Words of Concrete – Das Interview zur neuen Platte

Words of Concrete - Das Interview zur neuen Platte

Words of Concrete – Interview zum neuen Album

Words of Concrete werden im Juni die neue Platte „Negative Vibes“ veröffentlichen. metal-heads.de sprach mit Marvin (Gitarre) über die neue Scheibe. Dabei redeten wir auch über die Vergangenheit der Band, was hinter „Negative Vibes“ steckt, sowie über die Hater aus dem InternetZ. Wir wünschen euch viel Spaß beim lesen und supportet eines der heißesten Releases des Jahres HIER.

 

Auf ein Wort mit Marvin von WOC

Jungs, gibt uns doch kurz ein Update. Was ist alles zwischen 2013 und 2018 passiert?

2013 haben wir unser 2. Studioalbum „Between Home and Hell“ veröffentlicht. Ist leider etwas untergegangen, was man zum einen an der fehlenden Promo zum anderen auch aus heutiger Sicht schlechten Produktion als auch den halbgeilen Songs zuschreiben kann. Nichtsdestotrotz konnten wir damals eine Promotour durch Europa mit Nasty und Sand machen. Die beste Tour, die wir je hatten.

Willst du innovativ sein, dann bist du nicht mehr Hardcore

2014 gab es Unstimmigkeiten mit unserem Sänger und dem Rest, der Band, die erstmal zu einer längeren Pause führten. Hintergründe hierfür sind unwichtig. Bis 2016 war es erstmal ruhig um uns geworden. Anfang des Jahres hatte ich schwere Zeiten durchgemacht und brauchte wieder ein Ventil. Ich habe die Jungs zusammengetrommelt, wir haben uns mit Rob (Sänger) an einen Tisch gesetzt und die Sachen geklärt. Es folgte eine Comeback-Show. Für unseren alten Schlagzeuger (Marco) sollte das aber die letzte Show sein, da er seinem Nebenprojekt die Hauptzeit widmen wollte. Ich begann mit Rob die ersten Songs zu zweit zu schreiben, da er auch neben Gesang ein begnadeter Schlagzeuger ist. Es folgten Chris und Riccardo und wir konnten langsam wieder, als alte Band, starten Songs zu schreiben. Mit Kilian haben wir Mitte 2018 endlich nicht nur einen Schlagzeuger, sondern auch sehr guten Freund gefunden!

Words Of Concrete, Taste Of Anarchy Fest, 28.10.2016

Im Gegensatz zu „East German Cold“ und „Between Home And Hell“ haben wir uns diesmal Zeit gelassen mit dem Songwriting. Haben Lieder auch wieder aussortiert, die wir zwei Wochen vorher noch gefeiert haben. Diesmal ging es uns nicht um schnellen Output. Diesmal wollten wir eine Platte machen, mit der wir auch 5 Jahre später noch zufrieden sind. Chris (Gitarre) hat die ganzen Pre-Productions in die Hand genommen und immer wieder neue Songstrukturen geschickt. Meine Aufgabe war es dann, per Whatsapp „düm düm düm“ als Sprachnachricht zu sprechen und so eine eventuelle fehlende Melodie noch einzubauen und die Downtempo-Parts noch stumpfer zu machen. Da wir zur Zeit 300 km voneinander entfernt wohnen, war das unsere wöchentliche Probe gewesen, haha.

Mit den Songs können wir einfach nochmal Revue passieren lassen und auch damit abschliessen, weshalb wir uns beim Songwriting auch so viel Zeit gelassen haben.

Rob hat dann zu den Pre-Productions den Text gebaut und wir konnten so besser Songs formen, als wie noch vor 5 Jahren. Mit Johannes von Feinklang Mastering Studios haben wir auch einen Mann gefunden, der sofort versteht, was wir wollen und es dann noch 200 % besser umsetzt. Diesmal hat einfach alles gepasst!

„Negative Vibes isn’t just a record, it’s a movement“ heißt es im Pressetext. Erklärt uns, was ihr damit meint und mit der Bewegung ausdrücken wollt.

