OSYRON – „Momentous“ Review

(English review below)

Progressive Metal

Nach dem mittlerweile zweiten epischen Interview (Link) mit der kanadischen Band OSYRON (Homepage/Facebook) folgt nun das Review für deren neues Album „Momentous“, welches am kommenden Freitag am 04.11.’22 erscheinen wird. Ehrlich gesagt war ich auf das, was sich mir offenbarte, nicht vorbereitet. Das Album hat mich in mehrfach überrascht. Überrascht hat mich allerdings nicht die Qualität der dargebotenen Musik, denn ich habe Erstklassiges erwartet und dahingehend wurde ich nicht enttäuscht.

Alte und neue Wege

OSYRON sind dafür bekannt gerne mal orchestrale Sounds in ihre Musik einzubauen. Dies hat man vor allem bei der EP Foundations gehört. Nun gehen sie noch etwas andere Wege und verpassen ihrem Sound einen Anteil authentischer Folk Musik. Genau solche Klänge bestimmen den Beginn vom Opener „Anunnaki“, die von der Band PERCIVAL SCHUTTENBACH (Facebook) stammen. Dabei handelt es sich um die Musiker Mikołaj Rybacki und Katarzyna Bromirska. Diese sind hin und wieder auf dem Album zu hören und das hört sich tatsächlich ziemlich cool an. Sie schenken der Musik eine ganz spezielle Atmosphäre.

Harmonische Härte

Nach dem folkloristischen Intro wird ein weiteres Merkmal offenbart, nämlich knackige düstere Härte. Mein lieber Scholli… Das kracht recht ordentlich. Sänger Reed lässt somit keinen Zweifel daran, dass er nicht nur wunderbar harmonisch singen kann, sondern auch eine dunkle Seite besitzt. Doch dazu später noch mehr.

„Anunnaki“ ist ein atmosphärisch dichter Song mit allem bestückt, was das Metalherz begehrt. Es gibt fettes Riffing, tolle Solos, ein sehr dynamisches Drumming und starke prägnante Basslinien. Der Sound wandelt zwischen harmonischen tragenden und druckvollen dunklen Passagen. Und dieses Konzept setzt sich in verschiedenen Formen und Ausprägungen auf dem gesamten Album fort.

Dominion Day

gab uns als erste Single bereits einen Vorgeschmack auf das, was uns OSYRON auf ihrem neuen Album bieten. Der Sound ist knackig hart und düsterer geworden. Dementsprechend martialisch beginnt der Song. Kurze Zeit später brilliert Sänger Reed Alton mit seinen fantastischen cleanen Vocals. Ist schon irre, welche sauberen hohen Töne er seiner Kehle entlocken kann. Er hat eine unheimlich emotionale Ader in jeder Hinsicht und eine wahnsinnige Kontrolle über seine Stimme. Diese zarte klare Stimme in der emotionalen Einführung des Songs im Vergleich zu den kraftvoll gesungenen Parts bis hin zur totalen bösen Eskalation sind sehr eindrucksvoll. Diese Range von Reed Alton ist außergewöhnlich und bemerkenswert. Der Gesang ist eine der vielen Künste , die OSYRON beherrschen.

Der Hammer des Wahnsinns

kreist dann mit dem Song „Landslide“. Ganz ehrlich… Beim ersten Hören dachte ich zunächst, dass sich eine andere Band in die Playlist gemogelt hätte. Denn plötzlich und ohne Vorwarnung raste ein thrashiger Melo-Death-Zug durch meine Ohren. Pure Eskalation! Von epischen Harmonien keine Spur! Das ist einfach ein K.O.-Schlag! Damit haben mich OSYRON eiskalt erwischt und fast ausgeknockt. Zwischendurch erkennt man dann wieder die Tugenden von OSYRON mit ihrem tollen Chorus, der die ganze Prügelei etwas auflockert. Aber ansonsten schießt Reed die aggressivsten Vocals aus seiner Kehle, die ich je von ihm gehört habe. Dies hat mir sehr einducksvoll aufgezeigt, zu was für „Schandtaten“ OSYRON in der Lage sind. Es gibt wohl nichts, wovor sie zurückschrecken würden oder was sie nicht spielen könnten.

