Decapitated und Heart Of A Coward im Luxor

Decapitated

Nach ewiger Zeit mal wieder im Luxor! Decapitated haben gerufen und 140 Gäste sind dem Ruf der Polen gefolgt. Mitgebracht hat die Technical Death Metal Band aus Krosno die Briten Heart Of A Coward, die zwar Genre-technisch eher dem Metalcore/Djent zugeordnet werden, jedoch aufgrund der progressiven und aggressiven Spielweise dann doch gut zu Decapitated passen. Trotzdem war es schon lustig zu sehen, wie stereotypisch sich das Völkchen vor der Tür sammelte. Da waren auf der einene Seite die an den Caps und Undercut-Frisuren eindeutig zu erkennenden Metalcorer und auf der anderen Seite die Lederjacken- und zum Teil Nieten-tragenden Death Metaller. Aber bis auf wenige Ausnahmen sollte sich das am Abend noch gut durchmischen. Weniger gut gemischt war das Licht bei Decapitated, so dass die Bilder der Polen recht mager ausgefallen sind; dafür gibt es etliche gute Fotos von Heart Of A Coward unter dem Bericht.

Heart Of  A Coward

(Webseite | Facebook)

Die Briten haben erst im Oktober ihr drittes Album Deliverance rausgebracht und sind daher entsprechend heiß darauf, ihr neues Material live zu präsentieren. Und wie Eingangs erwähnt, kam vor dem Gig häufiger die Frage auf, ob HOAC zu Decapitated passen und an dem Abend kann man ganz klar sagen: JA!Heart Of A Coward

Rampensau Jamie Graham, der an diesem Abend einige weibliche Zuschauerinnen verzückte (ja, sieht gut aus der Junge), ist ein guter Frontmann, der perfekt mit dem Publikum umgehen kann. Dazu kommt, dass Jamie eine echt gute Live-Shouter-Qualität hat, denn die Stimme bringt ordentlich Druck mit und passt so klasse zum Sound der Briten. Und auch der hatte es in sich, denn der Djent-Progressive-Technical-Kick-Ass-Sound kam beim Publikum sehr gut an, so dass sich hier die headbangenden Death Metaller das erste mal mit den hüpfenden und tanzenden Corern mischten – kein alltägliches Bild, aber HOAC schafften dies. Entsprechend gut war die Stimmung. Auch wenn Heart Of A Coward sonst vor wesentlich mehr Leuten spielen, tat dies ihrer Performance und Stimmung keinen Abbruch. Manche der Breakdowns sind echt böse Killer und brachten ordentlich Bewegung in die Leute.

Amtlicher Gig mit einem guten Set und die Gäste auf ihrer Seite – was will man mehr – alles richtig gemacht – die Briten haben sicherlich auch den einen oder anderen Death Metal Fan auf sich aufmerksam gemacht – zurecht!

Setlist

Hollow
Miscreation
Turmoil I
Turmoil II
Shade
Deadweight

Line-Up

Jamie Graham | Vocals
Carl Ayers | Guitars
Steve Haycock | Guitars
Vishal „V“ Khetia | Bass
Christopher „Noddy“ Mansbridge | Drums

Decapitated

(Webseite | Facebook)

Dann kamen Decapitated und meine Arbeit als Fotograf neigte sich dem Ende zu. Bereits beim Umbau des Bühnensets bemerkte ich, dass vor den Drums etliche Stroboskop-Blitzer Richtung Frontleute aufgestellt wurden und mir wurde klar, dass es hier heute nicht viel zu holen gibt. DecapitatedDie Band glich einem Scherenschnitt, so derbst hat es von hinten Licht gehagelt, aber so hatte ich mehr Zeit mir Decapitated anzusehen und zuerst fiel mir auf, dass sie nur mit einer Gitarre am Start sind, was mir vorher nicht so bewusst war. Bei einem der ersten Tracks kam die 2. Gitarre vom Rechner, aber ansonsten spielten die Polen nur mit einer Gitarre. Mir fehlte da etwas Druck im Vergleich zu den Scheiben, wo sie 2 Gitarren aufnehmen und manchmal noch doppeln. Allerdings war das auch das einzige Manko des Abends, denn die Polen räumten bei den 140 Gästen ab. Ok, bis auf die 2 eindeutig als Metalcore zu erkennenden Mädels, denen die Musik von Decapitated keinen Spaß machte. Den anderen Gästen gefiel die Mischung aus neuen und älteren Songs jedoch sehr gut und so kam es zu ordentlichen Moshpits und Headbanging, was auch Sänger Rafał mit einem breiten Grinsen quittierte. Er hatte ebenso seinen Spaß, wie die abgehende Meute vor der Bühne.

Alles in Allem ein gelungener Abend, auch wenn Decapitated gerne im Dunkeln bleiben, haben sie doch einen guten Eindruck hinterlassen und ich kann sagen, dass mir das Konzert Spaß gemacht hat.

Setlist

Exiled In Flesh
The Blasphemous Psalm To The Dummy God Creation
Blood Mantra
Post Organic
404
Day 69
Carnival
Nest
Veins
Spheres of Madness
Homo Sum

Line-Up

Rafał Piotrowski | Vocals
Waclaw „Vogg“ Kieltyka | Guitars
Pawel Pasek | Bass
Michal Lysejko | Drums

Fotos

NEWSLETTER. FREITAGS. KOSTENLOS.

Bildquellen

  • Heart Of A Coward: © 2016 Toby - metal-heads.de
  • Decapitated: © 2016 Toby - metal-heads.de
  • Decapitated: © 2016 Toby - metal-heads.de
Toby the Ogre

Toby the Ogre

Früher aktiver Death-Schreihals und Sänger, heute passiver Schreihals. Lieblingsgeräusche: Konzert-Tinnitus und Motorräder. Lieblingsbands: Gojira, Meshuggah, Nile, Rivers of Nihil, Parkway Drive. Wenn der Tinnitus nachlässt höre ich auch gerne in andere Genre rein.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

12 − acht =