NIGHTMARE-„Aeternam“ (deutsch)

VÖ 02.10.2020

Power Metal par excellence

Die französische Band NIGHTMARE (Facebook) gibt es nun seit mehr als 30 Jahren!!! Von der ursprünglichen Besetzung ist allerdings nicht mehr viel übrig geblieben. Lediglich Yves Campion hat die Band seit ihrer Gründung begleitet. Und da war noch eine lange Pause, die zwischen 1988 und 1999 eingelegt wurde. Aber das ist nun lange her und wir wollen nach vorne blicken bzw. uns der Gegenwart widmen. Und da gibt es nur Gutes zu berichten. Der vorab veröffentlichte Titelsong „Aeternam“ des gleichnamigen Albums hatte mich förmlich weggeblasen, denn dieser ist ein perfekt arrangierter Power Metal Song, der kompromisslos hart und rau die Sau rauslässt. Garniert wurde der Song von einem epischen Refrain, der einen schönen Kontrast zu der fetzigen Instrumentierung in den Strophen darstellt. Sogar ein knalliges rockiges Gitarrensolo gibt es obendrauf. Da bleiben keine Wünsche offen.

Power ohne Ende

Schauen wir also, ob der Rest des Albums das Niveau halten kann und ob es irgendwelche Überraschungen gibt. Der düstere Galoppierer „Divine Nemesis“ verspricht ebenfalls vollendete Power-Metal-Kunst und wurde ebenfalls vorab als Appetizer serviert.

Das gesamte Album entführt den Hörer in einer dunkle kolossale Welt. Mitunter werden symphonische Elemente mit eingebaut, die zur Verdichtung der Atmosphäre beitragen.

Als herausragendes Merkmal der aktuellen Besetzung gilt für mich die neue Sängerin Madie (Faith In Agony), welche ihre Vorgängerin Maggy Luyten am Mikro abgelöst hat. Sie liefert mit ihrer Rockröhre ein tolle Show ab, beherrscht dabei aber auch die cleanen melodiösen Parts und erzeugt eine epische Komponente, die hin und wieder durch einen unterstützenden Chorus noch mehr an Kraft gewinnt.

In der Metalschmiede

haben NIGHTMARE jedenfalls ihrem Sound einen beachtlichen Härtegrad verpasst. Das Gesamtkonzept ist sehr gut ausbalanciert und bietet beste Unterhaltung in jeglicher Form. Jeder Song bietet für sich eine eigene kleine Welt. Das ist der Weg, den man weiter beschreiten sollte. Hier existieren rüde dunkle Hymnen, die ich so ausgefeilt und top arrangiert nicht oft aus diesem Musikbereich gehört habe. Die Highlights auf dem Album sind sehr zahlreich. In der Mitte des Albums findet sich die sehr coole kernige Düsterballade „Crystal Lake“, die mal ein wenig Fahrt rausnimmt. Gerade der mystische Beginn mit dem melodisch verführerischen Gesang führt den Song sehr schön ein. Im Anschluss offeriert der Song „Lights On“ mit seinem geilen fetzigen Gitarrensoloeinstieg eine dynamische Rockhymne.

Der Weg ins Dunkle

Der Song „Lights On“ dient als kurzweiliges erfrischendes Zwischenspiel, bevor das Album immer weiter und weiter den Pfad ins Dunkle geht. Der Titelsong „Aeternam“ bildet den Übergang in die dunkle Welt. „Under The Ice“ ist für mich ein weiterer Megasong, der eine mächtige beeindruckende Atmosphäre erschafft. Geschickte Tempi- und Stimmungswechsel, wobei auch mal dunkle tiefe männliche Vocals die düstere Stimmung verstärken. Die Riffs sind hammermäßig und die Leadgitarre fetzt dermaßen geil durch den Song, dass es nur so kracht. Die Gitarrensoli sind erstklassig und nicht nach „Schema F“ in den Song eingebaut, sondern überraschen den Hörer völlig unerwartet. Einfach nur geil!

Der männliche Gesangspart hält bei den letzten Songs regelmäßig Einzug und wird super eingebunden. So auch bei dem letzten Song „Anneliese“. Hört sich harmlos an, ist er aber ganz und gar nicht. Gesanglich wohl der abwechslungsreichste Song auf dem ganzen Album, der mit vielerlei überraschenden Facetten aufwarten kann.

Fazit

Natürlich klingt man nicht mehr wie vor 30 Jahren. Das sollte wohl klar sein. NIGHTMARE im Jahre 2020 stehen für modernen hochwertigen Power-Metal und setzen damit den Weg der letzten Alben konsequent fort und verpassen dem Sound einen noch stärkeren Härtegrad. Mit der neuen Sängerin Madie hat man einen wahren Glücksgriff gemacht. Sie ist sehr vielseitig einsetzbar und brilliert in klassischer rauer Rockröhrenmanier, kann aber gefühlvoll melodisch agieren. Und mit dem Rest der Truppe hat sie eine fantastische Unterstützung, die allesamt eine Wahnsinnsleistung abliefern. Pushende Drums, mitreißende raue fetzige Gitarrenriffs, herausragende Gitarrensoli und ein dynamischer kraftvoller Bass geben der formidablen Sängerin eine grandiose Plattform. Den Einsatz der männlichen Gesangparts geben dem Sound nochmals eine neue Wendung und eine dunkle Schärfe. Für mich hat die Band den richtigen Weg bestritten und einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die Qualität ist außerordentlich gut. Das Album gehört für mich definitiv mit zu den besten Power-Metal-Alben des Jahres. Ich hoffe sehr, dass NIGHTMARE in der aktuellen Besetzung ihren Weg fortsetzen.

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Bildquellen

  • NM_2020_Single_P02: AFM Records
  • MH-Bewertung 9 v. 10: Feuer-Ronald Plett /Daumen hoch-Clker-Free-Vector-Images--Both at pixabay
  • NIGHTMARE Cover+Infos: Cover + Infos über AFM Records / Background --> Thanx to kalhh auf Pixabay
  • Bandfoto skaliert: AFM Records

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