Meister ihres Fachs

Neben dem fabelhaften Gesang von Reed glänzen alle Instrumentalisten der Band mit ausgezeichneten Skills. Die technischen Fähigkeiten sind auf einem sehr hohen Level und man kann nur Füllhörner voll des Lobes über sie ausschütten. So schaffen es OSYRON progressive Strukturen mit vielen Details zu erschaffen ohne den Hörer zu überfordern. Sie bewahren sich trotzdem mit großartigen Melodien und epischen Chören eine Eingängigkeit, die Euch immer wieder einfängt. Es entsteht eine atemberaubende Dynamik und man gerät immer wieder ins Staunen, was OSYRON alles in einem einzelnen Song aus dem Hut zaubern.

Es darf auch mal ruhiger werden

Manche Songs auf dem Album stehen in einem völligen Kontrast zueinander. Einerseits gibt es die harten Smasher (z.B. „Landslide“) und dann präsentieren sie fantastische gefühlvolle Balladen, die sich in einem epischen Finale ergießen wie z.B. „Sorrow And Extinction“ oder so eine bedächtige und doch faszinierende Offenbarung wie „Prairie Sailor“, bei der Reed es schafft ganz allein mit dem Zauber seiner Stimme den Hörer einzufangen.

Monumental

Und dann gibt es Songs, die von allem etwas haben und dafür steht vor allem der Titeltrack „Momentous“, bei dem nicht nur die Spielzeit von über 12 Minuten monumental ist, sondern auch seine musikalische Entfaltung. Wieder einmal geben sie Percival Schuttenbach die Ehre und leiten diesen Song über zwei Minuten mit ihrer wundervollen Folklore ein. Es folgt ein sanfter Übergang mit akustischen Gitarren, zu denen sich Reeds gefühlvoller Gesang gesellt. Der Song lässt sich wirklich Zeit und er setzt sich langsam aber sicher zu einer epischen Kunstwerk zusammen, das mit so manchen Wendungen überrascht.

Das Duell

Und es gibt noch eine Überraschung. Sänger Stu Block (Annihilator, Into Eternity) zelebriert hier zusammen mit Reed Alton eine sehr beeindruckende Gesagangsperformance beim Song „The Deafening“ Und auch hier begeistern OSYRON mit einem monumentalen Songaufbau und einer immens packenden Atmossphäre. Der noch zurückhaltende melancholische Beginn mit wundervollen Gesangslinien der beiden Sänger mit seinen eingespielten leicht bedrohlichen Stimmungen gipfelt in einem packenden gesanglichen Duell zwischen Reed und Stu mit einem radikalen Finale. Das Gitarrensolo ist super umgesetzt. Es klingt ungewöhnlich und ist mal ganz anders, was das Thema des Songs jedoch gut widerspiegelt. So wurde das Thema des inneren Kampfes mit extremen Emotionen rundum perfekt in Szene gesetzt, was man auch von dem tollen Video sagen kann.

Fazit

OSYRON überlassen nichts dem Zufall! Mit ihrem Album „Momentous“ haben OSYRON nicht nur einen großen Moment erschaffen, sondern gleich 10 davon. Die Kunstfertigkeiten der Band sind ohne jeden Zweifel auf einem sehr hohen Level, was sie in mehr als beeindruckender Art und Weise zur Schau stellen. Die Songs sind intelligent und ausgewogen arrangiert, beweisen bei den Kompositionen viel Gespür und Gefühl für Atmosphöre und Details, so dass man den unwiderstehlichen Drang verspürt immer wieder und wieder diese epische Reise mit OSYRON zu gehen.

English review

(English review below)

progressive metal

After the meanwhile second epic interview (Link) with the Canadian band OSYRON (Homepage/Facebook) now follows the review for their new album „Momentous“, which will be released next Friday on 04.11.’22. Honestly, I was not prepared for what was revealed to me. The album surprised me in several ways. Surprised me, however, not the quality of the music presented, because I expected first-class and in this case I was not disappointed.

old and new paths

OSYRON sind dafür bekannt gerne mal orchestrale Sounds in ihre Musik einzubauen. Dies hat man vor allem bei der EP Foundations gehört. Nun gehen sie noch etwas andere Wege und verpassen ihrem Sound einen Anteil authentischer Folk Musik. Genau solche Klänge bestimmen den Beginn vom Opener „Anunnaki“, die von der Band PERCIVAL SCHUTTENBACH (Facebook) stammen. Dabei handelt es sich um die Musiker Mikołaj Rybacki und Katarzyna Bromirska. Diese sind hin und wieder auf dem Album zu hören und das hört sich tatsächlich ziemlich cool an. Sie schenken der Musik eine ganz spezielle Atmosphäre.

harmonious hardness

After the folkloristic intro another feature is revealed, namely crisp gloomy hardness. Holy shit… This cracks quite neatly. Singer Reed thus leaves no doubt that he can not only sing wonderfully harmonious, but also has a dark side. But more about that later.

