Waltari – 3rd Decade – The Anniversary Edition (VÖ:26.11.2021)

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Waltari haben am 26.11.2021 ihr Album >3rd Decade – The Anniversary Edition< veröffentlicht.

Drei Dekaden Waltari

Waltari 2021 Photo: Jani Mahkonen

Die finnischen Crossover- Pioniere Waltari haben am 26. November 2021 ihr drittes Jubiläumsalbum >3rd Decade – The Anniversary Edition< via Metalville / Rough Trade veröffentlicht. Dreißig Jahre Waltari! Das muss gefeiert werden. Und zwar mit einer Art Best- of- Album. Klingt im ersten Moment zwar nicht sehr einfallsreich und spektakulär, ist es aber im Falle von Waltari dann doch. Wie wird es spektakulär? Ganz einfach. Man sucht sich befreundete Musiker*innen und lässt diese*n in der Bandhistorie einige Songs auswählen. Dann fragt man, wie sich der/ diejenige den Track vorstellen würde und überlässt dem/ der Musiker*in einfach das Stück. Die Band lehnt sich zurück und wartet ab, was sich ergibt.

Die Gäste glänzen

Wenn wir den Worten von Gründungsmitglied Kärtsy Glauben schenken dürfen, war es eine sehr entspannte Produktion. Die gestandene Band ließ ihre Gäste glänzen, freute sich über deren Interpretationen und diente nur als Begleitkapelle. Das große Vertrauen, welches in die Gäste gesetzt wurde, zahlte sich aus und unter dem Strich kamen dabei am Ende 11 neu arrangierte Songs heraus.

Ein Song mit Jürgen Engler

Kommen wir zur Musik. Den Anfang macht der Song >Merry Go Round< featuring Jürgen Engler (Die Krupps). Hier ist allein der Name schon Programm. Harte Synthies mit heftigen Beats und harten Gitarren. Waltari goes EBM / Groove Metal und die Neue Deutsche Härte lässt grüßen. Den Gesang teilen sich Jürgen und Kärtsy und streifen damit auch ein bisschen Rammstein. Der Song ist ein richtig grandioser Einstieg in das Album und weckt die Neugier auf mehr!

Marko Hietala

Photo: Jani Mahkonen

Song 2 >Below Zero< im Anschluss legt in puncto Geschwindigkeit und Härte noch einen drauf. Den Text übernimmt Marko Hietala (Tarot / ex- Nightwish). Whoop Whoop! Soll das etwa schon das Album Highlight sein? Wer auf Nightwish und Co. steht wird hier bestens bedient. Gänsehautmoment inklusive! Es ist natürlich auch sehr effektiv wenn man an den Gitarren mit Kimmo Korhonen, Sami Yli- Sirnio (u.a. Kreator) und Jariot Lehtinen so richtige Metalheads am Start hat. Dieser Song besitzt definitiv Hitcharakter! Müssten wir den Begriff Crossover definieren, wäre das Album >3rd Decade< nach diesen beiden Titeln das Paradebeispiel dafür, was Crossover ist!

Bomfunk MC´s

Nach dem sehr metallischen Einstieg, folgt mit >Skyline< ein poppiger Song vom aktuellen Album >Global Rock/2020< . Allerdings handelt es sich hier schon um die Remix- Version. Das Stück wird von melodischen Synthesizern dominiert. Das druckvolle Schlagzeug und die dezenten Gitarrenriffs machen >Skyline< richtig rund. Den (Sprech-) Gesang teilen sich Kärtsy und Raymund Ebanks von den finnischen Elektro- Hip Hoppern >Bomfunk MC´s< . Der Song geht gut ins Ohr und erinnert an die seligen >So Fine!< Zeiten. Tanzbar, zeitlos und einfach gut!

Eläkeläiset

Photo: Jani Mahkonen

Vierter Song, vierter Style. Noch Fragen? In >Ehtoopuolella< wird es heimisch. Es wird Finnisch gesungen. Dazu hat der Sound Bierzelt- Charakter. Naja, hier sind auch Eläkeläiset federführend. Keine Ahnung worum es in diesem Song wirklich geht. >Ehtoopuolella< bedeutet soviel wie abends, was darauf schließen lässt, dass es sich hier um ein Trinkerlied handelt. Sollte das falsch sein, dann tut es mir leid. So weit so gut. Da ich aber in der Vergangenheit immer einen Bogen um Eläkeläiset und/ oder Polka gemacht habe, berührt mich dieser Song nicht so sehr, wie seine Vorgänger. Nichtsdestotrotz nötigt mir der Einsatz einer Hammondorgel trotzdem irgendwie ein Schmunzeln ab. Das ist eben ein Waltari Album.

