DON TOCABAJO-„Signs“-Review

Instrumentale Kunst

Ein Review wie keine andere! So viel kann ich schon einmal vorwegnehmen. Aber wie heißt es so schön: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!“ Für alle, die DON TOCABAJO (Facebook, Website ) nicht kennen, denen sei gesagt, dass er für seine Fertigkeiten schon einige Preise abgeräumt hat. AC/DC hat sein Feuer im Kindesalter für die Rockmusik entzündet. Dann hatte er die Liebe zum Bass entdeckt und war mit diesem Instrument früher in einer Metal-Band namens PARASITE tätig.

Seit geraumer Zeit erweitert er stets seine Horizonte und experimentiert mit den Elementen des Rock- und Metalsounds. Das Wort „experimentiert“ impliziert hierbei, dass wir es hier auf keinen Fall mit Mainstream zu tun haben. Wir haben es auch nicht mit dem Rock- oder Metalsound zu tun, den man gewohnt ist und wo man sofort denkt: „Hey, das rockt wie die Hölle!“ Fakt ist allerdings, dass mich der Sound sehr überrascht hat.

Zwei Welten

prallen aufeinander und das in einer sehr eigenwilligen progressiven Art. Jeder, der sich nur in seinen gewohnten Bahnen bewegt und wohlfühlt, der wird sich hier nicht heimisch fühlen und braucht erst gar nicht versuchen in das Album einzusteigen. Jeder, der bereit ist, ein wenig mehr hinter den üblichen Horizont zu blicken, der wird eine ganz eigene Welt entdecken. Eine Welt, die DON TOCABAJO ihm eröffnet.

DON versucht ganz ungewöhnliche Elemente zu verbinden. Darunter kann man sich viel und nichts vorstellen. Er ist in der Tat ein Ausnahmemusiker, der sich nicht scheut auch scheinbar Unvereinbares zu verschmelzen. Dafür hat er nicht nur in Deutschland riesige Anerkennung bekommen. Die Liste seiner gesammelten Preise und Erfolge ( unter anderem auch in den USA) ist lang. Dies kann man seiner Biografie entnehmen.

Ich muss zugeben, dass mir der Zugang zunächst auch schwer fiel, weil die Sounds schon sehr ungewöhnlich sind. Aber wenn man sich erst einmal drauf einlässt, dann muss man sich wirklich eingestehen, dass der DON hier in der Tat etwas außergewöhnliches geschaffen hat; ob man es nun mag oder nicht.

Jedes seiner Alben behandelt eine bestimmte Thematik. Bei „Signs“ (VÖ 15.03.2021) ist es….

der Orient.

Das mag im Metal-Bereich nichts neues mehr sein, denn so manche Bands haben sich der Thematik schon bedient. Doch hat es niemand so umgesetzt wie DON. Diese ausgeprägte Ader der folkloristischen Instrumente in Verbindung mit dem Metal-Sound habe ich bis dato noch nirgendwo vernommen. Tja… und auch wenn ich von mir behaupte, dass ich schon fast alles gehört habe, bin ich hier an meine Grenzen gestoßen. Die traditionellen Instrumente entziehen sich meiner Kenntnis, obwohl mir der Klang bekannt vorkommt, sei es aus meinem Urlaub in den orientalischen Gefilden oder aus entsprechenden Filmen. Bevor ich nun weiter um den heißen Brei herumrede, solltet Ihr erst einmal selbst hören, worum es geht. Es ist wie eine Reise auf dem fliegenden Teppich… irgendwie befremdlich und unsicher, aber eine einzigartige Erfahrung, der man eine Chance geben sollte. Wer weiß… Vielleicht wird es für den einen oder anderen sogar zu einer faszinierenden Erfahrung…

Ihr könnt gerne parallel zu dem Review in das Album reinhören, und zwar hier:

SIGNS | DON TOCABAJO (bandcamp.com) .

