Nivalis von ÁRSTIÐIR – Eintauchen in Klangwelten

ARSTIÐIR Bandfoto

 

ÁRSTIÐIR Nivalis CoverAm 22.Juni 2018 haben ÁRSTIÐIR ihr Album Nivalis via Seasons of Mist veröffentlicht. Bei Seasons of Mist versammeln sich ansonsten Black Metal Bands wie CARACH ANGREN und ROTTING CHRIST oder auch isländische Vertreter dieses Genres wie SÓLSTAFIR, ZHRINE und AUÐN. So gesehen sind ÁRSTIÐIR, deren Stil schon als Indie-Rock, Progressiv Rock oder Islandic-Independent bezeichnet wurde, ein ungewöhnliches Element in diesem Portfolio.

ÁRSTIÐIR setzen neue Akzente

Es ist schwierig, ÁRSTIÐIR und ihre Musik einem Genre zuzuordnen. Hervorragendstes Merkmal ist die Instrumentierung, bei der auch klassische Instrumente wie Geige und Cello genutzt werden, sowie der mehrstimmige Gesang. Mit dem neuen Album Nivalis wollen ÁRSTIÐIR ihren bisherigen Klang noch einmal neu schaffen. Es wird ein evolutionärer Quantensprung versprochen, der der Band noch mehr Aufmerksamkeit verschaffen soll.

Gemeint ist hier der verstärkte Einsatz des Schlagzeugs, sowie eine Verbindung akustischer Instrumente mit elektronischen Elementen. Dies deutete sich bereits an, als ÁRSTIÐIR drei Songs, die sich auf Nivalis befinden, auf ihrer Tour mit SÓlSTAFIR im letzten Jahr vorstellten.

Zur Veröffentlichung des ersten Songs While This Way im April sagten ÁRSTIÐIR:

Wir haben dieses Lied jeden Abend vor euch, dem Publikum, „getestet“ und ihn dann so lange abgestimmt, bis wir ihn hatten, wie wir ihn wollten. Wir hoffen, dass ihr ihn genauso lieben werdet, wie wir.

Klangvoller Minimalismus

Und tatsächlich: ÁRSTIÐIR haben auf Nivalis ihren Klang wirklich noch einmal neu erschaffen. Das Schlagzeug hat eine neue und bedeutendere Rolle, aber es drängt sich nie auf. Es schafft ein stabiles Fundament für die wunderschön fragilen Klänge und melancholischen Melodien, die von der Natur und den extremen Wechsel der Jahreszeiten in ihrer Heimat Island inspiriert sind. Die Songs auf Nivalis bringen mit ihrer vordergründigen Schlichtheit zum Träumen. Denn ÁRSTIÐIR werden niemals laut.

Dennoch gibt es in den Songs verschiedene Ebenen, mitreißend komponierte Passagen sowie vielfältige Variationen der Instrumentierung und des Gesangs. Auf diese Weise transportieren sie sensibel ihre eher sentimentalen Texte.

ÁRSTIÐIR Bandfoto StairsI am the way I am

While This Way ist der erste Song des Albums. Er beginnt mit einer wunderschönen Melodie, die mit zartem Gesang vorgetragen wird. Der später mehrstimmige Gesang in einem der stärksten Refrains des Albums wird verbunden mit klarem Drumming und elektronischen Elementen. Schon hier zeigt sich, wohin ÁRSTIÐIR sich entwickelt haben. Dieses Zusammenspiel schafft bereits die emotionale Klangwelt, die über das gesamte Album erhalten bleibt.

Das folgende Lover klingt lebendiger durch die rhythmischen Variationen und ist dennoch sehr bewegend durch das Spiel der Violine und den Harmonien des Refrains.

Please Help Me schafft eine düstere Atmosphäre, verfügt aber über eingängige elektronische Elemente und Bassläufe. Regelrecht dahinschmelzen kann man, wenn engelsgleiche Stimmen den Refrain: „Please help me, to feel free“ anstimmen.

Bei Entangled stehen wieder die Gitarren und die gut arrangierten Stimmen im Vordergrund.

 

Like Snow ist einer der Songs, der die neuen Möglichkeiten, mit denen ÁRSTIÐIR auf diesem Album experimentieren, deutlich hervorhebt. Die Elemente, die ÁRSTIÐIR bisher auszeichnen, sind geschmückt mit interessanten rhythmischen Elementen.

Und dann wird in Þar sem enginn fer endlich auch isländisch gesungen. Die Sprache prägt hier deutlich den Rhythmus und macht den Charm dieses Songs aus.

Open spaces feels like home

Circus schafft es schnell, sich mit einer lockenden Gesangsmelodie, die sich mit Geige und Cello verbindet und durch das Schlagzeug betont wird, im Ohr festzusetzen. Auf diese Weise erschaffen ÁRSTIÐIR den für sie ebenfalls charakteristischen Folk-Sound.

Das Instrumentalstück Oroi klingt wie eine Reise. Man sitzt im Zug oder im Auto, lässt die Landschaft an sich vorüberziehen und kann seinen Gedanken nachhängen.

Nach dem instrumentalen Intermezzo  kommen die elektronischen Elemente mit Ausflügen in die Pop-Welt mehr zum Tragen. Songs wie Mute, Conviction und In The Wake Of You sind von den Harmonien im Gesang und den vielfältigen percussiven Elementen bestimmt.

Wasting Time ist kompakter instrumentiert als die bisherigen Songs und wirkt dadurch energischer und dichter.

Mit einem ruhigen Song, der von akustischer Gitarre und Gesang dominiert wird, geht mit Passion ein Album zuende, mit dem ÁRSTIÐIR wieder einmal eine Klangwelt erschaffen haben, die gefangen nimmt.

In dieser von warmen Tönen geprägten ruhigen Produktion bleibt die Emotionalität und Fragilität der Klänge von Anfang bis zum Ende das tragende Element. Leise und doch bewegend schaffen es ÁRSTIÐIR, zu bleiben, was sie sind, und dennoch einen neuen Weg einzuschlagen.

ÁRSTIÐIR sind:

Gunnar Már Jakobsson (Baritongitarre)
Daniel Auðunsson (Gitarre)
Ragnar Ólafsson (Keyboard)

Track-list

01 While This Way
02 Lover
03 Please Help Me
04 Entangled
05 Like Snow
06 Þar sem enginn fer (sjálfviljugur)
07 Circus
08 Órói
09 Mute
10 Conviction
11 In the Wake of You
12 Wasting Time
13 Passion

Mehr über ÁRSTIÐIR erfahrt ihr hier

 

 

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Bildquellen

  • ÁRSTIÐIR Nivalis Cover: Seasons of Mist
  • ÁRSTIÐIR Bandfoto Stairs: Seasons of Mist
  • ARSTIÐIR Bandfoto: Seasons of Mist
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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