Anhand mancher Kommentare habe ich das Gefühl, dass viele den Slogan „Negative Vibes“ falsch verstehen. Viele denken mit der Platte kommt ein zweites „East German Cold“, was definitiv nicht der Fall ist. Es bedeutet nicht negativen Hardcore wieder zurückzubringen, sondern ist einfach der Übergriff für ein Ventil, das du mit der Platte öffnen kannst. mit der dunklen Atmosphäre der Platte kannst du all deine negativen Gefühle vergessen und dich mit von dir ausgewählten Liedern identifizieren. Es löst den Slogan „East German Cold“ ab, den wir eh nicht so gefeiert haben, aber irgendwie zu unserem Branding wurde.

Wir werden immer anecken, das ist einfach eine Leidenschaft von uns

Wenn man sich dem Text auf der BDHW-Website zur Scheibe anguckt und dann eure Lyrics dazu nimmt, muss man wirklich sagen, „Negative Vibes“ passt wie die Faust auf’s Auge. Ihr habt in den letzten Jahren einiges durchgemacht. Habt ihr neben der Musik weitere Ventile, wo ihr Druck ablassen könnt?

Viele Themen handeln von vor zehn Jahren wie zum Beispiel „Ghettobeat 2.0“, in der Rob über die Zeit spricht, in der er viel mit Drogen und Kriminalität zu tun hatte. Oder über den Tod von Chris’ Vater 2013 in dem Outro Song „Still Struggling“. Mit den Songs können wir einfach nochmal Revue passieren lassen und auch damit abschliessen, weshalb wir uns beim Songwriting auch so viel Zeit gelassen haben. Wir wollten auf Nummer sicher gehen, endlich die Themen zu den Akten legen zu können. Unser allseitbeliebtes Thema „hater“ ist auch wieder mit dem Song „Drama Here Drama There“ vertreten, mit dem ich jetzt beim nächsten Punkt anknüpfen werde, haha.

In den Kommentaren zu „Negative Vibes / Still On The Bottom“ auf YouTube kritisieren einige, dass ihr Produktplatzierung betreibt und hinterfragen, was dicke Autos und Marken im Beatdown zu suchen haben. Jene fordern die Jogginghose und das weiße Unterhemd als Bezug zu Basis zurück. Könnt ihr die Kritik nachvollziehen? Oder leben einige noch im Jahr 2006?

Meine Lieblingsfrage unter dem Video: „Was hat das noch mit Beatdown zu tun?“ . ist inzwischen ein Running Gag bei uns. Gegenfrage, was bedeutet Beatdown für euch? Ohne es schlecht machen zu wollen, aber Beatdown hatte vor zehn Jahren noch etwas Besonderes. Es war zwar sehr roh und überaus aggressiv, aber es hatte was. Heutzutage nimmt jeder Maler und Lackierer eine Gitarre in die Hand und meint das ist das neue Beatdown. Es ist einfach langweilig, uninnovativ und dumm geworden. Was unser neues Video also mit Beatdown zu tun hat? Zum Glück nichts mehr.

Words Of Concrete, Taste Of Anarchy Fest, 28.10.2016

Dass viele die Ironie von dem Video nicht checken, war uns im vornherein schon klar, aber wir sind trotz erwachsenen Songs immer noch Words of Concrete. Also was wir textlich nicht mehr ausleben, leben wir dann halt in unseren Videos aus. Und ganz ehrlich, wollt ihr ein hundertstes Video in einer Ruine, ein tausendstes Video nur aus Live-Mitschnitten bestehend haben? Wir wollen einfach mal Abwechslung bringen, aber wir hatten ja ganz vergessen, dass der Hardcore-Kodex vorschreibt, dass teure Autos absolut nix mit Hardcore zu tun haben. Unser Fehler. Wir machen mit der Band keinen großen Profit, also wenn wir viel Geld ausgeben, um ein Video zu drehen, dann drehen wir es auch so wie wir es wollen und nicht wie irgendwelche Kevins aus Bautzen es wollen. Die Hardcore-Szene war bis vor zehn Jahren vielleicht noch Open Minded, aber seitdem ist es die wohl engstirnige Szene, die es wohl gibt. Willst du innovativ sein, dann bist du nicht mehr Hardcore. Anstatt den Song zu bewerten, ob er ihnen gefällt, lassen sich viele über das Video aus. Junge, dann dreh den Bildschirm zur Seite und hör einfach nur hin.

Wir werden immer anecken, das ist einfach eine Leidenschaft von uns. Anders, als die ganzen anderen tausend Hardcore Bands zu sein, auch wenn wir dafür viel Hate einstecken müssen.

