KJELL BRAATEN: BRONSEPLASSEN (LIVE)

kjell braaten bronseplassen cover

Kjell Braaten veröffentlicht am 8. November 2021 die EP „Bronseplassen“ (engl. version below)

Die EP ist der Mitschnitt eines Konzertes, das der Multi – Instrumentalist und Komponist, der u.a. auch Percussionist bei WARDRUNA war, am 10. Juli 2021 auf dem Bronseplassen in Høvåg, Norwegen gegeben hat.

Konzert – Aufnahmen sind immer etwas Besonderes. Weil sie nicht wiederholbar sind und die besondere Stimmung dieses einen Konzertes wiedergeben.

Ein weiterer besonderer Aspekt dieses Mitschnittes ist es, dass Kjell Braaten auf „Bronseplassen“ Lieder spielt, die bisher auf keinem seiner Alben zu hören sind. Einige Lieder werden aber in einer Studioversion auf seinem für 2022 geplanten Album „Blóta“ zu finden sein.

Er hat ein paar dieser Lieder – wenn auch in anderer Fassung – seit vielen Jahren im Rahmen verschiedener Veranstaltungen gespielt. Dort wurde er wiederholt gefragt, ob es ein Album mit den Liedern gibt. Nun ist es also so weit.

Moderne Musik auf historischen Instrumenten

Kjell Braaten spielt auf Rekonstruktionen von Instrumenten, die der Zeit um 600 n. Chr. bzw. der Wikingerzeit und dem Mittelalter zugeordnet werden. Neben Trommeln und Hörnern sind es drei Leiern (aus Sutton Hoo, Trossingen und dem Kravik-Hof), die sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Formen und Saiten im Klang voneinander unterscheiden.

Dabei geht es ihm nicht darum, mittelalterliche Musik oder Musik aus der Wikingerzeit zu spielen. Die Instrumente stellen seine Verbundenheit mit den nordischen Regionen dar.

Musik ist für Kjell Braaten nicht nur Klang und Emotion, sondern eine Sprache, die Bilder und Geschichten oft besser übermitteln kann als die gesprochene Sprache.

Mit den Liedern auf „Bronseplassen“ hat er Geschichten, Bilder und Emotionen mit betörenden Melodien und Klänge ausgedrückt. Man braucht die Texte, die in Alt – Nordisch aber auch modernem Norwegisch verfasst sind, nicht zu verstehen, um die Emotionen zu erfassen und in sich ein Bild zu entwickeln.

Der Klang des Widderhorns

Der Klang von Hörnern wurde immer schon zur Ankündigung oder Einladung genutzt. So ist es stimmig, dass „Bukkehorn“ mit solch einer Melodie einlädt, uns auf dem „Bronseplassen“ zum Konzert einzufinden.

„Gran“: der Text von Tove Hassel handelt von der Schönheit und den hilfreichen Eigenschaften der Fichte. Die Melodie des Gesangs klingt zart und liebevoll und doch fest und bestimmt.

Der volle Klang der Sutton Hoo Leier unterstreicht dies wirkungsvoll.

Der Text zu „Bånd Binde“ wurde ursprünglich für eine Hochzeitsfeier geschrieben. Kjell Braaten übermittelt diesen poetischen Text über Verbundenheit, Treue und Magie mit einer sehnsuchtsvollen und zugleich fröhlichen Melodie.  

„Schweig‘ in der Rede, sie ergreift das Wort“

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„Frigg“  ist eine Hymne an die Göttin Frigg, die als Göttin des Lebens, der Frauen und Hüterin des Herdfeuers in der nordischen Mythologie eine wichtige Rolle spielte. Sie wird als weise Frau betrachtet, von der Hilfe bei Kummer und Sorgen erhofft wird. Als Frau von Odin hat sie oft eine klare Position bezogen und immer wieder ihre Ansicht der ihres Ehemanns entgegengestellt.

Kjell Braaten gibt den Worten von Leif-Arne Furevik, der diese Gedanken über Frigg in vielschichtiger Weise ausdrückt, eine wunderschöne Melodie. Sowohl im Gesang als auch in der Begleitung auf der Kravik Leier, dem ältesten bekannten norwegischen Saiteninstrument.

Dieses Lied geht durch seine Intensität unter die Haut und wirkt noch lange nach.

