VICTORIUS – Interview mit Andreas zum Rage Against Racism 2017

Victorius Heart Cover

Rage Against Racism 2017 – Victorius

Anlässlich des Rage Against Racism Festivals 2017 haben wir wieder eine Reihe von Interviews mit beteiligten Bands geführt, um euch schon einen entsprechenden Vorgeschmack zu verschaffen. Diesmal ist Victorius aus Leipzig an der Reihe. Bassist Andreas stand uns hierfür Rede und Antwort.

Das Interview mit Andreas von Victorius

Hallo, ich bin Uwe von metal-heads.de (Mh). Wir sind offizieller Medienpartner des Rage Against Racism Festivals und freuen uns, euch im Line-Up des Festivals für 2017 begrüßen zu dürfen. Nett, dass ihr euch etwas Zeit nehmt, im Vorfeld einige Fragen von uns zu beantworten.

Wechsel im Line-up

Mh: 2014 habe ich euch auf der Tour mit Freedom Call live erleben dürfen und war sehr angetan von eurem Auftritt. Danach hattet ihr 2 Besetzungswechsel (Gitarre und Schlagzeug). Wie kam es dazu und hatte dies Einfluss auf eure weitere musikalische Entwicklung?

Andreas von Victorius: Nach dem Album Dreamchaser haben uns unser Schlagzeuger Rustam und unser Gitarrist Steven verlassen. Beide hatten mehrere Solo- und Bandprojekte am Laufen und leben mehr oder weniger vom Musikmachen. Für Victorius war da oft kein Platz, weshalb sie die Band schlussendlich verlassen haben. Da beide nicht übermäßig im Songwriting eingebunden waren, war der Wechsel für uns menschlich zwar schade, aber musikalisch nicht weiter tragisch, vor allem da wir sehr guten Ersatz gefunden haben.

Das aktuelle Album

Mh: Mit eurem aktuellem Werk „Heart Of The Phoenix“ habt ihr euer – in meinen Augen – bisher reifstes Werk abgeliefert und eine neue Qualitätsstufe erreicht (lest HIER unsere Review). Wie zufrieden seid ihr im Rückblick mit dem Album? Seht ihr weiteres Verbesserungspotential?

Andreas von Victorius: Es ist unser bestes Album bisher. Viele Bands sagen das, um ihr neues Album zu promoten. Bei uns stimmt es. Mit Heart of the Phoenix haben wir ein Album produziert, das uns jetzt als Maßstab vorgehalten werden kann. Es ist schwierig, da noch einen drauf zu setzen, aber auch das werden wir schaffen. Man kann also sagen: Sehr zufrieden.

Auf Tour mit Grave Digger

Mh: In den ersten Monaten des Jahres 2017 wart ihr auf Tour mit den deutschen Metal Urgesteinen von Grave Digger. Wie ist die Tour gelaufen und was kann man von solchen Veteranen wie Chris Boltendahl und Co. noch lernen?

Andreas von Victorius: Die Tour war sehr erfolgreich. Wir spielten vor gut gefüllten und vollen Häusern, wurden gefeiert und sind viele unserer CDs losgeworden. Was will man mehr als junge Band. Boltendahl und Co. sind natürlich Legenden. Wir standen selbst noch vor nicht allzu langer Zeit im Publikum von Grave Digger bei diversen Festivals und Konzerten. Ich habe auf Tour 13x Grave Digger gesehen und es hat mir auch beim 13. Mal noch Spaß gemacht. Das muss man erstmal schaffen. Da kann man einiges mitnehmen.

Die Metalszene im Osten Deutschlands

Mh: Ihr kommt aus der Umgebung von Leipzig. Wie ist es um die Metalszene im Osten und speziell in Sachsen bestellt? Gibt es viele (Nachwuchs-) Metalbands und wie sieht es mit Auftrittsmöglichkeiten aus?