„Scared“

eröffnet das Album gleich einer Schlangenbeschwörung. Derartige Assoziationen erwecken bei mir die ersten Töne der orientalischen Flöte (Zurna). Eine Zirkusnummer, die titelgemäß Angst schürt. Tatsächlich hätte ich nie gedacht, dass man solche Klänge mit Rock- oder Metalklängen in Verbindung bringen könnte. Aber die Kobra erhebt sich aus dem geflechteten Korb und sie kann sehr wohl zubeißen. Denn DON hat der Kobra nicht die Giftzähne gezogen. Er hat es geschafft diese mir eigentlich mit dem Metal-Sound unvereinbaren Töne in Einklang zu bringen. Ja, es hört sich echt „strange“ an, aber ich muss nach mehrmaligem Hören zugeben, dass er einen verdammt guten Job gemacht hat. Neben den traditionellen Instrumenten (Kanun, Ney) bestimmen coole Effekte, stämmiges Riffing und ein guter Groove den Song, der auch nicht davor zurückschreckt mit flottem Tempo nach vorne zu gehen. Ungewöhnlich irre, aber irgendwie fesselnd!

„Signs“

hebt das ganze noch einmal auf eine völlig abstruse Ebene mit abgedrehten wilden Percussions. Ziemlich ausgeflippt!

„Demons Are Knocking On My Door“ ist dagegen richtig eingängig geraten. Etwas düster mystisch angehaucht tritt der Song mit fetteren Riffs und wuchtigeren Drums auf.

„Tolerance“ und „Fractal“ werden mehr durch ein orientalisches Streichensemble bestimmt.

Der letzte Track „Gracias Por…“ erzeugt eine schöne träumerische Atmosphäre und verwöhnt die Ohren unter anderem mit charmanten folkloristischen Gitarrenklängen. Eventuell würde ich sogar empfehlen zunächst in diesen Song reinzuhören.

Fazit

DON TOCABAJO treibt den experimentellen Metal-Sound auf die Spitze und bedient sich dabei sehr ausgiebig im klassisch orientalischen Instrumentenfundus. Ein Projekt, dass mit Sicherheit ganz und gar nicht dem Mainstream zugeordnet werden kann und nur für Freunde der experimentellen Musik einen Zugang bereiten wird.

Es ist und bleibt eine extravagante Angelegenheit, die entweder eine besondere Art der Faszination ausübt oder einen total abstößt. Aber ist es nicht gerade die Abkehr vom Normalen und Gewöhnlichen, was manchmal auch fasziniert und Neugierde weckt? Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne auch mal über Grenzen gehe. Und auch wenn ich mich bei dem Album besonders schwer getan habe, bleibt im Ergebnis doch übrig, dass es ein außergewöhnlich gutes Album geworden ist, dass mit viel Kunstfertigkeit geschaffen worden ist; mit einem Sinn für viele Details und ungewöhnliche Sounds. Das muss man mal ganz abgesehen von der subjektiven Ebene so beurteilen.

Ich habe mich darauf eingelassen und verbinde mit dem Album eine sehr besondere Erfahrung, die meinen musikalischen Horizont auf einzigartige Art und Weise erweitert hat.

Eine klassische abschließende Bewertung halte ich daher für unangemessen, da sich die Musik keinem der allgemein üblichen Genre zuordnen lässt. Für die künstlerische kreative und zugleich mutige Umsetzung würde ich allerdings 10 Punkte vergeben. Und ich möchte wetten, dass Don mir das ungewöhnlichste Album des Jahres 2021 beschert hat.

In eigener Sache

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Review english

Instrumental Art

A review like no other! I can say that in advance. But as the saying goes, „Nothing ventured, nothing gained!“. For those who don’t know DON TOCABAJO (Facebook, Website ), he has already won several awards for his skills. AC/DC lit his fire for rock music. Then he had discovered a love for the bass and used to play this instrument in a metal band called PARASITE long time ago.

For some time now, he has been constantly expanding his horizons and experimenting with the elements of rock and metal sounds. We are definitely not dealing with mainstream here. We’re also not dealing with the rock or metal sound that you’re used to and where you immediately think, „Hey, this rocks like hell!“ The fact is, however, that I was very surprised by the sound.

