Counting Days – Liberated Sounds – Album Review (VÖ 16.10.2015)

Counting Days Band

Neues von der Metalcore/Post-Hardcore Front: Liberated Sounds heißt das am 16. Oktober erschienene Debüt Album der britischen Formation Counting Days. Die Combo setzt sich aus Mitgliedern der Bands TRC, Heights, Rough Hands und Last Witness zusammen. Das Londoner Metalcore Quintett erschien erstmals 2014 auf der Bildfläche und erspielte sich mit einer wilden Melange aus Hardcore Punk, Thrash und britischem Heavy Metal rasch einen festen Platz in der heimischen Szene.

Gitarrist Charlie Wilson und Drummer Lasselle Lewis, beide waren einst treibende Songwriting-Macht hinter TRC, legten den Grundstein zur Gründung von Counting Days, ehe sich Heights Frontmann Thomas Debaere der Band anschloss und den Sound mit seinen massiven, rohen Vocals maßgeblich mitprägte. Auf Tour mit der Truppe Rough Hands fand man schließlich mit Gitarrist Bobby Daniels und Sänger und Bassist der Band Alex Dench die idealen Partner, um das Counting Days Line Up zu vervollständigen und als neues Metalcore Brett endlich loslegen zu können.

Die Band nahm ihr Debüt Liberated Sounds schließlich mit niemand Geringerem als Produzent Fredrik Nordstrom (At The Gates, Arch Enemy, In Flames, Opeth, Architects, Bring Me The Horizon) in dessen Fredman Studio in Göteborg auf. Inhaltlich setzt sich die Platte mit elementaren Themen wie Mortalität, Beziehungen, Glaube und Religion auseinander. Sänger Thomas dazu: „Wir haben uns da nicht unbedingt ein bewusstes Konzept überlegt, sondern Themen behandelt, die uns berühren. So wurde auch der Albumtitel von dem Gefühl inspiriert, welches wir beim Schreiben der Songs hatten – wir konnten frei, ohne Werturteile oder Beschränkung den Sound kreieren, der uns liegt.“

Wie überzeuge ich Top-Leute? Indem ich einfach gut bin!

Während der Zusammenarbeit im Studio mit Nordstrom traf die Band auf einen Mann, der mit zu ihren großen Inspirationen gehört: At The Gates Frontmann Tomas Lindberg. Nachdem dieser Counting Days im Studio hörte, brauchte das Team nicht mehr viel Überzeugungskraft, um Tomas für das Projekt zu begeistern. Dieser trat vors Mikro und lieferte eine Killer Performance als Gastsänger im Song Sands of Time ab. Wie es zu der Kollaboration kam, beschreibt Lindberg selbst: „Ich wurde von den Leuten der Fredman Studios auf diese neue englische Band, die da gerade im Studio aufnahm, angesprochen. Da ich das Studioteam lange kenne, wusste ich, auf ihr Urteilsvermögen kann ich vertrauen, also hörte ich mir die Jungs an und wow, ich war sofort auf ihrer Seite. Wie diese Truppe Oldschool Hardcore mit rohstem Deathmetal-Sound verbindet, hat mich sofort mitgerissen. Sollte ich also mal ein paar Vocals beisteuern? Hell yes! Die Zusammenarbeit war super professionell und ich kann es nicht erwarten, das fertige Album endlich zu hören!“

Und genau das haben wir auch getan. Uns erwarten 12 Tracks mit einer Spiellänge von genau 47 Minuten. Das zeigt schon, dass es hier roh und kurz zur Sache gehen wird.

Jeder Einfluss ist klar zu hören

Dieses zeigt uns bereits der Opener Burned By Faith, der auf dem direkten Weg gleichzeitig in den Allerwertesten tritt und das Trommelfell massiert! Aber direkt nach dem Start merken wir, dass nicht nur einfach losgeknüppelt werden soll, sondern hier groovt auch ordentlich der Papst im Kettenhemd!

