ALBERTO RIGONI – „Odd times“ (VÖ: 07.07.2020)

Alberto Rigoni - Odd Times Albumcover - Beitragsbild

ALBERTO RIGONI – „Odd times“ (VÖ: 07.07.2020)

Am 07.07.2020 werden (trotz der Corona-Pandemie) einige Paare heiraten und sich das erinnerungswürdige Datum sichern. Alberto Rigoni aus Italien (hättet ihr das gedacht) hat in den Anfängen der Corona-Krise angefangen das Material für „Odd times“ zu schreiben. Den Begriff kennt der Prog Kenner von den Odd time signatures, aber ich denke, in diesem Fall wird das Wörtchen „Odd“ weniger mit ungerade, als vielmehr mit merkwürdig übersetzt bzw. es handelt sich um eine Kombination von beiden Bedeutungen. Und ja, merkwürdig sind die Zeiten momentan sicherlich.

Der Bassist hat – wie auch auf vorangegangenen Releases – zunächst die Bassparts geschrieben und dann den Rhythmus dazu und die Songs schließlich komplettiert. Um die instrumentelle Seite abdecken zu können, holte Rigoni den deutschen Drummer Marco Minnemann ins Boot und dazu die an Gitarre und Keyboard bewanderte Alexandra Zerner. So sind letztlich knapp 40 Minuten Progressive Rock entstanden, gepackt in 5 Songs.

Alberto Rigoni - Odd Times Albumcover

Trio mit 38 Minuten Material – ALBERTO RIGONI

Los geht es mit dem gut 6 Minuten langen Titeltrack des Albums. Harmonisch und melodisch startet der Song und ich denke irgendwie an ältere Steve Vai-Musik. Und das ist sicher nicht negativ gemeint. Der Name hatte es bereits angedro…äh angekündigt. Es proggt ordentlich. Bandleader Alberto Rigoni im Zusammenspiel mit dem Drummer. Dazu die Melodiearbeit von Frau Zerner. Passt prima und weiß zu gefallen. „Countdown“ ist der Titel der nächsten Nummer. Mmmhh, das kommt mir ein bisschen zu unsortiert und chaotisch rüber. Sorry. Finde ich echt anstrengend anzuhören. Auch wenn sich das in der zweiten Hälfte tendenziell bessert, werde ich mit dem Song nicht warm.

Bei „Crazy horse“ steckt es schon im Namen. Verrücktes E-Gitarrengedudel, teils bluesige Einschläge. Damit (also mit erstgenanntem!) kann ich leider gar nichts anfangen. Der erste Song hatte mich noch sehr positiv gestimmt, dass mir das Material gefallen würde. Was bringt „V“? Also ich meine Einflüsse von DREAM THEATER herauszuhören und zum Glück geht es musikalisch eher in Richtung des Openers. Ja, das kann man sich anhören. Das ist wieder ein Zusammenspiel der Musiker, melodiös und verkraftbar.

Versöhnlicher Abschluss – „Different worlds“

Dann kommen wir auch schon zur letzten Nummer auf „Odd times“ und knacken die 11-Minuten-Marke für die Spieldauer. Passiert im Prog-Sektor ja schon mal gerne. Wenn es ansprechend und kurzweilig gestaltet ist, dann fällt das auch nicht ins Gewicht. Da ist ein übles 4-Minuten-Stück ganz gleich welcher Stilrichtung schlimmer. Aber „Different worlds“ ist ok. Verspielte Gitarrenarrangements, die aber noch auszuhalten sind. Dazu proggige Drums eines großartigen Schlagzeugers (den ich glücklicherweise schon live on stage erleben durfte!). Der Song bietet Stimmungs- und Tempowechsel. Abwechslungsreich gestaltet bietet er noch einmal einen Lichtblick.

Und jetzt das Fazit: nach dem guten Opener hatte ich eine Menge erwartet und wurde doch zwischenzeitlich derb enttäuscht. Glücklicherweise wurde es später besser und so kann ich versöhnt der Scheibe mein grundsätzliches ok geben. Ist ja am Ende immer Geschmackssache, aber ich muss ja (m)eine Meinung vertreten und das Ganze für euch einsortieren, damit ihr zumindest eine grobe Idee bekommt, ob sich ein Antesten oder sogar der Kauf lohnt.

Cooler Einblick in das Handwerk der Musiker

Zur Unterstützung habe ich noch ein cooles Video für euch. Da bekommt ihr einen Ausschnitt zum Hören des Materials und seht die Musiker bei der Arbeit. Stark!

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Bildquellen

  • Alberto Rigoni – Odd Times Albumcover: Grand Sounds Promotion
  • Alberto Rigoni – Odd Times Albumcover – Beitragsbild: Grand Sounds Promotion
Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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