„Vindsveipt Voll“ ist eine Anerkennung für diejenigen, die unter oft recht widrigen (Wetter)Bedingungen Wikingermärkte veranstalten, um anderen eine gute Zeit zu ermöglichen.

Und dieser Song rockt richtig! Es ist schon erstaunlich, was für einen kraftvollen Klang die Kravik Leier hervorbringen kann.  

Von „Skumringsdrøm“ zu „Galdr“

„Galdr“ ist eines der Lieder, das bereits Zeit und Geschichte(n) hinter sich hat. Unter dem Titel „Skumringsdrøm“ ist es 2001 von EHWAZ auf „Den siste ulvejakta?“ veröffentlicht worden. Mit dabei war u.a. Maria Franz von HEILUNG. Jetzt hat Kjell Braaten hier seine Version unter dem Titel „Galdr“ veröffentlicht und dabei und den Schwerpunkt vom Traum in der Dämmerung auf den „magischen Gesang“ gelegt.

Der spirituelle Gesang wird nur von der Rahmentrommel begleitet. Lautmalerisch ohne Worte weckt dieses Lied durch die Wärme und Varianz der Stimme tiefe Emotionen.

Beim „Haugsong“ wird der Gesang wieder von der Kravik Leier begleitet, die zurückhaltend die Verse begleitet und ausschmückt.  „Haugsong“ ist – auch wenn der Titel (‚Grabhügel-Lied‘) zunächst anderes vermuten lässt – ein Liebeslied. Doch eines, das von Sehnsucht, Verlust und Loslassen handelt. Aber auch von der Vorstellung, sich irgendwann wiederzufinden.

Nähe zu spüren, auch wenn der andere nicht mehr auf dieser Welt ist. Die Aufforderung, dem Lied zu folgen und ebenfalls die Brücke ins Jenseits zu überqueren. Und schließlich Frieden zu finden, weil sie wieder vereint sind. Der Gesang bringt diese schmerzvolle Sehnsucht ruhig und ergreifend zum Ausdruck. Und auch die Verbundenheit mit dem Gedanken, dass letztlich alles zu seinem Ursprung zurückkehrt.

Somit ist dieses Lied ein passender Abschluss für die EP.

Die Sehnsucht und das Ursprüngliche in der Musik: mystisch und rockend

Kjell Braaten gelingt es, den Hörer allein mit seiner Stimme, einem begleitenden Instrument, ihren Melodien und Klängen in seinen Bann zu ziehen. Seine Lieder machen es möglich, an tiefe und uralte emotionale Bedürfnisse anzuknüpfen. Sie geben Raum sowohl für Sehnsucht und Hoffnung als auch für Schmerz und Trauer.

Damit ermöglicht er auch einen direkten Zugang zu dem, was das Gemeinsame – oder der Ursprung – jeder Art und Form von Musik ist.

Dies ist mit ein Grund, weshalb ich diese Lieder so mag:  unter ihrer Feinheit und Schönheit kommen Raues und Elementares zum Vorschein. Ursprüngliches verbindet sich mit Neuem, Modernem.

Die Texte erzählen von persönlichen Themen, die jeden beschäftigen. Aber sie tun dies vielschichtig, in Bildern und basierend auf Elementen der (nordischen) Mythologie.

Interview und Video vom Konzert

Mehr über seine Musik, die Instrumente, „Viking – Music“, Throatsinging, die Vorläufer des (Black) Metal, das im kommenden Jahr erscheinende Album „Blóta“ im Interview mit Kjell Braaten – in ein paar Tagen hier.

Das Konzert vom „Bronseplassen“ wird auch als Video bei YouTube zu sehen sein.

Das Album kann HIER bestellt werden.

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English Version

On 8th of November 2021, Kjell Braaten will release the EP „Bronseplassen“.

The EP is a recording of a concert that the multi-instrumentalist and composer, who also was a percussionist with WARDRUNA, gave on 10 July 2021 at Bronseplassen in Høvåg, Norway.

Concert recordings are always something special. Because they are not repeatable and reflect the special mood of this one concert.

Another special aspect of this recording is that Kjell Braaten plays songs on „Bronseplassen“ that have never been heard on any of his albums before. Some songs, however, will be found in a studio version on his album „Blóta“, which is planned for 2022.

He has played a few of these songs – although in a different version – for many years at various events. There he was repeatedly asked if there would be an album with the songs. And now this time has come.