Die Alone eröffnet eigentlich die Komplexität in einem Song. Hier ist inkl Thrashgeknüppel, Metalcore-Breakdowns und Post-Hardcore Riffs alles enthalten, was das Metaller-Ohr braucht. Für mich einer der besten Songs auf dem Album. Auch der sehr melodische Mittelteil bringt gute Abwechslung in das Stück.

Bei Beaten & Scarred geht es in ordentlicher Punk/Post-Hardcore Manier weiter und weiß jetzt schon, dass hier die Pogo-Menge auf ihre Kosten kommen wird.

Der sprichwörtliche Punk geht ab bei Life & Death. Sehr ins Ohr gehender Refrain und die Riffs animieren zu verstärkter Oberkörper-Aktivität, während der Titeltrack Liberated Sounds in guter Metalcore Manier durch die Boxen stampft – auch hier können die Jungs ihre Hardcore Vergangenheit nicht verstecken – wollen sie wahrscheinlich auch nicht.

Beim Riff von Fire From The Sky erkennt man die britische Herkunft und auch dieser Track verwandelt mein Wohnzimmer in eine Hüpfburg, während man bei Days Go By das Gefühl hat, dass der Song nahtlos vom Vorherigen übergegangen ist und die Hardcore Stimmung jetzt die Hoheit hat.

The Vines ist eine sehr ruhige Instrumentalnummer, was einen kurz in Sicherheit wiegt, bis Counting Days mit Sands Of Time den geneigten Zuhörer mit feinem Metalcore und Doublebass vor sich her treibt – die Nummer hat ein ordentliches Pfund Groove und geht direkt in die Kauleiste.

Nachdem Prison Of Misere zuerst ruhig beginnt, kommt man in den Genuss eines ordentlichen Thrash & Core-Gerappels, das es in sich hat. Ich hatte das Gefühl, dass Sänger Thom hier noch eine Schippe Aggression drauf legt – auch einer meiner Top-Tracks dieses Albums.

Diese Geschwindigkeit wird in den nächsten Song Cold Truth mitgenommen und man bekommt eine Ahnung, warum man den ruhigen Track vorhin eingebaut hat. Man wollte noch mal die Ruhe vor dem Sturm musikalisch vollziehen. Cold Truth ist wieder eine klassische Metalcore Nummer die zum verstärkten Kopfgeschüttel animiert.

Der Closer Reunion geht ebenfalls noch mal stark nach vorne, endet mit einem geilen instrumentalen Teil und mir bleibt nur zu sagen, dass mir das Album gefallen hat.

Fazit

Ich fand Liberated Sounds von Counting Days sehr abwechslungsreich und man kann die unterschiedlichen Einflüsse der Band in den Songs echt raushören. Wer sich mal wieder ordentlich bewegen will, dem sei dieses Album ans Herz gelegt. Ich hoffe, die Jungs kommen schnell von der Insel runter und touren, denn wenn der Druck vom Album auch live rübergebracht werden kann, dann wird das ein Brett!

Tracklist

Counting Days - Liberated Sounds - Albumcover

1. Burned By Faith 4:38
2. Die Alone 4:29
3. Beaten & Scarred 3:37
4. Life & Death 3:50
5. Liberated Sounds 3:56
6. Fire From The Sky 4:04
7. Days Go By 3:54
8. The Vines 1:57
9. Sands Of Time 3:33
10. Prison Of Misery 4:39
11. Cold Truth 3:33
12. Reunion 4:50

Lineup

Thom Dewaere | Gesang
Charlie Wilson | Gitarre
Bobby Daniels | Gitarre
Alex Dench | Bass und Gesang
Lasselle Lewis | Schlagzeug

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Bildquellen

  • Counting Days – Liberated Sounds – Albumcover: Label: Black Mob
  • Counting Days Band: Label: Black Mob
Toby the Ogre

Toby the Ogre

Früher aktiver Death-Schreihals und Sänger, heute passiver Schreihals. Lieblingsgeräusche: Konzert-Tinnitus und Motorräder. Lieblingsbands: Gojira, Meshuggah, Nile, Rivers of Nihil, Parkway Drive. Wenn der Tinnitus nachlässt höre ich auch gerne in andere Genre rein.

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