NEBALA – ein magisches Musikerlebnis

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(You will find the English version after the photo series)

NEBALA spielen ein beeindruckendes Konzert auf dem CASTLEFEST

NEBALA ist das Projekt von Jonas Lorentzen, der bis 2019 Vocalist bei HEILUNG war. Aus der Zusammenarbeit mit Sebastian Gainsborough („Vessel“, The Northman) und Kjell Braaten (WARDRUNA, ORIGAMI GALACTICA) entstanden die EP „Lustuz“ (2020) und das Album „Lustuz Laþu Wōþuz Alu“ (2022). Die Live – Show an diesem Abend ist der erste Auftritt von NEBALA.

Das Konzert findet in einer besonderen Umgebung und in einem speziellen Moment statt: auf der großen Forest-Stage des CASTLEFESTs direkt im Anschluss an das Wicker – Ritual. Dieses Ritual findet hier in jedem Jahr statt und ist für die Beteiligten ein emotionales Ereignis.

Direkt nach solch einem spirituellen Moment zu spielen, ist sicher eine besondere Herausforderung. Jonas Lorentzen wird sich dieser Herausforderung bewusst sein, da er bereits 2017 mit HEILUNG an dieser Stelle gestanden hat.

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Musik als Brücke zur Spiritualität

Wer „Lustuz“ und/oder das Album „Lustuz Laþu Wōþuz Alu“ bereits gehört hat weiß, dass NEBALAs Musik voll Leidenschaft und Energie ist – und so eine Brücke zu spirituellen Erfahrungen herstellen kann.

NEBALA beginnen mit sanften, verhaltenen Trommelschlägen und gefühlvollem mehrstimmigen Gesang. Dadurch entsteht direkt eine spannende und meditative Stimmung. Im Publikum sind Neugier und Erwartung auf das, was kommen wird, spürbar.

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Klänge, Melodien und Stimmen verbinden sich bei „Alagabia“ ruhig und gefühlvoll miteinander. So hat der Zuhörer Zeit, sich auf die Klänge einzulassen und die entstehenden Emotionen wahrzunehmen.

Ein tiefer Grundton und lockender Gesang bilden den Anfang von „Safijan“. Der intensiver werdende Rhythmus überträgt sich auf das Publikum, das sich schon bald in diesem Rhythmus mitbewegt. Der aggressive Sprechgesang, den Ilaria Orefice ungeschönt vorträgt, hat etwas Verstörendes und gleichzeitig Anziehendes.   Schwarz und weiß geschminkt, energiegeladen und in auch bedrohlich wirkender Körperhaltung antwortet Josh Rood darauf mit rauem Kehlgesang. Die Kraft und Dynamik dieser Auseinandersetzung lässt Jonas Lorentzens Gesang zum Ende des Liedes in versöhnliche und zärtliche Klänge fließen.

Indo-nordische Klangwelt

Auch „Skīnanārijaz“ bewegt innerlich und äußerlich durch die Rhythmen der immer intensiver werdenden Trommeln. Darüber entfaltet sich eine wunderbare Melodie, die sowohl sehnsuchtsvoll als auch schmerzlich klingt.

Was sich bisher schon angedeutet hat wird mit „Laþu“ und „Ant mér sjálfri þér“ intensiviert: ein tiefer Grundton, beschwörender mehrstimmiger Gesang, verzweifelt, wild, verrückt. Avantgardistische und doch berührende und bekannte Klänge.

Beim Publikum ist eine spürbare Spannung entstanden. Die stampfenden Rhythmen und die archaischen Klänge sowohl der Instrumente als auch des Gesangs übertragen sich in Wellen auf das Publikum. Dabei kommt Josh Rood eine besondere Rolle zu: er nutzt mal intensiven, kontrollierten dann ungezügelten und wilden Kehlgesang und drückt diese verschieden Energien mit unglaublicher Präsenz aus.

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Der Gesang von Jonas Lorentzen wirkt hier wie ein Gegenpart: nachdenklich, zweifelnd, verzweifelt und liebevoll umfangend zugleich. Wenn sie sich gegenüberstehen und miteinander interagieren, kommen die Dämonen, mit denen wir alle in unterschiedlicher Weise zu kämpfen haben, zum Vorschein.