„Anunnaki“ is an atmospherically dense song with everything the metal heart desires. There is fat riffing, great solos, a very dynamic drumming and strong concise bass lines. The sound changes between harmonic carrying and punchy dark passages. And this concept continues in various forms and shapes throughout the album.

Dominion Day

gave us as the first single already a foretaste of what OSYRON offer us on their new album. The sound has become crisply hard and gloomy. Accordingly, the song begins martial. A short time later singer Reed Alton shines with his fantastic clean vocals. It’s impressive what clean high tones he can elicit from his throat. He has an incredibly emotional vein in every sense and an insane control over his voice. This delicate clear voice in the emotional introduction of the song compared to the powerfully sung parts to the dark escalation are very impressive. This range of Reed Alton is exceptional and remarkable. The vocals are one of many arts that OSYRON have mastered.

The hammer of madness

swirls with the song „Landslide“. Honestly… At first hearing I thought that another band had cheated into the playlist. Because suddenly and without warning, a thrashy Melo-Death train raced through my ears. Pure escalation! No trace of epic harmonies! This is simply a knockout blow! With this OSYRON almost knocked me out. In between you can recognize the virtues of OSYRON again with their great chorus, which loosens up the whole beating a bit. But otherwise Reed shoots the most aggressive vocals out of his throat that I have ever heard from him. This showed me very impressively what kind of „outrages“ OSYRON are capable of. There is probably nothing they would shy away from or that they can’t play.

Masters of their craft

Besides Reed’s fabulous vocals, all the band’s instrumentalists shine with excellent skills. The technical skills are on a very high level and one can only pour out cornucopias full of praise about them. Thus OSYRON manage to create progressive structures with many details without overwhelming the listener. They still keep a catchiness with great melodies and epic choirs that catches you again and again. A breathtaking dynamic is created and you are always amazed at what OSYRON conjure everything out of the hat in a single song.

it can also be quieter sometimes

Some songs on the album are in complete contrast to each other. On the one hand there are the hard smashers (e.g. „Landslide“) and then they present fantastic soulful ballads that pour out in an epic finale like „Sorrow And Extinction“ or such a thoughtful yet fascinating revelation like „Prairie Sailor“, where Reed manages to capture the listener all alone with the magic of his voice.

monumental

And then there are songs that have a little bit of everything, and the title track „Momentous“ stands for that above all, where not only the playing time of over 12 minutes is monumental, but also its musical unfolding. Once again they give the honor to Percival Schuttenbach and introduce this song over two minutes with their wonderful folklore. A gentle transition follows with acoustic guitars joined by Reed’s soulful vocals. The song really takes its time and it slowly but surely builds up into an epic work of art that surprises with quite a few twists and turns.

the duel

And there is another surprise. Singer Stu Block (Annihilator, Into Eternity) celebrates here together with Reed Alton a very impressive vocal performance on the song „The Deafening“ And also here OSYRON inspire with a monumental song structure and an immensely gripping atmosphere. The still reserved melancholic beginning with wonderful vocal lines of both singers with its slightly threatening moods culminates in a gripping vocal duel between Reed and Stu with a radical finale. The guitar solo is super realized. It sounds unusual and is quite different for a change, but this reflects the theme of the song well. Thus, the theme of inner struggle with extreme emotions was perfectly staged all around, which can also be said of the great video.

conclusion

OSYRON leave nothing to chance! With their album „Momentous“ OSYRON have created not only one great moment, but 10 of them. The band’s artistry is without a doubt on a very high level, which they showcase in a more than impressive way. The songs are arranged in an intelligent and balanced way, proving a great sense and feeling for atmosphere and details in the compositions, so that you feel the irresistible urge to go on this epic journey with OSYRON again and again.

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Bildquellen

  • OSYRON Momentous Cover+Infos-2-: Cover+Infos+Foto-->CMM GmbH//Background-->Pixabay

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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