MACHINE HEAD – „ØF KINGDØM AND CRØWN“ Review

(English review below)

MACHINE HEAD (Facebook/Homepage) sind Urgesteine des Metal. Robb Flynn gründetete die Band im Jahr 1991. Morgen am 26.08.’22 erscheint ihr neues Album „ØF KINGDØM AND CRØWN“. Es ist das zehnte Album in einer beeindruckenden Diskografie, die immer wieder mal Veränderungen im Sound offenbarte. Es war noch nie das Ding von Mastermind Robb Flynn auf der Stelle rumzutreten und sich in eine enge Metal-Schublade stecken zu lassen. Er liebte es immer mal wieder mit dem Sound zu experimentieren, was natürlich zwangsläufig auch Kritiker auf den Plan rief. Letztlich hat sich seine Band MACHINE HEAD aber zu einer Institution im Metal entwickelt.

An Kreativität mangelt es nicht!

Ich nehme es gleich mal vorweg. MACHINE HEAD bieten auf dem neuen Album „ØF KINGDØM AND CRØWN“ keine schlichte Kost, sondern vielfältige geschmacksintensive Geschichten. Der teils experimentelle Sound war in der Vergangenheit nicht jedermanns Geschmack. Zugegebenermaßen hat mich dabei auch nicht jedes der vielen Alben überzeugt. Gerade auch das letzte Album „Catharsis“ hat mich von der Mischung nicht so richtig gepackt.

Umso mehr freue ich mich darüber wie gut das Konstrukt des neuen Albums funktioniert. Es handelt sich um ein Konzeptalbum, welches eine fiktive futuristische Geschichte zweier tragischer extremer Charaktäre beschreibt. Kurz zusammengefasst ist die die Story folgendermaßen: Die zwei Hauptakteure heißen Ares und Eros. Ares verliert auf grausame Weise seine Frau und sinnt auf Rache. Eros ist der Gegenspieler, dessen Mutter durch Drogen stirbt, woraufhin er sich radikalisiert und Amok läuft.

Inspiration für diesen Twist fand Robb Flynn bei seinen Kindern, die von der japanischen Anime-Serie „Attack on Titan“ begeistert sind. Er sagt dazu:

Dank meiner beiden Jungs im Teenageralter ist meine Familie besessen von dieser fantastischen japanischen Anime-Serie namens „Attack On Titan“. Das Konzept des Albums wurde lose von der Serie inspiriert, in dem Sinne, dass es in der Storyline keinen „guten“ oder „bösen“ Kerl gibt. Beide Charaktere glauben, dass sie aufgrund ihrer Erfahrungen das Richtige tun, aber täuscht Euch nicht. Beide begehen Taten von purer Grausamkeit und Bösheit.

Pressetext Nuclear Blast

Keine leichte Kost,

die uns hier erwartet. Schon der Einstieg mit dem zehnminütigen Opener „Slaughter The Martyr“ ist vielleicht nicht das, was die meisten von MACHINE HEAD erwarten würden, wenn es erst einmal mit melodisch cleanem Gesang beginnt. Dieser übernimmt vorerst die Hauptrolle in einer sehr reduzierten Instrumentierung. Mir gefällt diese atmosphärische melancholische Einleitung mit balladeskem Charakter aber sehr gut, bevor der Song selbstverständlich noch in den Angriffsmodus wechselt und später noch hymnenhafte Züge mit epischen Charakter annimmt.

Mit „Choke On The Ashes Of Your Hate“ folgt ein astreiner Thrash-Banger der geilsten Sorte. Hier werden Euch die Nacken weichgeprügelt. Dazu gesellen sich hammerharte fiese Tempiwechsel und Breakdowns, die es verdammt hart in sich haben. Das Gitarrensolo ist verrückt und wahnsinnig. Der Song strotzt nur so vor Wut und Wahnsinn. Die Lyrics werden in brutalster Form rausgebrüllt. Ein Song wie ein Unwetter und grollendem Donner, der kein Stein auf dem anderen lässt.

Ein Sturm zieht auf

„Become The Firestorm“ hält, was der Titel verspricht. Ein Songtornado, der viel Wirbel macht und zunächst ein gnadenloses Tempo vorlegt. Im Verlauf wird er durch hammerharte Breakdowns abgebremst, um ein paar brutale Schläge und Tritte zu verteilen. Das anschließende Solo klingt fantastisch, geht kurz in einen bassbetonten Part über, um dann noch mal voll Fahrt aufzunehmen und alles in Flammen aufgehen zu lassen. Was für ein Ritt!