Kevin Ridley & Youth Choirs Sykkii and n.u.k.u

Wie weiter oben schon angesprochen, folgt mit Lied Nummer 5, der wahrscheinlich meist gemixte Song der Band. >So Fine!< vom gleichnamigen Album aus dem Jahre 1994. In der 2021 Version nochmals ordentlich aufgepimpt mit einer amtlich fetten Gitarrenproduktion. Selbstverständlich gehören Synthies und Kinderchor auch heute noch dazu! Das war und ist der gefühlt größte Hit der Band. Ein großes Dankeschön geht an Kevin Ridley (u.a. Skyclad) der sich das geile Stück nochmals zur Brust genommen hat. Der Song geht einfach immer und verbreitet definitiv gute Laune!

Angelit

Photo: Jani Mahkonen

Gute Laune macht auch >Step Outside< aus dem Jahr 2020. Der Song gleicht einer Wundertüte aus poppig leichtem EBM, Eurodance und Folksmusik. Der Track hat tatsächlich Charme und macht etwas mit dem Zuhörer. Kärtsy teilt sich die Lyriks mit dem samischen Frauen- Duo Angelit. Wahrscheinlich geht es euch wie uns, wenn wir anmerken müssen, niemals von dieser Band gehört zu haben. Okay, die machen sonst finnische Folksmusik. Und das machen die Damen wahrscheinlich auch sehr mit Hingabe. Sonst wären Angelit wohl kaum in den Waltari– Fokus gerückt. Der Song ist sehr radiotauglich und tut niemanden weh.

Jonne Järvelä & Jyrki 69

Im Anschluss sind mit Jonne Järvela (Korpiklaani) und Jyrki 69 (The 69 Eyes) wieder gestandene Rocker am Zug. Folglich wird es schneller, härter und düster. Eine Mischung aus Dark- Metal und Gothic trifft hier auf Spuren von Folk. Wenn sich der erste Schrecken am Anfang (Akkordeon) gelegt hat, entfaltet sich >In The Cradle< zu einem richtig coolen Banger. Hier treffen Sisters Of Mercy, Type-O-Negative, The 69 Eyes mit U.D.O. auf Waltari. Das Riffing ist erste Sahne und die szenetypischen Keyboards fehlen ebenso wenig wie das unvermeidbare Akkordeon! Klasse Gruppenarbeit!

Niki

Photo: Jani Mahkonen

Die Remix- Version des Songs >Misty Man< konntet ihr ja schon in unserer News vom 09.11.21 kennen lernen. Hier geht es dank Niki von den finnischen Hardrockern >The Barbe-Q-Barbies< erfrischend Punk- Rockig zur Sache. Das Facelift steht >Misty Man< wirklich ausgezeichnet. Gute Songs können so einfach sein! Die unbekümmerte, rotzige Art von Niki, die hier im Duett mit Kärtsy singt, ist auch sehr ansteckend. Immer schön nach vorne, so muss das sein!

Lordi

Nach dem Punk- Rock gibt es Horror- Rock mit prominenter Unterstützung. Die finnischen Heavy- Rocker von Lordi geben sich die Ehre. Aber keine Ahnung woran es liegt, irgendwie möchte der Song >Lights On< nicht wirklich zünden. Leider fühlt sich hier alles sehr hektisch an. Zuviel von allem wahrscheinlich. Die Keyboards, die aufgekratzte Stimme von Tom >Mr. Lordi< Putaansuu. Klar, die Musiker agieren einwandfrei und rocken, aber der Song wirkt einfach überfrachtet und möchte nicht so ins Gesamtbild passen. >Lights On< bleibt aus unserer Sicht verzichtbar.

Tampere All Stars

Photo: Jani Mahkonen

Der vorletzte Track >The Stage< geht dagegen interessanterweise wieder völlig klar. Vorgetragen von der Sängerin der Tampere All Stars. Der Song ist sehr rhythmisch, keyboardlastig und hat eine extreme coole Hookline, die sofort greift. Im Refrain wird >The Stage< zusammen mit Kärtsy zum Duett. Die Stimmen passen ausgezeichnet zueinander und ergänzen sich sehr gut! Dass das Lied fast 6 Minuten lang ist, kriegt man überhaupt nicht mit, weil man irgendwie in anderen Sphären zu schweben scheint. Hier wurde ein ohnehin schon toller Song nochmals komplett aufgewertet! Echt Klasse!

