Cold Night For Alligators – Course of Events – Album Review (VÖ 11.01.2016)

CNFA Band

Ich mag Technical Death Metal und Hardcore. Ich bin nicht so ein Fan von Progressiv-Mucke. Und jetzt kommen die Dänen Cold Night For Alligators mit ihrem Debüt und bringen alles zusammen. OK dachte ich mir und als ich dann noch las, dass man Ambient Sounds einbaut, war ich mehr als neugierig – das klingt mal nach einer herrlich kranken Mischung! Die Combo um die beiden Gitarristen Roar und Kristoffer haut aber mit der Scheibe Course Of Events ein Feuerwerk der Stilmixturen raus, das sich gewaschen hat. Die Band hat sich 5 Jahre lang eine treue Fangemeinde in Indien, UK, Deutschland, Belgien und in den Nordics erspielt. Man sagt von sich selber, dass diese Art von Musik nur angenehm für Menschen ist, die sich Zeit für das Album nehmen und die musikalisch technische Details auf sehr hohem Niveau zu schätzen wissen. Das lang erwartete Debütalbum erfreut diese Menschen mit 10 Songs und einer Spielzeit von 44:36 Minuten – ich habe mir die Zeit auch genommen und das Album direkt mehrmals hintereinander gehört.

Hohe Prog-Schule voraus

Der erste Track Considering Catastrophy wartet direkt mit allem auf, was die Band zu bieten hat: unterschiedliche Gesänge, Rhythmus-Wechsel par Excellence und Melodie-Parts die sehr geil komponiert und arrangiert sind.

Followers, welcher auch die erste Single-Auskopplung des Albums ist ein druckvoller Song, der zur Mitte hin schon jazzige Konturen annimmt und sehr viel Liebe zum Detail mit sich bringt. Weiter unten könnt ihr auch das Video zu dem Song sehen.

Noch technischer wird es bei Calculated Accident. Wilde Gitarrenspielereien mit Doublebass-Attacken gipfeln in einem krassem Ambient Part mit fast klarem Gesang, der in einen amtlichen Hardcore Part übergeht – was eine kranke Nummer – ich liebe sie!

Incosistent verschafft einem zuerst das Gefühl auf einer Lounge-Party auf Ibiza zu sein, bevor CNFA einen zurück auf den Boden der Prog-Tatsachen bringt und in einen üblen Breakdown wirft. Danach wird man butterweich zurück auf die Lounge-Party gebracht und nochmal ordentlich angeschrien.

Der folgende Track Art wartet mit wilden Blasts und Gitarrenläufen an – das hier ist die hohe Prog-Schule und um Takte zu berechnen muss man die ein oder andere Professur in Astrophysik gemacht haben. Der Song hat den Titel ‚Kunst‘ wahrlich verdient, denn was die Dänen hier liefern ist Progressivität in künstlerischer Reinform.

Retrogress ist nun wieder etwas bodenständiger und geht druckvoll, aber nicht minder progressiv ans Werk. Der Song geht in einen starken Ambient-Part über, der den Puls erst mal schwer beruhigt und Sänger Haltje hier auch die Möglichkeit gibt, clean zu singen.

Eunoia erweckt den Anschein eine Blumenwiese musikalisch beschreiben zu wollen und ist ein reiner Ambient Instrumental Track. Jetzt habe ich Angst vor dem nächsten Track, aber Querencia beginnt in der gleichen Stimmung und Gitarren in feinster Djent-Manier mit cleanem Gesang und sehr melodischem Gitarrensolo. Da der Song knapp 10 Minuten hat wird hier natürlich wieder jeder Stil einmal durchgespielt, inkl. Blastparts und Screams bis dann die Keyboards schon fast nach Calypso-Sound klingen – ebenfalls eine sehr kranke Nummer und einer meiner Favoriten auf dem Album.

Bei Daydream darf sich progressiv noch mal ausgetobt werden. Schöner Doublebass-Track mit sehr heftigen Breaks und Breakdowns, bevor sich CNFA mit Brother verabschieden. Dieser Song ist ein würdiger Abschluss, da er quasi in einem Song das komplette Album zusammenfasst.

Fazit

Es ist wahrlich keine leichte Kost, was Cold Night For Alligators hier abliefert – aber das war auch nicht gewollt. Wenn ihr auf Tempiwechsel und gerade zu verwirrende Hooks steht, wo ihr erst nicht wisst, ob man dazu headbangen kann oder nicht, seid ihr hier aber genau richtig. Die Dänen haben hier alles richtig gemacht und legen ein ziemliches Brett als Debüt hin! Das Niveau ist zeitweilig sehr hoch und endet in wilden Spielereien, die dann wieder in druckvolle Riffs und Blastbeats übergehen und einen mit offenem Mund stehen lassen.

Das Video zu Followers wird euch einen ersten Einblick in das Werk und die unkonventionelle Kreativität der Jungs geben

Tracklist

CNFA Course Of Events Artwork

  1. Considering Catastrophy 3:40
  2. Followers 4:14
  3. Calculated Accident 4:39
  4. Inconsistent 5:01
  5. Art 3:49
  6. Retrogress 4:19
  7. Eunoia 2:15
  8. Querencia 9:22
  9. Daydream 2:55
  10. Brother 4:25

Lineup

Kristoffer Jessen | Gitarre
Roar Jakobsen | Gitarre
Niklas Schrøder | Schlagzeug
Hjalte Bertelsen | Gesang

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Bildquellen

  • CNFA Course Of Events Artwork: Label: Prime Collective
  • CNFA Band: Label: Prime Collective
Toby the Ogre

Toby the Ogre

Früher aktiver Death-Schreihals und Sänger, heute passiver Schreihals. Lieblingsgeräusche: Konzert-Tinnitus und Motorräder. Lieblingsbands: Gojira, Meshuggah, Nile, Rivers of Nihil, Parkway Drive. Wenn der Tinnitus nachlässt höre ich auch gerne in andere Genre rein.

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