Eisenpimmel – XL

Eisenpimmel XL
Eisenpimmel XL

Nein, es geht hier nicht, wie man annehmen könnte, um meine Biografie. Das wäre echt zu einfach. Es handelt sich hierbei um die neue Scheibe der Satirepunker von Eisenpimmel aus Duisburg, meiner Heimatstadt. Kennengelernt hab ich die Band Anfang der Neunziger. Irgendein Zivildienstkollege hatte was mit denen zu tun und behauptete auf der Party dabei gewesen zu sein, von der das Cover der „Komm mal lecker unten bei mich bei“ EP stammt. Ich war schwer neidisch.

Eisenpimmel Komm mal lecker
Dat is Heimat, Alter

Auf vielen Partys in meinem Leben habe ich mich schon an Songs der Band erfreut, laut mitgesungen oder mitgelallt. In den Liedern von Eisenpimmel werden zumeist wichtige Themen angesprochen. Kein Bock auf Arbeiten, Saufen und alles, was mit Geschlechtsorganen zu tun hat. Die einen sagen, das wäre niveaulos, anderen sprechen die Texte aus der Ruhrpottseele. Dass man das Ganze nicht für bare Münze nehmen kann ist ja klar, oder? Steel Panther hatten ja auch nix mit der Perle aus der ersten Reihe vom letzten Gig. Da möchte ich mich jetzt aber nicht all zu weit aus dem Fenster lehnen.

Schwengel XL

Der aktuelle Longplayer „XL“ bläst da ins alte Horn. Punk, der zum Biertrinken und Feiern animiert. Die Texte sind absolut witzig, falls man nach unten niveauflexibel ist. Der Opener „Ode an die Tanke“ preist die 24-Stunden-Tankstellen. 24 Stunden offen, 24 Stunden lang besoffen. Guter Einstieg. In die Vollen geht’s dann mit „PFZNGSCHT“. Muss man gehört haben.

PFZNGSCHT oh eyo eyo

Herrlich in die gleiche Kerbe schlägt da auch der „Arschritzen Twist„. Ich denke, der Twist wird ein gern gehörter Song auf den nächsten Gigs. Bei „Alter Sänger“ geht es um Bon Scott und Sänger allgemein, die durch einen neuen abgelöst wurden. Cooler Song, zwischendurch erweist man Motörhead die Ehre. Da kommt mir doch die Melodie bekannt vor. „Frauen, die Bier trinken“ sind die besseren Frauen. „Reggae Schnaps“ beschreibt, dass Reggae nur voll zu ertragen ist. Der Song ist übrigens kein Reggae, der Nachfolger schon. „No Oppaism“ prangert die Opas im Punk an. Punk ist schließlich ’ne Jugendbewegung. Natürlich mit Augenzwinkern zu sehen.

Ebenso mit Augenzwinkern „Hello New York“, der die Vorteile von Duisburg zu New York herausstellt. „Wie kommt der Schuh in diese scheiss Gitarre?“ handelt vom Blackout am Morgen danach. Wer kennt das nicht? „Oh yeah“ geht um die Frauenbewegung. Bewegender Text im Refrain. Weltklasse. Müsst ihr selbst hören. Sogar ’n kleines Gitarrensolo ist im Song. Mit „Zu viel Zeit, zu wenig Weiber“ entlassen uns Eisenpimmel aus XL. Sehr unterhaltsam.

Und wat soll dat Ganze jez?

Also ich bin mittlerweile schon beim vierten Durchgang. Ich muss sagen, die Scheibe wird immer besser, und ich bin nüchtern. Wie soll das dann sein, wenn ich besoffen bin? Eisenpimmel animieren auf jeden Fall, diesen Fall auch mal durchzuspielen. Ich glaub, ich mach‘ bald ma‘ schnell ’n Bier auf. Kein Corona. Lieber mal ’n Hansa. Aus Sicherheitsgründen.

Bleibt noch eins zu sagen:

Füße hoch, Fernseh‘ an, Arsch lecken.

Eisenpimmel hat’s damals schon gewusst. Zuhause bleiben ist gut.

Prost

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Bildquellen

  • Eisenpimmel Komm mal lecker: amazon.de
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Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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