Das seelische Chaos

„My Hands Are Empty“ symbolisiert die seelische Zerrissenheit. Der Song beginnt mit leichten hoaaaooohoooaaaooo-Gesängen, die dann im weiteren auch den Refrain begleiten und evtl. Trauer und Verzweiflung verkörpern. Der Song wird dann aber zu einem dunklen Martyrium, in dem sich wütende rifflastige Parts mit dem schmeichelnden Chorgesang abwechseln.

Gutes Konzept

Ich muss sagen, dass mir die Einbindung der cleanen Vocals beim letzten Album nicht so gut gefallen haben. Die Mischung ist meiner Meinung nach hier erheblich besser gelungen und sorgt für einige melodische Erholungsphasen ohne das Album lahmzulegen.

So nehme man den Song „Unhallowed“. Ein im Vergleich zu Beginn verhaltener Song mit mehr Melodie im Gepäck, aber trotzdem zwischendurch kräftig losstampft. Doch auch hier gibt es eine böse Überraschung. Kaum jemand würde erwarten, dass der Song doch noch den Brenner zündet und abgeht wie eine Rakete. Echt cool gemacht, wie die Gitarre plötzlich in Brand gerät und alles abfackelt. Dann gibt es noch einen Heavy Metal Part mit tollem Chorus, bis der Song wieder den Kreis schließt.

Ein kleines „aber“

Das Niveau kann meiner Meinung nach nicht mit jedem Song gehalten werden. Dies beginnt mit „Kill Thy Enemies“. Ein kräftiger Midtempo-Stampfer, der die Erde zum Erzittern bringt, aber das war es dann auch. Ein Song ohne große Überraschungen! Das gleiche gilt für „Bloodshot“, der mit collen Riffs das Tempo anzieht. Das Niveau der oben erwähnten Songs erreichen sie nicht, sind aber trotzdem gut und lassen es krachen, so dass man sie nicht überspringen muss.

Besser gefällt mir dann wieder folgendes: „Rotten“ holt die dicke fiese Groove Metal Keule raus und schlägt mächtig ein. Hier bleibt nur Kleinholz übrig. Der Song geht ebenfalls relativ straight zur Sache, aber gefällt mir schon wieder besser. „No Gods No Masters“ tendiert wieder mehr in Richtung harten Heavy Metal mit Groove-Metal Einschlag. Starke Mischung mit eindrucksvollen Chören, die live mit Sicherheit zum lautstarken Mitsingen einladen. Die Düsterballade „Arrows In Words From The Sky“ bringt das Album zu einem stimmigen Ende.

Fazit

MACHINE HEAD liefern mit „“ØF KINGDØM AND CRØWN“ eine faszinierende Geschichte. Die musikalisch vielfältigen Kapitel verkörpern die Erzählung gekonnt und sind mit viel Sorgfalt erschaffen worden, um die jeweiligen Charaktäre so wie deren Handlungen und Empfindungen darzustellen. Es ist ein echt gutes Album mit vielen geilen Momenten geworden, dass eindrucksvoll aufzeigt, dass mit Robb Flynn immer noch zu rechnen ist und er sein Pulver noch lange nicht verschossen hat. In ihm steckt noch genügend kreative Power!

English review

MACHINE HEAD (Facebook/Homepage) are a long-established band. Robb Flynn founded the band in 1991. Tomorrow (26.08.’22) their new album „ØF KINGDØM AND CRØWN“ will be released. It is the tenth album in an impressive discography that has revealed changes in sound every now and then. It has never been the thing of mastermind Robb Flynn to stand on the spot and want to take place in a narrow metal genre. He loved to experiment with the sound every now and then, which of course inevitably brought critics on the scene. In the end, however, his band MACHINE HEAD has become a mighty institution in metal.

There is no lack of creativity!

I’ll say it right away. MACHINE HEAD offer on the new album „ØF KINGDØM AND CRØWN“ no plain fare, but diverse taste-intensive stories. The partly experimental sound was not to everyone’s taste in the past. Admittedly, not every one of the many albums has convinced me. Especially the mixture on the last album „Catharsis“ has not really grabbed me.

