Werewolves of Portland – Paul Gilberts neuester Streich

Paul Gilbert - Werewolves of Portland
Werewolves of Portland

Mit „Werewolves of Portland“ bringt Gitarrenvirtuose Paul Gilbert bereits sein sechzehntes Soloalbum raus. Gilberts Karriere begann mit seiner Band RacerX, bei der er zusammen mit Bruce Bouillet ein absolutes Shred-Duo bildete. Beim ersten RacerX Album „Street Lethal“ konnte einem zur damaligen Zeit nur der Mund vor Staunen offen stehen bleiben. Den großen Bekanntheitsgrad außerhalb der Gitarrencommunity konnte Gilbert mit Mr.Big erreichen. Der Hit „To be with you“ dürfte heute noch vielen Leuten bekannt sein.

Solopfade

Zu Beginn war auf Gilberts Soloalben noch Gesang zu hören. Nach einiger Zeit hat er seinen Stil geringfügig geändert und an alte RACER X-Zeiten angeknüpft. Härtere Songs mit viel Shredguitars. Auch Paul verzichtete vollständig auf Vocals. Nach einer nächsten Phase, in der wieder mehr Wert auf Gesang gelegt wurde, sind wir seit einiger Zeit wieder in der Instrumentalzeit angekommen. „Werewolves of Portland“ ist ein komplettes Instrumentalalbum geworden.

Eigentlich hatte Paul schon das Studio gebucht, als die Pandemie ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Aus der Not wurde eine Tugend und kurzerhand spielte Gilbert die Scheibe einfach mal allein ein. Drums, Bass, Keyboard und natürlich Gitarre. Der Mann ist einfach ein Genie. Und das Album kann sich allemal hören lassen.

Songs

Der Opener ist „Hello North Dacota“ und legt mit einer fanfarenartigen Melodie los. Die schön übereinander gelegten Spuren klingen ein wenig nach Brian May von Queen. Danach nimmt der Song eine Wendung und kann mit etwas Slidegitarre aufwarten. Schön melodischer Song, der immer wieder für Abwechslung sorgt. Das obligatorische Solo vor dem Ende, in dem wieder der Fanfarensound kommt, darf natürlich nicht fehlen.

„My Goodness“ beginnt mit einem furiosen Sololick, bevor das Stück bluesartig weitergeht. Auffällig ist, dass die die Gitarrenmelodien in den Strophen nahezu den Sänger ersetzen. Es klingt genau so, als ob da jemand singen würde. Das rührt wohl auch daher, dass Gilbert die Songs zuerst mit Lyrics und nicht auf der Gitarre komponiert.

Das Titelstück geht eher in die Richtung Fusion, bevor im Mittelteil ein tolles Solo, unterlegt mit bluesigem Rhythmus kommt. „Proffessorship at the Leningrad Conservatory“ hat mich bereits beim ersten Hören direkt bekommen. Es geht mit kleinem Drumsolointro los, gefolgt von ein paar klasse Shredlicks, bevor es mit einem „Gesangsteil“ weitergeht. Mann, das klingt so geil, wie Paul Gilbert mit der Gitarre den Gesang übernimmt. „Argument about Pie“ erinnert mit seinem schnellen Licks an Teile von Gilberts Solospots bei Mr.Big-Auftritten oder an „Scarrified“ von RacerX.

„Meanigful“ ist eine tolle Ballade mit Akkustikgitarre und ein wenig Schlagzeug. Den Gesangsteil übernimmt natürlich wieder die Gitarre. Man kann förmlich den „Sänger“ leiden hören, so wahnsinnig gut beherrscht Gilbert das Instrument. „I wanna cry“ hat nochmal einen bluesigen Vibe. Der Rest von „Werewolves of Portland“ schlägt in die gleiche Kerbe.

Fazit

Paul Gilbert hat es mal wieder geschafft, ein erstklassiges Instrumentalalbum einzuspielen. Die Stücke strotzen alle nur so vor Melodie. Jedes einzelne Stück würde auch mit Vocals genau so gut funktionieren. Das spricht für die Güte der Songs. Die 10 Stücke versprechen viel Abwechslung. Das ist bei vielen Instrumentalalben ja nicht immer der Fall. Über die Soloeinlagen von Herrn Gilbert bedarf es eigentlich keiner Worte. Mal mit viel Gefühl, mal Vollgas, aber niemals ohne Melodie und immer songdienlich. Was er da mit der Gitarre anstellt, um eine Stimme nachzuahmen ist schon echt der Hammer. Auch das Spiel mit lauten und leisen Tönen beherrscht Gilbert. Das bringt Abwechslung und Spannung. Jeder Ton des Albums ist typisch Paul Gilbert. Den Mann hört man unter tausenden Gitarristen einfach raus. Sein Stil und seine Licks sind einfach unverkennbar.

Wer auf geile Gitarrenmusik steht, wird dieses Album lieben. Aber wer darauf steht, weiß Bescheid und hat sowieso schon auf den Release von „Werewolves of Portland“ gewartet. Alle anderen Musikliebhaber von geiler handgemachter Rockmusik, die dazu noch technisch zu 110% perfekt gespielt wird, dürfen auch gerne mal ein Ohr riskieren.

Ich sage das nicht nur so. Ihr verpasst sonst was.

Achso… zieht euch einfach mal das Video zu „Werewolves of Portland“ rein.

Tracklist “Werewolves Of Portland”
Hello North Dakota!
My Goodness
Werewolves of Portland
Professorship at The Leningrad Conservatory
Argument About Pie
Meaningful
I Wanna Cry (Even Though I Ain’t Sad)
A Thunderous Ovation Shook The Columns
Problem-Solving People
(You Would Not Be Able to Handle) What I Handle Everyday

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Bildquellen

  • Paul Gilbert – Werewolves of Portland: Amazon

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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