April Art

Zum Finale zieht es uns dann nochmal richtig die Socken von den Füßen. Und zwar mit der April Art Version von >Helsinki< . Es wird nochmals heftig und bedrohlich düster. In bester Evanescence trifft Guano Apes trifft Nightwish Manier wird hier wechselsprachig (finnisch / englisch) der Putz von den Wänden gerockt. Was uns neben dem Groove- Metal- Sound zusätzlich die Kinnlade herunterklappen lässt, ist die Erkenntnis, dass April Art eine deutschstämmige Band sind, die nebenbei mal eben finnische Lyriks kicken. Richtig geil wird der Song zusätzlich durch die diabolische Stimme von Kärtsy. Verdammt, was für ein grandioser Song!

Das MH-DE- Fazit

Photo: Jani Mahkonen

Kommen wir zu unserem Fazit und fangen bei den Fakten an. Die durchgehend, auf höchster Studioqualität, produzierten 11 Songs haben eine gerechnete Spielzeit von über 48 Minuten. Dabei klingen alle Tracks knackig frisch, sauber und druckvoll. Die Remixes wurden mit Bedacht so engagiert, dass der Kern oder die Seele der ursprünglichen Versionen nicht verletzt oder zerstört wurde. Was wirklich toll ist! Songs wie So Fine, Skyline, Misty Man oder The Stage sind ja schon in der Original-Version richtige Hits, wurden hier aber teilweise nochmals deutlich aufgewertet! Egal ob düster und heftig oder ruhig und leicht. Waltari und ihre Gäste finden immer die richtige Rezeptur.

Remixes die Sinn machen

Die Songauswahl ist komplett stimmig und macht richtig Spaß! Auch wenn uns persönlich hauptsächlich die härteren Songs richtig wegblasen, sind es auf >3rd Decade< auch die vermeintlich ruhigeren Stücke, die gefallen. Wer auf Abwechslung steht und neben metallischen Sounds auch Pop oder Techno mag, der kommt an Waltari definitiv nicht vorbei! Dieses Album strotzt nur so vor Enthusiasmus, Kraft und Experimentierfreudigkeit, dass es eine wahre Freude ist. Wenn es ein Remix- Album gibt, was Sinn macht, dann ist es dieses hier! Zu 100 Prozent! Das Waltari– Album >3rd Decade- The Anniversary Edition< ist Werbung für Crossover Musik! Mehr Abwechslung geht einfach nicht! Die Finnen bleiben einfach die Pioniere ihres Genres. Auch nach 30 Jahren!

Pflichtkauf

>3rd Decade- The Anniversary Edition< ist seit dem 26.11 2021 im Handel erhältlich und ein absoluter Pflichtkauf für jede gut sortierte Musiksammlung. Das Album wird als Cd, auf Vinyl und als Stream angeboten!

Nützliche Waltari Links

1: Homepage

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5: Instagram

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Bildquellen

  • Waltari 2021Photo: Jani Mahkonen: ©2021 by Jani Mahkonen (Photo) / Flying Dolphin Entertainment
  • WALTARI-Kaertsy-2-1: ©2021 by Jani Mahkonen (Photo) / Flying Dolphin Entertainment
  • WALTARI-Jani-2: ©2021 by Jani Mahkonen (Photo) / Flying Dolphin Entertainment
  • WALTARI-Ville: ©2021 by Jani Mahkonen (Photo) / Flying Dolphin Entertainment
  • WALTARI-Jari-1-1: ©2021 by Jani Mahkonen (Photo) / Flying Dolphin Entertainment
  • WALTARI-Kimmo-1-1: ©2021 by Jani Mahkonen (Photo) / Flying Dolphin Entertainment
  • WALTARI-Sami: ©2021 by Jani Mahkonen (Photo) / Flying Dolphin Entertainment
  • Titelbild: ©2021 by Jani Mahkonen (Photo) / Flying Dolphin Entertainment Press Announcement

Treasureman

Seit 1987 mit dem Metal- Virus infiziert. Der Einstieg erfolgte mit Twisted Sister, Iron Maiden und den Onkelz. Meine Themenschwerpunkte liegen seit langem im Hardcore- und Crossover/Punkrock Bereich. Ihr findet mich da, wo das Herz auf der Bühne steht!

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