HAKEN, Support: THE ALGORITHM & NEXT TO NONE – 11.04.2017

Haken 11.04.17 Turock Essen

HAKEN, Support: THE ALGORITHM & NEXT TO NONE – 11.04.2017

Manchmal ist einfach der Wurm drin (ich erspare euch jetzt Wortspiele wie…“das Ganze hatte einen Haken…“). Pünktlich losgekommen durfte man im Radio hören, dass beide Autobahnen in Richtung Essen aufgrund von Unfällen bzw. den damit verbundenen Bergungsarbeiten mit Stau bzw. eingeschränktem Verkehrsfluss für eine Verzögerung sorgen würden. Diese war dann noch überschaubar und wir kamen „schon“ um ca. 19:30 Uhr an.

Next to None 11.04.17 Turock Essen

Holpriger Beginn eines interessanten Konzertabends

Genug Zeit bis zum Konzertbeginn um 20:00 Uhr, also mal entspannt hinein…NEIN! Überraschenderweise drang schon Musik nach draußen. Man hatte kurzerhand den Beginn auf 19:30 Uhr vorverlegt. Also dann mal zügig…NEIN. Leider lag die Gästeliste noch nicht am Einlass vor und es kostete einige Minuten, um ins Venue zu gelangen. Dank des freundlichen TUROCK-Teams ist es uns letztlich gelungen. Das war nett.

Als wir an diesem Dienstag Abend kurz vor Ostern die kurze Reise nach Essen antraten, da hatten wir schon bald den Gedanken, dass es ein interessantes Konzert werden sollte. „Eingeladen“ hatten HAKEN, die ihr 10-jähriges Jubiläum mit dieser Tour begehen wollten. Für der ebenso betitelten Konzertreise hatte man 2 Bands für den Supportslot mit dabei.

Einerseits die Elektro-Metal-Formation THE ALGORITHM und andererseits NEXT TO NONE, die Combo, wo Mr. Portnoy junior die Trommeln bearbeitet. Für Abwechslung und frisches Blut neben einer guten Portion Erfahrung sollte also im TUROCK gesorgt sein. Interessant auch, wie viele Menschen den Weg zu diesem Gig finden würden…

HAKEN, Support: THE ALGORITHM & NEXT TO NONE – 11.04.2017

NEXT TO NONE übernahmen den Posten als Opener (wie oben nachzulesen, verpassten wir deren Set zur Hälfte!). Wir erlebten eine energiegeladene Performance der „jungen Wilden“ in diesem Package. Max Portnoy trommelte kraftvoll (wobei sein Drumsound an METALLICA´s „St. Anger“ erinnerte…ich weiß nicht, ob das gewollt war!?) mit wehender Mähne und auch seine musikalischen Mitstreiter kamen erfrischend rüber. Wir durften dabei sein, als man einen neuen Song vom für den Sommer geplanten zweiten Album spielte. „Alone“ machte einerseits einen abwechslungsreichen, aber auch irgendwie etwas „wirren“ Eindruck. Vielleicht muss man das erst einmal in Ruhe hören…

Das Set endete mit dem starken „Blood on my hands“ vom großartigen Debütalbum „A light in the dark“ aus dem Jahr 2015. In einem überraschend vollen TUROCK (bis hinten hin, aber nicht bis zum Anschlag voll. Frauen waren übrigens nur sehr vereinzelt vertreten!) löste man Begeisterung aus und die Reaktion war deutlich mehr als ein Achtungserfolg auf dieser ersten Europatour des jungen Vierers.

Schaut mal, wie unser Chipsy NEXT TO NONE für euch im Bild festgehalten hat:

Wer das Geschäft von der Pieke auf lernen will, muss halt nach dem Gig sein eigenes Equipment von der Bühne tragen. So ist es halt mit gerade 18 Jahren Lebensalter und den ersten Schritten im internationalen Musikzirkus. Aber Sänger und Keyboarder Thomas Cuce, Bassist Kris Rank und dem neuen Mann, Derrick Schneider an der Gitarre – gemeinsam mit ihrem Drummer Max – machten ihre Sache an diesem Abend prima.