Was für eine Intensität! Über eine lange Zeit wird man nicht aus der Spannung gelassen, die entweder durch den Rhythmus oder das Wechselspiel des Gesangs aufgebaut wird. Ist es hier etwas ‚ruhiger‘ kommen von den Saiten- und Blasinstrumenten Töne und Melodien, die aufhorchen lassen und wachsam machen, beunruhigen oder versöhnlich stimmen. Ein Wechselbad der Gefühle.

Die Anspannung, die sich bisher aufgebaut hat, löst sich bei „Surgō Sebō“ befreiend auf und die Menge vor der Bühne tanzt ausgelassen zu seinem dynamischen Rhythmus.

Nach dem aufwühlenden Wechselbad der Gefühle und dem befreienden Tanz bringt „Blotha Huñaga Bolañan Alu“ all dies zur Ruhe. Der Gesang mit Worten in einer Sprache aus lange vergangener Zeit ist magisch, sehnsuchtsvoll und zugleich zuversichtlich.

Ungewöhnliches: Instrumente, Stimmen, Kleidung und Lichteffekte

NEBALA haben das Publikum bei ihrem ersten Auftritt zunehmend in ihren Bann gezogen. Der Applaus wurde stärker und anhaltender. Die unerwarteten Entwicklungen bzw. Wendung in den Liedern wurden begeistert angenommen.

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Die Instrumente, die NEBALA verwenden, sind nicht alltäglich: Lure, Leier, Organistrum, Klangschalen, Hörner.  Das Gute an einem Live-Auftritt ist ja auch, dass man sehen kann, welche Töne und Klänge mit welchen Instrumenten produziert werden. Auch hier gab es überraschende Eindrücke.

Die gesangliche Spannbreite, die NEBALA heute mit sechs Gesangsstimmen umsetzten, reicht vom Obertongesang bis zu tiefem Kehlgesang.

Außerdem sorgten die Lichteffekte auf der weißen Kleidung der Musiker für Bilder, die die Magie des Augenblicks verstärkt haben.

NEBALA haben einen Zugang zu anderen Dimensionen der Wahrnehmung ermöglicht

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Die Verwendung der urnordischen Sprache und Geschichten aus der Hávamál verleihen den Liedern einen rituellen Charakter. Die Worte nicht zu verstehen, macht es möglich, sich ganz auf die Musik und die damit verbundenen Emotionen einzulassen.

Die Art und Weise, wie hier Klänge und Melodien miteinander verwoben, aber auch im Kampf miteinander sind, ist neu. Und die experimentellen und avantgardistischen Elemente, geben den Liedern manchmal etwas ‚Außerweltliches‘.

Es ist eine kraftvolle Musik, die ungewöhnlich, wunderschön und manchmal befremdlich klingt

NEBALA haben mit ihrer Musik einen Zugang zu Magie, Mystik und oft unbeachteten Dimensionen der Wirklichkeit ermöglicht.

Musik und Sprache sind flüchtig. Aber die Erinnerung an die Energie des gemeinsam Erlebten wird noch lange bleiben.

NEBALA sind heute Abend

Jonas Lorentzen, Ilaria Orefice, Christian Lorentzen, Josh Rood (sonst Sänger bei der Extreme-Metal-Band NEXION) – Vocals
Kjell Braaten – Lure, Organistrum, Leier, Hörner
Carlos Murillo – Leier und Rob van Barschot – Perkussion


NEBALA had an impressive concert at CASTLEFEST

NEBALA is a project of Jonas Lorentzen, who was a vocalist for HEILUNG until 2019. The collaboration with Sebastian Gainsborough („Vessel“, The Northman) and Kjell Braaten (WARDRUNA, ORIGAMI GALACTICA) resulted in the EP „Lustuz“ (2020) and the album „Lustuz Laþu Wōþuz Alu“ (2022). The live show this evening is NEBALA’s first live performance.

This concert took place in a unique environment and at a special moment: on the large Forest Stage of CASTLEFEST directly after the Wicker Ritual. This ritual takes place here every year and is an emotional event for those involved.

Playing directly after such a spiritual moment is certainly a particular challenge. Jonas Lorentzen is aware of this challenge, as he has already stood in this place in 2017 with HEILUNG.

