DROWN IN EMBERS – Remembrances of the Argonaut

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Mein Debüt – Album des Jahres: Remembrances of the Argonaut von DROWN IN EMBERS

2012 kamen Peter Lützeler (Gitarre), Reinhart Redel (Bass) und Martin Blum (Schlagzeug) zusammen, um ein Konzept für eine Band zu entwickeln. Zunächst ging es darum herauszufinden, ob eine gemeinsame musikalische Richtung gefunden werden kann. Nachdem klar war, dass sie die gleichen Vorstellungen hatten. Progressiver Metal sollte – wie bereits bei EXCHASED, der Band, in der die drei vorher zusammen gespielt hatten – weiterhin die Basis darstellen. Doch mit DROWN IN EMBERS sollte es „mehr auf die 12“ geben. (Wer darüber mehr erfahren möchte, kann dies dem Interview entnehmen, das ich mit Reinhart Redel geführt habe. Es geht morgen online.)

So wurden also erste Songs geschrieben. 2014 kam Jacques Moch als zweiter Gitarrist dazu.

Die Suche nach einem Sänger gestaltete sich schwierig. Für die Single „Infinity Declined“, die 2015 erschien, konnte Jon Howard (Sänger der kanadischen Trash Metal Band THREAT SIGNAL) gewonnen werden, der später auch das Album gemixt und gemastert hat.

2019 vervollständigte Nikita Kabakov (Vocals) das Line-Up.

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Remembrances of the Argonaut – progressiv filigran und dennoch voll auf die 12

Mein Eindruck nach dem ersten Hören: intensiv, nachdrücklich, spannend und eigenständig.

„Let me try to move on … just a little bit“

Denn der Opener „The Argonaut“ hält sich nicht erst mit einer sanften Einleitung auf, sondern geht direkt in die Vollen. Die Vocals sind kraftvoll und prägnant. Das Tempo ist hoch, die Wechsel in den Rhythmen unerwartet und akzentuierend gesetzt. Die Gitarren spielen sich öffnende Melodien, wenn es im Song um den Blick in die Zukunft und auf Vorhaben geht.

Schon hier zeigt sich, was in den anderen Songs fortgesetzt wird: eine Dynamik und Intensität, die weite Spannungsbögen über die einzelnen Songs setzt. Außerdem Sicherheit und Selbstverständlichkeit in der Ausführung, die von längerer musikalischer Erfahrung und Auseinandersetzung getragen zu sein scheint.

„What kind of man I was supposed to be“

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„Delirium“ überzeugt durch Leads, die durch Reinhart Redel (Bass) rhythmische Akzente erhalten. Zunächst wirkt es so, als wenn die einzelnen Instrumente ein ‚Eigenleben‘ führen. Umso eindrucksvoller die Passagen, in denen sich ihre Anteile verdichten und dann auch mit den Vocals eine Einheit bilden.

Wer tiefe Töne und energisches Drumming mag, kommt bei „Disrupt The Flow“ voll auf seine Kosten. Auch hier ein ausdrucksstarker Bass, über den sich unter die Haut gehende Melodien oder Akkordfolgen legen. Unterstrichen wird dies durch eine interessante und abwechslungsreiche Rhythmusarbeit.

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„I just wanna quit and be myself again“

Auch bei „When Days Turn Gray“ gefallen mir die Gitarren richtig gut. Sowohl wenn sich Peter Lützeler und Jacques Moch die Licks zuspielen oder auch Passagen gemeinsam ausgestalten. Während Martin Blum (Drums) die Möglichkeiten seines Sets gut ausnutzt, entwickeln die Gitarren unaufgeregt und damit umso eindringlicher die Melodien.

 „Infinity Declined“ erzählt die Geschichte des Argonauten aus der Sicht eines Freundes. Die Zerrissenheit des Freundes, der sich fragt, ob dieser einen anderen Weg eingeschlagen hätte, wenn er andere Worte gefunden hätte, vermittelt sich insbesondere durch die Wechsel zwischen Klargesang und Shouts.

Beim leider schon letzten Song „Relict“ tragen Bass und Drums erheblich zur Dynamik des Songs bei, die durch die Rhythmusarbeit der Gitarren unterstützt wird. Die Melodien unterstreichen die Lyrics, die Nikita Kabakov mit anhaltender Eindringlichkeit transportiert.

„What could I’ve done to stay perfect – Maybe fought through the war that tore me apart“

Fazit: Remembrances of the Argonaut ist ein Album, das mich schnell gefangen genommen hat und diesen Eindruck bisher bei jedem weiteren Hören vertieft. Dazu haben auch die Lyrics beigetragen, die die Geschichte des Argonauten der griechischen Mythologie in die moderne Zeit übertragen will. Während der Argonaut Jason auf der Suche nach dem Goldenen Vlies, dem ultimativen Reichtum ist, geht es DROWN IN EMBERS nicht um einen Helden, sondern um jemanden, der nicht so ist, wie die Gesellschaft ihn erwartet. Der seine Ideen und Ziele, Möglichkeiten und Kompetenzen dort nicht einbringen kann. Er zieht sich zurück, versucht, diesen Zustand mit Drogen zu betäuben. So zumindest verstehe ich die Geschichte hinter diesem Album. Doch macht euch selbst ein Bild davon!

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Bildquellen

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  • drown in embers live 2: Drown in Embers
  • drown in embers live 1: Drown in Embers
  • drown in embers band: Drown In Embers
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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