PARKWAY DRIVE – „Darker Still“ Review

(English review below)

PARKWAY DRIVE (Homepage / Facebook) sind mittlerweile bei den absoluten Top Acts im Bereich Metal angekommen. Sie haben mittlerweile eine Riesenschar von Fans um sich scharen können.

Allerdings muss man auch sagen, dass sich der Sound von PARKWAY DRIVE geändert hat. So zählt letztlich für mich nicht die Anzahl der Fans und Follower, ob mir das musikalische Ergebnis gefällt oder nicht. Meine früher sehr geschätzte Band FIVE FINGER DEATH PUNCH beispielsweise haben mich mit ihrem neuen Album „AfterLive“ enttäuscht. Langweiliges Mainstream-Geplänkel, das kaum heavy Vibes versprüht. Vor allem mit dem Albumcover suggeriert man etwas, was auf dem Album kaum zu hören ist, nämlich Fucking-In-Die-Fresse-Metal. Das neue Material hört sich größtenteils wie ein weichgekautes Kaugummi an, was nur geschmacklos und schlaff.

Um es vorweg zu nehmen: PARKWAY DRIVE ist dies mit ihrem Album „Darker Still“ nicht passiert. Denn das das neue Album ist heavy und macht was her! Aber so richtig überzeugt hat es mich trotzdem nicht. Die Gründe werde ich im folgenden darlegen.

Krawumm

Jawoll! So startet man imposant in ein Album! „Ground Zero“ tritt direkt massiv auf. Dabei dominieren neben fetten Riffs schöne gefällige Melodien. Es ist nicht die härteste Gangart, die PARKWAY DRIVE fahren können, aber es stimmt den Hörer gut auf auf das Album ein. Ein starkes Merkmal, welches bei der Band zum Standard geworden ist, ist der kraftvolle Chorus, der immer wieder zum Mitsingen einlädt, so auch bei diesem Song. Damit kann man natürlich vorzüglich ganze Stadien und Hallen zum Mitsingen animieren.

Diese Kunst beherrschen PARKWAY DRIVE perfekt und zelebrieren dies in Perfektion auf dem neuen Album. Damit wären schon mal die grundlegenden Ansprüche für ein erfolgreiches Album erfüllt. Die Songs hauen vollen Kanne rein und haben einen mitreißenden Groove, der müde Knochen zum klappern bringt.

Die Single „Glitch“ bildet dabei keine Ausnahme.

Aber….

ich frag mich, wo die alten Zeiten geblieben sind. PARKWAY DRIVE waren früher mal erheblich wilder unterwegs. Das war ne explosive Mischung aus verschiedenen Bereichen des harten Metal: Melodic Death Metal, Groove Metal, Metalcore… Irgendwie war alles dabei. Wenn ich z.B. an einen Song wie „Breaking Point“ (Album „Horizons“) oder „Romance Is Dead“ (Album „Killing With A Smile“) denke, dann frage ich mich, warum man diese Facetten mittlerweile völlig ausgeblendet hat. Da wurde häufiger die Temporakete gezündet, die einen Circle-Pit unter Feuer setzte.

Mit dem Album „Ire“ wurde einiges anders. Dort waren Songs vorhanden, die mehr nach Modern Metal klangen. Aber die Mischung war echt okay. Den Modern-Metal-Trend intensivierte man mit „Reverence“ und nun haben wir mit „Darker Still“ ein Album, dass nur noch aus solchen Songs besteht. Tatsächlich gibt es ausgerechnet mit dem Titeltrack „Darker Still“ sogar noch eine Ballade zu hören. Hmmmm….

Ein stimmungsschwangerer Song, der einwandfrei vorgetragen wird, aber für mich trotzdem etwas Langeweile aufkommen lässt. Das ist nichts, was man nicht schon woanders gehört hätte, auch wenn es ,wie bereits erwähnt, handwerklich perfekt vorgetragen wird.

Die Stärken

liegen eben doch halt in den energiegeimpften Songs, zumindest für meinen Geschmack. Leider bleibt so ein Brecher wie „Soul Bleach“ die einzige Ausnahme auf dem Album. Der Song macht einfach richtig Druck und tritt dir richtig in den Arsch. Hier zeigt sich Sänger Winston auch mal von seiner dunkelsten Seite und growlt massiv aggressiv. Leider nur viel zu kurz. Was mir daher missfällt ist der Umstand, dass die Songs sich fast alle im stampfenden Mitdtempo-Bereich bewegen. Alles mächtig bombastisch, aber auf Dauer wirkt es dann doch auch ein wenig eintönig.

Das Finale in Form von „From The Heart Of The Darkness“ gefällt mir trotz allem sehr gut und haut noch mal richtig einen raus. Ein epischer und atmosphärisch dichter Schlusstrack. Hier wird von martialischen Chören a la Sparta benutzt, die zwar schon häufiger auch woanders genutzt wurden, aber nichtsdestotrotz sind die Schlachtrufe der Spartaner in diesem Songs sehr gut umgesetzt und eingebunden worden.

