Despite Exile – Disperse – Album Review (VÖ 27.11.2015)

Technical Death Metal kommt ja gerne mal sperrig daher, da man vor lauter Gefrickel auf keinen geraden Takt mehr kommt. Nicht so bei Despite Exile – die Italiener Jacopo Durisotti (Vocals), Giacomo Santini (Gitarre), Carlo Andrea Ferraro (Gitarre), Giovanni Minozzi (Bass) und Matteo Paoli an den Drums spielen einen sehr zugänglichen, dabei aber trotzdem komplexen Technical Death Metal mit viel Melodie, der den Einstieg in die neue EP sehr einfach macht. In digitaler Form wird Disperse am 27.11.2015 zur Verfügung stehen, ein physikalischer Release ist für Februar 2016 geplant. Die EP wartet mit 7 Tracks und einer Spielzeit von 22:47 Min auf.

Verspielt aber trotzdem amtlicher Technical Death Metal

Schon gleich beim Opener Act I – Gaze of Leviathan hauen die Jungs aus Udine ein ordentliches Brett raus, was eigentlich alles über die EP aussagt: harmonisch, technisch verspielt, brutal, groovig und nach vorne! Despite Exile zeigen, dass sie nicht ohne Grund seit 5 Jahren im Business sind und unter Anderem sich bereits mit Trivium, Betraying The Martyrs, Oceano, oder Texas In July die Bühne teilten.

Mit Act II – Panoptic Servant gehen wir in eine sehr melodische Ecke, um dann mit einem Interlude zu Act III – Transcendental Observer überzuleiten und mal richtig den Hackepeter-Drum-Blast mit ordentlich Doublebass rauszuholen. Die druckvolle Stimme Jacopos ist bei dieser Nummer auch recht abwechslungsreich, da er neben kraftvollen Growls auch in Shouter-Parts übergeht. Der Song hat eine Menge Energieund ist einer meiner Favorites auf der Scheibe. Der Druck wird trotz eines atmosphärischen Interludes auch direkt mit in den nächsten Song Act IV – Herald of Blindness mit rüber genommen und Drummer Matteo muss sich hier nochmal ordentlich betätigen.

Der Closer Act V – Dissipating Martyr zeigt noch mal die melodische Verspieltheitder Jungs, ohne dabei zu seicht zu werden. Auf jeden Fall einer der Songs mit dem meisten Groove auf der EP und mein 2. Fave.

Fazit

Der Deal mit dem deutschen Label LifeForce Records hat Despite Exile gut getan. Von der Produktion her eine extrem saubere Scheibe, was gerade bei Technical Death Metal sehr wichtig ist, da ansonsten die ganze Komposition mal im Matsch endet. Musikalisch haben die Jungs aus Udine alles richtig gemacht und einordentliches Brett abgeliefert. Mir hat die EP Disperse sehr gut gefallen!

Diese EP ist laut Band eine konzeptionelle Reise durch die Paradoxien des menschlichen Denkens, in Form einer Tragödie in fünf Akten: von der Illusion,  eine eigenständige und kreative Person zu sein, bis hin zur Realisierung der tiefsten Zwänge. Im weiteren Verlauf des Kampfes der Person, die ihre eigene Herkunft zu entdecken versucht und sich dabei im Nichts bewegt, aus dem sie kam. Bis hin zur Akzeptanz, dass der einzige Akt der Freiheit nur ermöglicht werden kann, wenn die eigene Auflösung verübt wird. Mit diesem Wissen hört sich die EP direkt anders und man erkennt den Hintergrund in den einzelnen Songs.

Tracklist

Despite Exile Disperse Artwork

Act I – Gaze Of Leviathan                4:11
Act II – Panoptic Servant                 3:27
Gathering Void (Interlude)             1:16
Act III – Transcendental Observer 3:26
Withering Sight (Interlude)             1:38
Act IV – Herald Of Blindness           3:46
Act V – Dissipating Martyr               5:06

Lineup

Jacopo Durisotti | Vocals
Giacomo Santini | Guitar
Carlo Andrea Ferraro | Guitar
Giovanni Minozzi | Bass
Matteo Paoli | Drums

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Bildquellen

  • Despite Exile Disperse Artwork: LifeForce Records
  • Despite Exile Band: LifeForce Records

Toby the Ogre

Früher aktiver Death-Schreihals und Sänger, heute passiver Schreihals. Lieblingsgeräusche: Konzert-Tinnitus und Motorräder. Lieblingsbands: Gojira, Meshuggah, Nile, Rivers of Nihil, Parkway Drive. Wenn der Tinnitus nachlässt höre ich auch gerne in andere Genre rein.

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