Two worlds

collide with each other in a very idiosyncratic progressive way. Anyone who only moves and feels comfortable in their usual paths will not feel at home here and need not even try to get into the album. Anyone who is prepared to look a little more beyond the usual horizon will discover a world all their own. A world that DON TOCABAJO opens up to you.

DON TOCABAJO tries to combine quite unusual elements. You can imagine a lot and nothing about it. He is indeed an exceptional musician who is not afraid to merge even the seemingly incompatible. He has received huge recognition for this, not only in Germany. The list of his accumulated prizes and successes (including in the USA) is long. This can be seen in his biography.

I have to admit that it was difficult for me to get into it at first, because the sounds were very unusual. But once you get into it, you really have to admit that DON has indeed succeeded in creating something extraordinary, whether you like it or not.

Each of his albums deals with a specific theme. With „Signs“ (release date 15.03.2021) it is….

the Orient

is making its way into metal. This may not be anything new at first, because many bands have already used this theme. But no one has done it like DON. I have never heard this distinct vein of folkloric instruments in connection with the metal sound anywhere else. Well… and even though I claim to have heard almost everything, I have reached my limits here.

The traditional instruments are beyond my knowledge, although the sound is familiar to me, be it from my holidays in the Orient or from films. Now, before I beat about the bush any further, you should hear for yourself what it’s all about. It’s like a journey on a flying carpet… somehow strange and uncertain, but a extraordinary experience that you should give a chance. Who knows… Maybe it will even become a fascinating experience for one or the other…

You can listen to the album while reading the review:

SIGNS | DON TOCABAJO (bandcamp.com) .

„Scared“

opens the album like an incantation of a snake. The first notes of the oriental flute (Zurna) awaken such associations in me. A circus number that stirs up fear according to the title. In fact, I would never have thought that such sounds could be associated with rock or metal sounds. But the cobra rises from its woven basket and it may very well bite. For DON has not pulled the cobra’s poison fangs. He has succeeded in bringing these sounds, which are actually incompatible with the metal sound, into harmony. Yes, it sounds really strange, but after listening to it several times I have to admit that he did a damn good job. Besides the traditional instruments (kanun, ney), cool effects, burly riffing and a good groove determine the song, which also doesn’t shy away from going forward at a brisk pace. Unusually crazy, but somehow captivating!

„Signs“

takes the whole thing to a completely abstruse level with wacky wild percussion. Pretty freaky.

„Demons Are Knocking On My Door“, on the other hand, is really catchy. With a somewhat dark mystical touch, the song appears with fatter riffs and heavier drums.

„Tolerance“ and „Fractal“ are more dominated by an oriental string ensemble.

The last track „Gracias Por…“ creates a beautiful dreamy atmosphere and spoils the ears with beautiful folkloristic guitar sounds, among other things. I would even recommend listening to this song first, because it does not demand so much from the listener.

Fazit

DON TOCABAJO takes the experimental metal sound to the extreme and makes extensive use of oriental classical instruments. A project that certainly cannot be categorised as mainstream at all and will only be accessible to friends of experimental music. It is and remains an extravagant affair that either exerts a special kind of fascination or totally repels you. But isn’t it precisely the departure from the normal and the ordinary that sometimes fascinates and arouses curiosity?

Those,who know me, know that I also like to go beyond boundaries sometimes. And even though I had a hard time with this album, I have to admit apart from the subjective level that it has become an exceptionally good album that has been created with a lot of artistry; with a sense for many details and unusual sounds. I got involved and associate the album with a very special experience that has broadened my musical horizon in a unique way.

I therefore consider a classical final rating inappropriate, as the music cannot be assigned to any of the generally accepted genres. However, I would award 10 points for the artistically courageous creative realisation. And I would like to bet that Don has given me the most unusual album of 2021.

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Bildquellen

  • SIGNS Album_ Don Tocabajo: Don Tocabajo
  • Don Tocabajo Signs Cover+Infos: Cover+Logo+Infos-->DON TOCABAJO / Background-->Pixabay
  • Don Tocabajao_stage-Titelbild: DON TOCABAJO

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