Fazit

PARKWAY DRIVE begeistern die Massen und das wird sich mit dem neuen Album „Darker Still“ auch nicht ändern. Ganz im Gegenteil! Der Sound ist voll auf Show getrimmt und wird die Charts sicherlich erobern! Sie sind nun völlig im Modern Metal angekommen, wo mir aber im Gesamtbild einfach der Biss und die Wildheit von früher fehlen. Ich vermisse die Aggressivität in den Songs. Eine Mischung aus dem neuen Sound und dem alten Sound wäre für mich eine super Mischung. So bleibt ein handwerklich und produktionstechnisch massives Album mit vielen Hymnen, was aber auf für mich auf Kosten der Varianz und Spannung geht. Doch weniger als acht Punkte zu geben wäre nicht gerecht, denn ein neutral gesehen ist es ein gutes Album geworden.

Tourdaten

PARKWAY DRIVE LIVE 2022 mit Support: While She Sleeps   

09.09.2022 – Leipzig, Quarterback Immobilien Arena (DE) 14.09.2022 – Frankfurt, Festhalle (DE) 17.09.2022 – München, Olympiahalle (DE) 18.09.2022 – Wien, Stadthalle (AT) 20.09.2022 – Berlin, Velodrom (DE) 21.09.2022 – Hamburg, Barclays Arena (DE) 24.09.2022 – Dortmund, Westfalenhalle (DE) 25.09.2022 – Stuttgart, Schleyerhalle (DE)

In eigener Sache

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English version

(English review below)

PARKWAY DRIVE (Homepage / Facebook) are now among the absolute top acts. In the meantime, they have been able to gather a huge crowd of fans around them.

However, it must also be said that PARKWAY DRIVE’s sound has changed. So in the end it’s not the number of fans and followers that counts for me, whether I like the musical result or not. My formerly very appreciated band FIVE FINGER DEATH PUNCH, for example, disappointed me with their new album „AfterLive“. Boring mainstream sound that hardly gives off any heavy vibes. Especially with the album cover they suggest something that can hardly be heard on the album, namely straigt-in-your-face-metal. For the most part, the new material sounds like sucked-out bubblegum, which is just tasteless and limp.

To take it in advance: PARKWAY DRIVE this has not happened with their album „Darker Still“. Because the new album is heavy! But it has not really convinced me. I will explain the reasons in the following.

Boom!

Yes! This is how you start an album imposingly! „Ground Zero“ appears directly massive. Besides fat riffs, nice pleasing melodies dominate. It’s not the hardest gear PARKWAY DRIVE can drive, but it puts the listener in the right mood for the album. A strong feature, which has become a standard with the band, is the powerful chorus, which always invites to sing along, so also in this song. With this you can of course excellently inspire the masses.

PARKWAY DRIVE master this art perfectly and celebrate this in perfection on the new album. Thus, the basic requirements for a successful album are already fulfilled. The songs hit mighty and have a rousing groove that makes tired bones rattle.

The song „Glitch“ is no exception.

But….

I wonder where the old times have gone. PARKWAY DRIVE used to be much wilder in the past. It was an explosive mixture of different areas of hard metal: Melodic Death Metal, Groove Metal, Metalcore… Somehow everything was there. When I think of a song like „Breaking Point“ (album „Horizons“) or „Romance Is Dead“ (album „Killing With A Smile“), I ask myself why these facets have been completely faded out by now. I miss the fast songs, where the speed rocket was ignited more often, which set a circle pit under fire.

With the album „Ire“ some things became different. There were songs that sounded more like modern metal. But the mixture was good. However, they intensified this new sound with „Reverence“ and now with „Darker Still“ we have an album that consists only of such songs. In fact there is a ballad to be heard as the title track „Darker Still“. Hmmmm….

A moody song that is flawlessly performed, but still leaves a bit of boredom for me. It’s nothing you wouldn’t have heard elsewhere, even if it’s performed perfectly in terms of craftsmanship, as already mentioned.

The strengths

The main strength of the album lies in the energy-injected songs, at least for my taste. Unfortunately, such a breaker as „Soul Bleach“ remains the only exception on the album. The song just makes real pressure and kicks you right in the ass. Here singer Winston shows his darkest side and growls massively aggressive. Unfortunately only much too short. What I dislike is the fact that the songs are almost all in the stomping midtempo range. Everything sounds mighty bombastic, but in the long run it seems a little monotonous.

I really like the finale, though. „From The Heart Of The Darkness“ really packs a punch. An epic and atmospherically dense final track. Here is made use of martial choruses a la Sparta, which have been used more often elsewhere, but nevertheless the battle cries of the Spartans in this songs have been very well implemented and integrated.

Conclusion

PARKWAY DRIVE inspire the masses and this will not change with the new album „Darker Still“. Quite the opposite! The sound is fully trimmed for a great show and will certainly conquer the charts! PARKWAY DRIVE are now fully succed in modern metal, where I just miss the aggressiveness and ferocity of the past in the overall sound. A mixture of the new sound and the old sound would be a super mixture for me. So remains a perfect strong production on a massive album with many anthems, but unfortunately the variance and tension also suffer from this. But to give less than eight points would not be fair, because a neutrally seen it has become a good album.

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Bildquellen

  • PARKWAY DRIVE Darker Still Cover+Infos: Starkult Promotion
  • PARKWAY DRIVE Titelbild: Starkult Promotion

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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