All the more I am happy about how well the construct of the new album works. It’s a concept album, which describes a fictional futuristic story of two tragic characters. In short, the story is as follows: The two main characters are named Ares and Eros. Ares cruelly loses his wife and seeks revenge. Eros is the antagonist, whose mother dies from drugs, whereupon he radicalizes and runs amok.

Robb Flynn found inspiration for this twist from his children, who are enthralled with the Japanese anime series „Attack on Titan“. He says about it:

Thanks to my two teenage boys my family has become obsessed with this awesome Japanese anime series called “Attack On Titan.” The album’s concept was loosely inspired by the series in the sense that in the storyline, there is no “good“ or „bad“ guy, both characters believe they’re doing the right thing as it applies to their being, but make no mistake, both are committing acts of pure atrocity and evil.

Pressetext Nuclear Blast

Not easy fare

that awaits us here. Already the entry with the ten-minute opener „Slaughter The Martyr“ is perhaps not what most would expect from MACHINE HEAD, when it first starts with melodic clean vocals. This takes the lead role for the time being in a very reduced instrumentation. But I like this atmospheric melancholic introduction with balladic character very much, before the song of course still changes into the attack mode and later still takes on anthemic characteristics with epic feeling.

With „Choke On The Ashes Of Your Hate“ follows a straight thrash banger. Hot wild stuff! Here your necks are beaten brutal. In addition, there are hammer-hard nasty tempo changes and heavy breakdowns. You are flashed by a crazy and insane guitar solo. The song is brimming with rage and madness. The lyrics are shouted out in the most brutal form. A song like a storm and rumbling thunder that leaves no stone unturned.

A storm is coming

„Become The Firestorm“ keeps what the title promises. A song tornado that makes a lot of noise and initially sets a merciless pace. In the course, it is slowed down by hammer-hard breakdowns to give a few brutal punches and kicks. The solo that follows sounds fantastic, briefly transitioning into a bass-driven part before picking up full speed once again and letting everything go up in flames. What a ride!

The mental chaos

„My Hands Are Empty“ symbolizes the mental turmoil. The song begins with light hoaaaooohoooaaaooo vocals, which then also accompany the rerain, possibly embody sadness and despair. But the song then becomes a dark martyrdom, in which angry riff-heavy parts alternate with the flattering choral singing.

Well thought-out concept

I have to say that I didn’t like the inclusion of the clean vocals so much on the last album. The mixture is in my opinion considerably better succeeded here and provides for some melodic recovery phases without paralyzing the album.

So take the song „Unhallowed“. In the beginning a restrained song with more melody, but still stomps off powerfully in between. But also here there is a nasty surprise. Hardly anyone would expect that the song ignites the burner after all and goes off like a rocket. Really cool done, how the guitar suddenly catches fire and everything burns down. Then there is a heavy metal part with a great chorus, until the song closes the circle again.

A small „but“

The very high level of some songs can’t be kept everywhere in my opinion. For example the song „Kill Thy Enemies“. A powerful midtempo stomper that makes the earth tremble, but that’s it. A song without any big surprises! The same goes for „Bloodshot“, which picks up the pace with cool riffs. These songs do not reach the level of the above-mentioned songs, but are still good and let it crash, so you do not have to skip them.

„Rotten“ brings out the thick nasty groove metal club and hits brutal. The song is also relatively straight to the point, but I like again better. „No Gods No Masters“ tends again more in the direction of hard Heavy Metal with Groove Metal impact. Strong mixture with impressive choirs, which invite live with certainty to sing along loudly. The dark ballad „Arrows In Words From The Sky“ brings the album to a harmonious quiet end.

Conclusion

MACHINE HEAD deliver a fascinating story with „“ØF KINGDØM AND CRØWN“. The musically diverse chapters embody the narrative skillfully and have been created with much care to represent the respective characters as well as their actions and feelings. It has become a really good album with many great moments that impressively shows that Robb Flynn is still a force to be reckoned with and that he has by no means shot his powder. There is still enough creative power in him!

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Bildquellen

  • MACHINE HEAD Kingdom Cover+Infos: Cover+Infos-->Nuclear Blast//Rest-->Pixabay
  • Machine Head – ØF KINGDØM AND CRØWN – Titelbild: Nucleat Blast

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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