Eure neue Scheibe erscheint über BDHW Records. Toni hat auch ein Feature-Part. Was für eine Verbindung habt ihr zueinander?

Toni hat uns damals 2010 aus dem Sumpf der ganzen Newcomer Bands geholt. Mit ihm konnten wir einen super Start mit großem Label im Rücken hinlegen. Ich glaube ohne ihn, wären wir nicht ansatzweise so erfolgreich gewesen. Außerdem, haben wir ihm den Kontakt zu Nasty zu verdanken, was uns dann den Song „Asphaltierte Probleme“ beschert hat. Ausserdem, verdanken wir ihm auch wieder die Rückkehr an die Bildfläche, da er uns trotz Fehlverhalten von uns wieder zurück in die BDHW Family aufgenommen hat.

Das Feature auf dem Album ist eigentlich zufällig und spontan entstanden. Toni hat uns bei den aufnahmen im Studio besucht und Rob war gerade dabei den Song „Negative Vibes“ fertig einzusingen. Leider hat seine Stimme für den letzten Part nicht mehr mitgemacht. Somit ist dann Toni einfach eingesprungen. War die beste Entscheidung ever.

Lasst die CD (East German Cold) einfach eine Rarität werden

Neben Toni gibt es noch weitere Features wie mit Malevolence und Xile. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Da gibt es eigentlich keinen großen Hintergrund zu. Wir feiern beide Bands und haben angefragt ob sie vielleicht einen Part übernehmen könnten. Beide haben glücklicherweise zugesagt. Malevolence hatten ihren Tourauftakt in Leipzig mit Despiced Icon. Alex ist schnell ins Studio rumgekommen und hat seinen Part eingesungen. Luke haben wir die Spur nach Australien geschickt, wo er seinen Part eingesungen hat. Wir sind mehr als zufrieden mit allen Feature Parts.

Words Of Concrete, Taste Of Anarchy Fest, 28.10.2016

Die Platte „East German Cold“ sollte vor 2 Jahren eigentlich als Vinyl erscheinen. Wieso kam es nie zu dieser Veröffentlichung? Habt ihr schon eine Idee ob bzw. wann ihr die CD nachpressen oder auf Vinyl re-releasen wollt?

Dieses Versprechen haben nicht wir, sondern unser damaliges Label gemacht. Lasst die CD einfach eine Rarität werden und Vinyl wird es erstmal nicht mehr davon geben und wenn nur Remastered 😀 .

Wie sind die Pläne bei dem Thema Shows. Wo und wann kann man euch wieder live erleben?

Bisher haben wir den Großteil von Shows ablehnen müssen, weil wir viel mit der Platte zu tun hatten. Bisher ist erstmal nur das Mosh gegen Krebs Festival am 25.5.18 vor dem Album-Release geplant. Was danach kommt, entsteht jetzt erst in den nächsten Wochen.

Last, but not least haben unsere Gäste das letzte Wort. Gibt es etwas, was ihr noch sagen wollt?

Nehmt nicht alles so ernst. Hardcore kann auch mal Spaß bedeuten und nicht nur Camohosen und Unterhemden.

Eure Mini-KayOnes!

(Marvin Daunigt – Guitar)

Cover & Tracklist

Words Of Concrete - Negativs Vibes Cover

01. Ghettobeat 2.0
02. The Thirst The Hunger
03. Touched By Hell
04. Cold Nothing (Feat. Alex Malevolence)
05. Negative Vibes (Feat. Toni BDHW)
06. Still On The Bottom
07. Drama Here Drama There
08. The Trip (Feat. Luke Xile)
09. No More Blood Between Us
10. Still Struggling

Line-up 2018

Robin Exner – Vocals

Marvin Daunigt – Guitar
Christoph Großer – Guitar
Riccardo Dittrich – Bass
Kilian Kairies – Drums

NEWSLETTER. FREITAGS. KOSTENLOS.

Bildquellen

  • Words Of Concrete, Taste Of Anarchy Fest, 28.10.2016: (c) metal-heads.de - Kjo
  • Words Of Concrete – Negativs Vibes Cover: BDHW
  • Words of Concrete – Das Interview zur neuen Platte: 7evenam
Kjo

Kjo

Die Basis für den Lärm den ich heute höre, legten in meiner Kindheit Elvis und The Rolling Stones. Beide Künstler sind „always on my mind“.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

7 + achtzehn =