Orphaned Land mit „Unsung Prophets & Dead Messiahs“

Orphaned Land

Am 26. Januar 2018 haben Orphaned Land via Century Media ihr mittlerweile sechstes Studioalbum „Unsung Prophets & Dead Messiahs“ veröffentlicht. Als Gastmusiker konnten die Mannen um Sänger Kobi Farhi namhafte Leute wie Gitarrenvirtuose Steve Hackett, Hansi Kürsch und Tomas Lindberg gewinnen. Gemischt wurde das Album von Jens Bogren. Aber was bieten uns Orphaned Land denn nun auf ihrem Album? Orient Metal Kitsch oder gute Musik? Die harte Seite des Album wird mit dem Video zu „We Do Not Resist“ präsentiert:

 

Orphaned Land führen uns in Platos Höhle

The Cave“ beginnt sanft mit Streichern und weiblichem Gesang und kombiniert orientalische Melodien mit Klargesang und eingestreuten Growls. Mit über acht Minuten kein einfacher und sehr komplexer, abwechslungsreicher Song. Aber verdammt gut und frisst sich bei jedem Hören mehr in die Gehörgänge. Vergleichsweise simpel und ein richtiger Arschtritt ist das folgende „We Do Not Resist“. Straight in your face, motherfucker! Dafür gibt es bei „In Propaganda“ wieder Streicher, ruhigen Gesang. Dazu ein stampfender Rhythmus und für das europäische Ohr fremde Melodien und Instrumente. Gefällt mir sehr gut. Etwas Besinnlicher wird es bei „All Knowing Eye“. Nicht schlecht, aber der Song will bei mir nicht so richtig zünden.

Orphaned Land – ethno-folkig, aber nicht kitschig

„Yedidi“ ist mit gut 2,5 Minuten der kürzeste Song des Albums und gleichzeitig der orient-folkigste ohne dabei kitschig zu klingen. „Chains Fall To Gravity“ wird durch ein Gitarrensolo von Steve Hackett veredelt und ist mit knapp zehn Minuten der längste Song. Diese langen Stücke beherrschen Orphaned Land richtig gut. Das richtige Maß an Bombast, wechselt mit ruhigen Passagen und riffenden Gitarren. Niemals langweilig und der Orient schimmert immer wieder durch. „Like Orpheus“  bietet Hansi Kürsch am Gesang und das Video unten spricht für sich selbst. „Poets Of Prophetic Messianism“ ist ein instrumentales Zwischenstück mit Chorgesang und passt ins Gesamtkonzept des Albums.

 

Orphaned Land auch stark im letzten Drittel

„Left Behind“ könnte man am ehesten als progressiven Orient Power Metal bezeichnen und klingt richtig gut. „My Brother’s Keeper“ funktioniert als Einzelsong durch den eingestreuten Sprechgesang nicht wirklich. Aber es handelt sich ja um ein Konzeptalbum und man sollte das Album als Ganzes durchhören und wahrnehmen und dann passt es haargenau. „Take My Hand“ ist eine Mischung aus Samples, Headbanging Passagen und geradezu ethno-poppigen Melodien. Klingt seltsam, ist aber ein toller Song! „Only The Dead Have Seen The End Of War“ beginnt ähnlich, hat aber direkt einen aggressiveren Unterton, was sogleich durch Gastsänger Tomas Lindberg unterstrichen wird und sich dann auch musikalisch fortsetzt. Geht ins Ohr und bleibt da auch, sehr gelungen. Abgerundet und beschlossen wird das Album mit „The Manifest – Epilogue“, betörende Gitarren und einem Sample von Orwell’s Final Warning…

Orphaned Land legen die Messlatte hoch

Um die Eingangsfrage zu beantworten: Orphaned Land haben mit „Unsung Prophets & Dead Messiahs“ richtig gute Musik abgeliefert. Natürlich sind die orientalischen Wurzeln immer präsent, aber überhaupt nicht kitschig. Und auch wenn das Album nicht den einen Überhit liefert, so funktioniert es als Gesamtheit hervorragend. Kein Wunder ist es doch auch ein Konzeptalbum, fordert den Hörer mit intelligenten Texten und regt zum Nachdenken an. Wer offen ist für orientalisch angehauchten, progressiven Metal muss dieses Album kaufen. Orphaned Land haben die Messlatte für gute Musik gleich zu Beginn des Jahres ziemlich hochgelegt. Im Februar  und März sind Orphaned Land auf Europatour und das sollte man sich nicht entgehen lassen!

Orphaned Land – live on stage und Kontakt

Hier eine kleine Auswahl der Tourdaten:Orphaned Land Tourposter 2018

24.02.18 Arnheim (Niederlande) – Willem Een
25.02.18 Essen – Turock
06.03.18 Köln – Jungle
07.03.18 Berlin – Bi Nuu
13.03.18 München – Backstage
16.03.18 St. Maurice (Schweiz) – The Manoir Pub
17.03.18 Zug (Schweiz) – Galvanik

Mehr zu Orphaned Land gibt es auf deren Homepage oder direkt bei Facebook. „Unsung Prophets & Dead Messiahs“ kann und muss direkt über den Link unten bestellt werden. Viel Spaß!

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Bildquellen

  • Orphaned Land Tourposter 2018: Century Media
  • Orphaned Land 2018 720×340: Century Media
soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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