Modern music on historical instruments

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Kjell Braaten uses reconstructions of instruments that have been assigned to the time around 600 AD or to the Viking Age and the Middle Ages. Besides drums and horns, there are three lyres (from Sutton Hoo, Trossingen and the Kravik farm), which differ from each other in sound due to their different shapes and strings.

He is not interested in playing medieval music or music from the Viking Age. It is more about, representing his connection with the Nordic regions by playing these instruments.

For Kjell Braaten, music is not only sound and emotion, but a language that can often convey images and stories better than spoken language.

With the songs on „Bronseplassen“ he expresses stories, images and emotions with enchanting melodies and sounds. You do not need to understand the lyrics, which are written in Old Norse but also modern Norwegian, to grasp the emotions and develop a picture within yourself.

The sound of the ram’s horn

The sound of horns has always been used to announce or invite. Therefore it is fitting that „Bukkehorn“ uses such a melody to invite us to join the concert at „Bronseplassen“.

„Gran“: The lyrics by Tove Hassel are about the beauty and helpful qualities of the Norway spruce. The melody of the song is tender and loving, yet firm and determined.

The lyrics to „Bånd Binde“ were originally written for a wedding celebration. Kjell Braaten conveys this poetic text about attachment, fidelity and magic with a melody that is both yearning and joyful. 

“Silently shares today’s broad views”

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„Frigg“ is a hymn to the goddess Frigg, who played an important role in Norse mythology as goddess of life, women, and guardian of the hearth fire. She is regarded as a wise woman from whom help is hoped for in sorrow and worry. As Odin’s wife, she often took a clear stand and repeatedly opposed Odin’s views with her own.
Kjell Braaten gives a beautiful melody to the words of Leif-Arne Furevik, who expresses these thoughts about Frigg in a multi-layered way, both in the singing and in the accompaniment on the Kravik lyre, the oldest known Norwegian stringed instrument.

The intensity of this song is a memorable, strongly emotional and lingers for a long time.

„Vindsveipt Voll“ is a tribute to those who organise Viking markets under often quite adverse (weather) conditions to enable others to have a good time.
This song rocks! It is quite amazing what a powerful sound the Kravik lyre produces.

From „Skumringsdrøm“ to „Galdr“

„Galdr“ is one of the songs that already has quite the history behind it. It was released by EHWAZ in 2001 on „Den siste ulvejakta?“ under the title „Skumringsdrøm“. Among others, Maria Franz from HEILUNG was involved. Now Kjell Braaten has published his version here under the title „Galdr“ and in doing so moves the focus from the dream in the twilight to the „magic chant“.

The spiritual chant is accompanied only by the frame drum. Onomatopoeic without words, this song evokes deep emotions through the warmth and variance of the voice.

In „Haugsong“ the singing is again accompanied by the Kravik lyre, which restrainedly accompanies and embellishes the verses. 

“Haugsong” is – even if the title (‚Grave Mound Song‘) initially suggests otherwise – a love song. But one that is about longing, loss and letting go. But also, about the idea of finding each other again someday.

To feel closeness, even if the other person is no longer in this world. The invitation to follow the song and to cross the bridge into the beyond. And to finally find peace because they are reunited.
The song expresses this painful longing quietly and movingly. And also, the thought that ultimately everything returns to its origin. Thus, this song is a fitting conclusion.

The longing and the origin of music: mystical and rocking

Kjell Braaten succeeds in captivating the listener with his voice alone, one accompanying instrument, its melodies, and sounds. His songs make it possible to connect to deep and ancient emotional needs. They give space for longing and hope as well as for pain and sadness.
In this way, he also enables direct access to what is common – or the origin – of every kind and form of music.

This is one of the reasons why I like these songs so much: in their subtlety, nuances, and beauty, the raw and elemental comes to the forefront. The original is combined with the new, the modern.

The lyrics tell of personal themes that affect everyone. But they do so complexly, in images and based on elements of (Nordic) mythology.

Interview and video of the concert

More about his music, the instruments, „Viking – Music“, Throat-singing, the precursors of (Black) Metal, the album „Blóta“ (coming out next year) in the interview with Kjell Braaten – in a few days here.

The concert from „Bronseplassen“ will also be available as a video on YouTube.

The album can be ordered HERE.

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Bildquellen

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Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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