any point in that and I don’t do this kind of music to get closer to my roots or anything like that.

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Presenting ideas in a Nordic dress

So, what is that ancient music or these kinds of ideas for you?

I simply am an artist that has a certain set of ideas. And I am now presenting those ideas in a Nordic dress.
I like the setting of it, I like the idea of it, the project of rekindling ancient pagan ideas but I hope that what is going to happen with this kind of movement is, that people go creative with it. That they will find it inspiring and use it to make new things and make the roots of this tree keep growing.

But I think that is, what you did with your music: you connected things. For me it is more like you used it as a mirror: here I have this traditional music or traditional ideas, stories, and language – and what does it mean to me now. What can I do with it to make another thing, a new thing out of it?

Absolutely

What you did is a new thing. It is not only looking back. You look back to see: what am I now and where will I go to. You have ideas for the future, and you make clear what role these ideas play in it.

Yes. So you said it even better than me almost. That is exactly true. And another thing that was important in the creation of the music of NEBALA is going to be about: It came to me. That wasn’t something I thought about in the classical sense. It came to me, and I felt: this is what I need to do now. And that is how it should be. That is something with some energy behind it.

A guy who could be contributing to the project

That was the reason you talked to some other people and worked with them and their ideas?

That was when I got together with Mathias Nordvig. [M.N. is an assistant professor of Nordic studies at the University of Boulder.]  I heard his podcast and thought: he sounds like an interesting guy who could be willing to contribute to this project. Then we just had a zoom-meeting a kind went off from there. And working with him meant gathering all the material together, having long conversations. As you probably know NEBALA and the whole album is a kind of a journey in sacred sexuality and fertility symbols. Therefore, Naina Gupta, who is a philosopher and writes about sexual philosophy, also played an important role.

So you had ideas and a lot of material

I wanted a kind of create a framework within which I could express these ideas. So, I really like the process of doing a lot of research first and once I have done all that research I come up with themes and this world of inspiration that is established in some sense.
Then when you go into the studio everything comes very very clearly because the world is already created. So, I never sit down intending to write a song in one way or the other.

I just go to the studio, and I feel I want to make something about the importance of mothers or whatever. And it just comes out because I already have for instance the list of goddess names that are related to mothers, and I have all kind of saga materials that refers to the sacred mother. It is an extremely cool way to work for me I feel.

You have – as you said – a framework. I think it is helpful to have a framework wherein you can include ideas and develop them.

I used to work like that over time. So, when you have a framework and do some research and you treat it like a serious art project then it comes much better to do that for me at least.

Framework and ideas

You also worked with Kjell. How was this working together? Did he put his ideas and instruments in you framework?

It is funny because we had some meetings before we went to the studio when I explained to him more about the whole background and the thinking behind it. But when we actually met in the studio the first time, he thought that he was more or less being a Tec-monkey and just doing as I tell him.
I kind of liked to make him aware pretty quickly that I wanted him to come with his stuff and his ideas. 
So, when Kjell came up, he started adding a lot to the music and it became a collaboration rather than me coming and dictating the things. A lot comes springs from me because the research is coming from me. But he is just jumping straight into the boat and had become a part of the ship’s crew.
And the funny thing is with Kjell and me: we never had a session we didn’t create something. Like every time we would meet things would just flow. You rarely meet someone you can work with like that. There was never any arguing about the music. And that was quite remarkable, quite incredible.

When I first listened to “Lustuz” I asked myself how it will be possible to play it live on stage. Then there was that gig in Ukraine with Kjell. Please tell me something about it.

That was not NEBALA nor was it “Kjell Braaten”. It is a long story about how this gig came about.
To make it short: we were contacted by, Valeriya Hjerteness, a lovely Ukrainian woman living in Norway, who wanted to start an intercultural collaboration between Norway and Ukraine. They had managed a folk festival in the centrum of Odessa It was only a month and a half away from when the gig should be. We hadn’t even started thinking about how NEBALA should be played live So we had a sweet slapdash together. To be honest with you: in three days we managed to do a set. Just him and I.

Is it very important for you to play before an audience?

Oh yeah! Absolutely. I mean music has to be played live to me. I love the process of writing music. I love the process of being in the studio and so on. But for me, the real magic is happening live.

Stories from the Hávamál and Proto-Germanic language

Another interesting part of NEBALA is the stories and the language you use. You took sayings, and stanzas from the Icelandic Hávamál and put them in a way older type of language. Into Proto-Germanic a language that isn’t spoken nowadays. What are the ideas behind it?

While looking through material, studying and discussing different ideas with Mathias. I am interested in languages and had already noticed while being part of HEILUNG, that I am really looking into the old languages. Mathias likes the Proto-Germanic language as well. So, we started to think: why shouldn’t we do the whole thing in this language? My idea was what we would do like in Hindu traditions or catholic traditions and so on. They all use dead languages for their rituals. Like Catholics use Latin, in Hinduism it is Sanskrit. These languages are ‘dead languages’ but they can have and carry spiritual significance.

To use the Proto-Germanic as a spiritual or ritual language?

What I was intuitively to do was to take all this material that we will find, that will have relevance to the spiritual ideas that we were trying to express. And then to dial the clock back on it and present it in a sort of spiritual language. Like an ancient Nordic spiritual language. So it was an aesthetic choice that made sense in some sense for the concept of the material basically.

That means: your music is ritualistic? 

