LACUNA COIL, Support: AMBERIAN DAWN

Lacuna Coil

LACUNA COIL, Support: AMBERIAN DAWN

Köln – Club Volta – 10.11.2018

Der Mailänder Formation LACUNA COIL folge ich schon seit den absoluten Anfangstagen der Band. Da ist man noch mit einem kleinen und mit Equipment voll gepackten Mercedes-Transporter zu Festivalauftritten gefahren worden. Heute ist man natürlich seinem Status in der Szene und dem Erfolg der vergangenen Releases entsprechend höchst professionell auf seinen Touren unterwegs. Und die Nachfrage nach den Live-Auftritten der Italiener ist ungebrochen.

Lacuna Coil

Aber beginnen wir erst einmal mit dem Supportact an jenem nasskalten (obwohl es sich kälter anfühlte, als die Temperatur auf dem Thermometer es angab) Novemberabend im Kölner Club Volta. Bislang hatte ich noch nie von dem Venue gehört, dabei liegt es unweit von Palladium/E-Werk in einem Gewerbegebiet der Domstadt. Der Club fasst geschätzte 600-800 Leuten, heute hatten sich am Ende leider so ca. 350 Leute in die Location verirrt. Das Coole war – hatte ich so bei einem Konzert schon sehr lange nicht mehr gesehen – man verkaufte Bier etc. in Glasflaschen! Über die Parkplatzsuche darf ich nichts schreiben (Anordnung vom Chef! 😉), daher gleich zur ersten Band.

Neuer Club und Bier in Glasflaschen

Amberian Dawn

AMBERIAN DAWN eröffneten den heutigen Konzertabend. Die finnische Band hat sich symphonischem Metal verschrieben und blickt mit 7 Studioalben in den vergangenen zehn Jahren und einigen Touren mit Szenegrößen bisher auf eine bewegte Bandgeschichte. Heute also als Anheizer für LACUNA COIL. Man startete sein 45-minütiges Set in der etwa zur Hälfte gefüllten Halle.  Auf der niedrigen und von der Fläche her kleinen Bühne, hatte man wenig Bewegungsspielraum. Man machte aber das Beste daraus und servierte dem Publikum u.a. den Song „Cherish my memory“. Dieser Track hat schon einige Jahre auf dem Buckel, aber er wurde jetzt remastert und es gibt jetzt auch ein aktuelles Video dazu. Schaut mal hier:

 

Sängerin Capri konnte mit einer glasklaren Stimme punkten. Dabei wurde auch deutlich, welch guter Sound heute Abend herrschte. Es gab aber Stellen, wo der Gesang auch eine etwas nervige Komponente erreichte. Ansonsten wusste der melodische Metal der Finnen durchaus zu gefallen. Immer wieder Stand Keyboarder Tuomas Seppälä im Fokus. Er war – ungewöhnlich für dieses Instrument – am vorderen Bühnenrand positioniert. Die Frontfrau betonte, sie sei ein riesiger LACUNA COIL-Fan und freue sich daher, die Italiener auf ihrer Tour supporten und damit viele Auftritte sehen zu könne.  Übrigens haben AMBERIAN DAWN sich für diese Tour etwas Besonderes ausgedacht. Es handelt sich um den ersten Coversong der eigenen Geschichte. Dazu hat man eine der populärsten Musikacts aller Zeiten als Vorlage genommen.


 

ABBA mit glasklarer Stimme

ABBA standen Pate und das ausgewählte Stück ist „Lay all your love on me“. Gute Wahl, denn die Stimme ist passend und auch musikalisch war es eine gelungene Umsetzung.

Nach einer recht langen Umbaupause enterten dann die Italiener die im Stil eines Zirkuszeltes gestaltete Bühne. Die Musiker und das Gesangsgespann Cristina Scabbia und Andrea Ferro hat bereits seit Jahren intensiv den Globus betourt und was das Outfit und Styling angeht, ein spezielles Konzept, u.a. an den Themen der aktuellen Veröffentlichung orientiert, entwickelt. Stand dabei zuvor eher die Bekleidung im Mittelpunkt, so wird jetzt auch ausgiebig mit Schminke gearbeitet. Natürlich soll darunter die Musik nicht vergessen werden…aber keine Sorge, das tun wir nicht. Die ganz in schwarz gekleideten Herren in der Band standen in optischem Kontrast zur in sattem Rot gewandeten Frontfrau mit teilweise gebleichten Haaren.

Lacuna Coil

Die mit den Jahren von 6 Personen zu einem Fünfer geschrumpfte Formation kann neben der traditionellen Doppelspitze an den Vocals auf Diego Cavallotti an der Gitarre und Drummer Ryan Folden bauen. Den Bass bedient Gründungsmitglied Marco Coti Zelati. Auch bei LACUNA COIL konnten wir uns an einem guten Sound erfreuen. Das ist umso erfreulicher, wenn man eine so bezaubernde Stimme wie die von Cristina Scabbia in der Band hat. Großartig. Den düsteren Gegenpart lieferte ihr männliches Pendant.

Tour zum 20. Bandjubiläum und ein Live-Release

Mit dieser Tour – passend zum Release von „The 119 show“, der Live-Veröffentlichung dieser Tage (ihr bekommt auch aktuell bei uns auf metal-heads.de eine Review dazu angeboten) – feiert man sein 20-jähriges Bestehen. In der heutigen schnelllebigen Zeit schon eine tolle Leistung für eine Band in der Rock- und Metalszene. Die Songs waren von der Auswahl recht breit verteilt über die Alben. Namentlich seien nur beispielhaft „When a dead man walks“, das einzige in italienischer Sprache gesungene „Senzafine“ und der Rausschmeißer „Nothing stands in our way“ erwähnt. Daneben „The house of shame“ vom aktuellen Studioalbum „Delirium“. Die intensivste Reaktion der Fans gab es vielleicht bei „Heaven´s a lie“.


 

Fazit: an jeden Abend im November geht ein Konzert zu Ende, das mit einer finnischen Band mit einer soliden Leistung begann, die auch vom Publikum honoriert wurde und dann mit dem Set der Mailänder endete. LACUNA COIL überzeugten dabei mit einem Repertoire aus ihrem umfangreichen Backkatalog. Es hatte ja vor einigen Jahren ein paar Besetzungswechsel gegeben, aber mittlerweile ist man längst prima aufeinander eingestellt und entsprechend eingespielt. So hatte man in seiner 90-minütigen Performance viele eigene Lieder und auch den zu Kultstatus herangereiften Coversong (im Original von DEPECHE MODE) „Enjoy the silence“.

Lacuna Coil

Kleiner Club, kleine Crowd…tolle Stimmung und ein feines Konzert!

 

 

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Bildquellen

  • Lacuna Coil: (c)Kelle-Michael Kellings/www.metal-heads.de
Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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