NEXT TO NONE überzeugten als Opener

Und was kam dann? Rémi Gallego, ein französischer Musiker/Komponist, der seinen Lebensmittelpunkt nach Köln verlegt hat. Er ist unter dem Namen THE ALGORITHM bekannt (also mehr oder weniger) und ist immerhin schon seit 2009 aktiv. Er verknüpft elektronische (Tanz-)Musik mit (progressivem) Metal. Klingt komisch…ist aber so. Als Duo tritt der Franzose mit einem Drummer auf, der live den Metal-Part verkörpert, während er selber insbesondere den elektronischen Teil übernimmt.

The Algorithm 11.04.17 Turock Essen

Der erste Song war nach meinem persönlichen Geschmack noch erträglich, aber mit zunehmender Spieldauer innerhalb des 45-minüten Sets war diese Art von „Musik“ für mich schwerer auszuhalten. Ich weiß genau, warum ich Techno nicht mag und das hatte teilweise etwas davon. Leider konnte auch der „metallische“ Anteil der Songs das nicht aufwiegen und so musste ich mich (reiner Selbstschutz – sorry!) nach draußen verziehen. Ich bin echt tolerant gegenüber anderen Musikstilen und gebe jeder Band bei einem Konzert eine Chance. Aber man muss auch die eigenen Grenzen erkennen und respektieren. Der Teil des Publikums, der in der Halle blieb, war offenbar recht angetan, wenn man die Zuschauerreaktionen gesehen hat. Aber Geschmäcker sind ja verschieden…so hätte ich NEXT TO NONE eher mehr Spielzeit eingeräumt…

Hier seht ihr, was THE ALGORITHM so auf der Bühne abgeliefert haben:

Das Warten auf HAKEN fällt schwer…

Dann also der Headliner…HAKEN zum 10. Geburtstag. Die britische Combo um Frontmann Ross Jennings konnte schon mit den ersten beiden Songs punkten und wurde gut abgefeiert. Dann kündigte der HAKEN-Sänger an, man werde sich in die Vergangenheit begeben…ins Jahr „1985“. Das ist natürlich der Titel des anstehenden Tracks. Der Sechser von der Insel hatte sichtlich Spaß an seinem Auftritt und die Musiker bauten immer wieder einen Klangteppich, auf dem sich der Gesang etablieren konnte.

Insgesamt stand der Sänger am ehesten im Fokus, obwohl die Band eigentlich als eine homogene Einheit zu sehen ist. Bei der Performance der etwa einem Dutzend Songs (zu nennen wäre z.B. der „Cockroach king“, bei dem sich ein besonderer Fun Faktor zeigte) zeichnete sich Raymond Kearne durch präzises und akzentuiertes Drumming aus. Damit lassen sich herrlich – zum Beispiel mit den Keyboards von Diego Tejeida – progressive Arrangements zaubern. Großartig! Das Trio an der Saitenfront ergänzt das Line up hervorragend. So zelebrierten die 6 Herren ihren Geburtstag vor dem dankbaren Publikum im TUROCK.

Haken 11.04.17 Turock Essen

Für einen Dienstag war es ein gut besuchtes Konzert. Auch längere Instrumentalpassagen gestalteten HAKEN kurzweilig. So lieferte man ein gut 100 Minuten währendes Set ab. Der Sound hatte sich im Verlauf des Abends zu einer guten Qualität stabilisiert.

Fazit: der Zuspruch hinsichtlich der Zuschauerzahlen, den Konzerte im Bereich Prog in den letzten Monaten verzeichnen, ist erfreulich. Eine absolut bunte Mischung, wie man sie abwechslungsreicher an einem einzelnen Konzertabend wohl kaum erleben kann, gab es heute in Essen. NEXT TO NONE: wild und ungezügelt, dennoch technisch überzeugend. THE ALGORITHM: speziell…wer´s braucht! Und letztlich HAKEN: wenig Aktion auf der Bühne, aber sonst top und musikalisch auf hohem Niveau!

Hier die Live-Pix zum Headliner HAKEN:

 

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Bildquellen

  • Next to None 11.04.17 Turock Essen: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • The Algorithm 11.04.17 Turock Essen: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
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Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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