Andreas von Victorius: Die Lage ist nicht unähnlich zu anderen Großstädten. Kleine Clubs bieten wirklich gute Konzerte mit Locals und Szenegrößen, doch die Kundschaft bleibt oft fern. Auftrittsmöglichkeiten gibt es viele, wenn man entsprechende Kontakte hat, jedoch denke ich mir manche junge Band sollte sich lieber auf 1-2 Gigs pro Jahr in der Region beschränken, anstatt die Szene mit dem immergleichen Konzert zu fluten. Der Unterschied zu westdeutschen Großstädten ist die mitunter vollständige Abwesenheit einer Power- und Heavy Metal Szene. Wir arbeiten daran J

Von wegen kühle Nordmänner

Mh: Ihr habt auch schon einige internationale Auftritte hinter euch. Gib es ein Land oder Länder, wo ihr richtig gut ankommt oder wo es euch aus anderen Gründen besonders gut gefallen hat?

Andreas von Victorius: Alle Länder sind schön. Begeistert waren wir von Norwegen. Bei unserem bisher einzigen Konzert dort war nicht sonderlich viel los aber das Publikum unglaublich enthusiastisch. Wir waren den Leuten wahrscheinlich total unbekannt aber beim zweiten Chorus wurde schon mitgesungen. Die Aftershowparty war auch legendär. In der Schweiz und in Österreich herrscht auch eine besondere Atmosphäre, die uns immer wieder beeindruckt.

Thema Rassismus

Mh: In Deutschland und auch speziell in den östlichen Bundesländern hat der Rassismus (leider) durch die Flüchtlingsproblematik wieder etwas Auftrieb bekommen. Die Heavy Metal-Szene ist in dieser Hinsicht (überwiegend) nahezu vorbildlich liberal und weltoffen. War dies eine besondere Motivation für euch, bei einem Festival wie dem Rage Against Racism aufzutreten?

Andreas von Victorius: Ich denke nicht, dass man der Heavy Metal Szene pauschal ein Reifezeugnis ausstellen kann, aber es stimmt schon dass im Heavy Bereich mehr Toleranz und Weltoffenheit herrscht, als in anderen Rock Genres. Wir als Band äußern uns nie politisch, da wir Musik der Musik wegen machen. Es sollte aber meiner Meinung nach zum Grundverständnis eines jeden Menschen gehören, dass Rassismus keine Einstellung ist. Rassismus ist menschenverachtendes Arschlochverhalten. Wir können die Message des Festivals klar unterstreichen.

Zukunftspläne

Mh: Wie sehen eure weiteren Zukunftspläne aus? Gibt es Festivalaktivitäten, weitere Tourpläne und schon einen Zeitplan für das nächste Album?

Andreas von Victorius: Das ist Alles in der Konzeption gerade. Heart of the Phoenix ist ja gerade mal vier Monate alt und wir überlegen, wo es jetzt hingeht. Weitere bestätigte Termine sind das Metal Frenzy Festival in Gardelegen und ein Clubkonzert mit geilem Line Up (Alpha Tiger, Gloryful, Victorius) am 08.07 in Markneukirchen. Checkt unsere Homepage für Infos.

Schlussworte

Mh: Danke, dass ihr euch die Zeit für dieses Interview genommen habt. Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft und speziell einen tollen Auftritt beim Rage. Vielleicht haben wir ja die Gelegenheit im Anschluss an euren Auftritt noch etwas zu plaudern. Die letzten Worte gehören euch. Möchtet ihr unseren Lesern noch etwas mit auf den Wege geben?

Andreas von Victorius: Unser Gitarrist Dirk würde jetzt sagen ‚Make Power Metal Great Again!‘. Wir sehen uns beim Rage. Es wird epochal.

 

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Bildquellen

  • Victorius Heart Cover: Amazon
Uwe

Uwe

Fast 35 Jahre als Metal-Fan hat es gebraucht, bis ich es endlich geschafft habe, ins heilige Metal-Land nach Wacken zu kommen! Auf diese Weise erleuchtet, hoffe ich auf mindestens noch 50 Jahre Musik "Louder Than Hell"!

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