Not all of the music is ritualistic. But it does have a ritualistic thinking line behind it.
One thing I can explain for instance is: on the EP you have a track called “Safijan” that opens the whole thing. In “Safijan” it is all verses from the Hávamál (the sayings of the High one) what you could call ‘wisdom words’. And there I found some passages that dealt with female and male darkness. Female and male wickedness in the act of love and the act of wooing. The interplay between male and female basically. And so I had that acted out by females and then acted out by males. So like the males are delivering their inner darkness to the female counterpart. And the counterpart is delivering their darkness to the male counterpart. So it is a kind of ritualistic exposure to human darkness.
On the album, there are a lot of songs that have chanting as a central point. These words, most of them are the names of gods and goddesses are Proto-Germanic already. They come from runestones.

But it is music at the end of the day…

It is a very complex construction behind the music, behind the album. How much have people to know about it to understand what you will say? Is it necessary?

I love that you asked that question. Thank you so much. You do not need to know a god damn thing about what I am thinking at all. My hope is, that people all around the world will hear this music and feel something.

So it is more about the music, the feeling. And all these ideas, research, materials, the language are the framework you have created?

Mathias, Naina, and I thought about making some kind of document which would be the background of NEBALA. So, we could allow for all who want to geek out on the more intellectual part of it could then do that to their heart’s desire. But it is music at the end of the day. And music is the lowest form of art that exists. What I mean in a very positive way. Everybody in the world can connect to music.

People can just listen to it. And if I and Kjell have done our job right it will move you anyways.

For me, it was very interesting because first I heard the music and I didn’t know anything about it. Then I listened to the words. I understand them. And then something connected for me. Then I read what you wrote on Instagram about your ideas and the material you used. For me, it is always a great experience when the emotional and the intellectual part combine.

That is fantastic. I think that has to do with it that it is an ancient language in what it is sung. The language becomes more like a particular sound in some sense. You know it doesn’t in themselves carry a special meaning. There may be many many meanings. Because of the way that is sung. You listen more to the one who sings than to what the one who sings is singing.
That is the reason why I love it. Many people ask me: Why are you singing in this weird language?
If they would just listen and stop thinking about what is being said.

Or you can go on like you just did. Dive into it and at another time you can think about it. You can think about it, but you can also just listen.

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…and about emotions

For it is the sound of words that transports feelings, and emotions.

These are the emotions that I am brought off by music.  Feelings like fear, anxiety, love, pleasure whatever these emotions can be. Sometimes it is such simple. And many sensitive creatures feel that in some ways, right? But at the same time, they are the greatest mystery: What is the strange feeling that I feel when I hear a piece of music that reminds me of someone? These are the biggest mysteries. At the same time, they are so arbitrary and simple in some sense.

That is what I wanted to say. We can look at things in a simple way, but we can do it in an intellectually differentiated way. When music and art can transport both these possibilities then it is perfect for me.

Yeah exactly. I very much agree. And that is I think also you know is the thing is so interesting working with this material. There is incredible power in working with something simple as your foundation. And that is what I also do with NEBALA. It is extremely emotional. everything from extreme lust and wanting to emerge with someone, to extreme hatred and contempt for that person that loved you and left you for instance. So, it is very much these extreme emotions that we work with.

And it merged. I hope that a lot of people can feel this because I think that it is helpful.

Absolutely. I don’t want to give too much away about what it is about. On the cover Mathias, Naina, and I have only written about what was inspiring the songs. Not what the track is actually about. A direct translation of the lyrics is not something that I have. I want people – as you said – to listen to it without too many preconceived notions. Just listen. And if they after that want to dive more into what inspired and find the exact version of the Hávamál – they are welcome to do it.

So you intended with the album …

The attempt has been to create a kind of journey from light to darkness to multicolour. Starting with some kind of little bit naïve wanting love and looking for the light. When you see a person, you fall in love for the first time. It is filling the whole room with light. And then someone sees the harsh reality of relationships and sexuality. Sometimes those realities are the most horrible. Breaking up with someone after 10 years can almost be harder than losing a loved one to death because of the emotional hurt.

And then at the end of the album is more meditation on the ecstasy when two people are joint in sexual pleasure. We don’t know where the other one starts or ends, and you completely transcend your ego and become one with the other person. An ecstatic release. And you will be surprised there is a lot of stuff in Nordic mythology that is exactly about these things.

A journey from light to darkness to multicolour

That is what I meant about the mirror. It is so interesting to see, that people living thousand years before had the same feelings the same ideas the same problems

It is like we talk about these essential things. These very essentially human things. What is the reason why we feel so much anguish and anxiety or whatever it might be in this modern world? It is because we have forgotten these essential things… You might live in the most technologically advanced world ever. Go to the moon or lightyears away if we get enough time. And all these technological things are fine but some things are essential. They are extremely essential. And love is the answer. Love and sexuality are the answer to all of this, I believe. It is the very base of everything.

It was interesting, great, and inspiring to hear all this about your ideas. Finally, is there anything you would like to leave our readers with? A few final words?

I think there is quite a lot for metal listeners in the album.  You don’t have to be interested in the Nordic stuff. But it gets incredibly dark on the record. And I actually have a black metal singer on it: Josh Rood from NEXION to give some extra depth to the vocal passages. So I hope people will listen to it and have time to forget about things around them. I don’t think you can listen to it in the background. This music needs time. When you listen to NEBALA, you should sit down, and listen to everything in peace. And really take your time.

Thank you so much for taking the time for the interview and giving us insight.

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  • nebala 2022 b: Nebala pic by Espen Winther
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  • nebala 1: Nebala Jonas Lorentzen
  • nebala interview 2022: Nebala

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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