Music as a bridge to spirituality

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Anyone who has already heard „Lustuz“ and/or the album „Lustuz Laþu Wōþuz Alu“ knows that NEBALA’s music is full of passion and energy – and can thus create a bridge to spiritual experiences.

NEBALA start with soft, restrained drumbeats and soulful polyphonic singing. This immediately creates an exciting and meditative mood. You can feel the curiosity and excitement for what is to come.

Sounds, melodies and voices combine calmly and soulfully in „Alagabia“. This gives the listener time to get involved with the sounds and perceive the emotions that arise.

A deep fundamental tone and enticing vocals form the beginning of „Safijan“. The increasingly intense rhythm is transferred to the audience, who soon move along with it. The aggressive chanting, which Ilaria Orefice performs unadorned, has something disturbing and attractive at the same time. Body and face painted in black and white, energetic and in a posture that also seems threatening, Josh Rood responds to this with rough throat singing. The power and dynamics of this confrontation let Jonas Lorentzen’s singing flow into conciliatory and tender sounds at the end of the song.

Indo-Nordic sound

“Skīnanārijaz“ also moves internally and externally through the rhythms of the increasingly intense drums. A wonderful melody unfolds above it, sounding both yearning and painful.

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What has been foreshadowed so far is intensified with „Laþu“ and „Ant mér sjálfri þér“: a deep underlying tone, evocative polyphonic singing, desperate, wild, crazy. Avant-garde yet touching and familiar sounds.

A palpable tension arises in the audience. The pounding rhythms and the archaic sounds of both the instruments and the vocals are transmitted to the audience in waves. Josh Rood plays a special role: he sometimes uses intense, controlled, then unbridled and wild throat singing and expresses these different energies with incredible presence.

Jonas Lorentzen’s singing acts as a counterpart here: pensive, doubtful, desperate and lovingly embracing at the same time. When they face each other and interact, the demons we all struggle with come out.

What an intensity! For a long time, you are not let out of the tension built up either by the rhythm or the interplay of the vocals. When it is a bit ‚calmer‘, tones and melodies come from the string- and wind instruments that make you listen and attentive, worry or make you feel conciliatory. A rollercoaster of emotions.

The tension that has built up so far dissolves liberatingly during „Surgō Sebō“ and the crowd in front of the stage dances exuberantly to its dynamic rhythm.

After the stirring ride of emotions and the liberating dance, „Blotha Huñaga Bolañan Alu“ brings this all to rest. Singing with words in a language from long ago is magical, yearning and confident at the same time.

Unusual: instruments, voices, clothes and light effects

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NEBALA increasingly captivated the audience at their first performance. The applause became stronger and more persistent. And the unexpected developments or turns in the songs were enthusiastically received.

The instruments NEBALA use are not common: lure, lyre, organistrum, singing bowls, horns.  It is good about a live performance that you can see which tones and sounds are made by which instruments. Here, too, there were surprising impressions.

The vocal range, which NEBALA realised today with six voices, reaches from overtone singing to deep throat singing.

In addition, the light effects on the white clothing of the musicians created images that enhanced the magic of the moment.

NEBALA have provided access to other dimensions of perception

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The use of the Proto-Nordic language and stories from the Hávamál give the songs a ritual character. Not understanding the words makes it possible to fully engage with the music and the emotions associated with it.

The way sounds and melodies are interwoven here, but also at war with each other, is new. And the experimental and avant-garde elements, sometimes give the songs something ‚other-worldly‘.

It is powerful music that sounds unusual, beautiful and sometimes alienating.

With their music, NEBALA have provided access to magic, mysticism and often unnoticed dimensions of reality.

Music and speech are fleeting. But the memory of the energy of the shared experience will remain for a long time.

NEBALA tonight are

Jonas Lorentzen, Ilaria Orefice, Christian Lorentzen, Josh Rood (otherwise singer in the extreme metal band NEXION) – Vocals
Kjell Braaten – Lure, Organistrum, Lyre, Horns
Carlos Murillo – Lyre
Rob van Barschot – Percussion

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Bildquellen

  • nebala castlefest 16: birgit@metal-heads.de
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Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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